Grauzone Festival 2013 – NL- Amsterdam, Melkweg (01.02.2013)

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Grauzone ist ein neues Festival, welches zum ersten Mal in diesem Jahr im Melkweg in Amsterdam stattfindet. Namensgeber f├╝r dieses Festival ist die Schweizer Band Grauzone die 1981 mit ihrem Underground-Hit Eisb├Ąr weltweit erfolgreich war.

Im Inneren des Melkweg angekommen, hei├čt es zun├Ąchst einmal orientieren. Es gibt n├Ąmlich verschiedene Hallen in der Location. The Max ist die gr├Â├čere in der alle Hauptacts auftreten. Die anderen Bands spielen im The Oude Zaal und im Media Room der sich im ersten Stock befindet. Des Weiteren gibt es ein Video- Screening, einen Plattenladen und ein Restaurant. Im Plattenladen befindet sich auf jedem Tisch eine Mikrowelle. Es k├Ânnen unter anderem vorbereite Pfannkuchen gekauft werden. Das sch├Âne daran ist, dass Frank (just Frank) das Catering ├╝bernehmen. Doch es scheint ein harter Job zu sein die Mikrowelle zu bedienen. Nach dieser kulinarischen ├ťberraschung wird es Zeit f├╝r die erste Performance.

Aus dem Oude Zaal h├Âren wir den powergeladenen Sound von Ulterior. In den letzten Jahren haben diese Musiker eine beachtliche Anzahl an Konzerten in ganz Europa gegeben. 2012 waren Ulterior auch Gast beim Summer Darkness Festival in Utrecht, um jetzt beim Grauzone Festival aufzutreten, kommen die Briten nach Holland zur├╝ck. Die Band existiert seit 2006 und mit ihrem Post-Punk kommen sie beim Publikum gut an. Der Oude Zaal ist proppevoll, was f├╝r die Band und die Organisation gut ist, nur f├╝r diejenigen die den Auftritt von Linea Aspera sehen wollen ist es ein Hindernis. Die Elektroband spielt zeitgleich im ÔÇ×Media RoomÔÇť. Also muss entschieden werden, welche Band man sehen will. Es ist daher eigentlich leider nicht zu schaffen den kompletten Auftritt einer Band zu sehen und p├╝nktlich zur n├Ąchsten zu gelangen. Man muss an den vielen Besuchern vorbei, wobei viel Zeit verloren geht, bis die andere Location erreicht ist. Deshalb konnten wir auch nur die H├Ąlfte vom Ulterior Auftritt anschauen, um auch Linea Aspera live zu sehen.

Der Raum ist ziemlich schmal mit einer niedrigen B├╝hne, vor der nur eine handvoll Leute Platz haben. Linea Aspera wurde 2011 gegr├╝ndet. Ihre Musik kombinieren sie aus Minimal Wave, fr├╝hem EBM und klassischem Synthie-Pop. Die wundervolle Stimme von Alison Lewis erinnert an einem Mix aus Anne Clark und Siouxie. Aufgrund der Tatsache, dass dieses Konzert auch der allerletzte Gig in ihrer kurzen Existenz ist, ist es bei diesem Festival eine einzigartige Gelegenheit, denn danach trennen sich die Musiker leider bereits wieder.

In der Zwischenzeit stehen A Certain Radio schon l├Ąngst auf der Hautb├╝hne im The Max. Als wir dort ankommen, habe sie ihre Setlist so gut wie abgespielt. Aber wir sind gerade noch rechtzeitig dort, um zu bezeugen, dass die Veteranen es immer noch k├Ânnen. Sie geben alles und spielen sehr gut. Mit ihren Funk vermischten Punk-Rock Stil wissen sie die Menschen zu bewegen. Hier sehen wir das erste Mal bei diesem Festival die Zuschauer tanzen.

Im Oude Zall sind Zounds schon am Werk. Eine Anarcho- Post-Punk Band, die mit einer zehnj├Ąhrigen Unterbrechung seit 1977 aktiv ist. Auch sie wissen wie man das Publikum begeistert und es scheint: Je l├Ąnger sie existieren, desto besser spielen sie.

