DARK STORM FESTIVAL 2014 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2014)

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Das Dark Storm Festival in Chemnitz ging am 25.12.2014 bereits in die 18. Runde. Schon vor etlichen Jahren wechselte man in die Chemnitzer Stadthalle, die mit 2 SĂ€len und großen Vorhallen genĂŒgend Platz fĂŒr die zahlreichen GĂ€ste der Schwarzen Szene bietet. Das Abendprogramm war gut gefĂŒllt. Insgesamt 12 Bands aus den Bereichen Dark Wave, Gothic, Elektro, Industrial und Metal sorgten fĂŒr einen abwechslungsreichen Jahresausklang.

Bereits vor 16:00 Uhr fanden sich schon zahlreiche GĂ€ste vor der Stadthalle ein. Das Wetter war relativ mild. Geduldig wartete man noch eine Weile, bis um 16:15 Uhr der Einlass begann.

Wie geplant startete das diesjĂ€hrige Dark Storm um 16:45 Uhr mit der Berliner Formation Ost+Front. GrĂŒndungsmitglied Patrick Lange ist seitdem unter dem Pseudonym „Hermann Ostfront“ unterwegs. Im August 2014 erschien das DebĂŒtalbum Ave Maria. Musikalisch kann man die Band ins Genre Neue Deutsche HĂ€rte einordnen. Ein Mix aus harten GitarrenklĂ€ngen mit elektronischer Musik und aggressiven deutschen Texten kennzeichnen den Stil von Ost+Front. Obwohl das Festival gerade erst begann, standen jetzt schon viele Fans dicht gedrĂ€ngt vor der großen BĂŒhne. Stark geschminkt, mit Masken, abgenutzten MĂ€nteln und einer alten NVA-Uniform traten die Musiker auf die BĂŒhne, die dicht in Nebel gehĂŒllt war. 30 Minuten rockte das Publikum zu den provokativen Songs von Ost+Front.

Nach kurzer Umbauphase ging es auf der großen BĂŒhne weiter mit Coppelius. Die Berliner Band bezeichnet ihren Musikstil selbst als Kammercore. Verwendet werden verschiedenste Instrumente, u.a. Schlagzeug, Kontrabass, Cello und Klarinette. Die Band versetzt das Publikum ins 19. Jahrhundert, so tragen die Bandmitglieder auch Kleidung aus dieser Zeit. ZusĂ€tzlich war die BĂŒhne mit einer passenden Dekoration geschmĂŒckt. Coppelius gab den Besuchern keine Zeit zum Ausruhen. Sofort fesselten sie die Besucher mit ihrer Musik und nahmen sie mit auf eine musikalische Zeitreise.

Gleich im Anschluss begann die erste Show auf der kleinen BĂŒhne. Das Gelsenkirchener Elektro-Projekt Rotersand machte hier den Anfang. Der Stil von Rotersand ist vielschichtig und enthĂ€lt Elemente aus Futurepop, Techno und Trance. Vier Alben sind seitdem erschienen, zuletzt Random Is Resistance (2009). Auch vor der kleinen BĂŒhne versammelten sich bereits zahlreiche Besucher. SĂ€nger Rascal Nikov zog die Besucher sofort in seinen Bann und sang einen Song gar direkt im Publikum. So sorgte Rotersand auch im kleinen Saal fĂŒr einen gelungenen Beginn.

Als nĂ€chstes folgte die aus Hamburg stammende Band Grausame Töchter. Sie wurde 2009 von Aranea Peel (Gesang) und Gregor Hennig (Schlagzeug, Studiomix) gegrĂŒndet. Stilistisch bewegt sich die Band zwischen EBM, Industrial, Punk und Techno. Das aktuelle Album Glaube, Liebe, Hoffnung erschien erst vor wenigen Monaten. Der große Saal war nun bis hinten gefĂŒllt. Gespannt warteten die Besucher auf die Show, welche durchaus eine der aufsehenerregendsten des Abends werden sollte. Mit in Nebel gehĂŒllter BĂŒhne und geheimnisvoller AtmosphĂ€re prĂ€sentierten Aranea und ihre Musiker ihre Songs, welche von Tanz- und Fetischeinlagen untermalt wurde. Gespannt verfolgten die Besucher diesen außergewöhnlichen Auftritt.

