Brian Fallon and the Crowes – Köln, Live Music Hall (19.04.2016)

Brian Fallon, © Rainer Keuenhof
Brian Fallon, © Rainer Keuenhof
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If you go to a Brian Fallon concert, there are two rules: First, there is a lot of talking. Second, there is no encore.

So weit so gut, Mister Fallon, danke für die Warnung. Aber gehen wir doch an dieser Stelle mal chronologisch vor:
Den Auftakt in der gut gefüllten Live Music Hall machte am Dienstag nämlich Jared Hart, die ambivalente Stimme der Scandals. Ambivalent deshalb, weil er zwischen sanfter Boygroupstimme und Möchtegern-James-Hetfield hin- und herswitchte, um seinem etwas belanglosen Lagerfeuer-Akustikfolk Ausdruck zu verleihen. Ein ironisch angehauchtes Cover von Whiskey in the Jar hätte seine Performance vermutlich etwas herausgerissen, jedoch zog er es vor, einem Freund im Publikum This Magic Moment zu widmen, wovon er selbst am Meisten belustigt war. Dieser etwas zu sehr in die Länge gezogene Gag des eigentlich sympathischen Kerls kam leider nicht so gut an wie erhofft.

Umso besser kam danach das ungleiche Indie-Duo Good Old War aus Philadelphia an, das bis zum Ausstieg des Drummers 2014 noch als Trio unterwegs war. Das Zusammenspiel aus übertrieben gut gelauntem Gitarristen und seinem Antagonisten am Mikro, dessen Tasseninhalt eine seltsame Wirkung auf ihn hatte, war nicht nur amüsant, sondern musikalisch auf hohem Niveau dargeboten. Damit sorgten Keith Goodwin und Dan Schwartz für allgemeine Erheiterung, die in weit mehr als nur Höflichkeitsapplaus gipfelte. Wenn die Jungs gedurft hätten, wäre wohl noch eine Zugabe drin gewesen.

Zeit genug wäre definitiv gewesen, die Umbaupause zoooog sich enorm in die Länge. Nachdem dann aber klar wurde, dass für 6 Mann aufgetischt worden war, ließ sich das ganze entspannter hinnehmen. Zumal der Sound erstaunlich gut abgemischt war und das bei 4(!) Gitarren, die simultan bearbeitet wurden. Fallon wurde auf der Bühne von Mitgliedern seiner drei Bands (The Gaslight Anthem, Molly and the Zombies, The Horrible Crowes) unterstützt, weswegen der Auftritt unter dem Namen Brian Fallon and the Crowes stattfand. Darunter war auch Jared Hart (alias Two-Shirt Jarry) an Gitarre und Backing Vocals. Das eingangs genannte Zitat setzte Fallon übrigens sehr ausgiebig in die Tat um und zeigte vorallem bei seinen verbalen Ausschweifungen sein Talent als geborener Entertainer. Dabei stand die Interaktion mit dem Publikum im Vordergrund, wobei einigen die moderativen Einlagen vielleicht etwas zu viel des Guten gewesen sein dürften. Immerhin schaffte er es trotz seiner teils minutenlangen Darbietung des Geschichtenonkels, 17 Songs unterzubringen, die keine Zugabenwünsche mehr offen ließen – Die wären aber ja ohnehin vergeblich gewesen. Für dieses abendfüllende Programm zog er Material seines aktuellen Longplayers Painkillers heran, sowie eine gute Handvoll Songs seiner Horrible Crowes und ein zwischendrin eingestreutes Cover von Katy Perrys Teenage Dream, dessen Text in Anbetracht der Bärtigkeit und Tätowiertheit des Sextetts etwas grotesk daherkam, aber mit einem wohlwollenden Schmunzeln der Menge aufgenommen wurde. Als Highlight des Abends wurde das lange vom Publikum angeforderte Behold the Hurricane angestimmt, das mit seinen Oh-oh-ohs auch die Textunsicheren zum Mitsingen bewegte. Damit entließen Fallon und sein Gefolge die Anhängerschaft zufrieden in die Nacht.

Setlist BRIAN FALLON AND THE CROWES @ Köln, Live Music Hall (19.04.2016)
01. Nobody Wins
02. Rosemary
03. Among Other Foolish Things
04. Sugar
05. Black Betty and the Moon
06. Ladykiller
07. Honey Magnolia
08. Go Tell Everybody
09. Steve McQueen
10. A Wonderful Life
11. Teenage Dream (Katy Perry cover)
12. Cherry Blossoms
13. Smoke
14. Open All Night
15. Mary Ann
16. Crush
17. Behold the Hurricane

Foto: Rainer Keuenhof

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