THE JEZABELS & FAREWELL DEAR GHOST – Köln, Gebäude 9 (17.07.2014)

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Vorbildlich pünktlich startete der Einlass im Kölner Gebäude 9 um Punkt 19.30 Uhr und Dank der sommerlich-angenehmen Temperaturen und verfügbaren Kaltgetränken verflog die einstündige Wartezeit bis zur Vorband recht schnell. Diese nannte sich Farewell Dear Ghost und besteht aus vier unaufdringlichen, sympathischen, studentisch-anmutenden Österreichern, die wie eine gezähmte Version von WU LYF klangen, die sich an Songs der Killers versucht. Man muss das Rad ja auch nicht komplett neu erfinden, wenn es bereits solide ist und gut läuft. Lobend sei an dieser Stelle der Schlagzeuger erwähnt, der mit seinem kreativen Spiel zu überzeugen wusste, absoluter Wahnsinn bei dieser Hitze. Ohne das gängige „Vorbands-sind-Scheiße“ Klischees zu erfüllen machten sie aus der Wartezeit auf den Hauptact keine gelangweilte Qual, sondern unterhielten das Publikum nicht nur mit Songs ihres Debütalbums We Colour The Night bestens musikalisch, sondern auch indem sie zwischen den Songs immer wieder Kontakt zum Publikum suchten. Auch waren Sound und Temperaturen gut abgestimmt, sodass es auch da keinen Grund zur Beanstandung gab. Pluspunkte gibt es hingegen noch für die gute Vorbereitung, denn selbst die Österreicher wussten um den Kampf, den das Gebäude 9 und seine Freunde erst kürzlich gegen bürokratische Windmühlen erfolgreich geführt hatten und lobten den Einsatz für die Erhaltung der Kunst. Sie seien sehr froh hier spielen zu dürfen.

Setlist Farewell Dear Ghost:
01. Demons I
02. Words
03. Cool Blood

04. City Nights
05. Wake Up
06. Fire
07. Fade Out

Nach einer subjektiv gesehen kurzen Umbaupause in denen zwei Paravents mit dem Cover des neuen Albums The Brink den Weg auf die Bühne fanden, ging es mit den sichtlich gut gelaunten und komplett in schwarz gekleideten The Jezabels weiter. Hier wurde der Sound zumindest rechts vor der Bühne zwar zum Teil etwas schwammig, aber der Perfektionismus an den Instrumenten war dennoch rauszuhören. Sängerin Hayley Mary bedankte und entschuldigte sich in einer kurzen Ansprache bei den Fans die die Tickets für den ursprünglichen Konzerttermin im März erworben hatten und 4 Monate warten mussten um sie zu sehen. Ansonsten hob sie sich ihre kraftvolle Stimme (für die es schier unmöglich schien schiefe Töne hervorzubringen) fast ausschließlich für die 13 Songs + 2 Zugaben auf.

Aber nicht nur ihre Stimme sondern auch ihr Tanzstil, der wie eine Mischung aus Roboter und Schlange anmutete, zog die Blicke auf sich. Doch auch der Rest der Band musste sich nicht verstecken, während Heather (Keyboards) und Nik (Schlagzeug) die Bühne sitzend zum Wackeln brachten, zog Samuel (Gitarre) hin und wieder ein kleines imaginäres Trampolin vor um seiner Freude über die eigene Musik Ausdruck zu verleihen.

Das Publikum gemischten Alters hingegen schien ein wenig träge und konnte sich –vielleicht Temperatur bedingt- gerade einmal zum leichten Mitwippen und angedeutetem Mitsingen bei den älteren Songs animieren, während die neuen Stücke bei einigen Anwesenden spanische Dörfer zu sein schienen. Wenigstens blieben (zumindest vorne an der Bühne) die Smartphones in den Taschen, bzw. die Leute beschränkten sich auf ein paar Erinnerungsfotos anstatt wackelige "Ich-War-Da"-Angeber-/Beweisvideos für Youtube zu erstellen. Neben älteren Songs wie Endless Summer, City Girl oder Dark Storm spielten sie sehr viele vom neuen Album, darunter als Opener den Titelsong The Brink, die derzeit aktuelle Single Time To Dance und später als erste der beiden Zugaben Psychotherapy. Im Anschluss gab die off Stage etwas scheu wirkende Hayley noch Autogramme am Tourbus und bedankte sich bei jedem einzeln, der sich eine Signatur abholte.

Ich wage die optimistische Prognose, dass mit dem nächsten Album auch der Durchbruch dieser Band kommt…

Setlist The Jezabels:
01. The Brink
02. Endless Summer
03. Long Highway
04. Time to Dance
05. Hurt Me
06. Look of Love
07. Beat to Beat
08. City Girl
09. A Little Piece
10. No Country
11. The End
12. Dark Storm
13. Catch Me
14. Psychotherapy (Z)
15. Easy to Love (Z)

The Jezabels:

Farewell Dear Ghost:

Fotos: Michael Gamon

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