SUNRISE AVENUE – K├Âln, Tanzbrunnen (11.07.2014)

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Am Freitag den 11. Juli 2014 machten sich rund 12.000 Menschen auf nach K├Âln, um die Finnen von Sunrise Avenue live zu erleben. Allen Unwetterwarnungen zum Trotz waren sie fr├╝hzeitig angereist, um sich die besten Pl├Ątze am K├Âlner Tanzbrunnen zu sichern. Wie sich herausstellte war die Sicht im hinteren Bereich des Open Air Gel├Ąndes unweit des Bahnhofs Messe-Deutz teilweise eher schlecht, sodass sich die fr├╝he Anreise gelohnt hatte.

Doch bevor das ├╝berwiegend weibliche Publikum ihre Favoriten des Abends begr├╝├čen konnte, waren My First Band an der Reihe, die aus Vantaa in Finnland als Support angereist waren. Die aus Antti Koivula (Gesang), Mikko Virta (Gitarre), Heikki Puhakainen (Keyboard), Heikki Kyt├Âl├Ą (Schlagzeug) und Juho Vehmanen (Bass) bestehende Band existiert nun schon seit 2006 und hat bis dato drei Alben herausgebracht. F├╝r viele K├Âlner Fans waren sie keine Unbekannten, was auch daran liegen mag, dass Sunrise Avenue Frontmann Samu Haber als Manager der Band t├Ątig ist.

So kam es also, dass die Band nicht als unn├Âtige Wartemusik zum Headliner gesehen, sondern (f├╝r einen Supportact) begeistert empfangen wurde. Der fetzige RockÔÇÖnÔÇÖRoll des F├╝nfers fand bei vielen Anwesenden Gefallen und einige hatten sogar Banner und Transparente f├╝r die Band mitgebracht, die sich sicherlich ├╝ber die positive Resonanz freute. Bemerkenswert bei My First Band ist das pr├Ągnante Auftreten des Frontmanns, der die meiste Zeit die Blicke auf sich zog und zu unterhalten wusste. Kein steifes an den Mikrofonst├Ąnder h├Ąngen, sondern ein wenig Bewegung und auch gerne mal ein wenig auf die feiernden Zuschauer zugehen, so macht ein Supportact Spa├č. Nach zehn Liedern mussten Antti Koivula und seine Instrumentalisten die B├╝hne wieder r├Ąumen, jedoch mit der Gewissheit einige neue Fans gewonnen und die Bestandsfans begeistert zu haben, d├╝rfte das dann doch nicht allzu schwer gefallen sein.

Setlist My First Band:
01. Delorean
02. Parachute
03. This One’s Gonna Hurt
04. Salvation
05. Manilla Vanilla
06. Don’t Break My Corazon
07. Try (P!nk Cover)
08. Baby You’re too Young (I Wanna Make Love to Your Mama)
09. 1 2 3 4 Fight for the Money
10. Freedom Fighter

Bereits w├Ąhrend der Umbaupause h├╝pfte ein gro├čer Ball in dem eine Kamera angebracht war durch das Publikum, so konnte auf den Videoleinw├Ąnden das H├╝pfen live mitverfolgt werden. Ein nettes Gimmick ohne gro├čen Mehrwert f├╝r die Zuschauer. Diese h├Ątten sich sicherlich mehr ├╝ber eine freie Sicht auf das B├╝hnengeschehen w├Ąhrend des Konzertes gefreut. Neben den Pfeilern f├╝r die Sonnensegel waren das Soundboard, zwei T├╝rme f├╝r Licht und Kameras sowie eine Hand voll Palmen im Blickfeld vieler Besucher. Um dieses Defizit auszugleichen gab es die Videoleinw├Ąnde, die von einigen Punkten aber auch nur bedingt einsehbar waren. Da das Gel├Ąnde komplett gef├╝llt war, gestaltete sich die Suche nach einem besseren Platz jedoch als schwierig, sodass viele Besucher auf optische Eindr├╝cke verzichten mussten. Schade!

