NOCTURNAL CULTURE NIGHT (NCN) 2013 – Deutzen, Kulturpark (06-08.09.2013)

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Zum 8. Mal fand vom 06.-09.09.2013 die Nocturnal Culture Night im Kulturpark in Deutzen statt. Diesmal standen an den 3 Tagen knapp 40 Bands und KĂŒnstler auf dem Programm. Abwechslungsreich wie immer wurden verschiedene Stile der schwarzen Szene abgedeckt. EBM, Elektro-Pop, Dark Wave, Punk, Neo Folk und verschiedene Teilmischungen gab es an diesem Wochenende zu hören. Als Rahmenprogramm gab es noch eine Modenschau, Lesungen und eine Fotoausstellung. Weiterhin gab es viele VerkaufsstĂ€nde mit CDs, T-Shirts und Accessoires. Auch dieses Jahr galt wieder das Motto: Klein, aber fein.


Freitag, 06.09.2013:

Das Wetter sollte schön werden an diesem Wochenende. Bei fast schon hochsommerlichen Temperaturen fĂŒllte sich bereits am frĂŒhen Nachmittag der Parkplatz in der NĂ€he der KulturbĂŒhne. Viele Besucher nutzen als Übernachtungsmöglichkeit den nahegelegenen Zeltplatz. Der Einlass begann um 17:00 Uhr. WĂ€hrend einige GĂ€ste bereits am Eingang warteten, waren andere noch auf dem Zeltplatz oder Parkplatz beschĂ€ftigt.

Den Auftakt des diesjĂ€hrigen Festivals machte die deutsche Band Thouxsense. Um 17:40 Uhr begann ihre Show auf der kleinen BĂŒhne. Das Projekt besteht seit 2006 und veröffentlichte im Jahre 2010 das erste Album Adeodeus. Stilistisch ist die Musik der Band zwischen Elektronik und Rock einzuordnen.

Schon wenig spĂ€ter ging es auf der großen BĂŒhne weiter. ZunĂ€chst wurden die GĂ€ste begrĂŒĂŸt, die nun kontinuierlich auf dem FestivalgelĂ€nde erschienen. Um 18:00 Uhr startete Seelennacht dann mit der ersten Show auf der großen BĂŒhne. Das Projekt Seelennacht wurde 2008 von Marc Ziegler gegrĂŒndet. Matthias Lasowski ist live am Keyboard eingesetzt. Seelennacht selbst beschreibt ihre Musik als Romantic Futurepop. 2 Alben sind bis jetzt erschienen, zuletzt 2010 In der Ferne. Ein neues Album ist in Planung.

Kompromissloser EBM erwartete die Besucher nun auf der kleinen BĂŒhne. Das Duo MRDTC sorgte sogleich fĂŒr tanzbare Musik und brachte das Publikum in die richtige Stimmung. MRDTC wurde 2010 von Christoph Lemke (Mr. Dupont) und Tino Claus (Amnistia) gegrĂŒndet. Bis jetzt ist ein Album erschienen: #2 (We Transfer).

Die slowenische Electro-Pop-Band Torul trat als nĂ€chste Band auf der großen BĂŒhne auf. Die Band veröffentlichte im April diesen Jahres ihr 2. Album Tonight We Dream Fiercely. Zusammen mit Mesh waren sie dann auch in einigen Clubs unterwegs, vorwiegend in Deutschland und Großbritannien. Auf dem NCN begeisterten sie nun viele Fans mit ihrem sympathischen Auftreten und eingĂ€ngigen Melodien.

Auf der kleinen BĂŒhne war nun Party angesagt: Tanzen zu Rhythm ’n’ Noise mit Noisuf-X. Das Projekt ist ein Nebenprojekt des X-Fusion Kopfes Jan L. 2005 erschien das erste Album Antipode. Einige Alben sind seitdem erschienen, zuletzt vor 2 Jahren Dead End District und Anfang diesen Jahres Warning.

