LAIBACH – B- Leuven, Het Depot (10.03.2014)

2014-03-10_Laibach_-_Bild_017.jpg
GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Die slowenische Band Laibach wĂ€hlte ihren Namen nach dem frĂŒheren deutschen Namen fĂŒr die Stadt Ljubljana. 1980 als musikalischer Teil der Neuen Slowenischen Kunst gegrĂŒndet, sorgte ihr totalitĂ€rer Pop stets fĂŒr viele Kontroversen: Vorstellungen wurden verboten und selbst der Name Laibach durfte nicht im ehemaligen Jugoslawien verwendet werden. Die Band erzeugt ebenso viel Hass wie Faszination. Auch Rammstein wurde von ihnen inspiriert, vor allem von der bombastischen Mischung aus Avantgarde-, Industrial- und klassischer Musik. Laibach interpretieren viele Arten von Musik wie Volkslieder, Nationalhymnen oder StĂŒcke von Bach und geben ihnen eine ganz eigene Note.

Seit ein paar Tagen ist nun ihre neue CD Spectre erschienen, die erste seit 8 Jahren. Die Songs ihrer aktuellen CD werden live komplett im ersten Teil vor der Pause gespielt. Die Musik handelt von der Band selbst, ihrer Musik, ihren Absichten, ihrer Philosophie und Ideologie.

Das Intro besorgt die Eurovisionsmelodie, gefolgt vom neuen Laibach Song Eurovision und alle Lieder die wir von nun an hören, werden mit geeigneten / relevanten Visuals auf den Bildschirmen kombiniert. So sehen wir marschieren MĂ€nner bei Walk with me und bei Americana singt SĂ€ngerin Mina Spiler durch ein Megaphon. Mina und SĂ€nger Milan Fras sind bei den Gesangspartien gleichberechtigt. Sie wechseln sich ab und ergĂ€nzen sich gegenseitig perfekt. Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis zu sehen, wie Mina zu uns singt, ganz so, als ob sie uns eine Lektion erteilen oder eine Predigt verlesen möchte. Die Texte handeln von einer Vielzahl verschiedenster Themen. Alles ist sehr ernsthaft und es gibt kein LĂ€cheln auf den Gesichter oder Interaktion mit dem Publikum, abgesehen von den Computerstimmen. Denn zwischen den Songs hören wir regelmĂ€ĂŸig eine Computerstimme, die den Zuschauern mit SprĂŒchen wie „You Are Great“ oder „Let Me Hear You Say Way Oh“ dankt und sie anfeuert. Es ist eine wirklich gute Show.

Beim Beginn von The Whistleblower pfeift die ganze Band die Melodie. Es ist eine Melodie die so eingĂ€ngig ist, dass wir sie bald auch pfeifen werden. No History und Resistance Is Futile folgen und wir haben somit die Gelegenheit, die neue CD in ihrer Live-Umsetzung zu beurteilen. Man kann festhalten, dass sich die Songs perfekt in die Riege der frĂŒheren Songs einreihen.

Nach der kurzen Pause hören wir nun etwas anderes, denn nachdem man das neue Album ausreichend promotet hat, gibt es auch einige Cover von Bob Dylan oder The Normal, sowie einige Ă€ltere Songs zu hören. Zu B Mashina und Under The Iron Sky sehen wir Bilder aus dem Film Iron Sky, fĂŒr den diese Musik geschrieben wurde.

Als Zugabe prĂ€sentieren Laibach uns das Cover Love On The Beat sowie den Tanz Mit Laibach, welcher massiv von den Fans mitgesungen wird. Der Großteil des Publikums ist 30 oder Ă€lter. Die Jugend wird Laibach voraussichtlich nun Dank der neuen CD kennenlernen, so dass bald eine jĂŒngere Generation von Fans nachrĂŒcken wird, um ihre Shows zu sehen.

Trotz des starken Applauses entscheiden die Mitglieder Laibachs, dass zwei Zugaben genug sind. Genau wie bei einem Film sehen wir den Abspann auf dem Bildschirm erscheinen. Langsam und trotzdem in der Hoffnung, dass die Band noch einmal fĂŒr eine weitere Zugabe zurĂŒckkommt, bewegt man sich in Richtung Ausgang. Dass es allen gefallen hat, kann man an ihren Gesichtern leicht ablesen.

Setlist Laibach:
01. Eurovision
02. Walk with me
03. Americana
04. We are millions and millions
05. Eat liver!
06. Bosanova
07. Koran
08. Whistleblowers
09. No history
10. Resistance is futile
—–
11. Brat moj
12. Ti, ki izzivaĆĄ
13. B mashina
14. Under the iron sky
15. Leben-Tod
16. Warme Lederhaut
17. Ballad of a thin man
18. See that my grave is kept clean
19. Love on the beat (Z)
20. Tanz mit laibach (Z)

Autorin: Monique Rijksen
Fotos: Roger op den Camp

Kommentar verfassen