M’ERA LUNA FESTIVAL 2015 – Hildesheim (08.-09.08.2015)

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Nunmehr zum 16. Mal jĂ€hrte sich eines der grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Festivals der Schwarzen Szene und fand traditionell am zweiten Augustwochenende auf dem GelĂ€nde des Hildesheimer Flughafens statt. Auch in diesem Jahr war das M’era Luna Festival ausverkauft und die gut 25.000 Besucher konnten sich ĂŒber ein hochkarĂ€tiges Line-up mit Headlinern wie Rob Zombie, ASP, EinstĂŒrzende Neubauten und Nightwish, sowie ein vielfĂ€ltiges Rahmenprogramm inklusive Mittelaltermarkt, Lesungen und Modenschau [Fotogalerie] freuen. Wir waren abermals hautnah dabei und haben die wichtigsten Geschehnisse fĂŒr Euch festgehalten.

Samstag, den 08.08.2015:

In jedem Jahr gibt es einen Wettbewerb darum, welche Newcomer-Band das M’era Luna am Samstagmorgen auf der Main Stage eröffnen darf. Dieses Mal haben die aus Nordrhein-Westfalen stammenden Elvellon ihn gewonnen und freuen sich riesig darĂŒber, ihren trĂ€umerischen Symphonic Metal einem breiteren Publikum vorstellen zu können. Frontfrau Nele besticht nicht nur durch ihr energiegeladenes Headbangen, sondern vor allem durch eine starke, aber dennoch liebliche Stimme. Trotz der frĂŒhen Stunde hat sich vor der HauptbĂŒhne bereits eine beachtliche Zahl Interessierter eingefunden und Songs wie das epische Oraculum werden so angemessen beklatscht. Nebenan im Hangar prĂ€sentieren die Mittelalterrocker Nachtgeschrei ihr neues Album Staub und Schatten einer wachsenden Menschenmenge. Auch vor der rechts vom Hangareingang platzierten Videoleinwand wiegen sich bereits einige Begeisterte im Takt der mittelalterlichen KlĂ€nge. Und schon ist es Zeit um den Herren von Coppelius zu lauschen. Das Sextett aus Berlin bewegt sich nicht nur musikalisch sondern auch konzeptuell auf höchstem Niveau, ohne dabei den Spaß aus den Augen zu verlieren. Aus diesem Grund ist jede Coppelius-Show ein echtes Erlebnis und auch heute ist das nicht anders. Diener Bastille fĂŒhrt das Publikum durch ein Set voller Hits; als Opener dient das groovige Der Luftschiffharpunist. Generell spielen Coppelius heute recht viele englischsprachige Songs (To My Creator, sowie die beiden Iron Maiden-Cover Killers und Charlotte The Harlot), was möglicherweise eine Verbeugung in Richtung der internationalen GĂ€ste ist. Gute Laune verbreiten im angenehm kĂŒhlen Hangar unterdessen auch The Other, die mit ihrem mitreißenden Horror Punk einen mannigfaltigen Mix aus schwarz-bunten Besuchern anziehen. Hier fĂŒhrt die bayrische Lederhose eine friedliche Koexistenz mit dem knappen Lackmini und beide haben sichtlich Spaß bei Erfolgsnummern wie Back To The Cemetery oder Dreaming Of The Devil. Der charismatische Frontmann Rob Usher und seine vier Ghouls performen, als hĂ€tten sie ihre Seelen dem Teufel persönlich verkauft und werden dementsprechend von der begeisterten Menge mit lautstarkem Mitsingen und eifrigem Applaus belohnt. ZurĂŒck auf der sonnenbeschienenen Main Stage sind Ost+Front am Zug und geben von Anfang an mit dem stampfenden Ost+Front 2014 mĂ€chtig Gas. Die Band aus Berlin hat sich der Neuen Deutschen HĂ€rte verschrieben und setzt nicht nur textlich sondern auch optisch voll auf Provokation. Aggressive Gitarrenriffs und markige Vocals in Rammstein-Manier gepaart mit martialischen Outfits, einer Prise Horror und einer gehörigen Portion Satire, sind gewiss nicht jedermanns Sache, aber beim Gros des extravagant gekleideten M’era-Publikums treffen Ost+Front mit ihrem Aufsehen erregenden Auftritt voll ins Schwarze.