Langsam wurde es dunkel im Kulturpark. Um 20:30 Uhr trat Rotersand auf die große BĂŒhne. Die Gelsenkirchener Elektro-Band hatte seit 2003 bereits einige Clubhits. Vier Alben sind seitdem erschienen, zuletzt Random Is Resistance (2009). Der Stil von Rotersand ist vielschichtig und enthĂ€lt Elemente aus Futurepop, Techno und Trance. SĂ€nger Rascal Nikov zog das Publikum sofort in seinen Bann und bot zusammen mit Krischan J. E. Wesenberg und Gunther Gerl eine wundervolle Show.

Schon fast parallel begann dann die erste Show auf der KulturbĂŒhne, die in den letzten Jahren bereits fĂŒr kleinere Shows und Modenschauen genutzt wurde. 20:45 Uhr legte Forced To Mode los. Der Name ist Programm, hierbei handelt es sich um eine Depeche Mode Tribute Band. Das Publikum stand dicht gedrĂ€ngt vor der KulturbĂŒhne und konnte noch einmal die Klassiker der britischen Kultband hören.

Die deutsche Elektro-Formation Tyske Ludder veröffentlichte unlĂ€ngst die Maxi-CD Bambule. Tyske Ludder waren bereits in den 90ern aktiv und feierten im Jahre 2006 mit dem Album Sojus ihr Comeback. Dicht gedrĂ€ngt standen die Besucher vor der kleinen BĂŒhne. Provokativ wie immer, prĂ€sentierten Tyske Ludder eine schweißtreibende Show zum Mitsingen und Mittanzen.


Diary Of Dreams
waren um 22:40 Uhr Headliner fĂŒr den ersten Abend auf der großen BĂŒhne. FĂŒr die deutsche Dark Wave Band war es schon der 3. Auftritt auf dem NCN. Sie existiert bereits seit 1989 und kann auf ein großes musikalisches Repertoire zurĂŒckgreifen. Ende 2012 erschien das Akustik-Album The Anatomy of Silence. Dicht gedrĂ€ngt standen und saßen die Besucher und genossen die außergewöhnliche, knapp 90 Minuten andauernde Performance von Adrian Hates und seinen Musikern.


Alice Neve Fox
ist ein neues Projekt von Elena Alice Fossi, Frontfrau der italienischen Kultband Kirlian Camera. Vor einiger Zeit begann sie an akustischen StĂŒcken zu arbeiten. An diesem Abend wurden auf der kleinen BĂŒhne einige dieser StĂŒcke prĂ€sentiert – unterstĂŒtzt von Piano, Cello und akustischer Gitarre. HauptsĂ€chlich waren StĂŒcke von Elenas Band Spectra Paris zu hören, aber auch einige neue StĂŒcke oder Kirlian Camera Klassiker.

Doch damit war der Freitag noch nicht beendet. Eine außergewöhnliche Show erwartete die Besucher noch auf der KulturbĂŒhne: Sixth Comm & Freya Aswynn. Das britische Neofolk-Projekt wurde 1985 von Patrick Leagas gegrĂŒndet. SpĂ€tere Aufnahmen wurden unter dem Projekt Mother Destruction veröffentlicht. 2006 kam es zur Wiedervereinigung von Sixth Comm. Mit Headless erschien im selben Jahr auch ein neues Album. Zudem wurden die Alben Content with Blood und Fruits of Yggdrasil noch einmal neu aufgelegt. In einer Ansage wurde das Publikum gebeten, die Performance zwischen den Titeln durch Beifall nicht zu stören. Somit entstand fĂŒr die nĂ€chste Stunde ein Gesamtkunstwerk aus Sprechgesang und historischen Instrumenten.

Der Freitag war insgesamt ein gelungener erster Tag. Abwechslungsreiche Musik, tolles Wetter und super Stimmung sorgten fĂŒr ein zufriedenes Publikum.

Samstag, 07.09.2013:

Auch der Samstag war wieder ein wunderschöner SpĂ€tsommertag. An diesem Tag erwarteten das Publikum insgesamt 15 Bands sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm. Trotz vergleichsweise frĂŒher Stunde fĂŒllte sich der Kulturpark rasch mit den ersten GĂ€sten.

