LAIBACH – Bochum, Christuskirche (06.04.2016)

Laibach © Daniel Beiderwieden
Laibach © Daniel Beiderwieden
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Immer mal was Neues. An einem eher unangenehm regnerischen Mittwochabend erlebte der Verfasser dieser Zeilen sein erstes Konzert in durchg√§ngiger Sitzhaltung. In der mit zahlreichen unbequemen Holzb√§nken ausgestatteten Bochumer Christuskirche kredenzten Laibach einmal mehr das Programm ihrer bereits live-erprobten The Sound Of Music-Tour. Dass die Musik der Slowenen in dieser ungewohnten wie auch atmosph√§rischen Umgebung doch nochmal etwas anders wirkt als in der vergleichsweise kalten K√∂lner Live Music Hall, bewiesen bereits die zwei zu Beginn im „Laibach-Stil“ gespielten Opernexzerpte von Edvard Grieg, die das knapp 105-min√ľtige Programm gegen 20 Uhr er√∂ffneten. Smrt Za Smrt, Eurovision und die beiden leider lyrisch wieder topaktuellen The Great Divide und Now You Will Pay aus dem Jahre 2003 sorgten auch in Folge f√ľr eine eher d√ľstere Grundstimmung.

Nach der bekannten zehnmin√ľtigen Intermezzo-Pause, einem Quartett aus St√ľcken des titelgebenden US-Musicals aus den 50er Jahren und einem gro√üen Spectre-Block neigte sich das klanglich √ľber jeden Zweifel erhabene Konzert leider schon wieder dem Ende zu. Bei B Mashina und Opus Dei/Leben hei√üt Leben flirrten dann wieder die Hakenkreuze √ľber die diesmal geteilte Leinwand (okay, zugegebenerma√üen war es nicht mal eine richtige Leinwand, sondern nur die Innenmauer der Kirche), deren zwei Projektionsfl√§chen sich leider ung√ľnstig √ľberschnitten – was w√§re eine Laibach-Show auch ohne politische Symbolik? Unter gro√üem Jubel des Publikums lie√ü sich das K√ľnstlerkollektiv um Leads√§nger Milan Fras noch zu einem weiteren, letzten St√ľck hinrei√üen, die Neuinterpretation von Each Man Kills The Thing He Loves (im Original von Jeanne Moreau) setzte einen gekonnten Schlusspunkt hinter ein einmal mehr mitrei√üendes Konzerterlebnis.

Setlist Laibach – Bochum, Christuskirche (06.04.2016):

01. Olav Trygvason
02. Smrt Za Smrt
03. Now You Will Pay
04. The Great Divide
05. Eurovision
Intermezzo
06. Do-Re-Mi
07. The Sound Of Music
08. Edelweiss
09. My Favourite Things
10. We Are Millions And Millions Are One
11. The Whistleblowers
12. No History
13. Bossanova
14. Resistance Is Futile
15. B Mashina
16. Opus Dei / Leben heißt Leben
17. Each Man Kills The Thing He Loves (Z)

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