ALLIGATOAH – Oberhausen, Turbinenhalle (20.03.2014)

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Am 20. MĂ€rz 2014 hat Alligatoah (bĂŒrgerlich Lukas Strobel) auf seiner Reise nach Jerusalem auch einen Stopp in der Turbinenhalle in Oberhausen eingelegt. Diese Reise hat ihn nach eigener Aussage schon ziemlich oft im Kreis gefĂŒhrt und wird es auch wieder tun, denn genau eine Woche nach dem Oberhausener Konzert ist er erneut zu Gast in der Turbinenhalle. Da der 27. MĂ€rz restlos schnell ausverkauft war, wurde am 20. kurzerhand ein Zusatztermin in den Tourplan aufgenommen. Die Turbinenhalle war gut gefĂŒllt, aber nicht ausverkauft. Ein steiler Aufstieg, wenn man die deutlich kleineren Locations betrachtet, in denen er noch wenige Monate vorher aufgetreten ist. Kein Wunder, dass er fĂŒr den ECHO in der Kategorie „Newcomer National“ nominiert ist (Die Preisverleihung ist am 27.03.2014).

Als Support waren Sadi Gent und Sudden mit am Start um das relativ junge Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Schon vor dem offiziellen Beginn des Konzertes um 20:00 Uhr stellte sich der Berliner Rapper Sadi Gent dem Publikum und versuchte dieses in seinen rund 20 Minuten Spielzeit von sich zu ĂŒberzeugen. WĂ€hrend zu Beginn nahezu keine Publikumsreaktionen zu beobachten waren, tauten die Oberhausener langsam auf. Doch bevor er richtig davon profitieren konnte wurde er schon von Alligatoahs Label- und Bandkollegen Sudden abgelöst. Dieser hatte passend zum Superheldenthema seiner Show einen Sidekick (mit außerordentlichen SuperkrĂ€ften) dabei und trug eine Augenmaske. Als BĂŒhnendeko dienten ein Pokeball BH, ein Pikachu PlĂŒschtier und ein Justin Bieber Pappaufsteller. WĂ€hrend die ersten beiden von den Fans beim Hereintragen gefeiert wurden, traf letzterer auf wenig Gegenliebe und wurde von Sudden in den ersten Sekunden seines Auftrittes umgestoßen. Mit im GepĂ€ck hatte er Songs vom kommenden Album aber auch die den Fans bekannten Lieder wie Pokemonkarten. Die Stimmung war ausgelassener als bei Sadi Gent, was sicherlich auch der actionreicheren und spannenderen Show geschuldet sein mag. Auch Sudden bekam nur rund 20 Minuten Spielzeit, sodass der Spaß endete bevor er richtig angefangen hatte. Bevor er und sein Sidekick wieder raus in die Welt zogen, um ebendiese zu retten, kĂŒndigte er noch Justin Bieber als Hauptact an und Pikachu verabschiedete sich mit einem lauten Donnerschock.

Blitzschnell ging es im Anschluss dann auch weiter. Da keine besonderen BĂŒhnenumbauten gemacht werden mussten und es keinen erneuten Soundcheck geben musste, konnte Alligatoah schon rund fĂŒnf Minuten nach Sudden seine Show starten. Ein großer Vorteil von Hip Hop KĂŒnstlern gegenĂŒber Rockbands, die es mit dem ewig langen Soundchecks doch teilweise ĂŒbertreiben. Doch es war nicht Alligatoah der als erster die Oberhausener BĂŒhne betrat. Rapkollege BattleBoi Basti (bĂŒrgerlich Stefan Schwensow) betrat als ButlerBoi Basti die BĂŒhne um vor dem Eintreffen des Hauptacts noch ein wenig Staub zu wischen.

Wenig spĂ€ter erschien Alligatoah in Safaribekleidung mit Hut in dichten Nebelschwaden auf einer Treppe in der BĂŒhnenmitte und machte sich mit diversen Übungen (wie Kniebeugen) warm fĂŒr den bevorstehenden Auftritt, bevor er mit tĂ€nzelnden Schritten die Treppe herabstieg. Ein Blick in sein Gesicht zeigte sofort, dass Alligatoah herumalbernd ganz in seinem Element ist und wĂ€hrend des Auftritts vermutlich genau so viel Spaß haben wird wie seine Zuschauer.

Das selbstironische Auftreten des Rappers, der seinen Musikstil als Schauspiel-Rap bezeichnet, kam bei den Zuschauern gut an und jeder Song wurde gefeiert. Sowohl die neueren StĂŒcke vom aktuellen Album Triebwerke (VÖ 2013) als auch die paar gespielten Ă€lteren StĂŒcke konnten das Publikum ĂŒberzeugen. Songs wie Alligatoah (Lady Gaga Remix), Amnesie oder Trostpreis konnten von den Zuschauern aus voller Kehle mitgesungen werden. Um die stilistische Vielfalt des KĂŒnstlers zum Ausdruck zu bringen gab es neben Parts wo er sich selber auf der E-Gitarre begleitete auch ein Akustik-Medley. Abwechslung war so garantiert, wĂ€hrend das Publikum begeistert auf und ab hĂŒpfte. Zwischenzeitlich durfte Butler Basti auch ein wenig mitrappen, blieb den grĂ¶ĂŸten Teil des Abends aber im Hintergrund und war nur schmĂŒckendes Beiwerk auf der BĂŒhne. Eben genau so, wie es sich fĂŒr einen guten Butler gehört.

Auf seiner Reise nach Jerusalem brachte Alligatoah nur einen einzigen Stuhl mit und dieser ist fĂŒr ihn alleine reserviert. Trotz dieses unfairen Spiels bereitete er dem Publikum in der Oberhausener Turbinenhalle einen unterhaltsamen und witzigen Abend, der sich fĂŒr die Fans mit Sicherheit gelohnt hat. Und wer am Ende noch ein wenig Zeit hatte konnte als TĂŒpfelchen auf dem i noch Autogramme und ein Foto mit ihm abstauben.

Setlist Alligatoah:
01. Hört, Hört
02. Wer weiß
03. Alligatoah (Lady Gaga Remix)
04. Was der Bauer nicht kennt
05. Amnesie
06. Es regnet kaum
07. Narben
08. Akustik Medley (Meine Band / Mein Gott hat den LĂ€ngsten / Über alle Berge / Raubkopierah / Fledermausland)
09. Solo von Battleboi Basti
10. Fick ihn doch
11. RabenvÀter
12. Wunderschöne Frau (zum Teil)
13. Mein Gott hat den LĂ€ngsten
14. Trostpreis
15. Trauerfeier Lied
16. Namen machen (Z)
17. Willst Du (Z)

Alligatoah:

Sudden:

Sadi Gent:

Fotos: Markus HillgÀrtner

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