DARK STORM FESTIVAL 2013 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2013)

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Das Dark Storm Festival ging dieses Jahr bereits in die 17. Runde. Seit 2004 ist die Stadthalle in Chemnitz Austragungsort fĂŒr dieses Event, zuvor gab es verschiedene andere Locations. 12 Bands aus den Bereichen Dark Wave, Gothic, Elektro, Industrial und Metal traten auf 2 BĂŒhnen auf. Fast alle Bands hatten neue Alben im GepĂ€ck und sollten auch mit weiteren Überraschungen aufwarten. Wie im Jahr zuvor war das Wetter an diesem ersten Weihnachtsfeiertag sehr mild. Bei fast 10 Grad plus standen bereits vor 16:00 Uhr viele Fans vor der Stadthalle.

Eine halbe Stunde vor Beginn öffnete die Stadthalle die Tore. Die mit Weihnachtssternen geschmĂŒckten Vorhallen sorgten fĂŒr angenehmes Ambiente. VerkaufsstĂ€nde rundeten das Festival-Feeling ab. PĂŒnktlich um 16:45 Uhr startete der Abend auf der großen BĂŒhne mit der griechischen Gothic-Metal-Band Sad Dolls. Die Band existiert seit 2006 und veröffentlichte bis jetzt 2 Studioalben, zuletzt Happy Deathday. Kurz vor Beginn der Show standen nur in der ersten Reihe Besucher. Doch dies Ă€nderte sich rasch. Sad Dolls lockten mit rockigen KlĂ€ngen relativ schnell viele Besucher in den Saal, so dass dieser schon nach 10 Minuten halb gefĂŒllt war. Rund 30 Minuten begeisterten sie das Publikum mit feinstem Gothic-Metal.

Nach kurzem Umbau ging es um 17:35 Uhr weiter mit Tanzwut. Die Mittelalter-Industrial-Band wurde 1999 gegrĂŒndet. Hervorgegangen ist die Band ursprĂŒnglich aus Corvus Corax, wobei Tanzwut jedoch mehr elektronische Elemente in ihre Musik einfließen lĂ€sst. AuffĂ€llig sind dennoch die Verwendung von mittelalterlichen Instrumenten wie DudelsĂ€cken, Marktsackpfeifen und Schalmeien. Im September letzten Jahres erschien ihr neustes Album Höllenfahrt. Dies war auch der erste Titel ihrer Show. Tanzwut hat hierzulande eine große Fangemeinde. Somit war es fĂŒr die Band auch nicht schwer, die Besucher in ihren Bann zu ziehen. Der Saal war voll. Begeistert riss das Publikum die Arme hoch und winkte im Takt. Zu den deutschen Texten konnten die Besucher auch gut Mitsingen. Abwechslungsreiche Melodien untermalten den Auftritt.

Um 18:10 Uhr begann auch die erste Show im kleinen Saal. Patenbrigade: Wolff stand zunĂ€chst auf dem Programm. Viele Fans der Electronic Building Music warteten bereits gespannt auf die Jungs von der Baustelle. Der Name ist Programm. Und so prĂ€sentiert sich Patenbrigade: Wolff in Baustellenkleidung, Helmen und Werkzeugen. Als BĂŒhnendekoration dienten Schilder und Pylonen. Im November erschien die neue EP Freunde der Technik. Auch der kleine Saal war schnell gefĂŒllt. Musikalisch bot Patenbrigade: Wolff unter anderem InstrumentalstĂŒcke mit eingespielten Samples. Aber auch weiblicher Gesang untermalte einige Songs. Die rhythmischen Songs kamen gut beim Publikum an.

Wieder deutlich dĂŒsterer ging es im großen Saal weiter mit Gothminister. Das Gothic-Metal-Projekt wurde 1999 von BjĂžrn Alexander Brem zunĂ€chst als Soloprojekt gegrĂŒndet, wuchs aber im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Band heran. Gothminister verbreitete bei gedĂ€mpften Licht dunkle Stimmung. Die Besucher drĂ€ngten sich dicht an den BĂŒhnenrand und beobachteten die Horrorshow, zu der auch die „Predigt“ von der Gothminister-Kanzel zĂ€hlte.

Kurz nach 19:00 Uhr folgte im kleinen Saal Solar Fake. Hier handelt es sich um ein Solo-Projekt von Sven Friedrich, bekannt durch Dreadful Shadows und Zeraphine. Musikalisch geht Solar Fake Richtung Electro-Pop, und das alles andere als langweilig. Eine große Fangemeinde stand begeistert vor der BĂŒhne. Zeitweise war der kleine Saal zu klein, so dass einige Besucher vor dem Saal warten mussten. Sven Friedrich nutzte die kleine BĂŒhne, um die vielen Fans anzuheizen. 40 Minuten gab es tanzflĂ€chentaugliche Musik, sowohl vom neuen Album Reasons to Kill, als auch Ă€ltere Songs. Die Fans klatschten und sangen begeistert mit.


The Cassandra Complex
waren bereits in den Achtziger Jahren ein Begriff in der Musikszene. Die aus Leeds stammende Formation wurde 1983 von Rodney Orpheus gegrĂŒndet. Stilistisch bewegt sich die Band zwischen Rock, Electropunk und Wave. Die meisten Alben erschienen zwischen 1988 und 1993. Seit 2007 sind The Cassandra Complex wieder vermehrt, aber leider noch immer viel zu selten, auf Konzerten unterwegs. Somit war auch der Auftritt auf dem Dark Storm Festival eine rare Gelegenheit, die Band live zu erleben. Die Besucher nutzten die Show zum Entspannen und Genießen.