Danach stehen Chameleons Vox auf dem Programm. Bis die Herren sich auf der B├╝hne zeigen dauert es geschlagene 25 Minuten. Eine unerw├╝nschte Wartezeit im eh schon engen Zeitplan des heutigen Abends. S├Ąnger Mark Burgess ist stimmlich in guter Verfassung. Aber ist er das nicht bei jedem Konzert? Nur in dieser Halle war das nicht wirklich h├Ârbar. Schade, dass die Toningenieure den Sound nicht besser abgemischt haben. Allerdings hat dies keine Auswirkung auf die Qualit├Ąt der B├╝hnenshow und die Fans zeigen deutlich, dass sie ihre Helden lieben. Trotz des Fehlens eines richtigen Hit, wissen Chameleons Vox wie sie die Menge in Verz├╝ckung bringen. Am Ende verl├Ąsst Mark Burgess die B├╝hne um hautnah mitten in der Menge zu sein- ein pures Gl├╝cksgef├╝hl f├╝r viele Fans.

Dann schnell noch eine Stippvisite im Oude Zaal zu Fehlfarben, bevor Echo& And The Bunnymen an der Reihe sind. Obwohl die Fehlfarben-Musiker schon seit Ewigkeiten aktiv sind, wirken sie und insbesondere ihr Frontmann nerv├Âs. Mit dem Publikum spricht er ├╝berwiegend Deutsch, wechselt dann aber schnell ins Englische. Nicht, dass er die englische Sprache nicht gut beherrscht, aber warum spricht er nicht in seiner Muttersprache, denn bestimmt 90% der Anwesenden verstehen hier deutsch. Auch die ÔÇ×Neue Deutsche WelleÔÇť hat in den 80ern Holland erreicht. Meist erwartet wurde das St├╝ck Ein Jahr (Es geht voran) und Fehlfarben spielten ihren Hit mit Leidenschaft und es hat sich gelohnt mit dabei zu sein.

Zum letzten Mal an diesen Abend stehen wir dann vor der Hauptb├╝hne auf der gleich Echo & The Bunnymen zu sehen sind. Die Briten spielen was man von ihnen erwartet. Sie spielen fast jeden Hit aus ihrer langen Existenz und sie ber├╝hren jede Tonlage von high bis low. Es scheint so als w├╝rde Ians Stimme mit jedem Bier noch besser klingen. Mehrmals fordert der S├Ąnger den Lichttechniker auf die Beleuchtung zu dimmen, so dass sich die B├╝hne schon beim ersten St├╝ck drastisch verdunkelt. So blieb es auch f├╝r den Rest der Show. Nur manchmal wurde die Dunkelheit mit blauen Lichtpunkten aufgehellt, was allerdings nicht mehr als ein sch├Âner Effekt war. Es w├Ąre sch├Ân gewesen, nicht nur die Songs zu h├Âren, sondern auch die Musiker zu sehen, aber diese blieben im Schutz der Dunkelheit verborgen.

Setlist Echo & The Bunnymen:
01. Going Up
02. Rescue
03. Do it Clean
04. Pride
05. Villiers Terrace
06. Seven Seas
07. Bedbugs
08. Dancing Horses
09. Rust
10. Disease
11. Zimbo
12. Never Stop
13. All That Jazz
14. Killing Moon
15. The Cutter
16. Nothing Last Forever (Z)
17. Lips Like Sugar (ZZ)

F├╝r uns war das Grauzone Festival 2013 ein Erfolg, allerdings mit einem Problem: Bei solch vielen Bands in so kurzer Zeit, besteht keine Chance all das zu sehen, was man eigentlich m├Âchte. Erweitert man das ganze um ein paar zus├Ątzliche Stunden, dann ist alles weniger hektisch und f├╝r alle ein rundum tolles Erlebnis. Alles in Allem ist dies jedenfalls ein tolles Konzept, das hoffentlich im n├Ąchsten Jahr weitergef├╝hrt wird.

Wir haben f├╝r euch eine Bildergalerie zum Festival zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen k├Ânnt:

Fotogalerie Grauzone Festival 2013 (01.02.2013)

Autor & Fotos: Roger op den Camp

 

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