NOCTURNAL CULTURE NIGHT (NCN) 2015 – Deutzen, Kulturpark (04.-06.09.2015)

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FĂŒr die Nocturnal Culture Night gab es in diesem Jahr ein JubilĂ€um. Zum 10. Mal fand diese nun schon im Kulturpark in Deutzen statt. An 3 Tagen im September wurden insgesamt 60 Bands und KĂŒnstler aus den Bereichen Dark Wave, Electro, Metal, Punk, Neofolk und Ambient prĂ€sentiert. Als Rahmenprogramm gab es Lesungen, Stummfilme und einen Mittelaltermarkt.

Im Laufe der Jahre ist das NCN Festival immer mehr gewachsen. Dies fĂŒhrte u.a. leider auch zu einer immer schlechteren Parkplatzsituation. In diesem Jahr wurde noch einmal deutlich an der Verbesserung der Infrastruktur gearbeitet und so konnte den Festivalbesuchern ein dritter Parkplatz zur VerfĂŒgung gestellt werden. Außerdem wurde ein Teil der VerkaufsstĂ€nde verlagert, so dass es im oberen Bereich der AmphibĂŒhne mehr Platz gab. Zudem wurde das Angebot an Speisen und GetrĂ€nken erweitert, um den verschiedenen BedĂŒrfnissen gerecht zu werden.



