2. DARKFLOWER LIVE NIGHT OPEN AIR – Leipzig, Parkbühne (04.07.2015)

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“36 Grad – nein es war noch heißer” als gegen 17 Uhr, am 04. Juli 2015, die 2. Darkflower Live Night Open Air auf der Parkbühne Leipzig startete. Ein Gewaltakt für die Bands, die gnadenlos dem heißen Feuerball ausgeliefert waren, wie auch ein Gewaltakt für die Fans die schon vom bloßen Herumstehen ins Schwitzen kamen.

Es war daher auch nicht verwunderlich, dass bei der ersten Band X-DIVIDE [GALLERY] leider das große Publikum noch fehlte. Dennoch waren Fans anwesend, die auch gern aus dem Schatten heraustraten um Ihre Band anzufeuern. X-Divide ist eine Synthpop Band aus Köln,

die 2005 von Jens (Management, Live Keys, second Vocals) und Eric (Vocals) gegründet wurde. Die beiden Protagonisten kamen mit einer Wasserpistole auf die Bühne, um Ihre Fans erst mal ein wenig zu erfrischen. Mit viel Engagement, guter tanzbarer Musik und guter stimmlicher Leistung versuchten Sie Ihr Publikum mitzureißen, was Ihnen auch teilweise gelang. Die Fans tanzten (zwar etwas verhalten), sangen die Lieder mit und bedankten sich mit Applaus für den Auftritt. Leider lähmte die Hitze etwas die Atmosphäre. Beim Cover Song Enjoy the Silence und beim Abschluss-Song Forever wurden die Fans noch einmal aktiver und sangen lautstark mit. Band und Fans holten die letzten Energiereserven noch einmal hervor und trotzten dem Wetter. Eric & Jens haben alles gegeben, obwohl Ihnen die Hitze zugesetzt hatte. Unter anderen klimatischen Bedingungen, wäre das ein absolutes Hammerkonzert gewesen. Nach guten 40 min hatten Sie sich eine Abkühlung verdient und verließen die Bühne. In der Umbaupause wurde die Schlange am Getränkestand zusehends länger, es wurde etwas schattiger und die Parkbühne füllte sich etwas. Dennoch hatte man noch ausreichend Platz zum Tanzen.

Pünktlich 17:55 Uhr ging es mit dem mexikanischem Energiebündel Rabia Sorda [GALLERY] alias Erk Aicrag weiter. Von der ersten Sekunde an sprang die Energie und die gute Laune von der Band auf das Publikum über. In den vorderen Reihen wurde von Beginn an getanzt, mitgeklatscht und die Band umjubelt. In den hinteren Reihen war die Stimmung noch etwas verhaltener, dort reichte es zu Beginn nur für leichtes Kopfnicken. Das sollte sich aber schlagartig ändern.

Ab dem dritten Song Die in Berlin sprangen die Fans auf und ab und sangen lauthals mit, nun auch in den hinteren Reihen. Nicht nur Sänger Erk Aicrag gab auf der Bühne alles, auch seine Bandkollegen und die beiden Background Tänzerinnen verausgabten sich bei der Hitze. Das Keyboard wurde so bearbeitet, das es ein paarmal vom Ständer fiel und Keyboarder Grigory Feil mehrmals auf Knien, auf dem Boden, weiterspielte. Drumsticks flogen in die Massen und die Tänzerinnen, zu Beginn mit Schweinemasken auf dem Kopf, hatten mit Sicherheit auch zu kämpfen bei der extremen Hitze, was man Ihnen aber nicht anmerkte. Die Fans feierten ausgelassen unter anderem bei Radio Paranoia und Hotel Suicide und spornten mit viel Applaus auch immer wieder die Band weiter an. Kurz vor Schluss sprang Erk Aicrag dann noch in den Bühnengraben, um noch näher bei seinen Fans zu sein und um sich etwas Abkühlung zu verschaffen, indem er sich von den Fans mit einer Flasche Wasser bespritzen ließ. Nach 12 Liedern war dann allerdings Schluss. Nach der energiegeladenen Bühnen-Performance (eine wahre Teamleistung) war es nicht verwunderlich, dass nach Zugabe verlangt wurde, was aufgrund des Zeitplans aber leider nicht möglich war. Die Band hatte sich die Abkühlung allerdings auch ebenfalls wahrlich verdient. Es wurde langsam aber sicher etwas schattiger, die Wärme allerdings blieb und die Schlange am Getränkestand wuchs drastisch während der Umbaupause.

Zur nächsten Band, Welle:Erdball [GALLERY], kamen weitere Fans hinzu und somit wurde die Parkbühne noch etwas voller. Mit viel Applaus und Jubel wurden Welle:Erdball auf der Bühne begrüßt. Nach dem wohlbekannten Intro: „Hallo, hier spricht Welle: Erdball...“ ging es auch gleich mit Tanzpalast 2000 los und das Publikum ließ sich nicht lange bitten und fing sogleich an zu tanzen.

