ROCK HARD FESTIVAL 2015 – Gelsenkirchen, Amphitheater (22.-24.05.2015)

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Das Pfingstwochenende im Ruhrgebiet stand auch 2015 wieder ganz im Zeichen der harten GitarrenklĂ€nge und bangenden Metalheads. Schon zum 13. Mal fand drei Tage lang im Amphitheater in Gelsenkirchen – einer der schönsten Open-Air-Locations Deutschlands im Herzen des Ruhrgebiets – das ROCK HARD FESTIVAL statt. Newcomer sowie international bekannte Bands der Hardrock – Metalszene waren an diesem Wochenende angereist. Einige Fans mit denen ich gesprochen habe, erklĂ€rten mir, dass Sie schon seit vielen Jahren herkommen, es sei schon eine Tradition. Andere berichteten mir, es sei eine tolle, familiĂ€re AtmosphĂ€re hier. Da es mein erstes Rock Hard Festival war, war ich schon sehr gespannt.


Freitag, 22.05.2015:

Am Freitag wurden die Tore pĂŒnktlich zur Einlasszeit geöffnet und um 15.00 Uhr eröffneten Space Chaser mit feinstem Trashmetal das Festival. Trotz der frĂŒhen Uhrzeit waren doch schon einige Fans vor der BĂŒhne versammelt und feierten die Berliner Band. Die Band rief die Zuschauer auf, alle Mittelfinger in die Luft zu strecken fĂŒr ein Erinnerungsfoto, um anschließend mit einer Anthrax-Cover-Version ihren Auftritt mit lautstarkem Applaus und Zugabe-Rufen zu beenden. Besser hĂ€tte der Festival Auftakt nicht laufen können.

Ex-Iron-Maiden- und jetzt Architects-of-Chaos-Frontmann Paul DiAnno wird wegen einer Knieverletzung im Rollstuhl auf die BĂŒhne geschoben. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. NatĂŒrlich wurden ĂŒberwiegend Songs des soeben veröffentlichen Album League of Shadows gespielt. Es wird meist gesungen und gegröhlt, denn es ist quasi fĂŒr jeden etwas dabei.
Aber auch fĂŒr einen ernsteren Moment findet man Zeit. Einer der Gitarristen sagt ein paar Worte zu dem erst kĂŒrzlich verstorbenen Konzertfotografen Jörg Litges (R.I.P.), der mit Leidenschaft und großem Einsatz in den letzten Jahren immer ein Teil des Rock Hard Festivals war. Mit dem Maiden Klassiker Killers verabschiedeten sich die Musiker.

Flotsam and Jetsam lieferten dann einen fetten Sound mit einem Old-School-Set ab, welches von den Fans begeistert angenommen wurde. Die seit 1986 bestehende, einflussreiche Band aus den Vereinigten Staaten spielt feinsten Trash und Deathmetal. Nach 4-jĂ€hriger Pause kam dann die niederlĂ€ndische Band God Dethroned auf die Stage, die es nicht einfach hatten, die Stimmung Ihrer VorgĂ€nger aufrecht zu halten bevor bei Pentagram SĂ€nger Bobby Liebling erstmal alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Kein Wunder bei seinem Outfit, welches sehr „pink“ angehaucht war und wie 61 sah der Gute auch nicht wirklich aus. Musikalisch ging es sehr viel ruhiger zu, doch trotz oder gerade wegen der teils schrĂ€gen Truppe, waren die Besucher begeistert.

Heiß wurde einem dann beim Headliner des Tages Venom, die ihren ersten Song mit einer Pyro-Show eröffneten. SĂ€nger „Cronos“ konnte mich persönlich mit seinem Bauch-frei-Shirt nicht wirklich ĂŒberzeugen. Ansonsten war die Show aber weiterhin mit Pyro bepackt und die Security brachte mit heissen Köpfen alle Crowdsurfer sicher wieder auf den Boden zurĂŒck. Musikalisch gab es viele Klassiker, wie In League With Satan oder Black Metal.