Kontrastprogramm bieten im Anschluss Frozen Plasma im gut gefĂŒllten Hangar. Die deutsche Electro-Pop-Formation feiert in diesem Jahr bereits ihr zehnjĂ€hriges BandjubilĂ€um und gibt Lieder vom aktuellen Album Dekadenz zum Besten. Die von Kreativkopf Vasi Vallis ersonnenen und durch Felix Marcs sehnsĂŒchtigen Gesang zum Leben erweckten Soundgebilde laden nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum TrĂ€umen ein und bieten den Anwesenden so eine kostbare Auszeit von der realen Welt. Als nĂ€chstes schicken sich auf der HauptbĂŒhne Lord Of The Lost an, die Versammelten mit ihrem kraftvollen Dark Rock im Sturm zu erobern. Die fĂŒnf Hamburger Jungs um Frontmann Chris „The Lord“ Harms, haben nicht nur ihre brandneue EP Full Metal Whore im GepĂ€ck, sondern auch eine Reihe von Ă€lteren Hits, die sie Berserker gleich auf das feierwĂŒtige Publikum abfeuern. Dieses tanzt, singt und klatscht euphorisch zu Songs wie Six Feet Underground und Sex on Legs. In eine Ă€hnliche stilistische Kerbe schlagen die aus Schweden stammenden Deathstars. SĂ€nger Andreas „Whiplasher Bernadotte“ Bergh stolziert im klassischen Rock’n’Roll-Outfit mit cooler Lederjacke und verspiegelter Pilotenbrille ĂŒber die BĂŒhne und schafft mit seinen tiefen, markanten Vocals wiederholt GĂ€nsehautmomente. Die Skandinavier haben sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, Bassist Skinny Disco lĂ€sst bei Glanznummern wie Metal oder Blitzkrieg so schnell seine meterlangen Dreadlocks kreisen, dass sein Kopf aussieht wie ein Rotor. Vor der BĂŒhne steht das M’era-Volk mittlerweile dichtgedrĂ€ngt, was der großartigen Stimmung jedoch keinerlei Abbruch tut. Hier feiert man einfach entspannt zusammen und es gibt keine Spur von Aggression. Im Hangar entfĂŒhrt uns, nachdem Melotron zuvor ein mit kleinen Hits gespicktes und viel umjubeltes Set abgeliefert haben, nun die deutsche Gothic Rock-Formation Merciful Nuns tief in ihren dunklen Klangkosmos. Zur visuellen Untermalung benutzt die Band eine Videoleinwand und projiziert darauf nicht nur Ausschnitte aus den Lyrics, sondern auch das dazu passende Artwork. Stimmlich erinnert Vokalist Artaud Seth extrem an Andrew Eldritch von The Sisters Of Mercy, dennoch enthalten die Kompositionen des Trios viel Eigenes und Nummern wie Body Of Light oder Temple At The Dome Of The Rock begeistern nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch Neulinge.