PĂŒnktlich 12:00 Uhr startete der 2. Festivaltag auf der großen BĂŒhne mit der Augsburger Synth-Rock-Band Eycromon. Die Band existiert seit Anfang 2009. Ihre ausdrucksstarke Musik verbindet Elemente aus Dark Wave, Klassik und Elektro. Frontfrau Mandra Gore ist eine klassisch ausgebildete SĂ€ngerin. 2011 erschien das DebĂŒt-Album Awake from the Sleepers. FĂŒr Herbst dieses Jahres ist das nĂ€chste Album geplant. Ein Teil der Festivalbesucher kam nun dicht an den BĂŒhnenrand. Andere saßen noch entspannt auf den BĂ€nken und genossen die Show von dort. Eycromon sorgte fĂŒr einen gelungen Auftakt des 2. Tages.

Mit einer Mischung aus Elektro und Rock  ging es eine halbe Stunde spĂ€ter auf der kleinen BĂŒhne weiter. microClocks haben seit 2006 schon einige Singles und Alben veröffentlicht, zuletzt Opinions are on sale (2011). Die Titel von microClocks waren rhythmisch und tanzbar. Zahlreiche GĂ€ste fanden sich vor der kleinen BĂŒhne ein tanzten zu den eingĂ€ngigen StĂŒcken.

Die Alternative-Pop-Band Elace wurde 2010 von Andrew Kohlar zusammen mit den Musikern Daniel Zielonka und Franziskus gegrĂŒndet. PĂŒnktlich zum NCN erschien am Freitag das DebĂŒt-Album Me. Musikalisch kann man die Band in Richtung britischer Indie-Pop einordnen. Das Publikum war bei der Show noch etwas zurĂŒckhaltend. Dennoch beobachteten viele Besucher die Show gemĂŒtlich von den SitzplĂ€tzen oder StĂ€nden aus.

Die spanische Elektro-Industrial Formation Terrolokaust wurde 2006 von Javi Ssagittar und Indio gegrĂŒndet. Beide kannten sich bereits von der Industrial-Rockband Symawrath. Nun wurde es richtig voll vor der kleinen BĂŒhne. Doch das war nicht verwunderlich, denn nun sollte es musikalisch richtig zur Sache gehen. Harte Beats brachten die Zuschauer sogleich in die richtige Stimmung. Die GĂ€ste jubelten und konnten gar nicht genug bekommen.

Mit Lord Of The Lost ging es kurz nach 14:00 Uhr auf der großen BĂŒhne weiter. Der Hamburger SĂ€nger Chris Harms ist seit einigen Jahren mit verschiedenen Musikprojekten unterwegs, z.B. UnterART und The Pleasures. Die Projekte haben unterschiedliche Stilrichtungen. 2007 grĂŒndete Chris Harms Lord Of The Lost zunĂ€chst als Soloprojekt. Drei Studioalben wurden bisher veröffentlicht, zuletzt Die Tomorrow. Live ist die Band auf jeden Fall ein Erlebnis, so auch auf dem NCN. Chris Harms und seine MĂ€nner ĂŒberzeugten sowohl mit Charme als auch mit ihrer rockigen Musik. Sie begleiteten ihrer Fans durch eine kurzweilige Show bei Sonnenschein und kĂŒhlen GetrĂ€nken.

Kurze Zeit darauf gab es eine kleine Modenschau auf der KulturbĂŒhne. Eve Couture prĂ€sentierte ihre Kollektion. Viele GĂ€ste kamen an den Laufsteg. Die StĂŒcke bei Eve Couture sind alle handgemacht und werden in Kleinserie gefertigt.

Hinter dem Projekt .com/kill steckt niemand Geringeres als Diary Of Dreams‘ Adrian Hates. Gemeinsam mit Gaun:A arbeitet er schon seit bereits 15 Jahren an diesem Projekt. FĂŒr die Musiker ist es mehr als ein Nebenprojekt – eine zweite musikalische Welt. So kamen um 15:00 Uhr zahlreiche GĂ€ste zur kleinen BĂŒhne. Sie wollten sehen, was noch hinter dem Diary Of Dreams Frontmann steckt. Stilistisch ist com/kill elektronischer, wurde aber von vielen Besucher begeistert gefeiert.