Freitag, 04.09.2015

Am Freitag öffnete das FestivalgelĂ€nde um 16:00 Uhr. Das Wetter war zunĂ€chst etwas ungemĂŒtlich, aber der leichte Regen hörte schon bald auf. Die ersten Besucher kamen zunĂ€chst zur ParkbĂŒhne. Hier startete um 17:10 Uhr die aus Leipzig stammende Band Perfection Doll die 10. Nocturnal Culture Night. Sie bezeichnen ihre Musik als Electronic Dance Music. Die noch junge Formation wurde Ende 2014 gegrĂŒndet und besteht aus der SĂ€ngerin Laluna Mea Lux (ehemals SĂ€ngerin bei Arise-X), Loki (Electronic Noice) am Keyboard und Mirko (Effekte). Perfection Doll lieferten in ihrer 30-minĂŒtigen Show durchgĂ€ngig tanzbare StĂŒcke. Trotz frĂŒher Stunde kamen bereits zahlreiche Besucher zur BĂŒhne und sorgten so fĂŒr einen gelungenen Start des Festival-Wochenendes. Anschließend ging es ebenfalls elektronisch auf der AmphibĂŒhne weiter. Die schwedische Band Severe Illusion wurde im Jahre 2000 von Fredrik Djurfeldt und Ulf Lundblad gegrĂŒndet. Vor zwei Jahren erschien ihr 5. Album Deliberate Prefrontal Leucotomy. Insbesondere Fans des hĂ€rteren Achtziger-Jahre-Elektro kamen hier auf ihre Kosten. Severe Illusion suchte den Kontakt zum Publikum, welches die Musik bei den letzten Sonnenstrahlen genoss.
Hinter Blind Passenger steckt der Berliner Musiker Nik Page. Zusammen mit Rayner Schirner grĂŒndete er Ende der 80er Jahre die Elektro-Formation Blind Passengers. Das DebĂŒt-Album Glamour Of Darkness konnte durch eingĂ€ngige und melodische Titel ĂŒberzeugen. Nach mehrjĂ€hriger Schaffenspause meldete sich Nik Page unter leicht abgewandelten Bandnamen mit dem Album Next Flight to Planet Earth zurĂŒck. Auf dem NCN ist er kein Unbekannter. Bereits 4 Jahre zuvor hatte Nik mit seinen Musikern hier einen Auftritt. Die diesjĂ€hrige Show fand auf der ParkbĂŒhne statt, wo es erwartungsgemĂ€ĂŸ nun voll wurde. Die 40 Minuten nutzte Blind Passenger sowohl fĂŒr alte Hits, als auch fĂŒr neuere StĂŒcke. Auch Coverversionen waren im Programm. Besonders gut kam der The Cure Klassiker A Forest bei den Fans an.
Auch die aus Island stammende Formation Legend hatte bereits einen Auftritt auf dem NCN. Dieser liegt nur ein Jahr zurĂŒck. So konnte in relativ kurzer Zeit das Verlangen nach mehr Musik von Legend gestillt werden. Legend besteht aus 2 bekannten skandinavischen Musikern: Krummi Björgvinsson, SĂ€nger und Songschreiber der Post-Punk-Rock-Band Minus, und Halldor Björnsson, Komponist und Produzent von zahlreichen Projekten. 2012 erschien ihr DebĂŒt-Album Fearless, welches sie in Eigenregie produzierten. Wie im Vorjahr kam die dĂŒstere elektronische Musik sehr gut bei den Besuchern an, so dass sie ihren Bekanntheitsgrad noch weiter ausbauen konnten.