Passend zur dunklen Dramatik der österreichischen Formation L’Âme Immortelle verdĂŒstert sich der Himmel und der Wind nimmt zu, als Sonja Kraushofer und Thomas Rainer die große BĂŒhne betreten. Mit Tiefster Winter eröffnen sie ein abwechslungsreiches Set, welches sie mit Bitterkeit zurĂŒck zu ihren Wurzeln fĂŒhrt. GrundsĂ€tzlich steht Sonjas facettenreicher Gesang im Vordergrund der gefĂŒhlvollen Kompositionen und Thomas setzt nur hier und da mit seinen harschen Vocals spannende Kontrapunkte. Die Fans vor der BĂŒhne zelebrieren den schwermĂŒtigen Elektro-Rock mit großem Enthusiasmus und der Auftritt von L’Âme Immortelles entpuppt sich so als Heimspiel fĂŒr das begabte Duo. Von jenseits des großen Teichs kommen Aesthetic Perfection um mit ihrer extrem tanzbaren „Music without purpose“ die Massen im Hangar zum Schwitzen zu bringen. SĂ€nger Daniel Graves trĂ€gt ein Tanktop in Deutschlandfarben und prĂ€sentiert neben frenetisch beklatschten Hits wie Antibody auch unveröffentlichtes Material mit stark poppigem Einschlag. Vor allem die Cyber-Fraktion kommt hier voll auf ihre Kosten und bald wird der Hangar von wild zuckenden Leibern dominiert, die sich wie in Trance zu Aesthetic Perfections elektronischen Beats bewegen. ZurĂŒck auf der Main Stage ist mit Saltatio Mortis eine der beliebtesten deutschen Mittelalter-Rock-Bands an der Reihe. SĂ€nger Alea der Bescheidene und seine sieben getreuen Mitstreiter agieren gut gelaunt mit dem zahlreich versammelten Publikum, freuen sich ĂŒber den Sonnenschein und bieten eine mitreißende Songauswahl dar. Dabei liegt der Fokus eindeutig auf dem neueren Material, von dem sie Wachstum ĂŒber alles und Willkommen in der Weihnachtszeit anstimmen. Die aktuellen StĂŒcke muten weniger mittelalterlich als geraderaus rockig an und sind ĂŒberdies textlich stark sozialkritisch anstatt historisch geprĂ€gt, was bei den Fans sicherlich geteilte Meinungen hervorruft. So gibt es denn auch mehr Applaus bei Klassikern wie Prometheus und Uns gehört die Welt. Dennoch ist der Auftritt von Saltatio Mortis eine runde Sache und macht schlicht und ergreifend gehörig Spaß. Als nĂ€chstes stehen mit Blutengel die Popstars der deutschen Gothic Szene auf dem Programm. SĂ€nger Chris Pohl ist zweifellos eine schillernde Persönlichkeit, die von den einen leidenschaftlich verehrt, von den anderen eher skeptisch beĂ€ugt wird. Doch auch wenn man zu den Blutengel Kritikern gehört, muss man dem charismatischen Vollblutmusiker zugestehen, dass sein Konzept gut durchdacht ist und seine Shows visuell Ă€ußerst abwechslungsreich gestaltet sind. Stimmlich wird der Berliner bereits seit zehn Jahren von der talentierten Ulrike Goldmann unterstĂŒtzt, deren expressive Vocals StĂŒcken wie The Siren, Save Us und Reich mir dir Hand das gewisse Etwas verleihen. Optisch untermalt wird das Ganze wie gewöhnlich durch den Auftritt einer Reihe attraktiver TĂ€nzerinnen, die mit ihren erotischen, provokanten Bewegungen einen wahren Augenschmaus vor allem fĂŒr die mĂ€nnlichen Besucher darstellen. Dabei kommt jede Menge Kunstblut zum Einsatz, in dem sich die leichtbekleideten Damen lustvoll rĂ€keln. Dem Publikum scheint das hervorragend zu gefallen und so werden Blutengel nach einer Stunde Spielzeit und vielen schönen Hörmomenten unter großem Applaus von der BĂŒhne verabschiedet.