Wieder rein elektronisch ging es kurz nach 19:00 Uhr auf der kleinen BĂŒhne weiter. Dive ist eines der zahlreichen Projekte von Dirk Ivens. Das Elektro-Industrial-Projekt existiert seit 1991. Harter, minimalistischer Sound mit ebenfalls knapp gehaltenem Gesang kennzeichnet die Musik von Dive. Tanzen war nun angesagt. Clubhits wie Snakedressed und Pain and Pleasure kamen super bei den Besuchern an. Fans des hĂ€rteren Elektro konnten zu rund 40 Minuten feinstem Sound richtig loslegen.

Die aus Schweden stammende Band The Exploding Boy orientiert sich vorwiegend am Stil der Achtziger Jahre. Post Punk und New Wave sind hierbei dominant. Die Band wurde 2006 von Lars Andersson und Johan Sjöblom gegrĂŒndet. 4 Alben sind bis jetzt erschienen, zuletzt Four (2013). Der große Saal war jetzt zwar nur zur HĂ€lfte gefĂŒllt, dennoch feierten die Besucher mit der schwedischen Band und sorgten fĂŒr gute Stimmung.


In Strict Confidence
etablierten mit unverkennbaren Melodien und eingĂ€ngigen Texten ihren eigenen Stil in der Elektro-Szene. Seit vielen Jahren begeistert die Band zahlreiche Fans. Titel wie Zauberschloss oder Engelsstaub sind OhrwĂŒrmer und werden immer wieder gerne gehört. Im letzten Jahr veröffentlichten sie eine Retrospektive der vergangenen 20 Jahre – Lifelines (Vol. 1 + 2). Im Februar wird Vol. 3 erschienen. Vor 4 Jahren hatte In Strict Confidence bereits einen Auftritt auf dem Dark Storm Festival, damals auf der großen BĂŒhne. Nun auf der kleinen BĂŒhne, leider auch mit eingeschrĂ€nkten Line-Up – SĂ€ngerin Nina de Lianin war nicht mit dabei. Dennoch verzauberte Dennis Ostermann mit seinen Musikern das Publikum. Dicht gedrĂ€ngt standen die Besucher bis zu den EingĂ€ngen und lauschten den wundervollen Songs von In Strict Confidence.

Nahezu zeitgleich begann ca. 20:25 Uhr die Show von Welle: Erdball auf der großen BĂŒhne. UnlĂ€ngst erschien ihre brandneue EP Ich rette Dich!, mit der sie gleich auf Tour gingen. Wenige Monate zuvor erschien das Album Tanzmusik fĂŒr Roboter, auf dem die neue Moderatorin Lady Lila ihr DebĂŒt hatte. Das Minimal-Elektro-Projekt setzt auf deutsche Texte und verwendet u.a. elektronische Hilfsmittel wie den Commodore 64. Mit ĂŒber 20 Jahren Bandhistorie gab es jede Menge Songs zur Auswahl. Mit dem Kraftwerk-Cover Die Roboter begann die Show. Aber auch Klassiker wie Arbeit Adelt!, Schweben, Fliegen und Fallen sowie Starfighter F-104G durften nicht fehlen. Die Zuschauer sangen begeistert mit. Der große Saal war nun bis hinten gefĂŒllt. Luftballons, die von der Band ins Publikum geworfen wurden, sorgten zusĂ€tzlich fĂŒr eine angenehme AtmosphĂ€re.

