SOUTHSIDE FESTIVAL 2015 – Neuhausen Ob Eck (19.-21.06.2015)

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Endlich ist es wieder soweit. Ein langes Jahr hat man darauf gewartet und sich bei jedem Line-Up Update dar├╝ber gefreut, dass das Datum n├Ąher r├╝ckt. Schlie├člich sind es nur noch zwei Wochen bis das Southside 2015 startet und man kann an nichts mehr anderes denken au├čer an die Anreise sowie die ben├Âtigte Verbrauchsg├╝terplanung. Denn nat├╝rlich soll es neben dem gro├čartigen Line-Up auf dem Southside Festival 2015 an nichts fehlen. Auch dieses Jahr ist das Schwesterfestival vom Hurricane wieder restlos ausverkauft und somit wurde zwischen dem 19.06.2015 und dem 21.06.2015 mit 60.000 Besuchern gerechnet.
Musikalisch gibt es dieses Jahr eine st├Ąrkere Tendenz zum Deutsch-Rap als noch in den Jahren zuvor. Eine Begr├╝ndung daf├╝r ist sicherlich die gr├Â├čere Anzahl an Rap-Acts in Deutschland sowie die dadurch assoziierte Massentauglichkeit der Musik.
Aber nichtsdestotrotz sollten bei Southside 2015 die Rock- und Alternative-Freunde auch nicht zu kurz kommen und so freute man sich neben Florence + The Machine und Placebo auch auf Bands wie Black Rebel Motorcycle Club und Olli Schulz.
Mit massig Vorfreude und Dosenbier im Gep├Ąck ging es endlich los Richtung Neuhausen ob Eck. Selbst der Anfahrtsstau zu dem man passend angekommen ist, kann einem die besagte Vorfreude jetzt nicht mehr zerst├Âren. Nachdem ein sch├Âner Platz f├╝r das Auto auf dem Acker, welcher tempor├Ąr als Festivalparkplatz dienen muss, gefunden ist, kann die Suche nach der perfekten Campingstelle beginnen. Endlich eine gefunden, werden die allj├Ąhrlichen Automatismen abgespult: Zelt aufstellen, Heringe reinh├Ąmmern, Campingst├╝hle positionieren um final das lange ersehnte erste Bier trinken zu k├Ânnen. W├Ąhrenddessen wagt sich langsam die Sonne sch├╝chtern hinter der Wolkendecke hervor. Perfekt, besser kann es erst einmal nicht werden, kurz den Moment anhalten und in sich bewahren. Danke Welt.
Doch die Ruhe h├Ąlt nicht lange an. Von der Routine in der wir unser Zeltlager errichtet haben beeindruckt, fragten uns die ersten Zeltplatznachbarn um Hilfe bei ihren eigenen Zelten. Gerne macht man sein M├Âglichstes damit die Mitstreiter auch m├Âglichst schnell das Festival in vollen Z├╝gen genie├čen k├Ânne. Dabei tauscht man sich ├╝ber Geheimtipps des Festival Line-Ups aus und spekuliert ├╝ber m├Âgliche Special Guests.