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Samstag, 23.05.2015:

Am zweiten Festival Tag ging es mit Deserted Fear um die Mittagszeit mit Deathmetal los. Die Truppe aus ThĂŒringen bringt eine gute Stimmung mit und ĂŒbertrĂ€gt diese auch gleich auf die Besucher. So wundert es nicht, dass die 40 Minuten Spielzeit wie im Flug vergehen. Motorjesus ĂŒbernehmen anschließend die BĂŒhne mit Hard Rock KlĂ€ngen und heizen die Stimmung weiter in die Höhe. Die Mönchengladbacher verstehen es mit den Fans zu kommunizieren und erreichen als zweite Band des Tages schon ein hohes Niveau. Die Leute sind mit lauten Rufen, Powerfists und Crowdsurfen begeistert dabei, selbst ein kleiner Circle Pit bildet sich zum Ende hin.

Anschließend folgte die Formation Voivod aus Kanada. Frontmann Snake war fĂŒr mich mit seinen Grimassen, die er fortlaufend wĂ€hrend der Show zeigte, schon sehr auffallend. Sound technisch war am Anfang noch nicht alles im Einklang, was sich aber im spĂ€teren Verlauf eingespielt hat. Jedoch waren trotz des „Legenden Status“ auffallend wenige Besucher vor der BĂŒhne anzutreffen.

Avatarium glĂ€nzte mit Frontfrau Jennie-Ann Smith, die mit ihrer charismatischen Stimme den Sound der Band perfekt abrundet. FĂŒr mich persönlich hatte dies jedoch nicht mehr viel mit Metal zu tun, sondern eher was mit psychedelischem 70’s-Rocksound. Zuerst fragt man sich, ob „dies“ Festival tauglich ist, doch schaute man hier auf viele AnhĂ€nger und begeisterte Fans vor der BĂŒhne die in Jubel ausbrachen.So breitgefĂ€chert ist eben Rock.

Wer bis dahin durch die ruhigeren KlĂ€nge mĂŒde wurde, war spĂ€testens nach dem ersten Song von Kataklysm wieder hell wach. SĂ€nger Maurizio stachelte die Menge wĂ€hrend der kompletten Show immer wieder an, forderte brĂŒllend Moshpits, wodurch die Jungs der Security keine Pause hatten. UnermĂŒdlich zogen sie jeden Crowdsurfer aus der Menge und brachten alle souverĂ€n sicher zu Boden. Auffallend fĂŒr mich waren die schnellen Schlagzeugparts dieser Band, hervorragend!

Bei Sanctuary ließ die Stimmung auffallend wieder nach. So sehr SĂ€nger Warrel Dane auch die Fans animierte, die Luft war raus und die Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Dann wurde es Zeit fĂŒr die „Queen of Metal“ Doro Pesch. Mit Touch of Evil ging es mit einem lautem Knall und Pyro Show los ins Programm. Bei Doro gibt es immer zwei geteilte Meinungen, die einen lieben Sie, die anderen…, nun ja, ich fĂŒr meinen Teil bin immer wieder erstaunt darĂŒber, wie jung die Grande Madame doch ausschaut und wie sie immer noch die BĂŒhne rockt. Auch wenn die Songs Metalracer, True as steel, Evil und Co. alle lĂ€ngst nichts Neues mehr sind -was angesichts eines angekĂŒndigten Classics-Sets auch nicht weiter verwunderte-, schafft sie es immer noch, eine große Stimmung im Publikum zu erzeugen, wie auch heute. Auch der Song FĂŒr immer darf natĂŒrlich nicht fehlen und viele Fans singen lautstark mit. Spaß macht es auf jeden Fall die Band dabei zu beobachten, wieviel Fun sie doch an ihren Instrumenten und auf der BĂŒhne haben. Alles in allem, ein gelungener Auftritt.

Kreator bilden das Schlusslicht fĂŒr heute, beginnend mit zwei Bengalos die rechts und links gezĂŒndet wurden. Mit Enemy of God und einer Konfetti-Bombe ins Publikum starten die Essener Ihren Gig. Schon beim dritten Song Phobia forderte Mille eine Wall of Death mit den Worten: „Rockpalast filmt Euch dabei, zeigt der Welt, wie ein Moshpit im Ruhrpott-Style auszusehen hat!“ Die Fans folgten natĂŒrlich der Aufforderung, und somit kochte das Amphitheater. Ob nun Moshpit, Crowdsurfer und auf den RĂ€ngen stehende Headbanger, keinen hielt es mehr still auf den PlĂ€tzen. Mit Videoleinwand, einer riesen Lichtshow und viel Feuer-und Nebeleinlagen ging es mit Songs wie Black Sunrise, Renewal, Suicide Terrorist durchs starke Programm.

