OST+FRONT – Ultra

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Unsere Bewertung

7 Gesamtnote

In der Auseinandersetzung mit Bands der Neuen Deutschen HĂ€rte ist gerade im Falle von Ost+Front sehr interessant zu beobachten, inwiefern die Band polarisiert. Denn selten sind es die blutrĂŒnstigen Bilder und die mehr oder minder gruseligen Gewandungen der Mitglieder, sondern viel hĂ€ufiger wird die Frage ein den Raum geworfen, inwieweit hier Rammstein nachgeeifert wĂŒrde oder Ost+Front eben doch etwas Eigenes darbieten. Sie sind eben einfach groß, die Schatten der großen Genre-Heroen. Das Auftreten der Band sollte man eben als die Ästhetik der Band hinnehmen, drĂŒber hinwegsehen, mit Augenzwinkern betrachten oder einen eigenen Umgang damit finden – darĂŒber hinwegtĂ€uschen lassen, dass Ost+Front spĂ€testens auf Album Nummer 3 eine eigene Nische gefunden haben, sollte man sich auf jeden Fall nicht.

Einen ersten Wink in die Richtung schickte schon Sternenkinder als Vorab-Single, das mit hymnischen ChorĂ€len arbeitete und zunĂ€chst einmal befremdlich wirkte – eben weil es nicht das war, was man unbedingt von Ost+Front erwartete. Immer mal wieder fĂ€llt auf Ultra auf, dass die Schwermut nicht mehr zwingend im Mittelpunkt steht. Bruderherz beweist das frĂŒh mit einem sehr hohen Tempo, eingĂ€ngigem Gesang (der die HĂ€rte dennoch nicht vermissen lĂ€sst) und dennoch der Band-typischen HĂ€rte. Das Tempo ist dabei auch ein Merkmal, das sich stark durch das Album zieht und uns in sehr vielen Nummern begegnet. Das zeigen beispielsweise auch Titel wie Fick Dich. Wobei gerade letzteres auch zeigt: Die Provokation, ob sie nun funktioniert oder nicht, gehört nun einmal auch weiterhin zu Ost+Front – wobei man diese auch stellenweise nicht als solche unterschĂ€tzen sollte und teils Richtung Zynismus geht.

Mit GastsĂ€nger Erk Aicrag (Hocico) lassen Ost+Front auch mexikanische Rhythmen auf Ultra einfließen

Man könnte meinen, Ultra ist so etwas wie „Neue Deutsche HĂ€rte mit anderen Mitteln“, denn die Band ist nun nicht aus ihrem Genre ausgebrochen, zeigt aber, wie auslotbar die Grenzen sind. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurĂŒck, mit der von Bedƙich Smetana ĂŒbernommenen Komposition Moldau eine Art Metal-Walzer zu kreieren oder auch mexikanische Rhythmen einfließen zu lassen wie in Fiesta de Sexo, fĂŒr das man passenderweise den Label-Kollegen Erk Aicrag als Gast gewinnen konnte.

Bei all dem bleibt Ultra aber immer noch ein Album der Kategorie „muss man mögen“. Der Sprung in den großen Massenmarkt a la Rammstein wird hiermit nicht gelingen, dĂŒrfte aber auch nicht das erklĂ€rte Ziel der Band gewesen sein. Mit der Ästhetik der Band muss man klar kommen, fĂŒr die Inhalte sich öffnen, dann wird man Ultra mögen. Was man der CD einzig vorwerfen könnte ist, dass bei den in diesem Text nicht hervorgehobenen Titeln teilweise immer noch eine gewisse Gleichförmigkeit herrscht. Insgesamt aber ist das Abwechslungsreichtum erfreulich und das Album unter den erwĂ€hnten Voraussetzungen empfehlenswert!

Tracklist OST+FRONT – Ultra (Standard Version):
01. Sternenkinder
02. Bruderherz
03. Fiesta Del Sexo (feat. Erk Aicrag)
04. Afrika
05. Moldau
06. KrĂŒppel
07. Suizid (feat. B. Deutung)
08. Fick Dich
09. Volksmusik
10. Blitzkrieg
11. Nein
12. Klassenkampf
13. Siebenbaum

Ultra (Deluxe 2CD Edition)

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