KASEMATTEN FESTIVAL 2015 – Halberstadt (10.+11.04.2015)

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GeschÀtzte Lesezeit: 6 Minute(n)

Was macht man in Langenstein bei Halberstadt im April auf einer Wiese? Auf ein Festival gehen? Man sieht doch gar nichts hier
 Ehrlich gesagt hĂ€tte ich hier nicht einmal Höhlen vermutet. Aber ok, man ist ja lernfĂ€hig. Holger Troisch, seines Zeichens auch Veranstalter der bekannten Nocturnal Culture Night Events, hatte die Idee hier, in den Sandsteinhöhlen bei Halberstadt im schönen Harz, ein Festival der besonderen Art stattfinden zu lassen. Mit wirklich hochkarĂ€tigem Line-Up wagten er und sein Team den Gang unter Tage.

ZunĂ€chst einmal kurz die Randbedingungen: vom großzĂŒgigen Parkplatz ging man den Schildern nach ĂŒber einen Feldweg (Nachts sogar beleuchtet) in Richtung Eingang. Empfangen von einer sehr freundlichen Sicherheitsfachkraft ging es dann einen breiten Weg hinunter in die Höhle. An der Seite dieses Weges reihten sich, mit genug Abstand, Toilettenwagen und VerpflegungsstĂ€nde. Da das Wetter, bis auf wenige Minuten am Samstag, doch sehr freundlich zu uns war konnte man dort gut stehen und sich sehr gut unterhalten, aufwĂ€rmen und mit Allerlei Ess- und Trinkbarem versorgen. Neben der klassischen Wurst vom Grill und schmackhaften Pommes Frites gab es auch gefĂŒllte Fladenbrote, Crepes, Burger etc
 recht leckeres Bier vom Fass und unglaublich leckeren Federweißen noch dazu.

Ein bis zwei der Kritikpunkte die ich mitbekommen hatte, möchte ich allerdings auch kurz ansprechen.
– Die Nutzung der Toiletten war kostenpflichtig. Das hat wohl Einige gestört. Ich kann hier nur fĂŒr mich sprechen und kann sagen, dass ich sehr selten so saubere Toiletten erlebt habe. Auf einem Festival sicherlich noch nie!
– Es war kalt in der Höhle. Oh ja, das stimmt. Ob man mit Heizstrahlern, gerade in Blickrichtung Ticketpreise, soviel hĂ€tte reißen können weiß ich nicht, aber das „Problem“ ist jetzt durchaus bekannt und kann durch passende Kleidung sicherlich perfekt umgangen werden. Der Austausch der BĂŒhnenbeleuchtung, sprich weg von den LEDs, könnte auch etwas bringen… auf jeden Fall angenehmeres Licht zum Fotografieren 😉


Freitag, 10.04.2015:

Tag Eins begann gegen 18 Uhr mit dem WĂŒrzburger Trio Model Kaos [GALLERY]. Die Band mit Wurzeln im Wave Bereich rockte völlig unbefangen, in der noch viel zu leeren Sandsteinhöhle, los. Formalin [GALLERY], ein reines Electro-Duo aus Berlin in lustigen Hosen hatten da schon etwas mehr GlĂŒck. Die meisten Besucher waren schon angekommen, wollten vielleicht mal schauen wie es drinnen aussieht, und sind dann auch bei den schnellen Beats kleben geblieben. Ein Alleinstellungsmerkmal bildete danach Eklipse [GALLERY]. Nicht nur als einzige nicht mĂ€nnliche Band, auch mit ihrer Instrumentierung. Mit Cello, Bratsche und Violinen boten die Damen akustisch und auch optisch eine willkommene Abwechslung. Perfekt interpretierte Coversongs quer Beet. Unter anderem auch Until The End Of The World, was zu einem Fest wurde.

Tyske Ludder [GALLERY] im Anschluss hatte da eher andere QualitĂ€ten. EBM pur. ØlĂ„f Å. Reimers und Claus Albers, unterstĂŒtzt durch einen quicklebendigen Jay Taylor an den Drums, brachten die Temperaturen in der Höhle durchaus auf ein gut ertrĂ€gliches Maß und bewiesen wieder einmal, dass auch „harte MĂ€nner“ durchaus mit Sympathie punkten können und suchten, nicht nur den sprichwörtlichen Kontakt, zum Publikum. Das fĂŒhrten dann auch die quirligen Mexikaner von Hocico (Aussprache: o’siko) [GALLERY] weiter. Racso Agroyam hinter der Elektronik ließ seinem Cousin Erk Aicrag den nötigen Raum vorne um sich ganz auszutoben. Das nutze er auch gerne und besuchte jeden Quadratmeter der BĂŒhne mehrere Male. Anfangs mit kunstvoller Maske, trieb er die mittlerweile randvolle Höhle zum Mitmachen an und stĂŒrme auch immer wieder ganz nach vorne um den direkten Kontakt herzustellen. Auch fĂŒr die Bands gibt es nicht so oft die Gelegenheit wie hier so nah an bzw. in die ersten Reihen zu kommen.

