EPICA, DRAGONFORCE & DIABLO BLVD. РKöln, Essigfabrik (31.01.2015)

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The European Enigma Tour Part II bekam mit Köln ihren vorletzten Austragungsort bei dem Epica ihr letztjährig-erschienenes Album The Quantum Enigma präsentieren. Mit dabei die legendären Speed-Metal Könige Dragonforce, sowie Epicas Labelkollegen Diablo Blvd., die ebenfalls bei Nuclear Blast unter Vertrag sind.

Erste Band des Abends war Diablo Blvd. aus Antwerpen. Diese f√ľnfk√∂pfige belgische Band versuchte die noch etwas ausgek√ľhlten G√§ste etwas mit Heavy Metal aufzuw√§rmen. Als erste von ingesamt drei Bands ist es nicht die leichteste Aufgabe. Doch immerhin war es in der K√∂lner Essigfabrik schon voller als bei anderen dortigen Supportbands. Und auch die Resonanz war da, zumindest beim letzten Song ihres 30-min√ľtigen Sets Black Heart Bleed, der auch ihr bekanntester ist, wurde es nochmal laut in der Halle bevor es mit der zweiten Band des Abends weiterging. Kaum zu glauben, dass ihr Frontmann Alex Agnew, welcher mit √§rmellosem Shirt gekleidet, Sonnebrille und einigen Tattoos den Hardrocker spielt, bereits eine erfolgreiche Karriere als Stand-Up Comedian hinter sich hat. 2013 erkl√§rte er diese f√ľr beendet und widmet sich seither komplett seinem Bandprojekt.

Dragonforce nahmen ein etwas l√§ngeres Set von ca. 45 Minuten in Anspruch, das zu 90% nichts anderes enthielt als Gitarren-/Basstapping. Endlose Soli – mal kombiniert und mal abwechselnd – stellten die beiden Gitarristen sich wie Rivalen auf die B√ľhne, und forderten die Menge zu mehr Beifall auf. Fehlen durfte nat√ľrlich ebenso nicht das Headbangen ihrer M√§hnen auf der B√ľhne, wie auch unter den zahlreichen extra angereisten Dragonforce Fans. Dragonforce spielen Speed Metal oder auch Extreme Power Metal, wie es ihr Label Noise Records nennt – wegen der hohen Spielgeschwindigkeit die meist nicht unter 200BpM liegt.

Jeder Gitarrist ger√§t bei so einem Anblick ins staunen und egal wie gut oder schlecht die Band ist, instrumental beeindruckt sie schon immens. Die Stimme des S√§ngers ist n√§mlich etwas polarisierend, √§hnelt sie etwas der von Iron Maiden, ist sie doch etwas … quietschend. S√§nger Marc Hudson, der erst seit 2011 dabei ist, erw√§hnte ausserdem, warum ihr Keyboarder Vadim nicht dabei sein konnte. Ihre Songs enthalten hin und wieder auch Keyboardsoli, die nun leider komplett fehlten, aber wichtiger war nunmal, dass Vadim’s Ehefrau derzeit ein Kind bekommt, was mit Applaus vollstens respektiert wurde.
Als letzten Song k√ľndigten sie den schnellsten Song ihrer Discography an und spielten Through the Fire and Flames, welcher auch bei Guitar Hero vorkommt und somit ausserhalb der Metalszene an Bekanntheit gewann. W√§hrend der l√§ngsten Umbaupause des Abends fiel auf, dass wirklich viele hartgesottene Dragonforce Fans vor Ort waren und sich zu diesem Zeitpunkt nach hinten verkrochen. Die L√ľcken wurden aber wieder z√ľgig geschlossen, denn der Gro√üteil wartete auf Epica.

Als sie gegen 21.45 Uhr der Reihe nach und voller Freude auf die B√ľhne huschten steigerte sich der Beifall immer mehr, bis es in lautes Kreischen √ľberging als auch S√§ngerin Simone erschien. Ungewohnt, aber auch Epica haben ihre Fans, die nicht vor Ende des Konzerts zu b√§ndigen sind. Gewohntes Metaller-B√ľhnenleben: Headbangen! Auch hier wurde diese typische Art fortgesetzt, bei der auch Simone sich mal am S-f√∂rmigen Mikrofonst√§nder festhielt und ihre Haare zum Rhythmus der Songs schwenkte. Wenn sie sich nicht gerade vor ihrem Ventilator aufhielt, stand sie auch mal im hinteren Bereich der B√ľhne auf einem Podest und erklang von dort aus mit ihrer gewaltigen Sopranstimme. Weiteres interessantes Merkmal der B√ľhnenperformance war Coen Janssens komplett schwenkbares Keyboard. Auch wenn er ziemlich abseits im "schattigeren" Bereich der B√ľhne stand, sorgte er f√ľr Hingucker bei seinem Spiel.

Simone bewies hin und wieder ihre perfekten Deutschkentnisse, wenn sie zwischen den Songs ein Paar Worte an das Publikum richtete. Sie ist zwar Holländerin, aber lebt seit einiger Zeit in/bei Stuttgart, wo sie mit ihrem Mann, dem Keyboarder von Kamelot, seit zwei Jahren stolze Mutter ist.
Alles in Allem war das Konzert sehr √ľberzeugend, auch f√ľr diejenigen, die die Band bis dahin noch nicht gesehen haben. Die charismatische Art der Frontfrau kombiniert mit wildem Power/Symphonic Metal und einer exzessiven B√ľhnendarbietung der Band, machten das Konzert zu einem Erlebnis bei dem der ein oder andere einfach nur beeindruckt erstarrte und nach 1,5 Stunden wieder erste Regungen zeigte.

Setlist EPICA:
01. Originem (Intro)
02. The Second Stone
03. The Essence of Silence
04. Unleashed
05. Storm the Sorrow
06. Fools of Damnation
07. Martyr of the Free World
08. The Obsessive Devotion
09. Victims of Contingency
10. The Last Crusade
11. Cry for the Moon
12. The Phantom Agony
13. Sancta Terra (Z)
14. Unchain Utopia (Z)
15. Consign to Oblivion (Z)

Epica:

Dragonforce:

Diablo Blvd.:

Fotos: André Techert

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