FRIDA GOLD & LIAM – Dortmund, FZW (13.03.2014)

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Am 13.03. machte Frida Gold Halt in Dortmund wÀhrend ihrer Liebe ist meine Rebellion-Tour und brachte den Wahlberliner LIAM als Support mit.

Bei LIAM handelt es sich um eine komplette Bandformation, jedoch mit Fokus auf den SĂ€nger und Gitarristen mit seiner markanten Stimme. 30 Minuten blieben ihm um im Dortmunder FZW die Besucher neugierig auf seine demnĂ€chst erscheinende Debutplatte zu machen. Vieles weiß man noch nicht von ihm und seiner Band. Nur, dass er als ein potentieller Newcomer 2014 gehandelt wird. Optisch Ă€hnelt er ein wenig Russell Marsden von Band Of Skulls. Nicht nur wegen seines Erscheinungsbildes, sondern auch wegen der Vorliebe fĂŒr Gretsch-Gitarren. Der Sound seiner vorgetragenen Songs ist sehr breit. Hymnengleiche Kompositionen aus kontinuierlichen Melodien zweier Gitarren werden erschaffen und dazu hier und da EinsĂ€tze von Synths oder klassischen PianoklĂ€ngen geboten. Songs wie Alles Wird Vergehen und Feuer sind heute dabei. Ersterer punktet mit dem auftretenden GĂ€nsehaut-GefĂŒhl. Eine Synth-Wand entsteht, krĂ€ftig einschlagende Drums geben den Rythmus an – dazu dezente Gitarrenparts die synchron dem Gesang des SĂ€ngers folgen. Es wird sehr viel Wert auf den instrumentalen Klang der Songs gelegt, damit wissen sie umzugehen und die Besucher zu faszinieren. Der zweite angesprochenen Song Feuer reprĂ€sentiert die erste Singleauskopplung und erinnert instrumental z.B. bei der Bassline ein wenig an The Joy Formidable. Feuer hat der Song allemal, doch ist der Aufbau zwischen beiden genannten Songs nicht wirklich unterschiedlich. Stimmlich originell, doch man kann es nicht leugnen: eine Mischung aus Clueso und Phillipp Poisel ist da erkennbar, aber auf jeden Fall sehr ĂŒberzeugend. Mal sehen was wir von ihm dieses Jahr noch zu hören bekommen.

Zeit zum umdenken, Frida Gold waren an der Reihe. Schon am Einlass machten sie klar welchen Status sie derzeit haben. Denn die im Sommer letzten Jahres erschienene zweite Platte Liebe ist meine Religion war noch erfolgreicher als ihr Debutalbum vor 3 Jahren. Und so war es nicht verwunderlich, dass zum Einlass das Ende der Besucherschlange schon kaum mehr zu erkennen war und fast bis hoch zur Hauptstraße reichte.

Als ersten Song wĂ€hlten sie Im Rausch der Gezeiten, bei dem SĂ€ngerin Alina erwartungsvoll und lasziv mit einem seidenen Umhang im Hintergrund eine Schattenerscheinung, vor der riesigen LED-Leinwand, darstellte. Nach diesem mit einigen Dubstep-Elementen versehenen Song sang sie Himmelblau. Ein Titel, der wie auch das nachfolgende Lied Liebe ist meine Rebellion mit englischem Refrain auskommt. Damit auch jeder weiß was gemeint ist, blieben die Songtitel deutsch. Ob nun "…you paint the dark sky blue…" bei Himmelblau gesungen wird oder "…Love is my rebellion…" zu Liebe ist meine Rebellion. Manches klingt einfach besser wenn man es beim Englischen belĂ€sst, …so scheint es.

Der von Alinas Band kreierte Elektropop kam gut rĂŒber, und auch die Musiker waren voll dabei und gingen mit. Das gut gefĂŒllte FZW hatte an diesem Abend alle möglichen Altersgruppen vereint. Doch brauchte es das halbe Set bis alle aus sich rauskamen, denn dann ging Alina singend durch die Reihen. Ob jung oder alt, es war ein friedvoller Abend und alle waren glĂŒcklich. Man konnte wirklich nichts gegen Frida Gold sagen, so sehr sie auch polarisieren, alle feierten sie und sangen mit wenn sie die Möglichkeit dazu hatten – im Großen und Ganzen war es ein starker Auftritt.

Frida Gold:

Liam:

Fotos: André Techert

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