DIE KRUPPS – Krefeld, Kulturfabrik / Kufa (17.09.2015)

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Zu Krefeld haben Die Krupps eine besondere Beziehung, eines der ersten Konzerte gaben die Industrial-Metaller aus der Landeshauptstadt im traditionsreichen Haus Blumental. Rund 30 Jahre spĂ€ter sind JĂŒrgen Engler (Gesang), Ralf Dörper (Samples), Marcel ZĂŒrcher (Gitarre), Volker Borchert (Live-Schlagzeug) und Niels Finkeisen (Live-Gitarre) wieder in der Seidenstadt und haben prominente UnterstĂŒtzung mitgebracht.

Zum Auftakt gibt es seichten, melodischen Elektro von Janosch Moldau, der heute einen zweiten Mann am Keyboard mit dabei hat. WĂ€hrend SĂ€nger Janosch unermĂŒdlich das Publikum zum Mitmachen animiert und vor allem durch seinen eigenwilligen, leidenschaftlichen Tanzstil auffĂ€llt, bleibt es in der noch recht leeren Halle allerdings eher ruhig. Als zweite Vorband stehen kurze Zeit spĂ€ter The Red Paintings auf der BĂŒhne. Lead-SĂ€nger und Songwriter Trash McSweeney wird dabei von Alix Kol (Violine) und Ginny Eck (Bass), die beide als Geishas verkleidet sind, flankiert. Dahinter nimmt Hayley den Platz an den Drums ein und schon geht die Post ab. Die Australier mischen sĂ€mtliche Musikstile wild durcheinander: Folk, Rock, Metal, Punk
 und mittendrin ein Cover des Gary Jules Hits Mad World. WĂ€hrend dieser schrĂ€gen Performance wird auch das Publikum langsam warm, auch wenn nicht jeder etwas mit dem Experimental Art Rock anfangen kann. Aber selbst wenn einem die Musik nicht gefĂ€llt, so kann man wĂ€hrend des Auftritts ja immer noch zuschauen wie eine menschliche Leinwand von einer jungen KĂŒnstlerin aus dem Publikum angemalt wird – ein wirklich verrĂŒckter Auftritt.

Nach kurzer Umbauphase ist es dann endlich soweit. Mit Crossfire, Dawning Of Doom und Isolation legen Die Krupps mit altbewĂ€hrtem Material gleich richtig los. Alle Augen sind wĂ€hrend des Gigs auf Frontmann JĂŒrgen Engler gerichtet, dem man seine fast 55 Jahre absolut nicht anmerkt. Mit beneidenswerter Energie treibt er die Menge an und so springt der Funke schnell auf das Krefelder Publikum ĂŒber. Auch wenn die Halle nicht richtig voll ist, vor der BĂŒhne wird zu den harten Riffs und treiben Beats ausgiebig getanzt. WĂ€hrend die beiden Gitarristen die Saiten krachen lassen und Ralf Dörper Tasten und Regler bedient, finden sich in der Setlist auch einige StĂŒcke vom aktuellen Album V – Metal Machine Music wieder. Bei den neuen Songs merkt man Engler & Co. an, dass sie nach dem letzten eher Elektro-lastigem Album The Machinists of Joy wieder richtig Spaß an harter Metal Musik haben. Auch wenn Songs wie Kaltes Herz und Battle Extreme beim Publikum gut ankommen, wissen Die Krupps natĂŒrlich um die StĂ€rke der Klassiker und so gibt es zum Ende mit Metal Machine Music, To The Hilt und Fatherland nochmal richtig was auf die Ohren. Ohne Zugabe werden die Industrial-Rocker natĂŒrlich nicht aus der Kulturfabrik gelassen und so verabschieden sie sich nach einem schweißtreibenden Auftritt schließlich mit Machineries of Joy und Bloodsuckers von ihrem Publikum, welches sich angesichts der schon fortgeschrittenen Uhrzeit glĂŒcklich und zufrieden schnell auf den Heimweg macht.

Die Krupps:

The Red Paintings:

Janosch Moldau:

Fotos: Marcus Nathofer