DEAD GUITARS – Mönchengladbach, Messajero (21.12.2013)

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Können tote Gitarren noch Töne von sich geben? Und wie klingt eigentlich eine tote Gitarre? Erstens: ja. Und zweitens: diese Gitarren klingen melancholischer und tiefgreifender als alles, was sich sonst für gewöhnlich per Saiteninstrument in unsere Ohren bohrt, bewegender und irgendwie lauter, aber auf positive Weise. Hättet Ihr das gedacht? Wenn nicht, dann habt ihr im Dezember 2013 wirklich etwas verpasst, denn die Dead Guitars haben ihr obligatorisches Jahresabschlusskonzert im Mönchengladbacher Messajero gegeben.

Ein wahres Heimspiel für die sympathischen Herren um Frontmann Carlo van Putten, die zum Großteil aus Mönchengladbach selbst, aber auch aus dem benachbarten Um- und Ausland kommen. Wie gewohnt ist das Messajero proppenvoll und bereits im Vorverkauf hätte man sich klugerweise um einen Fahrschein in den erlebnisreichen Abend kümmern müssen, denn dieses Konzert ist bis auf die letzte Karte ausverkauft. Ein Glück für diejenigen, die heute Abend hier sind und dem Beginn der Show entgegenfiebern.

Nachdem mit dem wunderbaren Stranger alle unsere Sinne auf Dead Guitars getrimmt sind, springt Carlo auf die Bühne und gemeinsam zieht man bereits bei Pristine alle Register. Das Zusammenspiel der Instrumente, die in Gestalt von Peter Brough (Akustikgitarre), Ralf Aussem (Gitarre), Kurt Schmidt (Bass) und Hermann Eugster (Drums) in Erscheinung treten, und der Stimme des charismatischen Sängers Carlo van Putten, der seine Texte mimisch und gestisch perfekt passend untermalt, ist wirklich atemberaubend. So kennen wir die Jungs und so lieben wir sie! Die musikalische Mischung an diesem Abend hätte besser nicht sein können und so wird das Ganze nicht nur ein Rundumschlag durch die vergangenen drei großartigen Silberlinge der ambitionierten Herren, sondern es dringen mit Wooden Head, Surrender und Heaven 7 auch ein paar neue Songs an unsere Ohren. Am auffälligsten und eingängigsten ist wohl Letzteres, denn es transportiert uns in einem Strom wohlklingender Töne einfach geradeaus in ein wahrlich emotionales Feuerwerk. Ein wirklich genialer Song, den wir an diesem Abend sogar noch ein zweites Mal hören dürfen.

Doch die Dead Guitars haben auch ihre zerbrechliche, verletzliche Seite, die immer wieder durch die Texte und tiefe, eindringliche Klangteppiche in unsere Herzen schleicht. Düster und diffus und man will sich hin und wieder einfach nur die Haare vor Verzweiflung raufen, wie es auch Fronter Carlo immer wieder symbolisch tut, weil diese unglaubliche Schwere doch gleichzeitig auch so wunderbar süß ist. Süß und zerreißend. Passt das irgendwie zusammen? Es muss.

Die Dead Guitars können auch dieses Jahr wieder restlos überzeugen und bescheren ihren Fans ein wunderbares vorweihnachtliches Geschenk.

Setlist Dead Guitars:
01. Stranger
02. Pristine
03. Love Goddess & The Love Ghost
04. Wooden Head
05. Surrender
06. Crumble Zone
07. This Was A Year
08. Name Of The Sea
09. Heaven 7
10. Great Divide
11. Crash
12. Silver Cross River (Z)
13. The Great Escape (Z)
14. Three Words For The Lovers (Z)
15. Heaven 7 (ZZ)

Autorin: Tanja Pannwitz

Fotos: Michael Gamon

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