Danach fĂŒllte sich der große Saal noch mehr. Denn nun wurde es Zeit fĂŒr Staubkind. Die aus Berlin stammende Rockband wurde 2004 von Louis Manke zunĂ€chst als Soloprojekt gegrĂŒndet. Seitdem sind 5 Studioalben erschienen. Vor Kurzem erschien noch das Live-Album Wo wir zu Hause sind: Akustik Tour – Live. Mit eingĂ€ngigen Melodien und GitarrenklĂ€ngen brachte Staubkind den Saal zum Jubeln. Auch hier regten die deutschen Texte zum Mitsingen und -denken an.

Im kleinen Saal konnte nun ebenfalls wieder getanzt werden. Denn um 20:40 Uhr trat das schwedische EBM-Duo Spetsnaz auf die BĂŒhne. Die aus Örebro stammende Formation hat seit 2002 sechs Alben veröffentlicht. Dieses Jahr erschien For Generations To Come. Electronic Body Music steht natĂŒrlich auch fĂŒr kompromisslose, tanzbare Musik. Im blauen Scheinwerferlicht sorgten die MĂ€nner von Spetsnaz mit schweißtreibenden Beats eine Stunde lang fĂŒr gute Stimmung.

Ungeduldig warteten jetzt schon viele Fans im großen Saal auf Mono Inc., deren Auftritt pĂŒnktlich um 21:25 Uhr begann. Die Alternative-Rock-Band aus Hamburg wurde 1998 als Mono69 gegrĂŒndet, spĂ€ter in Mono Inc. umbenannt. In den letzten Jahren hat die Band 7 Alben und zahlreiche Singles veröffentlicht. Das aktuelle Album Nimmermehr (August 2013) enthielt zum ersten Mal in der Bandgeschichte deutsche Titel. Die Show begann gleich mit einem Feuerwerk. Auch zwischendurch gab es pyrotechnische Attraktionen. Aber nicht nur optisch konnte Mono Inc. ĂŒberzeugen. Vor allem musikalisch ĂŒberzeugte die Band das begeisterte Publikum.

Den 4. und letzten Auftritt auf der kleinen BĂŒhne hatte dieses Jahr Agonoize. Die deutsche Elektro-Band existiert seit 2002. Das letzte Album Hexakosioihexekontahexa ist zwar bereits 4 Jahre alt, aber dafĂŒr sollten die Fans an diesem Abend mit einer 90 Minuten anhaltenden Full-Length-Show verwöhnt werden. Die spektakulĂ€ren BĂŒhenshows sind bei den Fans lĂ€ngst kein Geheimnis mehr. So sollte man auch nicht zimperlich sein, wenn man in den ersten Reihen steht. Agonoize prĂ€sentierten harten Electro mit provokativen Texten und brachten den kleinen Saal noch einmal so richtig zum Toben.

Nahezu zeitgleich hatte die deutsche Electro-Band Blutengel ihren Auftritt auf der großen BĂŒhne. Auch sie haben unlĂ€ngst ein neues Album veröffentlicht. Once in a Lifetime ist ein Livemitschnitt aus Berlin und ist auch als DVD und Blu-Ray erhĂ€ltlich. Sie selbst nennen ihren Stil Dark Pop. Die BĂŒhne war nun mit Kerzen geschmĂŒckt. Musikalisch wurde die Band von Violinen und Schlagzeug unterstĂŒtzt und der Auftritt auch durch Tanzeinlagen untermalt. Somit wurde dem Publikum eine sowohl dunkle, als auch gefĂŒhlvolle Show geboten. Bei gut gefĂŒlltem Saal konnten die Fans sowohl Mitsingen als auch TrĂ€umen.

Headliner des 17. Dark Storms war die britische Future-Pop Band VNV Nation, die bereits seit etlichen Jahren nicht mehr aus der Clubszene wegzudenken sind. Immer wieder liefern sie OhrwĂŒrmer, die von den Fans auf Konzerten begeistert mitgesungen werden. Im Oktober erschien das neue Album Transnational, welches auf einer ausgedehnten Europa-Tour prĂ€sentiert wird. Nun wurde auch der große Saal zu klein. Dicht gedrĂ€ngt standen die Fans bis in die GĂ€nge, jeder Platz wurde genutzt. SĂ€nger Ronan Harris gab den Fans keine Zeit zum Ausruhen. Mitsingen und Tanzen war angesagt. Die große BĂŒhne wurde ausgenutzt, stĂ€ndig ging Ronan Harris von links nach rechts und feuerte das Publikum an. Obwohl viele Leute schon vorher ausgiebig gefeiert hatten, konnte VNV Nation den Fans noch die letzten Reserven entlocken. Ein Ohrwurm folgte dem nĂ€chsten und ließen den Abend gigantisch ausklingen.

Nach mehr als 8 Stunden endete das Dark Storm Festival kurz nach 1:00 Uhr. Insgesamt ĂŒberzeugten die 12 Bands das Publikum mit ihren gelungenen Auftritten. Jeder hatte seine Favoriten und wie immer ging fĂŒr viele Besucher die Zeit viel zu schnell um. Auch diesmal konnte der Abend aber auf einer Aftershow Party im nahegelegenen Club Vampire fortgesetzt werden.

Wir haben fĂŒr euch eine Bildergalerie zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen könnt:

Bildergalerie: DARK STORM FESTIVAL 2013 (25.12.2013)

Autor & Fotos: Thomas Bunge

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