MERCIFUL NUNS – Goetia IV

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Merciful Nuns – Goetia IV

Artaud Seth und seine Band Merciful Nuns sind mehr als beeindruckend. Keiner anderen Gruppe gelingt ein dermaßen großer Output wie dieser Gothic-Rock Formation! Innerhalb eines Vierteljahres haben sie nun wieder zwei neue Studioalben auf den Markt gebracht. Goetia IV erschien Ende 2012 und behandelt wie ihr Nachfolger das mehr als komplexe Thema des aus dem 17. Jahrhundert stammende Zauberbuchs Ars Goetia, welches unter anderem eine Beschreibung der 72 DĂ€monen enthĂ€lt, die König Salomon beschworen und verpflichtet haben soll. Diese mystischen Dinge verknĂŒpft Mastermind Seth mit Gestalten aus der biblischen Geschichte. BeschĂ€ftigt man sich einmal mit diesem Material, kann man sich ein wenig sorgen, bald in einer Informationsflut verloren zu gehen. Die Sorge aufkommender Langeweile oder gar MittelmĂ€ĂŸigkeit der Musik kommt bei Merciful Nuns allerdings nicht auf. Weiterhin wandeln sie auf den Pfaden des klassischen Gothic-Rock und beweisen sich mit Liedern wie Kybalion oder The Nazarene als Meister ihres Faches! Dunkle und getragene Songs im rhythmischen Midtempo-Bereich, angereichert mit Halbakkustik-Gitarre und einprĂ€gsamen Refrains gelingen der Band geradezu leicht; meint man zumindest angesichts der bis dato produzierten Menge an Veröffentlichungen und dessen gelungener QualitĂ€t. Valley Of The Kings kommt dagegen etwas rauher und mit einer Prise Post-Punk versehen in die Lauscher, was auch an der stellenweise sehr bösen und zornigen Stimme von Artaud liegt, welche in dieser Form immer wieder den Silberling heimsucht. Allgemein gesehen hinterlĂ€ĂŸt der Gesang auf diesem Album schon einen besonderen Eindruck. Welche Gratwanderungen diese alleine bei Saturn Calls hinlegt, ist mehr als bemerkenswert! Aber Gesang wie Instrumente verstehen sich auf Goetia IV auch ruhig und atmosphĂ€risch. Planets Collide fĂŒhrt den Hörer geradezu in die Tiefen des Weltraums. Der Folgesong Temple At The Dome Of The Rock holt einen aber schnell auf den Boden zurĂŒck – besser gesagt auf die TanzflĂ€che der Szene-Tempel. Es ist DER Ohrwurm des Albums! Das abschließende Love Is Will Purified ist wieder tiefsinniger und episch angelegt und nach einer Zeit der Stille kehrt auch der Refrain von Planets Collide zurĂŒck aus den dunklen Weiten des Alls. Sehr starkes Werk der Band – vielleicht ihr Bestes!

Tracklist:
01. Ars Goetia
02. Kybalion
03. Valley Of The Kings
04. The Nazarene
05. Saturn Calls
06. Planets Collides
07. Temple At The Dome Of The Rock
08. Love Is Will Purified

Autor: Ralf Michael Benfer

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