Das mexikanische Elektro-Duo Hocico war anschließend um 21:25 Uhr der letzte Act im kleinen Saal. Die Band hat in der hĂ€rteren Elektro-Szene schon seit etlichen Jahren Kult-Status. Nach dem letzten Studioalbum Los Dias Caminando En El Fuego (2013) erschien letztes Jahr die Live-CD/DVD Die Hölle ĂŒber Berlin. Halbseitig mit einem Totenkopf geschminkt trat Erk Aicrag auf die in Nebel gehĂŒllte BĂŒhne. Am Keyboard wurde er dieses Mal durch einen Gastmusiker unterstĂŒtzt. Genau die richtige Stimmung fĂŒr die schweißtreibenden und dĂŒsteren Songs. Der kleine Saal war abermals brechend voll. Zu Songs wie Bite Me! und Dog Eat Dog konnte nun noch einmal ordentlich getanzt werden.

Zur selben Zeit startete im großen Saal die MĂŒnchner Band Megaherz, die erst wenige Tage zuvor mit ins Programm aufgenommen wurden. Seit mehr als 20 Jahren sind sie bereits unterwegs und gehören damit zu den frĂŒhesten Vertretern der Neuen Deutschen HĂ€rte. 2008 schafften sie einen großen Erfolg mit dem Album Heuchler. Im September haben Megaherz ihr neues Album Zombieland veröffentlicht. 40 Minuten Spielzeit blieben Megaherz, allesamt schwarz und weiß geschminkt. Das Publikum tanzte und jubelte zur Rockmusik mit Herz.

Mono Inc. sind keine Unbekannten auf dem Dark Storm Festival. Bereits ein Jahr zuvor hatten sie einen Auftritt. Dennoch erwarteten viele Fans die Band sehnsĂŒchtig. Die Alternative-Rock-Band aus Hamburg hat in den letzten 15 Jahren ihrer Bildgeschichte insgesamt 8 Studioalben und zahlreiche Singles veröffentlicht. Im August 2014 erschien das Doppelalbum The Clock Ticks On 2004–2014, welches neben einer Best-Of-CD auch eine CD mit Akustikversionen enthĂ€lt. Mono Inc. spielten in rund 60 Minuten zahlreiche OhrwĂŒrmer, beginnend mit Heile, heile Segen. Wieder gab es pyrotechnische Attraktionen, aber auch musikalisch war Mono Inc. ein Feuerwerk. Die Setlist konnte diesmal vom Publikum per Voting bestimmt werden. Die meist gewĂ€hlten Songs waren hier Voices Of Doom und Gothic Queen. Besser konnte der Abend fĂŒr Fans nicht laufen.

Kurz vor Mitternacht wurde es Zeit fĂŒr die 12. und letzte Band des Abends: Project Pitchfork. UnlĂ€ngst haben sie ihr neues Album Blood veröffentlicht. Bereits seit Anfang der Neunziger Jahre gehören sie zu einem festen Bestandteil der schwarzen Szene. Auch bei Project Pitchfork konnten sich Fans einige Tage zuvor bis zu 3 Songs wĂŒnschen. Dicht gedrĂ€ngt standen die Fans nun bis in die hinteren Reihen. Mit dem brandneuen Blood-Diamond startete die deutsche Top-Band ihre 60 minĂŒtige Show, die den Besuchern viele Highlights aus ihrem Repertoire prĂ€sentierte. Titel wie Timekiller, Souls oder Alpha Omega durften hierbei nicht fehlen. Die Zuschauer waren begeistert. Sie tanzten und sangen mit, wĂ€hrend eine großflĂ€chige Videoshow zusĂ€tzlich fĂŒr die richtige Stimmung sorgte.

Auch das 18. Dark Storm Festival sorgte mit einem abwechslungsreichen Programm fĂŒr ein zufriedenes Publikum und einen gelungenen Abschluss des Jahres. 12 Bands aus verschiedenen Genres gaben ihr Bestes und sorgten fĂŒr einen unvergesslichen Abend.

Wir haben fĂŒr euch eine Bildergalerie zum Festival zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen könnt:

Bildergalerie Dark Storm Festval 2014 (Bands & Impressionen)

Fotos: Thomas Bunge

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