DIORAMA – Zero Soldier Army

Diorama - Zero Soldier Army - Cover
Diorama - Zero Soldier Army - Cover
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Unsere Bewertung

10 Gesamtnote

Am 9. September ist es soweit: Das neunte Studioalbum der Reutlinger um den charismatischen Sänger, Schreiber und Produzenten Torben Wendt wird in den Verkauf gehen. Wie die bisherigen Alben auch, wird es einen recht abwechslungsreichen Mix aus eher rockigen und eher elektronischen Songs geben. Das Video zum ersten Vorboten stimmt einen schon recht gut ein auf das, was da kommen mag – sowohl vom Sound als auch von den Visuals mit seinen erdigen Farben her. Die Besucher des diesjährigen WGTs konnten zudem als erste einen neuen Song dieses Albums hören: Defcon – Ein Track der sehr nach vorn geht und damals schon sehr viel Lust auf mehr Neues machte. Dabei sah ich das erste Mal an Stelle von Sash Fiddler an der Gitarre Zura Nakamura stehen, welcher seit einiger Zeit nun fester Bestandteil des Ensembles ist. Auf dem M’era Luna präsentierte die Band mit Off und Smolik u.a. zwei weitere Songs. Wer sich ein wenig in der Industrial Music und/oder Noise-Szene bewegt, dem wird ganz sicher ant-zen ein Begriff sein. Hinter diesem Platten-Label verbrigt sich Stefan Alt, der darüber hinaus für seine Visuals bekannt ist. Für mich war es daher überraschend, dass er mit einer Band wie Diorama bei der Gestaltung des durchweg gelungenen und stimmigen CD-Artworks zusammenarbeitete. Eher leise und mit langsam, teilweise mit Streichern unterlegten, artikulierten Texten wie „are you serious, do you think I am such […] an easy target“ und „don’t you know my zero soldier army“ beginnt das Album – um nach rund zweieinhalb Minuten sprunghaft an musikalischer Wucht zuzunehmen. Off startet ebenfalls recht langsam und melodisch, nimmt aber schnell Fahrt auf und kommt, angereichert mit stakkatohaften Texten wie „don’t be concerned, the power is off“ und aggressiven, ja fast herausgeschriehenen Aussagen wie „in advance – you will burn!“ und „watch you burn!„, recht technoid daher. Für mich ist Off ein echter Dancefloor-Hit der mit seinen harten Rhythmen ordentlich in die Beine geht. Gern würde ich den auf zukünftigen Diorama-Konzerten performed sehen wollen.

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Mit Beta kommt ein aus meiner Sicht sehr typischer Diorama-Song daher: das musikalische Setting, Torbens Art dazu zu singen… Dieser Track fühlt sich an wie zu Pale– und HLA-Zeiten – nur etwas glattgeschliffener und runder. Aggressiv, rauh und nuanciert atonal zeigt sich die Band bei Smolik. Was für ein Kontrast zum vorangegangenen Beta. Bei den ersten Tönen musste ich kurz schlucken, fand aber sehr schnell Gefallen an den Texten. Torben brüllt einem seinen Sprechgesang förmlich ins Gesicht. Dabei unterstützen Worte wie „Watch the step – mind the gap„, „Caution – slow down – hey!” und die zentrale Frage: „What about the unborn alien under your skin?“ den recht unbequem daherkommenden Track. So abwechslungsreich dioramaesk, mit teilweise nachdenklich stimmenden Texten garniert, führt die CD das ZSA-Thema fort. Kurz vor dem Finale wartet (your) Comfort Zone mit harten Beats auf: „Confusion in, Confusion out. You know my methods – In the name of emptiness“ und erinnert Dich daran: “Your fear is a canyon.Nebulus ist der vorletzte und der einzige ausschliesslich instrumentale Track. Mir ist nebulös, wie der flotte Sound etwas zu dem übergeordneten Thema der CD beisteuern kann. Allerdings kann ich mir ihn auch gut als Soundtrack zu einem Actionfilm vorstellen bei dem die Handlung zu dem am Ende alles entscheidenen Moment führt. Mit Aufforderungen „Forget your knife in the back and those who make you feel like you put it there.” und „stay undecided with you head in the fork“ und Aussagen wie „She loves you, she loves you not“ und “If you don’t fight it, it will leave you alone until the point of no return – so go home” bringt es Torben dann am Ende mit sanften Synthi-Tönen und weicher, aber bestimmter Sprache im letzten Track dann auch auf den Punkt. „Die Songs sind in einer Zeit immer vertrackter werdender globaler Krisen bei gleichzeitigem Erstarken zunehmend fanatischer Nationalismen und anderer Wahnvorstellungen entstanden. Der Fassungslosigkeit angesichts des Fiaskos, auf das wir langsam aber sicher hinsteuern, wollten wir einen Begriff entgegensetzen, der gleichzeitig Wehrlosigkeit und Wehrhaftigkeit verkörpert – die ZERO SOLDIER ARMY.“, kommentiert Torben Wendt. „Wir haben keine Waffen. Aber wir haben Liebe, Freiheit und Musik. Und Gin.“ – Dem kann ich nichts weiter hinzufügen.

Aus meiner Sicht ist das neue Diorama-Album nahezu perfekt: Es besitzt eingängige Rhythmen und einige Tracks die zu Dauerbrennern wie Advance, Hla oder Erase Me -um nur einige wenige Beispiele zu nennen- werden könnten, aber auch unbequeme und zugleich packende Stücke die zum Nachdenken auffordern. Das Album trifft hier den richtigen Mittelweg. Daher kann es meiner Meinung nach hier nur die Höchstnote geben!

Tracklist DIORAMA – Zero Soldier Army:

01. zsa
02. off
03. defcon
04. beta
05. smolik
06. &
07. polaroids
08. reality show
09. amnesia club
10. comfort zone
11. nebulus
12. stay undecided

Weblinks DIORAMA:

Homepage: http://www.diorama-music.com/
Homepage zu zsa: http://www.zerosoldierarmy.eu/
Facebook: https://www.facebook.com/dioramawastaken/
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCuOTN5J_gj4qGLGWOuVq1QQ

Termine DIORAMA 2016:

03.09.2016 Flums, Eine Nacht im Bergwerk (ausverkauft)
08.10.2016 Athen, Death Disco
03.12.2016 Reutlingen, FranzK
09.12.2016 St. Petersburg, Opera Club
10.12.2016 Moskau, Synthetic Snow Festival

DIORAMA „Coma Alliance“-Tour 2016 mit DIARY OF DREAMS:

16.09.2016 Krefeld, Kulturfabrik Krefeld
17.09.2016 Dresden, Reithalle Strasse E
18.09.2016 Heidelberg, Halle 02

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