Freitag, 19.06.2015

Die erste Band auf diesem Festival f├╝r uns war All Time Low. Sie spielten auf der 280qm gro├čen Green Stange, die damit gleichzeitig die Gr├Â├čte B├╝hne vor der Blue Stage und den Zelten der Red und White Stage war. Die Pop-Rocker aus den Staaten machen seit 2003 zusammen Musik und sind mit ihrem Gute-Laune Sound und einer progressiven B├╝hnenshow ein toller Start in ein jedes Festival. Sie spielten einen angenehmen Mix aus Klassikern und Liedern aus ihrem aktuellen Longplayer Future Hearts. Abgeschlossen haben sie mit ihrem wohl gr├Â├čten Hit, mit welchem sie auch 2008 ihren Durchbruch feierten, Dear Maria, Count me in.
Anschlie├čend starteten direkt die ersten Umbauarbeiten f├╝r die ebenfalls aus den Staaten stammende Band Death Cab For Cutie. Auch sie machen schon seit 1997, unterbrochen von wenigen k├╝nstlerischen Pausen, konstant Musik und das auf einem konstant hohen Level. Zwar schlagen die Indie-Rocker eher sanftere T├Âne an als die meisten ihrer Kollegen an diesem Wochenende, aber schlie├člich kann an einem Festival Wochenende auch daf├╝r mal Platz sein. Sie er├Âffneten die Show mit dem Hit I Will Process Your Heart vom Album Narrow Stairs. Eing├Ąngige Melodien, sowie vielschichtig zu verstehende Lyrik zeichnen die Songs der Jungs aus Bellingham aus. Melodisch und emotional ging der Auftritt weiter ohne das Ben Gibbards dabei auch nur ein Wort an die Zuschauer verlor. Auch die Singleauskopplung Black Sun von ihrem diesj├Ąhrig erschienenen Album Kintsugi wurde vermisst. Beim letzten Song hat Gibbards entschieden die letzte Zeile des Songs wegfallen zu lassen, entst├Âpselte stattdessen die Gitarre und verlie├č wortlos die B├╝hne. Ob es zur Show geh├Ârte oder einfach nur seiner Laune an diesem Tag geschuldet war, werden wir wohl nicht mehr erfahren. Jedenfalls war es ein gutes Konzert und eine der seltenen Chancen die Truppe live in Europa erleben zu k├Ânnen.
Der n├Ąchste Auftritt auf der Green Stage war wieder ein wenig rockiger und demzufolge lauter. Die isl├Ąndischen Indie-Rock Band Of Monsters And Men hatte gerade vor einigen Wochen ihren drittes Album Beneath The Skin ver├Âffentlicht und war mit diesem nun auf einer ausgew├Ąhlten Festival-Tour unterwegs. Mit runden Melodien und dem Zusammenspiel zwischen der weiblichen Stimme von Nanna und der m├Ąnnlichen Stimme von Frontman Ragar, bot die Band eine abwechslungsreiche Show. Auch luden Lieder wie Crystal oder Empire dazu ein, einfach abzuschalten und vertr├Ąumt in der Menge zu stehen und die Musik pur zu genie├čen. W├Ąhrend des Auftrittes zog langsam ein Schauer ├╝ber die B├╝hne und verteilte ein paar Tropfen auf das Publikum. Aber niemand der Zuschauer empfand diesen Fakt auch nur ansatzweise als ├Ąrgerlich, im Gegenteil, es wurde dankbar angenommen und hat perfekt zur Stimmung einiger Songs der Band gepasst. Zum Abschluss gab es noch ihren bekanntesten Radiosong Little Talks, bei dem dann wohl auch der letzte im Publikum gemerkt hat, ÔÇ×oh die kenne ich ja doch irgendwoherÔÇť.
Somit konnte auch die n├Ąchste Umbauphase auf der Green Stage beginnen. Planm├Ą├čig w├Ąre der n├Ąchste an der Reihe Ben Howard gewesen, dieser musste aber leider wegen Krankheit absagen und somit rutschen die deutsche Rockband von Madsen nach, die eine Energiereiche Show boten.
F├╝r mich jedoch ging es zun├Ąchst nochmal zum Camp, an dem ich mich mit der Nachtbarschaft auf ein paar Bierchen verabredet hatte um danach zusammen zu dem ersten Headliner des Southside 2015 gehen zu k├Ânnen, Florence + The Machine. Die Camp-Nachbarn sind auch auf jedem Festival aufs Neue eine klasse Sache. Nirgendwo sonst werden aus wildfremden Menschen die besten Freunde nach drei Bieren. Doch wie das mit guten Freunden so ist, man verquatscht sich und eher wir uns versahen war es auch schon h├Âchste Zeit zur Headlinershow aufzubrechen.
Gesagt getan, angekommen und schnell bemerkt, dass das mit einem Platz im Infield wohl nichts wird. Eine gute Idee musste her und das Erstbeste was unseren wachen Geistern quasi zeitgleich einfiel war: das Riesenrad! Also entschlossen wir uns Karten f├╝r das Riesenrad zu l├Âsen um die Show von ganz oben sehen zu k├Ânnen. Zumindest f├╝r ein paar Sekunden. Und was soll ich sagen, es war ├╝berragend. Florence kam in einem wei├čen over-size Einteiler auf die B├╝hne und im Hintergrund leuchtete eine LED-Wand in gr├╝n-braun-gelben Naturt├Ânen. Somit sah sie von der Riesenradperspektive wie eine Waldfee aus, die von einem Rand der B├╝hne zum andere rannte. Dar├╝ber hinaus verf├╝gte Florence ├╝ber eine grandiose Stimmgewalt, welche den gesamten Raum ausf├╝llte. Sie schmetterte alt bekannte Songs wie Dog Days Are Over, sowie Songs vom neuen Album wie Ship To Wreck. Insgesamt ein super Finale des ersten Abends.

