NOSTALGIE BEACH FESTIVAL 2015 – B- Bredene (09.08.2015)

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Zum zweiten Mal in Folge wird das Nostalgie Beach Festival im belgischen Bredene abgehalten. Nach dem gro├čen Erfolg im ersten Jahr, ist es den Veranstaltern gelungen, wieder einige tolle Bands f├╝r die 2015er Ausgabe zusammenzubringen.
Es gibt zwei B├╝hnen, die Main Stage und die Marquee Stage, auf denen wechselweise Bands der Achtziger und Neunziger Jahre auftreten werden. Die Location selbst befindet sich nahe der Innenstadt und ist Fu├čl├Ąufig von vielen kostenlosen Parkm├Âglichkeiten entlang der Hauptstra├če erreichbar. Einzig die Tatsache, dass die Hauptstra├če entlang der K├╝ste verl├Ąuft, sorgt daf├╝r, dass hier auch viele Touristen parken. Das Wetter ist perfekt f├╝r ein Open Air Konzert und so steigt die Zuschauerzahl schnell ├╝ber 15.000 an.

Erster Anlaufpunkt ist f├╝r uns die Marquee Stage, wo Coco Jr. den ersten K├╝nstler ansagt. Coco Jr. ist ein echter Entertainer und so erfolgt die Ank├╝ndigung mit einer musikalischen Einf├╝hrung, Witze und Gesang inklusive. Auch die nachfolgenden K├╝nstler auf der Marquee Stage werden jeweils von ihm angesagt und mit seiner lockeren Art ist er eine echte Bereicherung f├╝r das Line-up. Doch zur├╝ck zum eigentlichen Programm und damit zu ersten Act: Limahl! Wenn einem der Name Limahl vielleicht zun├Ąchst nichts sagt, der immerhin den Titelsong zur Unendlichen Geschichte geschrieben hat, so sagt einem wohl zumindest der Name seiner fr├╝heren Band etwas: Kajagoogoo. Und es ist eine wirklich gute Wahl, mit ihm zu beginnen. Es gibt viele Hits aus den Achtziger Jahren zu h├Âren, eine gute Performance und viel Interaktion mit dem Publikum. Schon toll, wie gut die Stimmung bei den vielen Fans bereits um 13 Uhr mittags ist. Limahl zeigt ein unterschriebenes Bild von sich selbst aus den Achtzigern mit der f├╝r ihn damals typischen Frisur und gibt es einem Fan im Publikum. Hits wie Too Shy, Neverending Story oder Ooh To Be Ah werden lautstark mitgesungen und als Hommage an Duran Duran, mit deren Hilfe er seinerzeit den Durchbruch schaffte, performt er ihren Hit Rio. Ein toller Auftritt und der perfekte Start in den Tag.
Auf der gleichen B├╝hne geht es danach mit London Beat weiter, deren drei Mitglieder alle in wei├č gekleidet sind. Zun├Ąchst bedanken sie sich bei den Fans daf├╝r, dass Songs wie I’ve Been Thinking About You, You Bring On The Sun und A Better Love die Hitlisten von satten 26 L├Ąndern erreichten. Es ist zwar nur ein kurzer Auftritt, doch mit You Bring On The Sun liegen sie genau richtig, denn nun sieht man wirklich ├╝berall sonnige und gl├╝ckliche Menschen.
Danach geht es zum ersten Mal an die Main Stage, wo Walter Grootaers heute die Ansagen ├╝bernehmen wird. Als erstes sagt er The Blockheads an, besser bekannt als die Band des verstorbenen Ian Dury. Sie spielen f├╝r uns Sex & Drugs & Rock & Roll, I Want To Be Straight, What A Waste, Spasticus Autisticus und nat├╝rlich den ├ťberhit Hit Me With Your Rhythm Stick.

The Gibson Brothers
aus Martinique wissen nat├╝rlich ganz genau, wie Karibische Moves funktionieren und angetrieben von eben diesen Bewegungen, folgt das Publikum wie von selbst. Einige zwar besser als andere, aber was soll es, es ist Sommer und alles erlaubt, ganz besonders nat├╝rlich bei einem Solchen Festival. Menschen aller Altersklassen sind hier anwesend, von den ganz jungen, die offenbar ihr erstes Konzert ├╝berhaupt besuchen, bis hin zu einigen deutlich ├Ąlteren Leuten, die sich aber als ebenso fit erweisen, wie die Jungspunde. Die Sonne scheint und bei Nummern wie Que Sera Mi Vida oder Cuba f├Ąllt es sichtlich schwer, still zu stehen.
Gleich nachdem er die B├╝hne betreten hat, verbeugt sich Peter Kingsbery von Cock Robin erst einmal vor dem Publikum, um sich f├╝r den begeisterten Applaus zu bedanken. Die amerikanische Band gibt es bereits seit 1984 und sie hatte in Europa stets mehr Erfolg als in ihrem Heimatland. Seit kurzem geh├Ârt nun auch eine Keyboarderin/S├Ąngerin zum Team. Sie besitzt eine au├čergew├Âhnliche Stimme, wovon man sich u.a. bestens bei The Promise You Made ├╝berzeugen kann. Und auch Peter Kingsberys Stimme hat nichts von ihrer Klarheit verloren und seine Performance mit Songs wie When Your Heart Is Weak oder Thought You Were On My Side bringt uns gedanklich zur├╝ck zur legend├Ąren 1986er Pink Pop Ausgabe in den Niederlanden.
Als n├Ąchstes werden Dr. Alban von Coco Jr. auf der Marquee Stage angesagt, wobei Coco Jr. dann auch gleich auf der B├╝hne verbleibt, um den DJ-Part in der Show zu ├╝bernehmen. Au├čerdem wird Dr. Alban von zwei T├Ąnzerinnen und einer S├Ąngerin unterst├╝tzt. Leider ist die Show nur bedingt gelungen, denn die Stimmen h├Ątten durchaus besser sein k├Ânnen, aber mit Hits wie Let The Beat Go On, Look Who’s Talking Now It’s My Life und Sing Hallelujah gelingt es Dr. Alban, die Party zu starten und das Publikum wei├č dies zu sch├Ątzen.
Weiter geht es mit Snap! Wer kennt ihn nicht, den Megahit The Power und genau diese Power bekommen wir nun auch von Snap geboten. Was f├╝r eine starke und energiegeladene Show! Penny Ford und der neue Rapstar Benjamin Lowe lassen uns all ihre goldenen Oldies h├Âren, darunter angesprochenes The Power, The First, The Last, Eternity und nat├╝rlich Rhythm Is A Dancer.