Die aus Göttingen stammende Band Stahlmann wurde 2008 gegrĂŒndet. Mit ihrer ersten Veröffentlichung, der EP Herzschlag (2009), konnte die Band bereits einen Erfolg verzeichnen. Seit Ende August ist ihr neues Album CO2 auf dem Markt. Dicht gedrĂ€ngt standen die Besucher nun vor der ParkbĂŒhne, die –in Nebel gehĂŒllt– fĂŒr die richtige Stimmung sorgte. ErwartungsgemĂ€ĂŸ ließen es die Musiker von Stahlmann krachen. Die Fans rockten zu deutschen Texten und harten Gitarrenriffs. Weiter ging es um 20:30 Uhr mit der Gothic-Rock-Band Merciful Nuns. Sie bezeichnen sich selbst als die einzigen legitimen Nachfolger von Garden of Delight. Seit 2010 veröffentlichte Merciful Nuns insgesamt 7 Alben, zuletzt Meteora VII (2014). Die Band besinnt sich mit ihrer Musik auf die UrsprĂŒnge der schwarzen Szene zurĂŒck. Die dĂŒstere AtmosphĂ€re und der kraftvolle Sound gepaart mit einem Hauch von Melancholie gingen sofort auf das Publikum ĂŒber. Merciful Nuns waren somit Pflichtprogramm fĂŒr AnhĂ€nger des klassischen Gothic-Rock-Sounds.
FĂŒr die nĂ€chsten 70 Minuten war auf der ParkbĂŒhne tanzen angesagt. Auf dem Programm stand nun die US-amerikanische Formation Dismantled. Gary Zon grĂŒndete das Elektro-Musikprojekt im Jahre 2002. Bereits im selben Jahr erschien das gleichnamige DebĂŒtalbum. Vorbilder des Projektes waren Front Line Assembly und :Wumpscut. Vor 4 Jahren erschien das 6. Album The War Inside Me. Der letzte Auftritt von Dismantled in Europa ist schon einige Jahre her und so wollten sich viele Besucher die Show nicht entgehen lassen. Wer sich ausruhen wollte, war hier fehl am Platz, denn von der ersten bis zur letzten Minute wurde auf der BĂŒhne Gas gegeben.
Ein Highlight des diesjĂ€hrigen NCN Festivals waren Die Krupps. Die DĂŒsseldorfer Formation kann bereits auf eine 35-jĂ€hrige Bandgeschichte zurĂŒckblicken. Klassiker wie The Machineries of Joy, Germaniac und To the Hilt werden noch heute in den Clubs gespielt. Nach langer Albumpause meldeten sich Die Krupps 2013 mit den dem alten Stil angelehnten Werken Risikofaktor und The Machinist of Joy zurĂŒck. Mit im GepĂ€ck hatten Die Krupps auch ihr brandneues Album V – Metal Machine Music, von dem es gleich einige StĂŒcke zu hören gab. Leider gab es am Anfang der Show einige technische Probleme, so dass die ersten Songs viel zu leise waren. Darum legten sich Die Krupps aber noch mehr ins Zeug, um ihr Publikum nicht zu enttĂ€uschen. Dank des grandiosen Einsatzes von Band und Technikern war der Auftritt der Krupps letztendlich doch noch ein Erfolg.