Bildergalerie Southside Festival 2015 – Freitag

Samstag, 20.06.2015

Neuer Tag, neues Live Musik Gl├╝ck. Nur ganz so unbeschwert gelingt der Start in den zweiten Festivaltag dann doch nicht. Mag es an der nicht perfekt r├╝ckenfreundlichen Isomatte oder dem letzten Longdrink zu viel liegen, ganz egal. W├Ąhrend man noch ├╝berlegt nun wirklich aufzustehen oder ob man doch noch versucht eine halbe Stunde Schlaf zu bekommen, h├Ârt man drau├čen schon die ersten Fr├╝haufsteher ├╝ber das Fr├╝hst├╝ck debattieren. Von Leuten die sich den Luxus von R├╝hreiern in der Pfanne g├Ânnen, bis zu den Minimalisten die abwechselnd in trockenes Brot und Salami bei├čen, ist dabei alles zu finden.
Schlussendlich sich doch f├╝r das Aufstehen entschieden, kommen die ersten Erinnerungen an den letzten Tag zur├╝ck und mit ihnen die damit assoziierte gute Stimmung. Befl├╝gelt von diesen Gef├╝hlen ist die Katzenw├Ąsche auch gar kein Problem und selbst das mittelm├Ą├čige Fr├╝hst├╝ck schmeckt akzeptabel. Das ber├╝hmte Konterbier kommt auch erstmals nach einem Jahr wieder zum Einsatz und zeigt, dass es nichts an seiner magischen Wirkung verloren hat. Doch irgendwie reicht es dieses Jahr nicht um die Stimmung auf Gl├╝ckseligkeit zu heben. Ob es an dem kalten Wetter und den b├Âsen Schauern liegt? Mag sein. Und da blitzt es auch schon in den Augen des Kollegen schr├Ąg gegen├╝ber von mir. Ein Trinkspiel! Wir w├╝rfeln, wer verliert trinkt, Wodka-Brause. Fair enough. Und bei jedem Wodka-Shot wurde es ein bisschen w├Ąrmer oder zumindest habe ich mir das eingebildet.
Aufgew├Ąrmt und voller Vorfreude ging es zu dem ersten Konzert f├╝r uns an diesem Tag auf die Blue Stage zu Counting Crows. Die Folk-Rocker aus San Francisco musizieren schon seit 1991 zusammen und sind immer wieder einen Besuch wert. Die Musik lug zum Schunkeln ein und war ein perfektes Warm-Up f├╝r die anstehenden K├╝nstler. Nat├╝rlich durfte ihr Hit Mr. Jones auch nicht fehlen, zu dem fast jeder im Publikum leise vor sich hingesungen hat.
Danach kam auch f├╝r mich was Neues, ich habe mich ├╝berreden lassen mit auf die Green Stage zu Labrassbanda zu kommen, weil sie Zitat ÔÇ×so eine geile Live-Show habenÔÇť. Und die hatten sie tats├Ąchlich. Die Chiemseer Blass-Musikgruppe wusste ihre Fans zu animieren. Und auch wenn ich mit dieser Art von neuer Volksmusik tendenziell wenig anfangen kann hatte ich w├Ąhrend des Konzertes Spa├č und es wurde nie monoton, geschweige denn langweilig.