Billy Ocean
ist als n├Ąchstes an der Reihe und ein wirklich gro├čartiger R&B-S├Ąnger. In den letzten Jahren hatte er sich komplett zur├╝ckgezogen um seine Kinder aufwachsen zu sehen. Aber seine Musik lebte nat├╝rlich weiter und so ist man wirklich auf den Auftritt gespannt. Das Infield vor der Mainstage ist nun komplett gef├╝llt und Billy Ocean selbst scheint sich ebenfalls sehr zu am├╝sieren. Vom Beginn des Konzerts bis hin zum letzten Ton hat er ein breites L├Ącheln im Gesicht. Er bittet die Leute mit ihm zu singen, zu tanzen und auszuflippen. When The Going Gets Tough, The Tough Get Going, Get Outta My Dreams, Get Into My Car, One Of Them Nights und Loverboy sind nur einige der vielen Songs und auch das Bob Marley Cover No Woman, No Cry geh├Ârt zu den vielen Highlights des Auftritts.
Nat├╝rlich ist auch der Australische S├Ąnger, Schauspieler und Musicalstar Jason Donovan dem Publikum alles andere als unbekannt. Es ist sogar ein Fan dabei, der ein komplettes Sammelalbum, das die gesamte Karriere des Jason Donovan umfasst, in seinen H├Ąnden h├Ąlt. Jason ist aber nat├╝rlich l├Ąngst noch nicht am Ende seiner Karriere angelangt und singt Hits wie Too Many Broken Hearts, Especially For You und nat├╝rlich Sealed With A Kiss absolut inbr├╝nstig.
Nun ist es Zeit f├╝r ein bisschen Rock! Trotz deutschsprachiger Texte ist es Nena gelungen, auch in den USA die Charts bis auf Platz 1 zu st├╝rmen. Ihre aktuelle CD Old-School erschien im Februar, doch heute sind insbesondere die alten Hits gefragt und die gibt es mit Nur getr├Ąumt, ? (Fragezeichen), Rette Mich und Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann zu Hauff und nat├╝rlich darf auch 99 Luftballons in der Setlist nicht fehlen, bei dem dann 2 riesige Ballons ins Publikum geworfen werdenÔÇŽ Hey, da fehlen aber noch 97 weitere!
Trotz des Todes von Frontmann Errol Brown am 06. Mai, entschieden sich Hot Chocolate dazu, weiterzumachen und mit Kennie Simon hat die Band einen guten Ersatz gefunden. You Sexy Thing, Girl Crazy, Everyone’s A Winner und It Started With A Kiss bringen uns sofort zur├╝ck in die Siebziger und Achtziger Jahre. Irgendwie ist es zwar -wie bei Queen ohne Freddy Mercury- etwas merkw├╝rdig, weil man Errol nie ganz vergessen kann, doch Kennie macht einen gro├čartigen Job und seine Stimme ├Ąhnelt der von Errol durchaus.
Die wei├čen Instrumente von The Human League werden wundersch├Ân von lilanem Licht erhellt. S├Ąnger Phil Oakey betritt die B├╝hne mit einem langen Mantel und dunkler Sonnenbrille, w├Ąhrend der Show wird seine Garderobe, und die seiner Begleits├Ąngerinnen, st├Ąndig gewechselt, was allerdings nicht den Anlauf der Show st├Ârt. Wir h├Âren viele bekannte Songs wie Mirror Man, Love Action, The Lebanon, Being Boiled, Fascination, Electric Dreams und Louise. Selbst Night People, ein neuerer Song aus dem Jahre 2010 wird gespielt und man muss festhalten, dass sich dieser Track, auch wenn er aus einer komplett anderen Zeit stammt, bestens in die alten Klassiker einreiht und absolut Human League typisch ist. Die Briten sind ein perfekter Headliner f├╝r dieses wundersch├Âne und bestens organisierte Festival.

Wir freuen uns schon auf die dritte Ausgabe…

Fotos: Roger op den Camp

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