BLACK LIGHT BURNS & JAYCE LEWIS – K├Âln, Underground (29.01.2013)

2013-01-29_Jayce_Lewis_-_Bild_008x.jpg
Gesch├Ątzte Lesezeit: 5 Minute(n)

ÔÇ×THEY WILL KILL YOUÔÇť

Es ist ein herrlicher Dienstagabend in K├Âln und allm├Ąhlich f├╝llt sich das Underground mit gut gelaunten Menschen.
Diese l├Ąsst man auch nicht lange warten und so beginnt JAYCE LEWIS den Fans so richtig einzuheizen. Live wird der junge Brite von einem Gitarrist, einem Bassist und einem Drummer begleitet. Schon beim zweiten Song entpuppt sich Jayce als echtes Multitalent und greift selber zu den Drumsticks. Sp├Ątestens hier fallen dem ge├╝bten Zuh├Ârer die Einfl├╝sse von Sepultura auf. Auch die folgenden Demonstrationen seiner Gitarrenk├╝nste lassen nichts zu w├╝nschen ├╝brig und das Publikum ist begeistert. Aber wen wundert es? Schlie├člich steht ihm der oberste Sith Lord Darth Vader (David Prowse) himself seit Jahren treu zur Seite und unterst├╝tzt seinen Sch├╝tzling wo er kann. Da braucht Jayce das Publikum nicht mal zum klatschen animieren, denn das geschieht von ganz alleine. Der von den Musikern ausgehende Elan scheint sich auf alle Anwesenden zu ├╝bertragen und die Stimmung ist fabelhaft bis zum Schluss. Womit eindeutig bewiesen ist, dass man sich bei der Wahl des Support wirklich M├╝he gegeben und die absolut richtige Entscheidung getroffen hat.

Als die Musiker die B├╝hne nach dem zehnten Song verlassen, wirken sie ersch├Âpft aber gut gelaunt und begeben sich nach einer kleinen Pause an ihren Merchandising-Stand, wo sie den Fans freundlich f├╝r Autogramme, Fotos und netten Gespr├Ąchen zur Verf├╝gung stehen. An dieser Stelle sei dann auch noch Folgendes schnell erw├Ąhnt: W├Ąhrend der gesamten Show kauert ein sympathisch wirkender junger Mann in der linken Ecke der B├╝hne und k├╝mmert sich um den reibungslosen Ablauf der Instrumentenwechsel und tr├Ągt so seinen Teil zum tollen Auftritt bei.

Setlist Jayce Lewis:
01. Intro
02. Severe Sever
03. Solitare
04. Electric Medicine
05. Paradox
06. Wrath
07. Perfect Defect
08. Revolution
09. ???
10. Icon

Zum Umbau gibt es auf der B├╝hne ein regelrechtes Gewimmel, ein Hin und Her wie im Ameisenbau. Da fallen die beiden b├Ąrtigen Herren im Anzug zuerst kaum auf. Doch als sich auch ein dritter Anzugtr├Ąger dazu gesellt, beginnt man das Treiben genauer ins Auge zu fassen. Nun fallen den Beobachtern auch die geschminkten Gesichter auf und ein Tuscheln geht durch den Raum. Pl├Âtzlich greifen die Herren nach den Instrumenten und beginnen eine lautstarke Diskussion dar├╝ber, wie und wann man denn anfangen sollte. Nach einigen Minuten, einigt man sich mit dem Tontechniker auf ein Startsignal und noch bevor das Gel├Ąchter verklungen ist, legen die vier Jungs endlich los.