Die Nachmittagssonne lud eigentlich zum Entspannen ein, Frozen Plasma hingegen zum Tanzen. Mit einiger VerspĂ€tung begann der Aufbau des Equipments. Dicht gedrĂ€ngt standen nun mehrere Hundert Besucher vor der großen BĂŒhne. Die deutsche Elektro-Pop-Band wurde vor 8 Jahren von Feix Marc und Vasi Vallis gegrĂŒndet. Beide waren oder sind noch bei anderen Bands oder als SolokĂŒnstler tĂ€tig. Neben zwei Studio-Alben und einigen Singles erschienen auch 2 Live-Alben. Die Zeit war nun etwas knapp. Dies wirkte sich jedoch nicht negativ auf die Show aus, die professionell durchgezogen wurde. Das Duo ĂŒberzeugte die Besucher mit ihren tollen Songs und sorgte fĂŒr angenehme Stimmung.

Als nĂ€chstes trat die deutsche Band Versus auf der kleinen BĂŒhne auf. Bereits ein Jahr zuvor hatte sie einen Auftritt beim NCN. Durch den Gewinn beim Newcomervoting trat Versus dieses Jahr erneut auf. Die Band wurde 2001 gegrĂŒndet. Sie legt Wert auf vielschichtige Musik, die durch Gitarreneinsatz und experimentelle Beats gekennzeichnet ist. Die Stimmung war super. Gleich zu Beginn wurde dem Publikum Ahoi-Brause gereicht. Anschließend wurde im Rhythmus geklatscht und gejubelt.

Gespannt warteten anschließend viele Fans vor der großen BĂŒhne auf den Auftritt von Diorama. Die deutsche Electro-Pop-Band Diorama wurde 1996 von Torben Wendt gegrĂŒndet, der zuvor eine klassische Klavierausbildung absolviert hat. Anfang des Jahres erschien das aktuelle Album Even the Devil Doesn’t Care. Das Publikum kam hier so richtig in Fahrt. Mit Sicherheit hat Diorama eine große Fangemeinde, die bei den Songs mitsang und tanzte. Die Band gab bei der Performance alles und wurde mit viel Beifall belohnt.

Musikalisch ganz anders ging es zwischendurch auf der KulturbĂŒhne mit Widukind weiter. Die Band sollte bereits im Jahr zuvor auftreten, musste aber kurzfristig absagen. Die KulturbĂŒhne bot hier eine gemĂŒtliche AtmosphĂ€re, genau richtig fĂŒr eine Acoustic-Band. Widukind selbst bezeichnen ihre Musik als Post-Apocalyptic-Folk oder auch Post-Neo-Folk. Hinter dem Projekt steckt Carsten Klatte, der schon bei einigen anderen Bands wie Project Pitchfork oder Peter Heppner mitgewirkt hat. Hier tritt er nun selbst ans Mikrofon und prĂ€sentiert selbstgeschriebene Songs. Der Sprechgesang regte die Besucher zum Nachdenken und Entspannen an.

Nun warteten bereits viele Elektro-Fans vor der kleinen BĂŒhne. Mit ĂŒber 20 Jahren Bandgeschichte gehört das deutsch-dĂ€nische Duo Lights Of Euphoria zu den Legenden der Elektro-Szene. 1995 erschien das erste Album Brainstorm. Die eingĂ€ngigen Songs zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Die Musiker ließen den Zuschauern keine Zeit zum Ausruhen. DurchgĂ€ngig clubtaugliche Songs prĂ€gten die Show von Lights Of Euphoria.

