MIDGE URE & STEVE RODGERS – Oberhausen, Zentrum Altenberg (24.10.2013)

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In die alte Schmiede des Zentrums Altenberg in Oberhausen begab sich Midge Ure, das Urgestein der 80er Pop-Musik, um seine Hits auf seiner aktuellen If I Was-Akustik-Tour zum Besten zu geben. Zuvor wurde der Abend jedoch von seinem Support Steve Rodgers eröffnet.

Steve Rodgers passte sich in der Art und Weise Musik zu machen, perfekt an den geplanten Auftritt von Midge Ure an. Nur mit einer Akustik-, sowie einer klassischen E-Gitarre ausgerĂŒstet, saß er auf einem kleinen Stuhl und beglĂŒckte das Publikum mit seinen Songs. Steve Rodgers, der 2009 durch eine selbstproduzierte EP vor allem ĂŒber soziale Netzwerke bekannt wurde, besitzt eine unverkennbare Stimme, die eine gehörige Portion Blues enthĂ€lt. Die Musik lĂ€sst sich schwer beschreiben, schwankt zwischen melancholischem Bluesrock und Gitarren-Folk. Die Musik ist aber gefĂ€llig und besticht vor allem durch seine auffĂ€llig gute Stimme. Auch das a cappella vorgetragene StĂŒck Cup Of Light zum Schluss seines sehr gut gelungenen Auftritts, bewegte das Publikum noch mal dazu, rhythmisch mitzuklatschen und Steve Rodgers mit einem wohlwollenden Applaus von der BĂŒhne zu verabschieden.

In der halbstĂŒndigen Umbaupause knĂŒpfte man Kontakte, unterhielt sich und fachsimpelte oder holte sich ein KaltgetrĂ€nk an der Theke. Hier fiel ein kleiner Junge auf, der aufgeregt auf dem BĂŒhnenrand saß und auf seinen Star des Abends wartete. Neun, vielleicht zehn Jahre alt schĂ€tzte ich ihn. „Neulich bei Depeche Mode haben wir anderthalb Stunden warten mĂŒssen, bis das Konzert endlich losging“ und „…weit hinten haben wir leider auch gestanden“, erzĂ€hlte mir der kleine Mann. „Wow!“, sagte ich zu ihm und „Respekt! In Deinem Alter…“, woraufhin seine Mami neben mir stehend einwarf, dass er ja doch noch mehr Ultravox-Fan sei. Tolle Sache, wie Midge Ure ganze Generationen verbindet. Die
Familie hatte Ferien, man hatte zwei Stunden Weg mit dem Auto auf sich genommen, um ein kleines Highlight des Jahres zusammen zu erleben.

Midge Ure kam dann auch bestens gelaunt auf die BĂŒhne, um viele seiner Welthits in seiner eigenen Akustikversion zu interpretieren. Den ersten großen Ruck im Publikum gab es, als die Fans das zeitlose Fade To Grey von Visage erkannten. Man muss anerkennen, dass Midge Ure das Lied wirklich auf eine total eigene Art und Weise interpretiert. Hörenswert ist es allemal, stimmlich ist Midge Ure gut unterwegs, auch seine Art zu singen, ist ziemlich einzigartig. TonstĂ€rken variiert er, indem er den Kopf vom Mikrofon wegdreht, auch intensive Gesangspassagen dringen in der alten Schmiede gut an die Ohren der begeisterten Fanschaft. Schnell sind Hits wie Breathe, Brilliant – die neue Ultravox Single aus 2012 – und weitere Superhits, wie das unglaublich intensive Vienna vorĂŒbergezogen.
Das gefeierte und von den Leuten lauthals mitgesungene Hymn wurde dann vom unvermeidlichen Dancing with tears in my eyes abgelöst, welches wahre FreudenstĂŒrme beim Publikum auslöste. Schon befand man sich bei der Zugabe, zu der sich Midge Ure kurz in die dunkle Ecke auf der BĂŒhne stellte, um sich dann selbst wieder auf die BĂŒhne zu komplementieren, ohne lĂ€nger darauf zu warten,
dass die Leute vor der BĂŒhne ihn wieder dazu aufforderten (was sie natĂŒrlich auf jeden Fall getan hĂ€tten). Mit dem schönen Song und Motto der Tour If I was fand der Abend ein gelungenes Ende.

Übrigens kam Midge Ure (wie auch Steve Rodgers) nach seinem Auftritt noch zu den Fans raus und stand geduldig Rede und Antwort. Das fĂŒhrte unter anderem auch zu leuchtenden Kinderaugen bei dem kleinen Jungen aus der Umbaupause, der Midge Ure noch persönlich die Hand schĂŒtteln durfte und sich strahlend ein Autogramm abholte.

Midge Ure:

Steve Rodgers:

Bericht und Fotos: Dirk Wirtz

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