Danach ging es nach einer kurzen Erfrischung im zweist├Âckigen J├Ągermeisterstand und einem kostenlosen Gruppenselfie am selben Stand zur Blue Stage zum Auftritt der Parov Stelar Band. Der ├Âsterreichische Produzent und DJ Marcus F├╝reder, der schon seit langem im Musikgesch├Ąft unterwegs ist, hat dieses Jahr ein weiteres Doppelalbum released und ist deshalb zusammen mit seiner Band auf diversen Festivals diesen Sommer unterwegs. Ihre entspannte Downbeat-Musik ist perfekt um im Infield zu tanzen und dabei neue Leute kennenzulernen, die genau dasselbe im Sinn haben. Aber nat├╝rlich ist es auch immer wieder Wert den Blick zur B├╝hne zu richten um somit die tanzende S├Ąngerin Lilja Bloom miterleben zu k├Ânnen. Sie verbildlicht dabei perfekt den entspannt fr├Âhlichen Sound und erg├Ąnzt somit die Show auf ideale Weise.
Schon 30 Minuten sp├Ąter konnte auf der Green Stage die britische Alternative-Pop Band Alt-J begr├╝├čt werden. Die vier Musiker aus Leeds die vor zwei Jahre noch kleinere Shows supportet haben, haben in der letzten Zeit an gro├čer Beliebtheit gewonnen, was sich auch im sp├Ąten Timeslot dieses Jahr beim Southside wiederspiegelt. Ihre neuen musikalischen Interpretationen brachten frischen Wind in die Szene, wodurch auch ihr aktuelles Album This Is All Yours zum vollen Erfolg wurde. Auf der B├╝hne waren die Jungs konstant gut und die Lasershow tat ihr ├ťbriges. Dennoch war die Show insgesamt zu statisch und wirkte an manchen Stellen ein wenig unmotiviert. Nichtdestotrotz sind Songs wie Matilda live immer noch ein riesen Spa├č und sicherlich nicht verkehrt erlebt zu haben.
Abgeschlossen hat am Samstagabend auf der Green Stage der kanadische Musikproduzent Joel Zimmerman alias Deadmau5. In einem ├╝bergro├čen K├Ąfig gefangen begann der DJ seine Show mit einer riesigen LED Leinwand im R├╝cken. In diesem Kontext l├Ąsst sich der K├Ąfig dann wohl eher als Mausefalle bezeichnen. Mit au├čergew├Âhnlich melodischen Synthie-Kl├Ąngen konnte man erstaunlich gut entspannen und die Show auch aus der Ferne genie├čen. Nach zirka 5 Liedern ├Âffnete sich der K├Ąfig und man konnte Herrn Zimmerman mit seiner ├╝bergro├čen Mausmaske, dem sogenannten Mau5head, erstmals sehen. Das sah zugegebenerma├čen schon recht am├╝sant aus, besonders wie diese schmale Person mit dem riesigen Mauskopf zu der Musik den Kopf bewegte. Die Leute im vorderen B├╝hnenbereich st├Ârte das wenig, da sie zu besch├Ąftigt damit waren ausgelassen zu tanzen, sodass sich sagen l├Ąsst, Deadmau5 hat einen amtlichen Abschluss f├╝r den Samstag auf dem Southside 2015 abgeliefert.

Bildergalerie Southside Festival 2015 – Samstag

Sonntag, 21.06.2015

Die Knochen sind schwer, das Aufstehen f├Ąllt ebenfalls deutlich schwerer als noch am Tag zuvor. Eine gewisse Abneigung gegen das Auspellen aus dem gem├╝tlichen Schlafsack macht sich breit. Selbst der Gedanke an das n├Ąchste Bier tr├Ągt dem Versuch aus dem Zelt zu kriechen nicht bei.

