Interview mit FKP SCORPIO zum M’ERA LUNA 2016

GeschÀtzte Lesezeit: 5 Minute(n)

Ein Festival, das auch im Jahr 2016 nicht aus der Festival-Landschaft im Bereich der dunklen Musik wegzudenken ist, ist das M’era Luna in Hildesheim. Wie jedes Jahr geben sich auch diesmal in Hildesheim wieder die großen Acts der dunklen Musik die Ehre und treffen auf vielversprechende Newcomer und alteingesessene Helden. Mit Elektro, Gothic Rock, Mittelalter und mehr ist musikalisch viel geboten, dazu kommt auch in diesem Jahr ein großes Rahmenprogramm mit Lesungen, Mittelaltermarkt und mehr. Wir haben dem Veranstalter FKP Scorpio einen Schwung Fragen zum Festival gestellt. Hier nun die Antworten von Katja Wittenstein.

Das Festival naht mit großen Schritten. Wie ist der Stand der Vorbereitungen? Was ist in diesem Jahr neu und anders gegenĂŒber den Vorjahren beim M’era Luna?
Wir sind gut in der Zeit. Alles lĂ€uft planmĂ€ĂŸig. Das Programm und das Rahmenprogramm stehen und wir werden in diesem Jahr unser Augenmerk darauf legen, die Neuerungen, die wir in den letzten Jahren eingefĂŒhrt haben, weiter auszubauen und zu optimieren.

Was wĂŒrdet Ihr sagen, unterscheidet das M’era Luna von anderen Festivals? Was ist sozusagen das Alleinstellungsmerkmal?
Es ist seit Ende der 90er ein fester Bestandteil im Kalender der schwarzen Szene. Derzeit ist es in dieser Form das grĂ¶ĂŸte Gothic Festival Europas.

Wie wĂŒrdet Ihr das Line-Up beschreiben? Worauf habt Ihr beim Zusammenstellen der Bands besonderen Wert gelegt?
Wir gucken immer, dass wir auf den BĂŒhnen den vielfĂ€ltigen musikalischen Vorlieben unserer Besucher gerecht werden, darum reicht das Programm auch von Hardrock, ĂŒber mittelalterliche KlĂ€nge bis hin zu EBM und all den Spielarten davon und dazwischen. So kommt an den zwei Tagen jeder auf seine Kosten. Auch bei der Prominenz der KĂŒnstler versuchen wir sowohl neue KĂŒnstler als auch nationale und internationale Stars ausgewogen zu mischen.

Stand jetzt ist noch kein Timetable verfĂŒgbar. Nach welchen Kriterien stellt Ihr diesen zusammen? Was gehört hier zu den grĂ¶ĂŸten Herausforderungen?
Der Timetable kommt immer ein paar Wochen vor dem Festival, da sich tatsĂ€chlich bis dahin auch immer noch etwas verschieben kann. Die Kunst ist, die Reihenfolge der Bands entsprechend ihrer Routings, ihrer GrĂ¶ĂŸe und natĂŒrlich auch stimmig im Gesamtkonzept zusammen zu stellen. Das ist wie puzzeln.

RegelmĂ€ĂŸig kommt es wieder vor, dass die Hangar-BĂŒhne voll ist und kein Einlass mehr möglich ist. Wonach entscheidet Ihr, wer auf welcher BĂŒhne spielt?
Das entscheiden gar nicht immer wir, manchmal möchten auch die Bands lieber im Hangar spielen, weil ihre Show dort besser wirkt.

In den Vorjahren war das Festival regelmĂ€ĂŸig ausverkauft. Wie ist der Stand in diesem Jahr? Sieht es wieder danach aus?
Wir sind zufrieden mit dem Vorverkauf und gehen davon aus, wieder ausverkauft zu sein.

Schaut man aktuell auf die Homepage, so werden bisher nur Wochenend-Tickets angeboten. Die wiederkehrende Frage: Sind auch in diesem Jahr Tagestickets geplant?
Es macht natĂŒrlich keinen Sinn, Tagestickets anzubieten, bevor der Timetable steht. In diesem Jahr werden wir mit dem Verkauf der Tagestickets, wie jedes Jahr, erst mit Veröffentlichung des Timetables beginnen. Dazu muss gesagt werden: die KapazitĂ€t des GelĂ€ndes ist begrenzt. Wir wollen den Komfort im VeranstaltungsgelĂ€nde beibehalten und stimmen deshalb die Tagesticketkontingente genau mit dem Verkauf der Kombitickets ab. Ist die GesamtkapazitĂ€t erreicht, dann schließen wir den Verkauf fĂŒr diesen einen Tag.

