LIFE IN FILM & THE RIVAL BID – MĂŒnchen, Kranhalle (17.09.2015)

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Zweimal musste die von Sparklingphotos prĂ€sentierte Tour leider bereits verschoben werden, bevor sie nun endlich doch stattfand. Als man an diesem Abend die MĂŒnchner Kranhalle betrat, konnte man meinen, dass die Verschiebungen sich negativ auf die Zuschauerzahlen auswirken – kurz vor dem Beginn um 20 Uhr hĂ€tte man noch problemlos jeden Zuschauer einzeln begrĂŒĂŸen können. Dies aber war, so erwies es sich spĂ€ter, glĂŒcklicherweise ein Trugschluss, denn nach und nach kamen die Zuschauer doch in die Halle, wenngleich auch zögerlich.

Dabei hat sich ein zeitiges Erscheinen durchaus gelohnt, denn schon die eröffnenden The Rival Bid aus Dortmund boten hochqualitatives Klanggut und fĂŒgten sich gut in das Motto des Abends ein. Vom Britpop inspirierte KlĂ€nge, verhangene Dreampop-Anleihen und ein dennoch treibender Sound zogen wĂ€hrend der sieben gespielten StĂŒcke immer mehr Zuschauer in die Halle. StĂŒcke wie Your Love Is A Nightmare animierten zum Mitgehen, Fire beispielsweise zeigte gut das melancholische Sehnen, das gerne mal aus den StĂŒcken der Band spricht, New York indes beendete noch einmal treibend einen sehr angenehmen Support-Act, den man sich bei Gelegenheit auch gerne mal auf einer Headliner-Show anschauen wĂŒrde.

Setlist THE RIVAL BID @ MĂŒnchen, Kranhalle (17.09.2015):
01. Rare Devotion
02. ABY
03. Your Love Is A Nightmare
04. Michael
05. Fire
06. Hands
07. New York

Etwa 21:15 Uhr dann war es aber soweit und Life In Film betraten die BĂŒhne. LĂ€ngst hatte sich gezeigt: Die zweimalige Tour-Verschiebung hat der Band niemand ĂŒbel genommen, inzwischen war es gut gefĂŒllt in der Kranhalle. Und wenn da auf der Setlist oben „What Happens Next“ (kurz fĂŒr: It’s What Happens Next That Matters Most) geschrieben steht, kann man sich die Frage schnell selbst beantworten: Als nĂ€chstes sieht man ein gelungenes Konzert einer britischen Band, deren DebĂŒt-Album nicht umsonst sehnsĂŒchtig erwartet wurde. Inzwischen ist Here It Comes ein gutes halbes Jahr erhĂ€ltlich und man merkt dem Publikum an, dass ein nicht zu unterschĂ€tzender Anteil mit der Materie gut vertraut ist.

Mal tanzbar beschwingt, mal ruhiger, zumeist gefĂŒhlvoll-melancholisch und immer zielstrebig, so der Sound von Life In Film, der nicht nur auf Platte, sondern auch auf der BĂŒhne sehr gut funktioniert. Und dabei auch immer wie aus einem Guss – ob nun Nummern von der 2010er-EP Needles & Pins oder vom aktuellen Album: Es funktioniert. Kein Wunder daher auch, dass besagtes Needles & Pins auch auf dem Album wiederzufinden ist und problemlos neben Titeln wie dem an die großen Vorbilder erinnernden The Idiot oder auch dem von GitarrenlĂ€ufen begleiteten Lose Control stehen kann. Der rote Faden ist stets zu erkennen.

Auch die ruhigeren Momente werden vom Publikum begeistert aufgenommen, was eine Band mitunter ja auch auszeichnet: Wenn ein ruhiges StĂŒck wie Carla erklingt, muss es nicht gezwungenermaßen die Nummer sein, die man nutzt, um sein leeres GetrĂ€nk durch ein neues zu ersetzen, man kann auch einfach mal an der Stimme von SĂ€nger Samuel Fry hĂ€ngen. So macht es das Publikum in MĂŒnchen. Bis hin zum munteren Get Closer, mit dem die Band die Show gerne beenden wĂŒrde. Aber natĂŒrlich: Denkste! Zwei StĂŒcke Zugabe mĂŒssen da schon noch sein. HierfĂŒr wĂ€hlte man I Had It Coming und Alleyway, die einen gelungenen Donnerstagabend beendeten.

Der Indie-Sound von Life In Film konnte ĂŒberzeugen! Und so Indie das auch alles war: Es ist keineswegs auszuschließen, wĂŒnschenswert gar, dass die BĂŒhnen und Hallen, in denen die Band spielt, sich in den nĂ€chsten Jahren vergrĂ¶ĂŸern werden.

Setlist LIFE IN FILM @ MĂŒnchen, Kranhalle (17.09.2015):
01. It’s What Happens Next That Matters Most
02. The Idiot
03. Full Circle
04. Lose Control
05. Are You Sure?
06. Forest Fire
07. Set It Off
08. Needles & Pins
09. Carla
10. My Mate’s Car
11. Anna
12. Get Closer
13. I Had It Coming (Z)
14. Alleyway (Z)

 

Life In Film:

The Rival Bid:

Fotos: Marius Meyer

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