Mit fetten Gitarrenriffs eröffnet Rob Zombie, Altmeister des Horror Metal, seine mit Spannung erwartete Headliner Show zur Prime Time am Samstagabend. Die BĂŒhnendeko besteht aus stilvollen schwarz weiß Fotos alter Horrorstreifen wie Frankenstein und King Kong. Der Kultmusiker tobt energiegeladen ĂŒber die BĂŒhne, lĂ€sst kraftvoll seine langen Dreadlocks kreisen und gibt von der ersten Note an Vollgas. Im GepĂ€ck hat er nicht nur eine Reihe von Glanznummern Ă  la Superbeast und Living Dead Girl, sondern auch White Zombie Songs wie More Human Than Human und Super-Charger Heaven. Die Stimmung vor der BĂŒhne ist ausgelassen, die HĂ€upter rotieren, es wird getanzt und gefeiert was das Zeug hĂ€lt. Dann setzt der Ausnahmerocker noch einen drauf und prĂ€sentiert mit Alice Coopers School’s Out und dem Blitzkrieg Bop von den Ramones zwei extrem populĂ€re Rockmusikklassiker, die von der Menge rĂŒckhaltlos gefeiert werden. Als Zugabe darf Dragula nicht fehlen, welches der SĂ€nger inklusive schneidigem Zylinder performt und seinem grandiosen Set so einen gebĂŒhrenden Abschluss bereitet. Bevor es auf der Main Stage Zeit fĂŒr den zweiten Headliner des Abends wird, locken Phillip Boa And The Vodooclub nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch diverse Neugierige in den Hangar. Zusammen mit SĂ€ngerin Pris intoniert Mastermind Phillip Boa eine packende Songauswahl und ĂŒberzeugt die Anwesenden nicht nur durch seine musikalischen FĂ€higkeiten, sondern auch mit seiner authentischen Ausstrahlung. Die harten Riffs von Albert Is A Headbanger werden von den Zuhörern ebenso intensiv gefeiert, wie das punkig anmutende Kill Your Idols, sodass die deutsche Independent-Institution definitiv einen erfolgreichen Gig fĂŒr sich verbuchen kann. Die ehrenvolle Rolle, den ersten Festivaltag musikalisch zu beschließen, fĂ€llt abermals den großartigen ASP zu. AusnahmekĂŒnstler Alexander „ASP“ Spreng zeigt sich denn auch ob dieser erneuten Auszeichnung gerĂŒhrt und bedankt sich beim Publikum fĂŒrs zahlreiche Erscheinen. Er und seine Band strotzen nur so vor Spielfreude und feuern einen Hit nach dem anderen auf die ausgelassene schwarze Schar ab. Nach dem treibenden Lykanthropie (Es tobt ein Krieg in mir) folgt ĂŒberraschenderweise ein unveröffentlichter Song mit dem Titel Astoria. Dieser geht in eine Ă€hnliche Richtung wie VarietĂ© Obscur und schĂŒrt die Vorfreude aufs nĂ€chste Album. Als weiteres Highlight performt ASP das romantische Werben im Duett mit Spielbann-SĂ€ngerin Nic Frost. Beim Erklingen von Schwarzes Blut und Ich will brennen gibt es dann vor der BĂŒhne kein Halten mehr, das M’era-Volk jubelt, applaudiert und tanzt als gĂ€be es kein Morgen. Als Zugabe hat der Frankfurter bewusst etwas Beschauliches ausgewĂ€hlt und stimmt eine wunderschöne, akustische Version von Schwarzer Schmetterling an, die direkt unter die Haut geht und den Abend auf stimmungsvolle Weise abrundet.

Bildergalerie M’era Lunack Festival 2015 – Modenschau
Bildergalerie M’era Luna Festival 2015 – Samstag


Sonntag, 09.08.2015:

Nachdem bereits Acts wie Private Pact und Schwarzer Engel die Besucher vor der Main Stage am Sonntagmorgen auf Betriebstemperatur gebracht haben, ist es fĂŒr die Jungs von Unzucht ein Leichtes, mit ihrem energiegeladenen Dark Rock zu punkten. Als BĂŒhnendeko haben die Hannoveraner eine teuflische Puppe mitgebracht, die mit ihrem blutverschmierten Brautkleid und den riesigen Hörnern ein Abbild der Venus Luzifer vom gleichnamigen Album darstellt. GlanzstĂŒcke wie Deine Zeit lĂ€uft ab, oder Kleine geile Nonne, werden vom entzĂŒckten Publikum genauso abgefeiert wie neuere StĂŒcke Ă  la Seelenblind; die Chemie zwischen Band und Besuchern könnte nicht besser sein. Bei der Abschlussnummer Engel der Vernichtung geht SĂ€nger Daniel Schulz