Diary Of Dreams [GALLERY] folgten dann gegen Mitternacht und mussten gucken was Sie mit den aufgeheizten Menschen anfangen konnten. Es gab sicherlich einige die nach Hinten gingen um etwas Luft zu schnappen, aber insgesamt blieb es gut gefĂŒllt. Adrian, Flex, Gaun:A und Dejan hatten hier das komplette Tour-Programm aufgefahren und ĂŒberzeugten, trotz Kontrast zu den zwei EBM-Bomben vorher, mit ihren eher dĂŒsteren Songs vollkommen.


Samstag, 11.04.2015:

Auch Tag zwei startete, Festivaltypisch, etwas verhalten. Zum romantischen Futurepop von Seelennacht [GALLERY] fanden nur wenige den Weg in die Höhle. Die meisten schon anwesenden GĂ€ste gönnten sich noch ein paar Sonnenstrahlen vor dem Eingang und auch die ein oder andere Leckerei. Was ich, zumindest bei dem Federweißen, gut verstehen konnte.

Zu MRDTC [GALLERY] war es dann auch schon deutlich gefĂŒllter. Die beiden, zur ErklĂ€rung des Namens: Mr. Dupont aka Christoph Lemke und Tino Claus, hatten eine grĂ¶ĂŸere Menge zu Beschallen und taten das auch. Trotz Ă€hnlich minimalistischem Setup, konnte die Musik aber auch nicht viel unterschiedlicher sein. EBM zum Warmtanzen ist ein erlaubtes Mittel!
Wer am Vortag noch nicht genug hatte von ØlĂ„f Å. Reimers (Maschinist bei Tyske Luder) konnte sich dann jetzt noch mal sein neues Projekt Harmjoy [GALLERY], welches er zusammen mit Dan van Hoyel (SĂ€nger bei Titan) gegrĂŒndet hatte, anschauen bzw. hören. Synth-Electro, Live unterstĂŒtzt mit zusĂ€tzlichem Keyboard und Drums, und herausstechendem Frontmann.


Robert Enforsen
[GALLERY], bekannt als SĂ€nger der nicht mehr existierenden Band Elegant Machinery, dĂŒrfte wohl ganz klar ein Publikumsliebling sein. Am Vortag noch fĂŒr die Musik der Aftershow-Party verantwortlich, stand er an diesem Tage selber auf der BĂŒhne. Mit seiner charismatischen Art sorgte er fĂŒr gute Laune und bewies, dass man auch alleine sehr gut eine ganze BĂŒhne fĂŒllen kann.

Mit Chrom [GALLERY] gab es im Anschluss dann wieder ein EBM-Duo. Auch hier bildet sich der Bandname witziger Weise aus den Namen der beiden Akteure Christian Marquis und Thomas Winters. Chrom erzeugte bei bescheidenem Licht gute Stimmung und steigerte das Tempo. Torul Torulsson aus Slowenien holte als erster an diesem Abend mit seiner Band Torul [GALLERY] eine Gitarre auf die BĂŒhne. Die Richtung ist zwar immer noch ganz klar elektronisch, aber die Kombination, flotter Electro-Pop mit treibenden Riffs, gefiel nicht nur mir sehr gut.

Mein persönlicher Höhepunkt des Abends kam dann danach. S.P.O.C.K [GALLERY] aus Schweden hetzten ihren Klingonen auf die Menge.

Die Fans konnten im Vorfeld abstimmen welche Songs an diesem Abend gespielt werden sollten und so war es eine bunte Mischung mit altbekannten Songs und Showeinlagen Ă  la Breakdance und Super Soaker. Grandios welche Stimmung die MĂ€nner verbreiten können! Den Abschluss des Abends krönte dann noch Apoptygma Berzerk [GALLERY]. Die Norweger um Stephan L. Groth fanden ein gut angeheiztes Publikum vor und nutzten die Situation auch schamlos aus. Von Anfang an mit Vollgas dabei, eine kleine Passage mit Coversongs von Jonas Groth solo, um dann wieder mit Schwung weiter zu machen. Ein perfekter Abschluss eines gelungenen Wochenendes. Ich hoffe, dass das nicht das letzte Mal war…!

Bilder des Festivals und der beteiligten Bands befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind dort durch Anklicken der gelben Sprechblase oben rechts möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Gallery-Links bzw. Fotos.Ein paar Zuschauerimpressionen gibt es HIER.

Fotos: Frank GĂŒthoff

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