Mit Unholy Ground, dem Titelsong des vierten Albums, ging es um Viertel nach Acht mit Sunrise Avenue los. Samu Haber (Gesang, Gitarre), Raul Ruutu (E-Bass), Sami Osala (Schlagzeug) und Riku Rajamaa (Gitarre) wurden vom Publikum euphorisch empfangen und spielten mit I Can Break Your Heart und Lifesaver noch zwei weitere Lieder, bevor Samu zu einer kleinen Begr├╝├čung ansetzte. Er zeigte sofort Grundkenntnisse der deutschen Sprache und versuchte auch bei seinen weiteren Ansagen meist diese auch auf Deutsch zu t├Ątigen.

Der Fokus des Konzertes lag ├╝berdeutlich auf neueren St├╝cken, so waren neun von insgesamt 16 Liedern aus dem neuen Album. Gl├╝cklicherweise war die Ver├Âffentlichung von Unholy Ground schon ├╝ber ein halbes Jahr her, sodass den Fans genug Zeit blieb die Lieder auswendig zu lernen. Und man kann sagen, dass der Tanzbrunnen seine Hausaufgaben gemacht hatte. Jedes Lied wurde lautstark mitgesungen und auch sonst mangelte es nicht an Enthusiasmus der Fans, die ihre Band auch mit Kuscheltieren und (Liebes?)-Briefen beschenkten.

Sunrise Avenue zeigten sich als routinierte Liveband, deren Interaktionen w├Ąhrend der Lieder teils wie ├╝ber die Jahre verinnerlichte Abl├Ąufe wirkten, sodass die Spontanit├Ąt ein wenig abhandenkam. F├╝r eingefleischte Fans nat├╝rlich ein wenig st├Ârender, als f├╝r diejenigen die es zum ersten Mal sehen. Jedoch ein wenig spontanes Zugehen und Reagieren auf das Publikum, was gerade in den ersten Reihen wirklich durchweg begeistert war, w├Ąre schon sch├Ân gewesen.

Als nach dreizehn Liedern vorl├Ąufig Schluss war, war jedem Anwesenden klar dass es das nicht gewesen sein kann. So stark konnte die Band wohl kaum auf das neue Album setzen, denn zwei der gr├Â├čten Hits waren noch nicht gespielt worden. So wunderte es nicht, dass die Zugabe Fairytale Gone Bad und Hollywood Hills beinhaltete. Diese beiden St├╝cke waren mit Abstand die besten im Set, denn das Publikum schien alle Reserven zu mobilisieren und der komplette Tanzbrunnen sang aus lauter Kehle mit. Gro├čartig!

So endete nach knapp neunzig Minuten ein gutes Konzert zweier Bands, bei dem eigentlich nur die Sichtverh├Ąltnisse kritisiert werden konnten. Wie um dieses Defizit wett zu machen war der Sound daf├╝r aber ziemlich gut, sodass zumindest ein Sinn komplett auf seine Kosten kam. Ein spezieller Dank ging an das Wetter, was trotz Unwetterwarnung die Sunrise Avenue Fans nicht nass gemacht hat, sodass jeder Besucher seine Zeit genie├čen konnte. Und wer Lust auf eine weitere Runde hat, kann das z.B. am 22.08.2014 erledigen, dann dann spielen Sunrise Avenue noch einmal in NRW und zwar im Westfalenpark Dortmund.

Setlist Sunrise Avenue:
01. Unholy Ground
02. I can break your heart
03. Lifesaver
04. Afraid Of The Midnight
05. Little bit love
06. I donÔÇÖt dance
07. Angels on a rampage
08. Choose To Be Me
09. Girl like You
10. Letters In The Sand
11. If I Fall
12. Forever Yours
13. Out Of Tune
14. Hurtsville (Z)
15. Fairytale Gone Bad (Z)
16. Hollywood Hills (ZZ)

Sunrise Avenue:

My First Band:

Fotos: Markus Hillg├Ąrtner

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