Hocico ist von den TanzflĂ€chen der Clubs nicht mehr wegzudenken. Ende des letzten Jahres erschien das aktuelle Album El Ultimo Minuto (Antes de que Tu Mundo Caiga) der Mexikaner. Die Band ist bekannt fĂŒr schweißtreibende Beats und Shows, bei denen es keinen Stillstand gibt. So sollte es auch diesen Abend werden. SĂ€nger Erk Aicrag hĂŒpfte von einer Ecke zur anderen, wĂ€hrend Keyboarder Racso Agroyam brav hinter dem Keyboard stand und fĂŒr krachenden Sound sorgte. FĂŒr viele Besucher war Hocico der Höhepunkt des Festivals. Live setzen sie schon seit langen MaßstĂ€be und bringen die Fans zum Tanzen bis zur Erschöpfung.

Haujobb ist ein vielseitiges Musikprojekt von Daniel Myer und Dejan Samardzic. 2011 erschien nach 8 Jahren das letzte Studioalbum New World March. Eigentlich hatten Haujobb 2008 bereits ihr Abschlusskonzert. Nun sind sie wieder live unterwegs. Haujobb lud mit ihrer ausgetĂŒftelten Musik die GĂ€ste des NCN zum TrĂ€umen und Entspannen ein. Die BĂŒhne war dunkel und mit 2 Monitor-Blöcken bestĂŒckt. Daniel Myer und seine Musiker lieferten eine eindrucksvolle audiovisuelle Show.

Gegen 22:30 Uhr war es dann Zeit fĂŒr die letzte Band des Tages auf der großen BĂŒhne. Phillip Boa & The Voodooclub können ebenfalls schon auf eine lange Bandgeschichte und zahlreiche Alben zurĂŒckblicken. Die Musik ist vielschichtig und ist geprĂ€gt von britischem Punk und New Wave. Songs wie Container Love und And Then She Kissed Her wurden insbesondere in den frĂŒhen Neunzigern, aber auch bis heute hĂ€ufig in Clubs gespielt. Kontinuierlich erschienen weitere Alben, zuletzt Loyalty (2012). Dicht gedrĂ€ngt standen die Besucher nun vor der BĂŒhne. Niemand wollte sich dieses Highlight entgehen lassen. Phillip Boa, Co-SĂ€ngerin Pia Lund und die anderen Musiker des Voodooclubs versetzten das Publikum mit ihrem zeitlosen Sound in Ekstase. Die OhrwĂŒrmer, zu denen wohl jeder schon mal getanzt hatte, durften nicht fehlen.

Doch der Abend war noch nicht endgĂŒltig vorbei. Noch einmal ging es zur KulturbĂŒhne, wo die italienische Band Spiritual Front ihren Auftritt hatte. Sie selbst bezeichnet ihren Stil als Nihilist Suicide Pop, einer Mischung aus Neofolk, Post-Punk und Dark Cabaret. GegrĂŒndet wurde die Band 1999 von SĂ€nger und Gitarrist Simone Salvatori. Das aktuelle Album Open Wounds erschien in diesem Jahr. Der Auftritt beim NCN war mit etwas reduziertem Line-Up, dies war jedoch nicht weiter störend. Dicht gedrĂ€ngt standen sehr viele Besucher trotz spĂ€ter Stunde vor der KulturbĂŒhne. Eine Videoshow untermalte in perfekter Form das Ambiente. Der Mischung aus Acoustic-Sound mit italienischem Flair war der perfekte Abschluss des zweiten Abends.

Sonntag, 08.09.2013:

Obwohl die Temperatur gegenĂŒber den Vortagen etwas sank, war auch der Sonntag bis auf minimalistischen Regen ein sehr angenehmer Tag.

Diesmal startete die erste Band auf der kleinen BĂŒhne: Die rostigen Löffel. Das Projekt wurde 2001 von Stefan Bahners gegrĂŒndet. Die ersten GĂ€ste kamen schon zur kleinen BĂŒhne, wo harte GitarrenklĂ€nge und Sprechgesang den letzten Festivaltag eröffneten. Die Besucher sparten ihre Energie noch und lauschten den vorwiegend deutschen Texten.