Schlie├člich doch geschafft, trifft man in den Campingst├╝hlen nur Leute denen es genauso wie einem selber oder schlechter ergeht. Und Schwups, w├Ąchst das Gemeinschaftsgef├╝hl wieder an. Aktionen werden zusammen geplant und Taktiken f├╝r die Reihenfolge der zu besuchenden Auftritte werden gemeinschaftlich ausgearbeitet.

Beginnen sollte es mit den irischen Alternative-Rockern von Kodaline, welche schon um 13:00 Uhr starten sollten und zu unser aller bedauern nur einen Timeslot von 30 Minuten bekamen. Ihr Mix aus melodischen Gitarrenkl├Ąngen und Synthesizer, kombiniert mit einer markanten gef├╝hlvollen Stimme war dennoch ein perfekter musikalischer Einstieg f├╝r den letzten Tag vom Southside 2015.

Danach ging es direkt weiter mit den Jungs von SDP. Das Berliner Duo macht deutschen Hip-Hop mit einem gewissen Anteil an Pop-Elementen, was f├╝r eine gesunde Portion an Massentauglichkeit sorgt. Dabei thematisieren sie in ihren Liedern alles querbeet von Herzschmerz-St├╝cken bis hin zu politisch-motivierten Liedern. Leider war das Publikum nicht ganz so textsicher wie sich die Jungs von der SPD das gew├╝nscht h├Ątten und somit wurden viele interaktiv geplante Stellen ihres Auftrittes nicht g├Ąnzlich von Erfolg gekr├Ânt.

Im Anschluss gab es zun├Ąchst ein ordentliches Mittagessen auf dem Campingplatz, ganz genau, eine Dose Ravioli. Aber nicht etwa einfach direkt aus der Dose, nein nein, sch├Ân im eigens mitgebrachten Kochtopf bei mittlerer Hitze gleichm├Ą├čig erw├Ąrmt. Ein Genuss. Heruntergesp├╝lt wurde das Ganze nat├╝rlich ganz traditionell mit zwei Dosen Bier und tada – alles ist wieder tipsi topsi.

Ausreichend gest├Ąrkt ging es wieder auf das Festivalgel├Ąnde und eine der schwierigsten Entscheidungen des Festivals musste getroffen werden. Kontra K vs. The Tallest Man On Earth. Im Zweifel immer f├╝r den K├╝nstler, den man noch nicht live gesehen hat, also ab zu Kontra K. Im Zelt der White Stage angekommen ging es auch direkt los mit Erfolg ist kein Gl├╝ck, der aktuellen Single aus seinem Album Aus dem Schatten ans Licht. Das Publikum schien ├╝berragend textsicher bei diesem Song und so schrien alle zusammen die Hook mit, was eine grandiose Stimmung im Zelt verbreitete. Generell ist die Musik von Kontra K sehr gut f├╝r Live-Auftritte geeignet, weil sie eine gewisse Massen-Motivation erzeugt, welche in ihrer textlichen Einfachheit jeden bannt. Zu meinem Erstaunen, verlief das komplette Konzert konstant auf diesem Stimmungsniveau, es machte Spa├č, motivierte und gab einfach ein gutes Gef├╝hl.

Darauffolgend genossen wir erst einmal das obligatorische Herumstrolchen auf dem Festivalgel├Ąnde, bei dem wir uns ├╝ber die teils lustig verkleideten und die dezent abgerockten Gestalten erfreuten. Es klingt vielleicht recht stumpf, ist jedoch die perfekte Abwechslung zwischen den Konzerten und ein Garant f├╝r viele lustige Momente. Anschlie├čend ging es weiter zum n├Ąchsten gro├čem Party-Akt: Die Antwoord aus S├╝dafrika. Ihre Musik l├Ąsst sich nicht einfach in eine feste Kategorie pressen, wird jedoch im Allgemeinen als Rap-Rave bezeichnet. Dies kommt durch den ├╝berwiegenden Drum&Base Einfluss in den Beats sowie dem Rap, welcher vom Ehepaar Ninja und Yolandi zugesteuert wird. Ihre B├╝hnenshow ist dabei wirklich spektakul├Ąr, was nicht zuletzt an der Freiz├╝gigkeit der Rapperin Yolandi liegt, welche nebenbei auch als Model t├Ątig ist. Es wird viel Aktion auf der B├╝hne geboten, und somit f├Ąllt es schwer, seinen Kopf so schnell zu drehen, wie die K├╝nstler auf der B├╝hne hin und her rennen. Auch die Menge feierte diesen schrillen Auftritt und absolut niemand stand bei Liedern wie Fatty Boom Boom still. Und so zelebrierte Die Antwoord anderthalb Stunden auf einem erschreckend hohen Tempo ihre Musik und die abgehende Menge und waren dabei erfrischend anders als so manch anderer K├╝nstler an diesem Wochenende.