Bildergalerie NCN Festival 2015 – Freitag

Samstag, 05.09.2015

Der zweite Tag des NCN-Festivals begann wie immer um die Mittagszeit. Den FrĂŒhaufstehern wurde auf der ParkbĂŒhne das schwedische Musikprojekt Telemark prĂ€sentiert. Telemark wurde Ende 2012 von Elliott Berlin (vielen von seiner Arbeit bei Aesthetic Perfection bekannt) gegrĂŒndet. Ein Jahr spĂ€ter wurde die Single A Thousand veröffentlicht, die ebenso wie das aktuelle Album Cecilie in Eigenregie produziert wurde. Die Musik von Telemark enthĂ€lt neben elektronischen Elementen auch EinflĂŒsse des Post Punk, Wave und Rock. Genau diese Mischung war der perfekte Aufbruch in einen langen Festivaltag. Jubelnd wurde Telemark von den ersten Fans empfangen und gefeiert. Die Dessauer Band Herren startete als erste Band auf der großen BĂŒhne. Stilistisch ist die Band zwischen Neuer Deutscher HĂ€rte und Industrial Metal einzuordnen. Hervorgegangen aus der Band Woodland konnte man mit dem Album Komm Spring erste Erfolge verzeichnen. WĂ€hrend es ein Teil der Besucher vorzog, auf den BĂ€nken zu sitzen, kamen andere dicht an den BĂŒhnenrand, um bei harten GitarrenklĂ€ngen mit den Herren zu rocken.
Stahlmann-SĂ€nger Mart Soer grĂŒndete vor 2 Jahren die neue Formation SĂŒndenklang, ihr Erstlingswerk TrĂ€nenreich erschien im letzten Jahr. Musikalisch beschreitet Mart neue Wege. EinprĂ€gsame Melodien und facettenreiche Klangstrukturen kennzeichnen den Stil von SĂŒndenklang. Viele Besucher strömten nun zur kleinen BĂŒhne und konnten Mart Soer von einer anderen Seite erleben. Rein elektronisch ging es um 13:30 Uhr auf der AmphibĂŒhne mit Cryo weiter. Das schwedische Musikprojekt wurde 2002 von Martin Rudefelt gegrĂŒndet. Mit harten elektronischen KlĂ€ngen wollen Cryo nicht unbedingt der Masse gefallen. Vielmehr ist offensichtlich ihr Ziel, fĂŒr eine kleine, auserwĂ€hlte Gruppe Musik zu machen. Diesem Motto treu geblieben boten sie in 30 Minuten eine abwechslungsreiche Show fĂŒr ihr spezielles Publikum. Ebenfalls aus Schweden kommen die nchfolgenden No Sleep By The Machine. Die Elektro-Formation wurde 2009 in Stockholm gegrĂŒndet. Letztes Jahr ist ihr zweites Studioalbum Splice erschienen. Der Sound der Band ist dominiert von harten KlĂ€ngen und vielfĂ€ltigen Samples. Zahlreiche AnhĂ€nger des klassischen EBM versammelten sich vor der ParkbĂŒhne. No Sleep By The Machine spielten in ihrer Show einige clubtaugliche StĂŒcke, die die Zuschauer sofort begeisterten.
Deviant UK, das Electro-Industrial-Projekt um Jay Smith, existiert seit 2005. 2 Alben sind bereits erschienen, zuletzt Very Bad Things (2011). Noch in diesem Jahr können sich die Fans auf das neue Album In. Your. Face freuen. Deviant UK beschreiben ihre Musik selbst als Electronic Rock with a black heart. Eine ganze Reihe enthusiastischer Fans hatte sich vor der AmphibĂŒhne eingefunden. Die meisten machten es sich auf den Sitzen bequem. Jay Smith legte sich sofort ins Zeug, nutze die gesamte BĂŒhne und feuerte die Zuschauer an. Die durchgĂ€ngig tanzflĂ€chentauglichen Tracks zogen dann doch einige Besucher vor die BĂŒhne und sorgten fĂŒr eine ausgefallene Stimmung. Eine Gruppe Fans zog sogar mit NCN-Flaggen durchs Publikum. Anschließend ging es auf der ParkbĂŒhne mit der aus MĂŒnchen stammenden Band Mundtot weiter. Was 2009 als reines Elektro-Projekt begann, wandelte sich schnell zu einem vielschichtigen Musikstil, der auch Rock- und Postpunk-Elemente enthĂ€lt. 2012 erschien ihr erstes Album SpĂ€tsommer, in diesem Jahr folgte ihr zweites Album Schatten. Das Publikum war bei Mundtot allerdings noch etwas zurĂŒckhaltend. Dennoch genossen einige Zuschauer die Show nah am BĂŒhnenrand.
