ELIOT SUMNER – Information

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Unsere Bewertung

9 Gesamtnote

D√ľstere Kl√§nge leiten Eliot Sumners neues Werk Information ein. Der Opener Dead Arms & Dead Legs erschafft mit dem monotonen Gesang, den stur-programmierten Drumbeats und dem spannungserzeugenden Gitarrenspiel gleich eine tiefschwarze Atmosph√§re, die sich wie ein blutroter Faden durchs Album zieht. Dieser hellt sich im Verlauf des Longplayers auf und so hat sich der Bonustrack Real Life musikalisch g√§nzlich von der Schwere gel√∂st. In den 5 Jahren ihrer Abstinenz, seit sie unter dem Namen „I Blame Coco“ B√ľhnen rund um den Globus unsicher machte, ist die 25-j√§hrige deutlich reifer geworden. Das spiegelt sich zum einen darin wieder, dass sie sich in der Zwischenzeit zu einer Namens√§nderung entschieden hat, zum anderen aber auch in ihrer Musik:
So wurden die damals dominierenden Synthesizer etwas zur√ľckgefahren und die Gitarre mehr in den Fokus ger√ľckt. Teilweise ist der Achtzigerjahreeinfluss sehr deutlich rauszuh√∂ren, so k√∂nnte What Good Could Ever Come Of This auch eine B-Seite von Journey sein und Halfway To Hell geht mit seinem Glockengong-Intro und dem Titel ganz klar als Hommage an AC/DC durch. Man k√∂nnte das Album fast schon als Zeitreise ins Zeitlose betiteln, da es losgel√∂st von den gegenw√§rtigen (Mainstream-)Trends ist, aber dadurch nichts an Gegenw√§rtigkeit einb√ľ√üt. Das Gegenteil ist der Fall. Die 11 Songs (+ Bonus Track) zeichnen sich allesamt durch Bodenst√§ndig- und Gradlinigkeit aus, was sie sehr eing√§ngig und einpr√§gsam macht.¬† Stilistisch gibt es keinen Bruch; alles wirkt wie aus einem Guss, wodurch das Album eine sehr authentische Note erh√§lt. Eliot Sumner hat ihren Stil gefunden und muss nicht mehr herumexperimentieren. Zudem kommt Eliots ungew√∂hnliche und angenehm tiefe Stimme vor dem Poprockhintergrund mit Indienote sehr gut zur Geltung. Dar√ľber hinaus wird das Album von Mal zu Mal besser; im Englischen hat sich sehr Begriff „Grower“ f√ľr dieses Ph√§nomen eingeb√ľrgert. Textlich bleibt sie abseits vom Kitsch, indem sie z.B. beim siebenmin√ľtigen Titelsong ihr Anliegen aufs Pragmatischste herunterbricht:

¬†I need to know you’re thinking of me
¬†I need to know you’re there
 I need the information now
 I got to know you care
 Give me something I can work with

After Dark hingegen beschreibt den kritischen Moment, in dem man eine platonische Freundschaft auf die n√§chste Ebene bringt und diese dadurch aufgibt, w√§hrend sie in Species die Klassifizierung als solche kritisch auseinandernimmt. Passend dazu sagte sie einmal in einem Interview: „I don’t believe in any specifications. (…) I don’t think anyone should feel pressured to have any kind of label or tag on them.“ Irgendwie schafft Eliot es mit ihren reflektierten und ehrlichen Texten, dem Zuh√∂rer den Eindruck eines Dialogs zu vermitteln, was das Album umso spannender macht und so hat sie mit Information eine -ich wiederhole mich hier- authentische, ehrliche und vorallem reife Platte abgelegt, die sich dadurch auszeichnet, dass sie sich ohne Geschn√∂rkel auf das Wesentliche konzentriert.

Tracklist ELIOT SUMNER – Information:
01.  Dead Arms & Dead Legs
02.  Information
03.  Let My Love Lie On Your Life
04.  After Dark
05.  Halfway To Hell
06.  I Followed You Home
07.  What Good Could Ever Come Of This
08.  Come Friday
09.  Firewood
10.  Say Anything You Want
11.  Species
12.  RealLife (Bonus Track)

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