Bevor das Finale des Festivals mit dem Headliner Marteria anstand, ging es f├╝r uns nochmal zum Zeltplatz um aufzutanken und Kraft zu sammeln f├╝r eine letzte Eskalation. Viele andere Leute nutzen die Zeit um schon mal ihre Zelte abzubauen und startklar f├╝r eine schnelle Heimreise nach den Headlinern zu sein. Aber diese Leute taten uns leid, denn wir wollten noch nicht einsehen, dass das Festival schon vorbei ist, bevor es mit einem gro├čen Knall endet. Und den gab es, so viel sei schon verraten.

Ordentlich motiviert ging es dann zeitig zur Blue Stage um einen guten Platz vor der B├╝hne sicher zu haben. P├╝nktlich um 22:30 Uhr begann das Spektakel und Marteria betrat mit einem breiten Grinsen im Gesicht die B├╝hne. Er legte sofort mit OMG los. Generell l├Ąsst sich sagen, dass die Setlist nur gespickt mit Klassikern und dem Besten von den zwei recht k├╝rzlich erschienen Alben Zur├╝ck zum Gl├╝ck II und Fluch der Nebelungen war. Und ganz genau, das letztgenannte Album l├Ąsst schon erahnen, dass Marteria auch sein alter Ego Marsimoto nicht zuhause gelassen hat.  Nach zirka 45 Minuten kam aus einer dicken gr├╝nen Nebelwand Herr Marsimoto himself und gab mit seiner klassisch hochgepitchten Stimme ein paar Lieder zum Besten. In seinem glitzernd gr├╝nen Komplettanzug mit der Alienmaske und einer Feuerwerkskanone bewaffnet verbreitete er eine super Stimmung und tolles Kontrastprogramm im Vergleich zur Marteria Show. Nach weiteren 20 Minuten wechselten sich Marsimoto mit Materia wieder ab und die Menge begann sich wieder mehr zu bewegen. Es war wirklich interessant zu beobachten, dass die Leute w├Ąhrend der Marsimoto Songs eher zuschauten und entspannten, w├Ąhrend bei Marteria alle durchdrehten und zu pogen begannen. Vor allem zu Liedern wie Lila Wolken oder Alles Verboten. Durch die Aneinanderreihung von diesen ganzen Klassikern, bekam das Konzert eine ungewohnte Eigendynamik und alles erschien wie in einem Fluss. Dieser Fluss endete dabei erst mit einem Gummiboot, welches von der Menge getragen wurde in dem sich ein halb nackter Marteria befand, welcher auch am Ende seiner eigenen Kr├Ąfte war.
Dennoch motivierte er die Menge weiter durchzudrehen bis er die allerletzte Zeile dropte und nat├╝rlich folgten die Leute brav seiner Ausforderung. Zusammengefasst ein w├╝rdiger Abschluss von einem gro├čen Festival, gestaltet von einem der gr├Â├čten K├╝nstler in Deutschland. Vielen Dank daf├╝r, aber auch an dieser Stelle noch ein gro├čes Dankesch├Ân f├╝r das komplette Festival, was wieder super durchdacht und durchgeplant war und bei dem es an nichts gefehlt hat. Wir freuen uns schon auf das Southside 2016.

Bildergalerie Southside Festival 2015 – Sonntag

Fotos: Markus Hillg├Ąrtner




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