Nachdem man neben dem „normalen“ Ticket im Vorjahr noch die Wahl hatte zwischen „Ganymed“ und „Phobos“, gibt es in diesem Jahr nur „Phobos“. Wie kam es dazu?
Das ist nicht korrekt: Auch die Ganymed-UnterkĂŒnfte wurden angeboten. Das kleine Kontingent der Zelte war ziemlich schnell ausgebucht und hat dazu gefĂŒhrt, dass wir versucht haben wenigstens das Kontingent der Phobos-UnterkĂŒnfte zu vergrĂ¶ĂŸern. Aus dem Grund sind jetzt nur noch einige wenige Phobos-Zelte da  – wer noch eins möchte, sollte nicht zu lange warten…

Mit 384 Euro ist der Preis fĂŒr „Phobos“ ziemlich hoch. Wie wĂŒrdet Ihr dem Besucher diese Art der Unterkunft dennoch schmackhaft machen? Was ist besonders am „Phobos“?
Das schmackhaft machen ist gar nicht nötig. Die EinfĂŒhrung von etwas luxuriöseren Campingangeboten war eine Reaktion auf vielfachen Besucherwunsch, da die Hotels im Umkreis des Festivals immer frĂŒhzeitig ausgebucht sind und viele gerne etwas komfortabler nĂ€chtigen wollen, ohne das GelĂ€nde verlassen zu mĂŒssen.

In den letzten Jahren waren immer soziales Engagement und Umwelt schonende Maßnahmen auf dem M’era Luna zu sehen. Was ist in der Hinsicht in diesem Jahr geplant?
Das wird es alles auch dieses Jahr wieder geben. Angefangen beim MĂŒllpfand, MĂŒllinseln und MĂŒllabfuhr, ĂŒber Pfandbecher, Viva con Agua, Foodsharing Projekte, Mitfahrgelegenheit und und und.

Ein Thema, das Festivals in den letzten Jahren verstĂ€rkt begleitet, ist der Aspekt Sicherheit, der auch in diesem Jahr wieder an AktualitĂ€t gewonnen hat. Wie bereitet Ihr Euch – und in diesem Atemzug auch die Besucher – auf EventualitĂ€ten in Sachen Unwetter vor?
Wir haben seit Jahren ein umfangreiches Sicherheitskonzept, das zusammen mit den zustÀndigen Behörden und Sicherheitsdiensten entwickelt und abgestimmt wurde, das u.a. auch Unwetter-Szenarien vorsieht. Je nach Situation greift dann das entsprechende Szenario.

Nach der Berichterstattung durch den NDR im Jahr 2014 sagtet Ihr letztes Jahr, Ihr hofft, 2016 wieder etwas derartiges realisieren zu können. Wird es in diesem Jahr wieder eine mediale Begleitung mit bewegten Bildern geben?
Die Resonanz auf den Live-Stream in 2014 war so gut, dass wir dieses Jahr entschieden haben, wieder einen Live-Stream anzubieten. Mit Hilfe vom NDR und unseren Partnern sind wir sehr stolz, dass es uns gelungen ist. So können wir das dunkelste Festival Deutschlands auch weit ĂŒber die Bundesgrenzen hinaus prĂ€sentieren.

In den Vorjahren waren auf Euren Festivals immer Lotsen im Einsatz. In diesem Jahr sieht man nichts davon auf der Homepage, allerdings werden dennoch Jobs mit Ă€hnlichem Profil ausgeschrieben. Wie kam es zu der Abkehr vom „Lotsenprojekt“?
Das Lotsenprojekt ist in den letzten Jahren immer grĂ¶ĂŸer und mehr geworden und hat intern sehr viele KapazitĂ€ten gebunden. Wir pausieren das Projekt und nutzen die Zeit, uns neu zu sortieren und zu gucken, wie wir es evtl. kĂŒnftig weiterfĂŒhren können.

Dennoch werden ja die Mitarbeiter gesucht. Warum wĂŒrdet Ihr sagen, ist es ein toller Job, auf den man sich bewerben sollte?
Es ist sicher eine gute Gelegenheit, ein Festival mal von einer anderen Seite kennenzulernen.

Kommen wir zum Bereich „praktische Hinweise“… Was wĂŒrdet Ihr sagen, gehört unbedingt ins FestivalgepĂ€ck?
Das Ticket und Kleidung fĂŒr wirklich jede Wetterlage!

Gehen wir zum Schluss mal einen Schritt weiter und stellen uns vor, es ist Montagmorgen nach dem Festival. Wie muss es gelaufen sein, damit Ihr sagen könnt: „Ja, das war ein richtig gelungenes Wochenende“?
Wenn die Besucher zufrieden und mit einem LÀcheln nach Hause fahren und den Wunsch haben, nÀchstes Jahr wieder, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Weblinks M’ERA LUNA:

Homepage: www.meraluna.de
Facebook: www.facebook.com/meralunafestival
Twitter: www.twitter.com/meralunafstvl

Bilder: Malte Schmidt (Bild 1, Bild 3), Titus Eisenmenger (Bild 2)

Merken

Kommentar verfassen