schließlich ganz auf TuchfĂŒhlung mit den Fans und wagt erfolgreich das Bad in der Menge. Als nĂ€chstes liegt es bei den italienischen Industrial Rockern Dope Stars Inc. das M’era-Volk trotz schweißtreibender Temperaturen bei Laune zu halten. Der Opener Bang Your Head geht schon einmal in die richtige Richtung, besticht er doch durch tanzbare Beats und packende Riffs. Trotzdem will der Funke im Laufe des 40-minĂŒtigen Sets nicht so recht ĂŒberspringen und so bleibt bis zum Verklingen der letzten Takte von 21st Century Slave der Platz vor der BĂŒhne deutlich leerer als bei den VorgĂ€ngern. Zeit um einen Abstecher in den Hangar zu machen, Tying Tiffanys elektronisch angehauchtem Alternative Rock zu lauschen und fĂŒr einige Momente der sengenden Sonne zu entgehen. Mit dieser Idee ist man jedoch keineswegs allein und so platzt die schattenspendende Halle bereits aus allen NĂ€hten. Leider hat die ebenfalls in Italien beheimatete KĂŒnstlerin große Schwierigkeiten mit dem Sound, der reichlich ĂŒbersteuert klingt. StĂŒcke wie das trĂ€umerische A Lone Boy oder das bittersĂŒĂŸe Drownin’ können dennoch ihren Zauber entfalten und die technischen Probleme beinahe vergessen machen.
Nachdem es mit Tanzwut unter einem wolkenlosen blauen Himmel mittelalterlich zuging, betritt AusnahmekĂŒnstler Joachim Witt kurz darauf mit stylisher Sonnenbrille und im schlichten schwarzen Outfit die Main Stage. Dass er mittlerweile schon die 66 geknackt hat, merkt man dem begabten Hamburger kaum an, denn er strotzt nur so vor Energie und Spielfreude. Mitgebracht hat er neben seinen grĂ¶ĂŸten Hits (Die Flut, Goldener Reiter), nicht nur ein paar spannende RaritĂ€ten (Supergestört und superversaut, Das geht tief), sondern auch einige Songs vom letzten Album Neumond. dem kurz nach dem Festival Ich folgen sollte. Nummern wie Aufstehen und Die Erde brennt, passen mit ihrem elektronisch angehauchten Rocksound wunderbar aufs M’era Luna und werden von den Anwesenden stĂŒrmisch beklatscht. Weiter geht es auf der großen BĂŒhne mit entspannten KlĂ€ngen von Apoptygma Berzerk. Die norwegische Formation um SĂ€nger Stephan L. Groth bewegt sich musikalisch in der Schnittmenge von Electro Rock und Synthie Pop und zieht damit am Sonntagnachmittag viele Besucher an. Als Opener kredenzen sie gleich ein extrem elektronisches Cover von Metallicas Fade to Black und schieben dann Hits wie Kathy’s Song (Come Lie Next To Me) und In This Together nach. Das Wetter spielt auch mit und die glĂŒhende Sonne verschwindet kurzzeitig hinter ein paar Wolken, sodass die Temperaturen auf dem KonzertgelĂ€nde wieder angenehmer werden und die AnhĂ€nger der Skandinavier beim Tanzen nicht mehr ganz so arg ins Schwitzen kommen. Mit Love Will Tear Us Apart huldigt das Quartett den Post Punk-Ikonen Joy Division, bevor sie mit Starsign und Until The End Of The World einen erfolgreichen Auftritt beschließen. Die aus dem wunderschönen Hamburg stammenden Gothic Rocker Mono Inc. haben sich inzwischen fest in der musikalischen Landschaft der Schwarzen Szene etabliert und sind langsam aber sicher zu wahren Publikumslieblingen avanciert. Frontmann Martin ziert einen schicken Cowboyhut als er die Zuschauer auf gewohnt charmante Art begrĂŒĂŸt. Das dicht gedrĂ€ngte Schwarzvolk darf sich heute nicht nur ĂŒber beliebte Mono Inc.-Klassiker Ă  la Arabia, Symphony Of Pain oder Voices Of Doom, sondern auch ĂŒber echte Schmankerl wie das romantische Gothic Queen und das hymnenhafte Heile, heile Segen freuen. Schlagzeugerin Katha Mia ist mittlerweile aus der Babypause zurĂŒckgekehrt und gibt ihr populĂ€res Drumsolo zum Besten. Als Zugabe stimmen Mono Inc. das besinnliche Tag X vom gerade erst erschienen Terlingua-Album an und bescheren uns so einen wunderschönen Abschluss zu einem wirklich gelungenen Set.
