COMBICHRIST – Oberhausen, Kulttempel (24.05.2015)

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Kleine Location plus energiegeladene Band – immer wieder eine gute Kombi. So auch an diesem Pfingstsonntag im Oberhausener Kulttempel, welcher von Combichrist und einigen hundert feierwĂŒtigen Zuschauern in Grund und Boden gerockt wurde. Vorher durften aber die Polen von Controlled Collapse die Besucher von ihrem Können ĂŒberzeugen. Und wirkten mit ihrem Electro-Industrial-Rock-Sound, den sie eine knappe halbe Stunde lang darbieten durften, wie eine gemĂ€ĂŸigte Version der Hauptband. Mit anderen Worten: Das Quartett war die absolute „Nummer sicher“-Variante, um die Combichrist-Fans eher Richtung BĂŒhne als Richtung Theke blicken zu lassen und holten sich nach einem halben Dutzend Songs einen ordentlichen Applaus ab. Da insbesondere in der BĂŒhnenprĂ€senz und Stimmgewalt der beiden Band-Vokalisten aber Welten liegen, spielten Combichrist ihren Support im Anschluss ĂŒber knappe 75 Minuten an die Wand. Ok, zugegebenermaßen hĂ€tte die norwegisch-amerikanische Truppe an diesem Abend wohl so ziemlich jede andere Band ebenfalls an die Wand gespielt.

Etwas ĂŒberraschend begann der Auftritt mit der Ballade The Evil In Me, welche als Ruhepause inmitten des Sets vielleicht etwas sinnvoller platziert gewesen wĂ€re. Danach entlud sich bei erfreulich guter Akustik aber ein LĂ€rmorkan vom Allerfeinsten. SpĂ€testens ab Electrohead ging es dann auch im Bereich mittig vor der BĂŒhne so richtig zur Sache. Waren manche AnhĂ€nger aufgrund der neuen musikalischen Ausrichtung mit Metal-, Hardcore- und PunkeinflĂŒssen auf der aktuellen LP We love you anfangs noch etwas geschockt, reihen sich Brecher wie Can’t Control, Maggots At The Party oder Love Is A Razorblade mittlerweile perfekt ins Set ein. Letzteres beendete dann auch den Hauptteil des Konzerts.

Bevor Fuck That Shit und Sent To Destroy dann den Auftritt beschlossen, redete sich Frontmann Andy LaPlegua noch etwas augenzwinkerns in Rage. „Ihr habt so viele tolle Biersorten hier in Deutschland, warum muss es in den BackstagerĂ€umen immer Becks sein?“, war der Norweger enttĂ€uscht von der FlĂŒssigversorgung im Herzen des Ruhrgebiets, die frei ĂŒbersetzt seiner Meinung nach wie „Stinktierpisse“ schmeckt. Ein Moment, der zeigt: Bei aller HĂ€rte, Energie und BrutalitĂ€t lassen Combichrist immer wieder Raum fĂŒr Humor. Ein Erfolgsrezept, welches dann doch mehr Zuschauer bei Live-Konzerten verdient hĂ€tte, als es in den letzten Jahren der Fall war. Vielleicht klappt es ja zum Monatswechsel Juli/August beim Wacken, neue Fans aus einem Lager hinzuzugewinnen, welches Combichrist zu Everybody Hates You-Zeiten nur bedingt bedienten.


Setlist COMBICHRIST @ Oberhausen, Kulttempel (24.05.2015):

01. The evil in me
02. What the fuck is wrong with you?
03. Can’t Control
04. Throat full of glass
05. Maggots at the party
06. Denial
07. Never Surrender
08. Shut up and swallow
09. Electrohead
10. Get your body beat
11. Blut Royale
12. Love is a razorblade
13. Fuck that Shit (Z)
14. Sent to Destroy (Z) / We were made to love you Outro

Combichrist:

Controlled Collapse:

Fotos: Roger op den Camp

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