CHAMELEONS VOX & LOTUS FEED – K├Âln, Luxor (14.05.2015)

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Ich war abends in K├Âln unterwegs, als ich ├╝ber ein Plakat stolperte, im ├╝bertragenen Sinne nat├╝rlich nur: Chameleons Vox, performing Script of the Bridge. Ich war v├Âllig von den Socken, ich liebe das Album, ich habe The Chameleons nie live sehen d├╝rfen und jetzt das? W├Ąhrend ich also meine Begeisterung teile, wurde mir mitgeteilt, dass Mark Burgess jetzt seit einer gef├╝hlten Ewigkeit mit dieser Inkarnation der Chameleons auf Tour ist und ich einfach nur keine Ahnung habeÔÇŽ Da es sich aber jetzt wohl um die wirklich letzte, endg├╝ltige Abschiedstour handelt, wollte ich mir diese fast allerletzte Gelegenheit nicht entgehen lassen und machte mich an einem lauen Fr├╝hlingsabend auf zum Luxor. Ich mag das Luxor sehr gerne, fr├╝her durfte ich mir hier Asylum anschauen, das einzige Konzert von Roky Erickson fand im Luxor statt und zuletzt war es Emiliana Torrini, die mich hier begeisterteÔÇŽ die Vorfreude war gro├č, die Vorzeichen waren allesamt positiv und die Vorband an diesem Abend waren Lotus Feed aus K├Âln. Lotus Feed machen genau die Musik, die ich h├Ârte, als ich das Luxor, den Rose Club und das LaLic in K├Âln f├╝r mich entdeckte. Irgendwo zwischen Love Like Blood, den bereits erw├Ąhnten Asylum, den Dreadful Shadows spielen Lotus Feed die Art von Gothic Rock, Wave Rock, Dark Wave, wie auch immer man es nennen mag, die ich f├╝r mehr oder weniger ausgestorben gehalten habe. Ein treibendes Schlagzeug, emotionaler Gesang, eine melodi├Âse Gitarre und ein tiefer Bass. Ein wunderbarer Auftakt f├╝r eine musikalische Zeitreise in die fr├╝hen Achtziger, zumal mit Myk Jungs (The Fair Sex) auch noch ein echter Szeneurgestein als Gast dabei war.

Setlist LOTUS FEED @ K├Âln, Luxor (14.05.2015):
01. Trouble
02. Home of the Watchmen
03. Second Time (feat. Myk Jung)
04. King for two days
05. Supervision (feat. Myk Jung)
06. Secret Garden

Und dann war es kurz nach 21 Uhr endlich soweit, Mark Burgess und seine Mitstreiter, alias Chameleons Vox, betraten die kleine B├╝hneÔÇŽ Die kleine nagende Stimme in meinem Hinterkopf, die mich seit Tagen auf eine gro├če Entt├Ąuschung vorbereitet hat, wurde mit den ersten Riffs von Swamp Thing ganz, ganz ruhigÔÇŽ Ein Chameleon passt sich ja bekanntlich seiner Umgebung an. Bevor man also Mark Burgess vorwerfen m├Âchte, dass er jetzt seit Jahren nur seinen wohl gr├Â├čten Erfolg aufw├Ąrmt, dem sei gesagt, er passt sich nun mal an die Erwartung des Publikums an. Und das Publikum will nun mal Script of the Bridge, ein Album, das auch heute noch neue Zuh├Ârer gewinnt, das immer noch begeistert.

Neben mir stand eine Gruppe Italiener, die extra f├╝r diese Show angereist waren und euphorisch jeden neuen, alten Song begr├╝├čten, lautstark mitsangen und sich zwischen den Songs die Seele aus dem Leib schrien. Ein Blick in das Publikum best├Ątigte dann meinen Verdacht: nur gl├╝ckliche und zufriedenen Gesichter um mich herumÔÇŽ Wie oft war ich schon auf Konzerten und wartete auf den einen Song, der dann nie kam? Nicht so an diesem Abend, an diesem Abend w├╝rde es nur eine ├ťberraschung geben, n├Ąmlich welche Zugabe gespielt werden w├╝rdeÔÇŽ

Das Programm bestand ausschlie├člich aus Songs der ersten drei Alben der Chameleons, das hei├čt aus den Jahren 1983 bis 1986, ausnahmslosÔÇŽ Und damit aus den drei Alben f├╝r die Ewigkeit, Script of the Bridge, What does anything mean? Basically und Strange Times, die The Chameleons ver├Âffentlichten, bevor es 1987 zum gro├čen Bruch (vor dem gro├čen Durchbruch) kam. Und die Songs waren immer noch toll. Dazu kam, dass Mark Burgess offensichtlich auch immer noch seine eigenen Sachen mag, denn ganz offensichtlich machte ihm der Auftritt gro├čen Spa├č.

Nachdem sich meine Sorge ├╝ber die Qualit├Ąt des Konzerts gelegt hatte, konnte auch ich den Auftritt genie├čen und der n├Ąchste gro├če H├Âhepunkt kam nat├╝rlich mit Monkeyland. Is there anyone there who understands me, anyone at all? Einer? HunderteÔÇŽ Das Luxor war mehr als gut gef├╝llt, auch wenn es zu Anfang des Abends gar nicht mal danach aussah. Da ich noch was von der Atmosph├Ąre aufsaugen wollte, bevor das Konzert mit Second Skin sein offizielles Ende nahm, begab ich mich zum Merch-Stand und unterhielt mich eine Weile mit dem Verk├Ąufer. Die einzige ├ťberraschung des Abends w├╝rde sein, erz├Ąhlte er mir, ob es zum Ende der Zugaben Don┬┤t fall, den ersten Song ÔÇŽfrom the Bridge, oder View from a Hill, den letzten Song, geben w├╝rde.

Also kaufte ich das letzte Exemplar der remasterten Neuauflage auf Vinyl und wartete abÔÇŽ Es wurde ein View from a Hill-Abend, ein sehr sch├Âner Abend im Luxor. Hoffentlich war das doch nicht die wirklich allerletzte Abschiedstour, von mir aus kann Mark Burgess noch eine ganze Weile touren, so lange es so viel Spa├č macht, ihm und dem Publikum.

Setlist CHAMELEONS VOX @ K├Âln, Luxor (14.05.2015):
01. Swamp Thing
02. A Person Isn’t Safe Anywhere These Days
03. Here Today
04. Perfume Garden
05. One Flesh
06. As High As You Can Go
07. Caution
08. Monkeyland
09. In Answer
10. Soul In Isolation
11. Singing Rule Britannia (While The Walls Close In)
12. Second Skin
13. Up The Down Escalator (Z)
14. Return Of The Roughnecks (Z)
15. View From A Hill (Z)

Chameleons Vox:

Lotus Feed:

Fotos: Michael Gamon

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