Low-Fi
aus Boise (USA) trat nun als erste Band des Tages auf der großen BĂŒhne auf. Die Indie-Rock-Band existiert seit 2007 und hat seitdem 2 Alben veröffentlicht, zuletzt After All This Time (2011). Sie lebt nach dem Motto „weniger ist mehr“. Die SitzplĂ€tze waren vollstĂ€ndig besetzt und man konnte die Show von dort aus gemĂŒtlich betrachten. Einige GĂ€ste wollten die Band hingegen lieber von ganz Nahem genießen und betrachteten die Show direkt vom BĂŒhnenrand.

Auf der kleinen BĂŒhne wurde es nun Zeit fĂŒr Unzucht aus Hannover. Die Band existiert seit 2009 und ist stilistisch zwischen Gothic Rock und Dark Rock einzuordnen. Neben 2 EPs gibt es das im letzten Jahr erschienene Album TodsĂŒnde 8 und dieser Tage erscheint mit Rosenkreuzer der Nachfolger. Die Performance von Unzucht fesselte die Zuschauer vom ersten Song an. SĂ€nger Daniel Schulz wollte das Publikum hautnah spĂŒren und setzte zum Stage Diving an. Das brachte die Fans so richtig in Fahrt. Unzucht sorgte bereits am frĂŒhen Nachmittag fĂŒr eine unglaubliche Stimmung.

Immer mehr GĂ€ste fanden sich jetzt auf dem FestivalgelĂ€nde ein. Durch den bewölkten Himmel musste man sich nicht wie die Tage zuvor im Schatten verstecken. Als nĂ€chstes stand die deutsche Band Bloody Dead & Sexy auf dem Programm. Die Band verbindet Elemente aus Gothic-Rock und Punk. Sie wurde 1997 gegrĂŒndet und veröffentlichte im Mai dieses Jahres das aktuelle Album Bad Ambient. Die Musik war entspannend und die Zuschauer genossen die Show meist von den SitzplĂ€tzen aus.

Mit deutlich tanzbarer Musik ging es anschließend auf der kleinen BĂŒhne weiter. Autodafeh kommen aus Schweden und haben sich der Electronic Body Music verschrieben. GegrĂŒndet wurde die Band 2007 von Mika Rossi, Jesper Nilsson und Anders Olsson. 2009 traten sie bei einigen Konzerten im Vorprogramm von Front 242 auf. Ausruhen war nun Fehlanzeige. Klassische elektronische Rhythmen dominierten die Show und animierten die Fans zum Tanzen.

Gespannt warteten die Besucher jetzt schon auf Heimataerde. Das Projekt beschĂ€ftigt sich mit der Thematik der Tempelritter. Heimataerde kombinieren harte elektronische Musik mit mittelalterlichen Instrumenten. BandgrĂŒnder und SĂ€nger Ashlar von Megalon und seine Bandmitglieder waren gewohnt mit Kettenhemden oder Mönchskutten bekleidet. Links und rechts standen Ritter in kompletter RitterrĂŒstung inklusive Helm und Schild. Die Band kombiniert SynthesizerklĂ€nge mit Flötenspiel. DĂŒstere Texte sorgen fĂŒr das entsprechende Ambiente. Eine doch etwas andere Show, wurde aber von den Besuchern begeistert aufgenommen. Dicht standen sie vor dem BĂŒhnenrand und wurden vom mittelalterlichen Ambiente verzaubert.

Im Anschluss ging es wieder elektronisch weiter mit Aesthetic Perfection. Das Projekt wurde im Jahre 2000 von Daniel Graves in Hollywood gegrĂŒndet. 3 Alben sind mittlerweile erschienen, zuletzt All Beauty Destroyed (2011). Daniel Graves trat mit Hemd, Hut und Weste auf die BĂŒhne. Schwarze und weiße Schminke untermauerte seinen Stil. Musikalisch durch Schlagzeug und Keyboard unterstĂŒtzt, prĂ€sentierte Aesthetic Perfection seine melodischen und tanzbaren Songs. Ein elektronisches Highlight voller Energie. Sowohl Band als auch das enthusiastisches Publikum gaben alles bei dieser Show.

