VANIISH – Memory Work

cover-vaniish-memory-work.jpg
GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung

8 Bewertung

Veil Veil Vanishs DebĂŒtalbum Change in the Neon Light war eines meiner Lieblingsalben in 2010 und der Song Anthem For A Doomed Youth eine wirkliche Hymne. Viel sprach dafĂŒr, dass die Band wĂŒrde voll durchstarten können, doch es blieb bei einem Album, dafĂŒr schickt sich jetzt Vaniish an, die Story weiterzuerzĂ€hlen. Denn mit Frontmann Keven Tecon (Gesand, Gitarre) und Bassistin Amy Rosenoff bilden 50% der VVV-Formation das GrundgerĂŒst von Vaniish. Doch was erwartet uns auf Memory Work?

ZunĂ€chst einmal sind natĂŒrlich die Wurzeln klar erkennbar, doch konzentrieren sich Vaniish mehr auf AtmosphĂ€re und weniger auf hymnenhafte Refrains zum Mitsingen. Das ist auf der einen Seite etwas schade, denn das hatten Veil Veil Vanish wirklich drauf, auf der anderen Seite erhöht das aber auch die Halbwertszeit des Albums, das nun eher erarbeitet werden möchte, als sein Ă€lterer Halbbruder. Und so empfĂ€ngt uns beim Opener In Images krachiger White-Noise Gitarrensound bevor das Schlagzeug den Rhythmus vorgibt und Bass und Gitarre, neben Keven Tecon auch von Keyboarder Adam Beck bedient, entsprechend einstimmen. Die Drums sind ĂŒbrigens ein sehr interessanter Aspekt im Sound von Vaniish, denn die Band kombiniert geschickt Drumcomputer-Sounds mit Live-Drums von Schlagzeuger Nick Ott, was durchaus atmosphĂ€risch zum tragen kommt. Schon der nachfolgende Titeltrack Memory Work macht deutlich, dass die Wave-EinflĂŒsse jetzt noch tiefer Einzug halten und man auch vor wirklich dĂŒsteren KlĂ€ngen wie in der Strophe von Kaleidoscoped nicht zurĂŒckschreckt, das zudem ĂŒber einen feinen melodischen Chorus verfĂŒgt. Die Band ist heute noch schwerer auszumachen und bewegt sich im weiten Spannungsfeld zwischen wavig-monotonen, an Joy Division oder frĂŒhe The Cure erinnernde Sounds, dem psychedelischen Shoegaze vieler Creation Records Veröffentlichungen und dichten Soundscapes wie sie insbesondere bei 4AD beheimatete Bands perfektionierten.

Hat einen Fragment/Fatigue erst einmal geerdet, wird man von Search And Replace sogleich hoch in die Luft gewirbelt, denn hier sind KrĂ€fte am Werk als habe man Bauhaus in die Zukunft teleportiert um der fröhlichen Spaßfraktion zu zeigen, was eine Harke ist. Da kommt der vielleicht poppigste Song Merge gerade recht, auch wenn diese Bezeichnung schon ein wenig irrefĂŒhrend ist. Die nachfolgenden Tracks lassen es dann wieder etwas ruhiger angehen und lĂ€ngst hat man begriffen, dass man hier catchy Hymnen wirklich vergeblich sucht, dafĂŒr hat mich die AtmosphĂ€re lĂ€ngst gepackt und man erfasst das Vaniish Universum 2014 nun weitaus deutlicher, als man es zu Beginn vielleicht fĂŒr möglich gehalten hĂ€tte. Dass selbst diese EinschĂ€tzung aber noch nicht weit genug geht, merkt man beim abschließenden La Foi Au Fil De L’Eau, das neben den getragen-sphĂ€rischen Sounds natĂŒrlich vor allem durch seine komplett französischen Lyrics aus dem Rahmen fĂ€llt und das Album trĂ€umerisch ausklingen lĂ€sst.

Vaniish ist mit Memory Work ein klassisches Shoegaze-Album gelungen, das vollkommen vom Staub vergangener Tage befreit wurde und dank interessanter SoundansÀtze niemals langweilig wird. Bleibt zu hoffen, dass man bei Vaniish nicht vergeblich auf einen Nachfolger wartet. Bis dahin wÀren ein paar Live-Auftritte schön, denn das stelle ich mir durchaus eindrucksvoll vor.

Tracklist:
01. In Images
02. Memory Work
03. Kaleidoscoped
04. Fragment Fatigue
05. Search And Replace
06. Merge
07. Succession
08. Observatory Time
09. Loss Of Sensation
10. Cold Fascination
11. La Foi Au Fil De L’Eau

Kommentar verfassen