Danach wurde es auf der AmphibĂŒhne Zeit fĂŒr She Past Away. 2006 wurde die Dark-Wave-Band in der TĂŒrkei gegrĂŒndet. EinflĂŒsse von The Sisters of Mercy, The Cure und Joy Division sind unverkennbar. 2012 erschien das DebĂŒtalbum Belirdi Gece. She Past Away nahm die Zuschauer mit auf eine Reise in die 80er Jahre. Mit ihren tĂŒrkischen Texten hatte die Band zudem noch ihren ganz eigenen Charme, den sich viele Besucher nicht entgehen lassen wollten. 3 Jahre nach ihrem letzten Auftritt auf dem NCN erfreuten The Beauty Of Gemina erneut ihre Fangemeinde. Die Schweizer Dark-Wave-Band wurde 2006 von Michael Sele nach der Auflösung der Band Nuuk gegrĂŒndet. Musikalisch reicht das Spektrum von Dark Rock ĂŒber Metal bis zu elektronischer Musik. Sogar Techno/Trance Elemente werden von der Band verwendet. Dank zunehmender Beliebtheit versammelten sich zahlreiche Fans vor der ParkbĂŒhne. Die folgenden Whispers In The Shadows wurde zunĂ€chst als Soloprojekt von Ashley Dayour im Jahre 1996 gegrĂŒndet. Der vielfĂ€ltige Stil der Band bewegt sich zwischen Gothrock, Deathrock, Postpunk und Wave. Leider begann es nun zu regnen, doch viele Fans ließen sich nicht davon abhalten. Schließlich gibt es ja Regenschirme und Regencapes. Auch Ashley Dayour und seine Musiker rockten im Regen.
Hinter Conjure One steckt niemand geringeres als Rhys Fulber, der viele Jahre bei der kanadischen Elektro-Legende Front Line Assembly, sowie dem nicht weniger bekannten Ambient-Projekt Delerium mitwirkte. In gewisser Weise könnte man Conjure One als Fortsetzung von Delerium bezeichnen. Komplexe Klangstrukturen sowie der Einsatz verschiedener Gastinterpreten kennzeichnen den Stil des Projektes. Mittlerweile sind insgesamt 3 Alben erschienen, zuletzt Exilarch (2011). Der Auftritt von Conjure One war bereits 2012 geplant und konnte nun endlich nachgeholt werden. Jetzt herrschte großer Andrang vor der großen BĂŒhne. PrĂ€sentiert wurden sowohl Titel mit weiblichem Gesang, als auch Instrumentaltitel. Teilweise nahm Rhys Fulber das Mikrofon auch selbst in die Hand. Eine wundervolle Show, die perfekt zum Entspannen genutzt werden konnte. FĂŒr die Fans des hĂ€rteren Elektro sind Agonoize schon lange keine Unbekannten mehr. Neben provokanten Texten sind auch die spektakulĂ€ren BĂŒhnenshows mittlerweile legendĂ€r. Letztes Jahr erschien das neue Album Apokalypse. In Deutzen war es mittlerweile dunkel. Dicht gedrĂ€ngt standen die Zuschauer vor der BĂŒhne. Bis in die hinteren RĂ€nge war nun alles belegt. Im grellen Scheinwerferlicht und dichten Nebelschwaden starteten Agonoize gleich durch. Songs wie Koprolalie, Bis das Blut gefriert und Femme Fatale brachten die Masse zum Kochen und natĂŒrlich durfte auch eine gehörige Portion Kunstblut nicht fehlen.
In Strict Confidence etablierten mit unverkennbaren Melodien und eingĂ€ngigen Texten ihren eigenen Stil in der Elektro-Szene. Seit vielen Jahren begeistert die Band zahlreiche Fans. In den letzten 2 Jahren gab es eine Retrospektive der vergangenen 20 Jahre in Form von insgesamt 3 CDs – Lifelines (Vol. 1 bis 3). Auf dem NCN prĂ€sentierte die Band ihre Vintage Show. Das Line-Up war reduziert auf SĂ€nger Dennis Ostermann und Keyboarder Jörg Schelte. Dicht gedrĂ€ngt stand das Publikum bis weit nach hinten. Im starken Nebel prĂ€sentierten In Strict Confidence Titel, die bereits Ă€lter als 10 Jahre alt sind. Songs wie Zauberschloss oder Kiss Your Shadow durften hier natĂŒrlich nicht fehlen. Trotz fehlendem weiblichen Gesangs begeisterte In Strict Confidence viele Fans und lieferte einen perfekten Querschnitt durch die frĂŒhe Schaffensphase der Band. Oomph! gelten als MitbegrĂŒnder des Genres Neue Deutsche HĂ€rte. WĂ€hrend das gleichnamige DebĂŒtalbum (1992) noch vorwiegend von EBM-Elementen geprĂ€gt war, gingen die folgenden Alben mehr in Richtung Crossover / Rock. Mit den Alben Wunschkind und Unrein konnte die Band grĂ¶ĂŸere Erfolge verzeichnen. 2012 erschien Des Wahnsinns fette Beute, das nun kĂŒrzlich vom aktuellen Longplayer XXV abgelöst wurde. Den Auftritt dieser Legende wollte sich ebenfalls niemand entgehen lassen. Oomph! ließen der Menge in ihrer rund 75-minĂŒtigen Performance keine Atempause. SĂ€nger Dero Goi sprang auf der BĂŒhne herum und wurde dabei tatkrĂ€ftig von seinen Musikern unterstĂŒtzt. Die Band prĂ€sentierte ein rundum gelungenes Set mit Titeln wie Mitten ins Herz, Gekreuzigt und Der neue Gott. Oomph! waren damit der krönende Abschluss des zweiten Tages.

