ALEX CLARE & SAINT JAMES – Oberhausen, Turbinenhalle 2 (21.01.2015)

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Endlich ist er da! Nachdem die Alex Clare Tour im vergangenen Herbst verschoben werden musste, stand nun endlich der Tour Auftakt der Akustik-Tour in Deutschland auf dem Programm. Es war der Turbinenhalle 2 in Oberhausen vorbehalten, erstmals ein Akustikset von Alex Clare in Deutschland zu beheimaten. Trotzdem fanden sich heute nur knapp 400 Zuschauer in Oberhausen ein, was vielleicht auch an den Ticketpreisen von knapp 40 Euro gelegen haben kann. Zumindest war dadurch auch der Altersdurchschnitt im Publikum ĂŒberraschend hoch, den hohen Frauenanteil hatte ich hingegen erwartet.

Eröffnet wird der Abend pĂŒnktlich um 20:00 Uhr von Saint James, einem sehr charmanten jungen Mann, der die Zuschauer mit atmosphĂ€rischem Hip Hop und vielen lustigen Stories unterhĂ€lt. Da handeln die Songs dann von durchzechten NĂ€chten ohne Erinnerung oder erzĂ€hlen warum Saint James eigentlich viel zu nett fĂŒr das Musikbusiness ist. Wenn man ihn da auf der BĂŒhne sieht kann man sich das gut vorstellen. Es war jedenfalls ein ungewöhnlicher, aber angenehmer Einstand in den Abend, der mit gut zwanzig Minuten allerdings Ă€ußerst kurz ausfiel.

Die nachfolgende „Umbaupause“ zog sich hingegen knapp doppelt so lange hin und so dauerte es bis kurz nach 21:00 Uhr bis Alex Clare die BĂŒhne betrat. Begleitet wurde er von seinem Support Saint James, der bei gut der HĂ€lfte der Songs die Drums beisteuerte. Das tut er mal lauter, mal fast unhörbar dezent und leise. Ansonsten dominiert hier jetzt aber nur Alex Clare, der sich eine Akustikgitarre umgehĂ€ngt hat und damit nun den Abend bestreiten wird. Der Brite ist trotz der wenigen Zuschauer bester Laune und legt mit seiner wirklich beeindruckenden Stimme gleich bei Never Let You Go, Just A Man und vor allem Three Hearts ordentlich los. Immer wenn sich die Stimme des NeunundzwanzigjĂ€hrigen lautstark erhebt, geht ein Raunen durch das Publikum. Seinen Song Caroline hat er erst vor 3 Tagen erstmals auf der Gitarre gespielt und das klappt wirklich bestens. Leider findet sich in Oberhausen niemand mit dem Namen Caroline und so widmet Alex den Song kurzerhand einer Zuschauerin mit einem Ă€hnlichen Namen. Seine Stimme klingt wirklich toll und immer wenn er sie lautstark erhebt, geht ein Raunen durch das Publikum und der KĂŒnstler selbst lacht sehr viel. Eigentlich deutet zu diesem Zeitpunkt alles auf einen tollen Abend hin, doch als nach einer Dreiviertelstunde bereits sein grĂ¶ĂŸter Hit Too Close, bekannt geworden durch eine Microsoft Werbung, ertönt, ahnen die Zuschauer Böses. Eine Ahnung die sich (zumindest zunĂ€chst) bestĂ€tigt, als danach sofort die Musik vom Band einsetzt und das Saallicht eingeschaltet wird. Erst regungslos, dann immer lauter werden die anwesenden Zuschauer. Soll es das wirklich schon gewesen sein? Ein Pfeifkonzert setzt ein und der Ärger des Publikums hat sich dann wohl auch recht schnell bis hinter die BĂŒhne herumgesprochen und vermutlich ist das dann auch der Grund, warum Alex Clare doch noch einmal die BĂŒhne betritt und mit zwei Zugaben immerhin noch knapp an der „Eine-Stunde-Marke“ kratzt. Dank der Zugaben ist das Publikum zumindest etwas besĂ€nftigt, aber man muss schon sagen, dass man wohl etwas mehr erwarten konnte oder zumindest hatte als 20 Minuten Vorband und 60 Minuten Headliner. Vielleicht war die Belastung durch den Akustikgig aber auch einfach höher als von ihm selbst erwartet. So wird ein an und fĂŒr sich eigentlich sehr guter Auftritt eines ansonsten sympathischen KĂŒnstlers jedenfalls leider etwas getrĂŒbt. Beim nĂ€chsten Mal darf es also wieder gerne etwas mehr sein Alex!

Setlist ALEX CLARE:
01. Never Let You Go
02. Just A Man
03. Three Hearts
04. Relax My Beloved
05. Goodnight Irene
06. Whispering
07. Caroline
08. Hummingbird
09. War Rages On
10. Unconditional
11. Too Close
12. Hold Yuh (Z)
13. ? (Z)

Alex Clare:

Saint James:

Fotos: Michael Gamon

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