Die vorderen Reihen wurden von einer begeisterten Fanbase eingenommen, die teilweise im typischen 50’s Style gekleidet war und die wirklich jedes Lied komplett mitsang, sowie ausgiebig feierte. Die Band war trotz der Hitze gut drauf und sie spielten alles, was in eine Welle:Erdball Sendung gehört. Bei Hoch die Fahnen wurden die Fahnen von Frl. Venus und Lady Lila geschwenkt, Honey ließ die Papierflugzeuge in das Publikum fliegen bei Starfighter F-104G, riesige weiße Luftballons wurden in das Publikum geworfen bei Schweben, Fliegen und Fallen und das Publikum sang den Refrain immer und immer wieder allein weiter. Die Glitzer-Konfetti Kanone kam bei Liebe der 3. Art zum Einsatz und die Fans feuerten Lady Lila an, indem sie mitklatschten. Die Fans tanzten, verausgabten sich und verwandelten die Parkbühne regelrecht in eine Sauna. Nach dem letzten offiziellen Lied gab es so viele Zugabe Rufe, dass sich die Band zu einer Zugabe hinreißen ließ und noch Es geht voran zum Besten gab. Dies war dem Publikum aber noch lange nicht genug, sie verlangten nach weiteren Zugaben. Als wirklich letztes Lied folgte ein neuer Song vom neuen Album, an welchem sie gerade basteln. Ein eher ruhiges Lied, präsentiert von Lady Lila, welches wunderbar als Abschluss passte und die hochgekochte Stimmung ein wenig runter holte. Unter viel Beifall und einem letzten Schuss aus der Glitzer-Konfetti-Kanone verabschiedete sich Welle:Erdball von der Bühne. Dem Publikum wurde sehr viel Welle:Erdball, in komprimierter Form und kurzer Zeit geboten. Eine sehr präsente Band, die Spaß an diesem Abend hatte, die nah bei Ihren Fans war und der man die Hitze nicht anmerkte – ein wirklich gelungene Darbietung.

Während der Umbaupause gab es von der Security für die ersten Reihen erst mal eine Abkühlung mit dem Wasserschlauch, zeigten sich doch bei einigen schon deutliche Spuren der intensiven Sonneneinstrahlung. Zum Glück gingen die Temperaturen um 3-4 Grad zurück und die Parkbühne war jetzt endgültig in Schatten gehüllt. Trotzdem war es noch heiß genug und auch die letzte Band VNV Nation [GALLERY] blieb von der Hitze nicht verschont. Bevor der Hauptact des Abends loslegte, füllte sich die Parkbühne noch etwas und Rufe nach Ronan Harris wurden laut. Unter großem Beifall betraten VNV Nation die Bühne und legten auch gleich los. Nach dem ersten Song begrüßte Ronan gutgelaunt seine Fans auf Deutsch, danach folgte nur ein Kommando “alle Hände hoch” und das Publikum folgte sofort seinen Worten. Die Masse kam in Bewegung, klatschte und sang mit. Die Spielfreude und der Spaß der Band sprangen auf das Publikum über. Auf die Nachfrage “seid ihr müde?” kam ein eindeutiges "nein" aus dem Publikum. Auch bei den etwas leiseren Songs wie Illusion und Nova (Shine a Light on Me) sangen die Fans mit und verschafften der Parkbühne eine einzigartige Atmosphäre. Trotz einiger kleinerer Soundprobleme am Bass und Micro, war die Stimmung von Anfang bis Ende großartig. Bei Control, Standing und Resolution konnten die Fans noch mal alles geben und sich restlos verausgaben. Im Publikum war auch noch ein besonderer Fan anwesend, der bei allen Auftritten von VNV Nation immer mit dabei ist und überall mit hinreist. Da Fan Timo an dem Tag Geburtstag hatte, überreichte Ronan ein Geschenk und sang ihm zu Ehren noch ein Geburtstagsständchen – Eine schöne Geste. Ronan versteht es seine Fans zu begeistern, interagiert viel mit seinem Publikum und weiß sich in Szene zu setzten. Wer noch nie ein VNV Konzert besucht hat, sollte sich dies unbedingt mal vornehmen. Ein gelungener Abschluss eines sehr schönen, aber auch wetterbedingt anstrengenden, kleinen Festivals.

Wer trotzdem noch genügend Power hatte, konnte sich danach im Dark Flower noch weiter verausgaben und mit dem einen oder anderen Künstler noch einen kleinen Plausch abhalten. Für uns war allerdings an dieser Stelle Schicht im Schacht, die Hitze hatte uns eindeutig fertig gemacht.

Bilder des Festivals und der beteiligten Bands befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind dort durch Anklicken der gelben Sprechblase oben rechts möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Gallery-Links bzw. Fotos.

Fotos: Danny Sotzny

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