Bildergalerie NCN Festival 2015 – Samstag

 

Sonntag, 06.09.2015

Auch am dritten und zugleich letzten Tag erwartete die Besucher ebenfalls ein fantastisches Line-Up. Das Wetter spielte zunĂ€chst einigermaßen mit. Bereits um 11:40 Uhr startete auf der Amphi-BĂŒhne die Dark-Rock-Band Weak. Die Band wurde 1999 in Hagen gegrĂŒndet. Weak, das sind fette Gitarrenriffs, melodiöse Keys und dynamisch groovende Beats. So beschreiben sie selbst ihren Stil. Die ersten GĂ€ste nahmen auf den Sitzen Platz. FĂŒr die meisten Besucher war es wohl noch zu frĂŒh, um krĂ€ftig zu rocken. Nicht jedoch fĂŒr Weak, die wĂ€hrend ihrer Show all ihr Können unter Beweis stellen konnten. Die deutsche Dark-Wave-Band EGOamp hat sich musikalisch den Achtziger Jahren verschrieben. Jedoch verbinden sie diese Musik auch mit modernen Elementen, wofĂŒr ein topaktueller Sound und digitales Equipment sorgen. In fast historisch anmutenden, feinen Outfits betraten EGOamp kurz nach 12:00 Uhr die ParkbĂŒhne. SĂ€nger Asmodi Caligari forderte die ersten GĂ€ste zum Klatschen auf und begab sich sogar mit Megafon ins Publikum. In 30 Minuten spielten EGOamp durchgĂ€ngig melodische und tanzbare Titel, so dass etwas Schwung in den Tag kam.
Als nĂ€chstes stand die aus Leipzig stammende Indierock-Band Lizard Pool auf dem Programm. Das DebĂŒt-Album heißt She Took The Colours. Die noch junge Band lockte mit ihrem Sound so einige GĂ€ste vor die AmphibĂŒhne, bevor es af der ParkbĂŒhne mit der deutschen EBM-Formation E-Craft aus EisenhĂŒttenstadt weiterging, die bereits seit 1996 unterwegs ist. Die Band um Guido Hennig und Mario Bernhardt lieferte kompromisslosen EBM ab. Mit etlichen Veröffentlichungen können sie auf einen gewaltigen Vorrat an Songs zurĂŒckgreifen. Zahlreiche Besucher fanden sich bei der ParkbĂŒhne ein. Mit elektronischen Krachern weckte E-Craft nun das gesamte Publikum auf. Mit clubtauglichen Tracks sorgten die EBMer fĂŒr das richtige Feeling am frĂŒhen Nachmittag. Als nĂ€chstes stand das kanadische Duo Decoded Feedback auf dem Programm. Das Musikprojekt wurde 1995 von Marco Biagiotti (Gesang, Gitarre) und Yone Dudas (Keyboard, Programming) gegrĂŒndet. Ein Jahr spĂ€ter erschien die erste CD Overdose. Kontinuierlich erschienen weitere Alben. Vor 3 Jahren veröffentlichten sie das Album DisKonnekt. Da das Duo in Europa nicht so hĂ€ufig zu sehen ist, nutzen viele GĂ€ste diese Gelegenheit. Bis in die hinteren RĂ€nge waren die SitzplĂ€tze belegt. Direkt vor der BĂŒhne warteten viele Fans auf das Duo. Die Musik von Decoded Feedback ist tanzbar und vielschichtig. So nutze das Publikum die Show sowohl zum Tanzen als auch zum Entspannen.
Die Dark-Rock Band Darkhaus wurde 2011 in Schottland gegrĂŒndet. Mittlerweile kommen die Bandmitglieder aus Schottland, den USA, Österreich und Deutschland. Neben dem Album My Only Shelter (2013) ist dieses Jahr noch die EP Providence erschienen. Die 5 MĂ€nner von Darkhaus nahmen nun die ParkbĂŒhne in Beschlag und ließen vor allem Gitarre und Bass sprechen. Die Menge konnte so zum dĂŒsteren Rock gut mittanzen. Um 15:10 Uhr folgte auf der AmphibĂŒhne Solar Fake. Hierbei handelt es sich um ein Solo-Projekt von Sven Friedrich, bekannt durch Dreadful Shadows und Zeraphine. Musikalisch geht Solar Fake in Richtung Electro-Pop. Eine große Fangemeinde stand begeistert vor der BĂŒhne, fĂŒr diese Uhrzeit durchaus bemerkenswert. Sven Friedrich nutzte jetzt die Gelegenheit, um die vielen Fans anzuheizen. 50 Minuten gab es tanzflĂ€chentaugliche Musik, sowohl vom neuen Album Reasons to Kill, als auch einige Ă€ltere Songs. Die Fans klatschten und sangen begeistert mit. Die Synthie-Pop-Band NamNamBulu wurde Ende der 80er Jahre gegrĂŒndet. Die Band wurde zwar 2005 bereits aufgelöst, fand aber vor 2 Jahren wieder zusammen. Letztes Jahr gab es mit der EP Sorry auch wieder eine neue Veröffentlichung, an neuem Material wird von Henrik Iversen und Vasi Vallis aktuell ebenfalls gearbeitet. Fans des melodischen Future-Pops waren hier nun genau richtig aufgehoben. NamNamBulu ĂŒberzeugte mit Sympathie, Charme und natĂŒrlich mit einprĂ€gsamen Melodien.