Der erste Headliner des Sonntagabends erregt auf jeden Fall die GemĂŒter. Entweder man liebt die deutschen Avantgarde-Ikonen und ihren schrĂ€gen Sound oder man lauscht eher befremdet als begeistert Blixa Bargeld und seinen kreativen Mitstreitern bei ihrer experimentellen Performance. Ein echtes Erlebnis ist der Auftritt von EinstĂŒrzende Neubauten zweifellos, allein schon wegen der besonderen Instrumente: Neben Abflussrohren als Percussion gibt es eine SchĂŒtte mit Metallteilen, die auf Metall-Bleche herabfallen und so den charakteristischen “alles kaputt”-Sound der Berliner erschaffen. Auch die Songauswahl sorgt bei vielen Zuhörern fĂŒr leuchtende Augen, intonieren die Neubauten doch mit The Garden, Haus der LĂŒge, Sabrina und Susej, Lieder aus allen Phasen ihrer Independent-Karriere. Die Vocals von SĂ€nger Blixa Bargeld sind extrem vielseitig und der KĂŒnstler zieht die Menge sowohl mit meditativem Klargesang als auch durch markerschĂŒtterndes Geschrei in seinen den Bann. FĂŒr Fans definitiv ein fantastischer und extrem authentischer Auftritt der Extraklasse, der mit Die Befindlichkeit des Landes viel zu schnell endet. Das Festival beschließen dĂŒrfen, nachdem im Hangar mit Assemblage 23, den Stimmungsgaranten Rotersand, Nachtmahr und Anne Clark feat. HerrB vornehmlich elektronische KlĂ€nge regierten, einmal mehr die finnischen Symphonic Metaller von Nightwish um Mastermind Tuomas Holopainen. SĂ€ngerin Floor Jansen, die sich mit der Veröffentlichung von Endless Forms Most Beautiful im MĂ€rz dieses Jahres endgĂŒltig als festes Bandmitglied etabliert hat, ĂŒberzeugt vom ersten Moment an durch ihren kraftvollen Gesang und ihre schier unerschöpfliche Energie. Sie headbangt was das Zeug hĂ€lt und trifft dennoch jeden Ton. Der musikalische Fokus der epischen Show liegt klar auf dem aktuellen Werk und Nightwish bringen mit Krachern wie Yours Is An Empty Hope oder Weak Fantasy die Menge zum Toben. Gleichwohl sind es immer noch die alten Songs aus Tarja-Zeiten die den grĂ¶ĂŸten Applaus ernten. She Is My Sin und Stargazers werden mit ohrenbetĂ€ubenden Jubel quittiert und sorgen fĂŒr zahllose verzĂŒckte Gesichter. Aber auch die folkigen StĂŒcke von Endless Forms Most Beautiful wie die das vertrĂ€umte Élan oder das mĂ€rchenhafte My Walden kommen auf dem M’era hervorragend an. Mit einer inbrĂŒnstigen Performance des dramatischen Ghost Love Score und einem absoluten Pyrofeuerwerk beim mĂ€chtigen Last Ride Of The Day bringen Nightwish schließlich einen wunderschönen Gig und ein grandioses Festival zum Abschluss und schĂŒren bereits die Vorfreude auf nĂ€chstes Jahr. Dort werden dann u.a. Fields Of The Nephilim, Lord Of The Lost Ensemble, Die Krupps, Faun, Suicide Commando, Letzte Instanz und Stahlmann auftreten.

Bildergalerie M’era Luna Festival 2015 – Sonntag

Fotos: Jesko MĂ€gle

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