Innerhalb von Sekunden f├╝llte sich der Zuschauerraum bis in die letzte Ecke und die Menge tobt.
Black Light Burns S├Ąnger Wes Borland und seine Bandkollegen scheinen sofort in ihrem Element zu sein. Vom ersten bis zum letzten Ton gl├Ąnzt man durch B├╝hnenpr├Ąsenz, Power, Ausstrahlung, Charisma und Schwei├č. Darum kann man getrost auf Lightshow oder sonstigen Schnickschnack zur G├Ąnze verzichtet. Denn wer Wes kennt, der wei├č, wo er auftaucht, da ist immer was los. Schlie├člich ist er nicht nur ein verbl├╝ffender Musiker, sondern auch der geborene Entertainer. Er und Bassist Dennis Sanders greifen fast jeden Zwischenruf aus dem Zuschauerraum auf und verwandeln ihn in einen echten Br├╝ller.

Au├čerdem scheint man sich kulturell vorbereitet zu haben. ÔÇ×Sind D├╝sseldorfer hier?ÔÇť fragt Wes in die Runde. Als einige Zuschauer bejahend jubeln, rei├čt er die Augen weit auf und erkl├Ąrt, man solle es lieber abstreiten. Schlie├člich sei man ja hier in K├Âln. Um ihnen noch eine Chance zu bieten, den Fauxpas wieder gut zu machen, stellt er die Frage erneut. Aber die Fans sind diesbez├╝glich wohl lernresistent und jubeln abermals. Darauf hin wirkt Wes verschw├Ârerisch und fl├╝stert ins Mikro. ÔÇ×Psssssst, they will kill you!ÔÇť Schallendes Gel├Ąchter erf├╝llt das Underground.

Nat├╝rlich h├Ąlt man auch immer wieder lautstark R├╝cksprache mit der Tontechnik. Schlie├člich will man ja den optimalen Klang erreichen. Als dann Dennis‘ Mikro streikt, erscheint der junge Mann, der sich zuvor bei Jayce Lewis um die Instrumentenwechsel k├╝mmerte und bringt das Mikro in Ordnung. Daf├╝r wird er mit geb├╝hrendem Applaus gefeiert und von Sean h├Âchst pers├Ânlich geknuddelt. Nat├╝rlich informiert man das Publikum sofort dar├╝ber, dass es sich hier um Christian handelt. Als sich Christian aus der Umarmung l├Âsen kann, verl├Ąsst er mit rotem Kopf, unter tosendem Gejubel, die B├╝hne und die Show kann weiter gehen. Am Ende erkl├Ąrt Wes, das nun der letzte Song k├Ąme und sie grunds├Ątzlich keine Zugaben geben w├╝rden. Daf├╝r w├╝rde er sich nach der Show aber Zeit nehmen um jeden einzelnen zu umarmen. Dies bes├Ąnftigt die Fans sofort und alles wartet gespannt darauf, dass der letzte Ton verklingt. Und tats├Ąchlich, Wes singt das letzte Wort und h├╝pft in die Menge. Welch ein grandioser Abschluss f├╝r einen gelungenen Abend.

Nun ist dies hier nur eine extreme Zusammenfassung der Geschehnisse und ich k├Ânnte noch unz├Ąhlige Zeilen mehr schreiben. Trotzdem k├Ąme nicht ansatzweise r├╝ber, was Black Light Burns geleistet haben. Darum will ich abschlie├čend nur noch eines sagen. Wer einen Fabel f├╝r Alternativ Rock besitzt und die M├Âglichkeit hat ein BLB-Konzert zu besuchen, ergreift die Gelegenheit beim Schopfe. Es lohnt sich.

Setlist Black Light Burns:
01. Stop A Bullet
02. I Want You To
03. Mesopotamia
04. 4 Walls
05. Coward
06. It`s Good To Be Gold
07. Cruel Melody
08. The Colour Escapes
09. The Hate Of My Life
10. Splayed
11. Lie
12. We Light Up
13. How To Look Naked
14. Lucretia My Reflection (The Sisters of Mercy Cover)
15. So Alive (Love and Rockets Cover)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase m├Âglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Black Light Burns:

Jayce Lewis:

Autorin: Das Dusa
Fotos: Michael Gamon

Kommentar verfassen