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Sonntag, 24.05.2015:

Mit feinstem Sonnenschein ging es in den letzten Festivaltag hinein. Air Raid eröffnete diesen heute mit flottem, klassischem Heavy Metal, jedoch merkte man den Fans doch noch die eine oder andere verkaterte Nacht an. Erst im letzten Teil schafften es die Schweden die Fans aufzuwecken.
Ebensfalls aus Schweden stammend, folgt dann die Formation Spiders mit Frontfrau Ann-Sofie Hoyles, die jedoch eher gelangweilt rĂŒberkommt. Ein schwarzer Lippenstift des Gitarristen ist zwar auffallend, jedoch passte es irgendwie auch nicht ins Bild. Leider will hier nicht wirklich Stimmung aufkommen. Die Stuttgarter Heavy Metal Band Sinner betrat die BĂŒhne mit drei Gitarristen, die eine beachtlich gute Show hinlegten. Mit dem Billy Idol Cover Titel Rebell Yell tauten dann auch die letzten Besucher auf und klatschten begeistert mit.

Trashiger wird es im Anschluss mit der belgischen Formation Channel Zero. SĂ€nger Franky de Smet van Damme kippt sich einige Flaschen Wasser ĂŒber den Kopf und fordert die Menge immer wieder auf, mit zumachen. Doch erst im weiteren Verlauf tauen die Fans immer mehr auf. Als Franky dann plötzlich von der BĂŒhne auf die hinteren RĂ€nge ins Publikum saust und dort munter weiter agiert, wird der eine oder andere Fan nebenbei mit einem Foto beglĂŒckt. NatĂŒrlich agiert auch hier die Security als PersonenschĂŒtzer wieder souverĂ€n.
Es folgte Refuge. 2014 dachte sich Rage-SĂ€nger und –Bassist Peavy Wagner, dass es doch schön wĂ€re, sich mit seinen alten Bandkollegen, Gitarrist Manni Schmidt und Schlagzeuger Christos Efthimiadis, fĂŒr einen Spaß-Gig in ihrer Heimtatstadt Herne zusammenzutun. Damit stand das Original-Line-Up der Metal-Legende Rage von 1988 bis 1993 wieder. Heute auf dem Rock Hard sollte dann Ihr offizielles deutsches Live DebĂŒt stattfinden. Die drei Musiker kommen vom ersten Moment bei den Fans an. Mit feinstem Heavy Metal geht es durch die nĂ€chsten Minuten und Manni Schmidt fordert die Fans fĂŒr ein paar Sekunden mit den Worten: „Pommesgabel hoch und gen Himmel gucken“ auf, dem verstorbenen Jörg Litges zu gedenken! Wirklich sehr emotional!

Michael Schenker, mir noch bekannt aus Scorpions Zeiten, einer der besten Rock-Gitarristen folgte nun mit seiner Band Temple of Rock. Und was dort geboten wurde, waren allerfeinste Gitarrenriffs- und KlĂ€nge. Die Stimmung der Besucher war großartig. Mit vielen bekannte Klassikern aus Scorpions und UFO Zeiten zogen sie alle Fans in Ihren Bann. Rock You Like A Hurricane kam ziemlich zum Schluss und durfte dann auch dem letzten in den RĂ€ngen zum Klatschen aufgefordert haben.

Mit Overkill stand dann wieder Trashmetal auf dem Programm, welches von den Fans begeistert angenommen wurde. Die New Yorker schafften es auch, den grĂ¶ĂŸten Moshpit des Wochenendes herzustellen und wurden immer wieder mit lauten Sprechchören gefeiert. Die Grabencrew kam nicht nur durch die Sonne ins schwitzen, folgte doch ein Crowdsurfer dem anderen Richtung BĂŒhne.

Der letzte Auftritt des Festivals stand ganz im Zeichen von Thin Lizzy Klassikern der Band Black Star Riders. Jedoch muss man sagen, dass in der Umbauphase schon klar zu erkennen war, dass schon viele Besucher das Amphitheater verließen. Zu Beginn sollte auch bei dem Rest der Anwesenden nicht wirklich Stimmung aufkommen, aber spĂ€testens als Thin Lizzy Songs erklungen, wurde auch hier wieder krĂ€ftig mitgesungen und so ein schönes und interessantes Rock-Wochenende passend besiegelt.

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Fotos: Tanja Schilling

 

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