Die deutsche Band Umbra Et Imago war das nĂ€chste Highlight auf der AmphibĂŒhne. Die Karlsruher Formation um Frontmann Mozart wurde 1991 gegrĂŒndet. Stilistisch bewegt sich die Band zwischen Neuer Deutscher HĂ€rte und Gothic Metal. Zum 20-jĂ€hrigen JubilĂ€um erschien 2011 die Live-DVD 20, Anfang des Jahres erschien dann das neue Album Die Unsterblichen. Gleich zu Beginn der Show gab es einen heftigen Regenschauer. Doch die vielen FestivalgĂ€ste ließen sich nicht davon abhalten, die Show von Umbra Et Imago zu genießen und im Regen zu tanzen. Die Band prĂ€sentierte in rund 75 Minuten einen guten Querschnitt aus ihrer langen Schaffensphase, u.a. Mea Culpa, Alles schwarz und das Falco Cover Rock me Amadeus. Das bayrische Duo Das Ich war ein weiterer Höhepunkt des NCN Festivals. Seit mehr als 25 Jahren machen Stefan Ackermann und Bruno Kramm gemeinsam Musik. Die Shows von Das Ich sind sowohl visuell, als auch musikalisch ein einzigartiges Erlebnis. Trotz herbstlicher Temperaturen trat Stefan Ackermann wie gewohnt rot bemalt vor das Publikum. Doch sowohl Das Ich als auch die wartende Menge konnten sich schon bald aufwĂ€rmen. Das elektronisch-sinfonische Musikprojekt kann mittlerweile auf ein breites Repertoire von Songs zurĂŒckgreifen. Titel wie Kain und Abel, Die Propheten und Gottes Tod durften auch an diesem Abend natĂŒrlich nicht fehlen. Das Ich waren ein wĂŒrdiger Abschluss des NCN-Festivals auf der ParkbĂŒhne. Letzte Band auf der AmphibĂŒhne und des 10. NCN-Festivals waren Project Pitchfork. Im letzten Jahr haben sie ihr neues Album Blood veröffentlicht. Bereits seit Anfang der Neunziger Jahre  sind sie fester Bestandteil der schwarzen Szene und waren zunĂ€chst stilistisch im Bereich Dark Wave angesiedelt, seit Mitte der Neunziger Jahre kamen zunehmend Elemente des Synth-Rock hinzu. Die Band kann sich an einer großen Fangemeinde erfreuen und diese war auch an diesem Abend zahlreich vertreten. Die deutsche Top-Band startete mit Continuum gleich voll durch. Die BĂŒhne war wie gewohnt dunkel gehalten, jedoch sorgte eine LED-Lichtshow fĂŒr die richtige Stimmung. Peter Spilles war wĂ€hrend des Auftritts kaum noch zu bremsen. TatkrĂ€ftig wurde er dabei von seinen Musikern unterstĂŒtzt. Die Masse tanzte und jubelte begeistert zu Songs wie Timekiller, Souls oder Entity. Gegen 22:00 Uhr verabschiedete sich Project Pitchfork nach 3 Zugaben.
Die 10. Nocturnal Culture Night war ein gelungenes JubilĂ€um. Wenn auch dieses Festival gewachsen ist, so ist es dennoch ein kleines, feines Festival geblieben. Die Besucher konnten sowohl Top-Acts der schwarzen Szene erleben, als auch neue Bands kennenlernen. Dank einer gelungenen Bandauswahl und einem entspannenden Rahmenprogramm fĂŒhlten sich die GĂ€ste auf dem NCN Ă€ußerst wohl. Und auch auf die nĂ€chste Nocturnal Culture Night (02.-04.09.2016) darf man definitiv gespannt sein, die Vorbereitungen laufen bereits. Ab 01.10.2015 startet der Vorverkauf, bisher bestĂ€tigt sind Zeromancer und Garden Of Delight.

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Fotos: Thomas Bunge

 

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