GENTLEMAN – Köln, Palladium (28.12.2013)

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28. Dezember 2013… im ausverkauften Palladium feiert der erfolgreiche deutsche Reggae-Artist Gentleman mit seiner Band The Evolution sein zwanzigjĂ€hriges BĂŒhnenjubilĂ€um. Es ist ein ganz besonderes Konzert, und Tillmann Otto (Gentlemans bĂŒrgerlicher Name) nutzt jede Gelegenheit, um sich bei seinen Fans, Freunden, Kollegen und seiner Familie zu bedanken. Der Abend ist erfĂŒllt von Freude und feierlicher Stimmung.

Kurz nach acht, die Lichter erlöschen, das Publikum kreischt wie verrĂŒckt, die Lichter gehen wieder an. Der volle Saal kann es kaum erwarten, und gegen 20:18 Uhr betritt dann auch endlich der Star des Abends die BĂŒhne. Ganz nach dem Motto 20 Years Anniversary beginnt Gentleman sein Konzert mit einer Soundsystem-Darbietung und erinnert damit an seine KarriereanfĂ€nge der frĂŒhen 90er. Als Selekta unterstĂŒtzt ihn Silly Walks aus Hamburg, mit dem er schon 1994 in Köln kollaborierte. Der Saal bebt schon jetzt, das Publikum singt und nachdem der Vorhang heruntergezogen wird und The Evolution loslegt, bleibt niemand mehr ruhig.

Es folgen drei Stunden gefĂŒllt von bombastischem Sound, Momenten der Freude und des Danks, Erinnerungen, Freundschaft und einfach nur Party und genialer Musik. Gentleman spielt ĂŒber 40 Songs, hauptsĂ€chlich eigene Werke von seinen Studio-Alben Journey to Jah (2002), Confidence (2004), Another Intensity (2007), Diversity (2010) und dem neuesten Album New Day Dawn (2013).
Highlight des Abends sind die ganzen GĂ€ste, die extra angereist sind, um sein JubilĂ€um mitzufeiern. Auf die BĂŒhne kommt langjĂ€hriger Freund und Kollege Daddy Rings, der auch eigene Hits von seinem Album The Most High performt und mit Gentleman zusammen unter anderem eine Ska-Version des beliebten Hits To the top zum Besten gibt. Der Portugiese Richie Campbell unterstĂŒtzt Gentleman bei seinem neuen Song The Journey. Sogar der deutsche Reggae-SĂ€nger Patrice ist da und singt den gemeinsamen Song Along the way vom Album Diversity. Ein besonderer Gast ist auch der jamaikanische Produzent und SĂ€nger Richie Stephens, der Gentleman dazu verhalf, auf der karibischen Insel im Reggae-Business Fuß zu fassen. Mit ihm hat er auch ein gemeinsames Album herausgebracht (Live your life), das hierzulande nicht erschienen ist. Davon spielen sie einige StĂŒcke wie z.B. Warrior. Die beiden heizen dem Publikum mĂ€chtig ein und singen auch den Bob Marley – Hit No woman no cry und veranstalten sogar ein Dance-Battle und ein Sing-off mit dem Publikum beim gemeinsamen Track I found heaven.

Gentleman versĂ€umt nicht, auch wichtige Themen anzusprechen; so singt er fĂŒr Syrien und den arabischen FrĂŒhling, ruft zur Legalisation von Marijuana auf und stellt das Projekt „Viva con Agua“ vor, das sich fĂŒr sauberes Trinkwasser auf der ganzen Welt einsetzt. Letzteres löst eine riesige Welle an Pfandbecher-Werfen aus, die in der „Viva con Agua“ Sammelbox landen, aber auch leider auf vielen Köpfen des umstehenden Publikums.