Nun folgte auf der großen BĂŒhne die deutsche Elektro-Wave-Band The Eternal Afflict. Geduldig warteten bereits viele Fans auf ihre Show. Bekanntester Clubhit ist San Diego aus den frĂŒhen 90ern, der bis heute noch in den Clubs gespielt wird. Die Band löste sich 1994 auf, formierte sich aber 2003 neu. Seitdem werden verstĂ€rkt auch Elektro- und Rockelemente verwendet. Dies war auch bei der Show sichtbar. SĂ€nger AndrĂš Kampmann prĂ€sentierte die Songs sehr gefĂŒhlvoll. Sowohl Klassiker als auch neue Songs ĂŒberzeugten die Fans.

Auch am Sonntag gab es noch eine Band auf der KulturbĂŒhne zu sehen. Diesmal ein komplett akustisches Highlight: Die Kammer. SĂ€nger Marcus Testory und Gitarrist Matthias AmbrĂ© haben das Projekt 2011 gegrĂŒndet. Neben akustischer Gitarre kamen Cello, Viola, Violine, Tuba und Minimal Drums zum Einsatz. Im gemĂŒtlichen Ambiente der KulturbĂŒhne genossen viele Besucher die ganz andere Art von Musik.

Neben einigen anderen Musikern hatte auch Erk Aicrag einen zweiten Auftritt beim NCN. Am Vortag agierte er schon als Frontmann der mexikanischen Elektro-Legende Hocico. Nun legte Erk noch einmal nach und prĂ€sentierte auf der kleinen BĂŒhne sein Projekt Rabia Sorda. 2 Alben sind seit 2006 erschienen, zuletzt Noise Diary (2009). Der Sound von Rabia Sorda ist insgesamt melodischer und weniger aggressiv als der von Hocico. Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades war es erwartungsgemĂ€ĂŸ voll vor der kleinen BĂŒhne. Rabia Sorda lieferte eine schweißtreibende Show. Das Publikum sang und tanzte zu den eingĂ€ngigen Songs der Band.

Vor der großen BĂŒhne warteten die Besucher nun schon gespannt auf die letzte Band des Abends. Die deutsche Synthie-Pop-Band Camouflage war der Abschluss des diesjĂ€hrigen Festivals. In den 80er Jahren hatte die Band zahlreiche Hits wie The Great Commandment und Love Is A Shield. Zuletzt erschien im Jahre 2009 die DVD Live in Dresden. Dicht gedrĂ€ngt standen die Festivalbesucher nun am BĂŒhnenrand. SĂ€nger Heiko Maile war wieder komplett in weiß gekleidet und beanspruchte fast die komplette BĂŒhne fĂŒr seine Performance. Sowohl Camouflage als auch das Publikum nutzen all ihre Energie. Besonders die Klassiker aus den 80er Jahren wurden von den Fans begeistert mitgesungen. So wurde diese Show zu einem wundervollen Erlebnis.

Auch 2013 war die Nocturnal Culture Night wieder ein großartiges Festival und der beste Beweis, dass kleine Festivals ihren eigenen Reiz haben. Das Wetter war super. Besser hĂ€tte es fĂŒr ein Festival im SpĂ€tsommer nicht sein können. Die Besucher sorgten fĂŒr gute Stimmung, die Bandauswahl war bunt gemischt und somit fĂŒr jeden etwas dabei. FĂŒr viele Besucher stand sofort fest: NĂ€chstes Jahr sind wir wieder mit dabei. Um so schöner, dass vor einigen Tagen auch bereits die nĂ€chste Nocturnal Culture Night angekĂŒndigt wurde: Vom 05. Bis 07.09.2014 ist es dann Zeit fĂŒr NCN9.

Tickets können bereits hier bestellt werden:
http://www.nocturnal-culture-night.de/Artikelliste/kategorie/Tickets_Wochenende.html

Wir haben fĂŒr euch Galerien zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder
erreichen könnt:

Galerie NCN Festival 2013 Tag 1 (Freitag, den 06.09.2013)

Galerie NCN Festival 2013 Tag 2 (Samstag, den 07.09.2013)

Galerie NCN Festival 2013 Tag 3 (Sonntag, den 08.09.2013)

Autor & Fotos: Thomas Bunge

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Weitere Fotos des Events gibt es hier

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