Ein weiterer besonderer Moment des Abends ist Gentlemans LiebeserklĂ€rung an seine Frau Tamika, die auch als BackgroundsĂ€ngerin mit auf der BĂŒhne steht. Der Konzertabend ist auch ihr Hochzeitstag und Gentleman lĂ€uft wĂ€hrend der gesamten Show immer wieder zu ihr hin, um mit ihr zu singen, sie zu umarmen oder zu kĂŒssen. Noch eine Freude fĂŒr die Crew ist die Nachricht, dass der Gitarrist am selben Tag noch Vater geworden ist. Man merkt, wie besonders dieses Konzert fĂŒr alle ist, und die ĂŒberschĂ€umende Freude kommt auch beim Publikum an. Dort sitzt auch Gentlemans Mutter; fĂŒr sie singt und widmet er Send a prayer.

Die Show neigt sich ihrem Finale zu, nachdem bereits viele beliebte Hits wie Runaway, Superior, Intoxication, Dem Gone, 
 performt wurden, Gentleman sich immer wieder bei allen bedankt hat, die BackgroundsĂ€ngerinnen Tamika und Treesha Moore ihr Können auch als TĂ€nzerinnen unter Beweis gestellt haben und es auch Zeit gab fĂŒr Besinnungsmomente, in denen Gentleman z.B. seinen Song Memories seinem verstorbenen besten Freund widmet. Der Abend ist wie kein anderer, immer wieder verwandelt sich der Saal in ein riesiges Lichtermeer aus Feuerzeugen.

Zum Finale holt Gentleman noch weitere GĂ€ste auf die BĂŒhne, mit Meli von den Sisters Keepers performt er den alten Freundeskreis – Hit Tabula Rasa Part I, und bei Leave us alone veranstaltet er eine Jam Session mit allen Beteiligten, darunter auch die KĂŒnstler Rebellion und Malik. Es folgen noch einige Zugaben aus seinem neuen Album New Day Dawn wie Heart of a Rub-a-dub und Push come to shove.

Krönender Abschluss und Überraschung ist der Auftritt von BAP-SĂ€nger Wolfgang Niedecken. Gemeinsam, nur von Wolfgangs Gitarre, Mundharmonika und vom Publikum begleitet, singen nun alle Redemption Song, eines der bedeutendsten Lieder Bob Marleys und auch Jamaikas. Gentleman bleibt danach ganz allein auf der BĂŒhne zurĂŒck und bittet das Publikum, noch einmal die berĂŒhmteste Strophe zu singen und verabschiedet sich, immer leiser werdend, ins Dunkel. Irgendwann hört man nur noch aus der Ferne die Worte "Emancipate yourselves from mental slavery, none but ourselves can free our minds"…

Setlist Gentleman:
01. Keep Going
02. The Journey feat. Richie Campbell
03. Different Places
04. Fire ago bun dem
05. Good old days
06. Road of life
07. Lonely days
08. Intoxication
09. Ina different time feat. Daddy Rings
10. Daddy Rings: African Glory
11. Caan hold us down feat. Daddy Rings
12. Daddy Rings: Active
13. See Dem Coming feat. Daddy Rings
14. Along the way feat. Patrice
15. Intentions
16. Sin City
17. Lack of love
18. Tamika: What you think
19. To the top feat. Daddy Rings (Ska Version)
20. The Whiff
21. Rumours feat. Daddy Rings
22. Daddy Rings: Jah People
23. In my arms
24. Richie Juice Riddim feat. Richie Stephens
25. Warrior feat. Richie Stephens
26. No woman no cry feat. Richie Stephens (Bob Marley)
27. I found heaven feat. Richie Stephens
28. Runaway (Intro Give it to them – Jah Cure)
29. Memories
30. It no pretty
31. Treesha Moore: Lion
32. Dem Gone
33. Superior
34. Daddy Rings: Anything for mama
35. Send a prayer
36. Tabula Rasa Part I feat. Meli
37. Heart rub-a-dub
38. Walk away
39. Push come to shove
40. Leave us alone – Jam Session feat. Daddy Rings, Richie Stephens, Meli, Richie Campbell, Malik & Rebellion
41. U remember
42. Homesick
43. Redemption Song feat. Wolfgang Niedecken (Bob Marley)

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