KIRLIAN CAMERA & DEAR STRANGE – Krefeld, Kulturfabrik (25.01.2013)

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Es war ein kalter 25. Januar 2013, mit Restschneeanteilen an dem sich einige Menschen aufmachten, um sich das Konzert von Kirlian Camera in der Kulturfabrik Krefeld anzuschauen. Ein Freitag, jedoch nicht der 13. sondern der 25., was ich hier noch einmal erwÀhnen möchte, denn es sollte ein Abend der Pannen werden. Aber eins nach dem anderen.

Fangen wir damit an, dass das Konzert in der kleinen Halle der Kufa stattfand, was ja kein Beinbruch in dem Sinne ist, da auf dieser kleinen BĂŒhne schon heutige GrĂ¶ĂŸen klein angefangen haben. Man bekommt dort auch einen gewissen NĂ€heanteil zur Band mit, den es eben nur in solchen kleinen RĂ€umlichkeiten geben kann.

Kirlian Camera wurden 1980 in Parma gegrĂŒndet. GrĂŒnder, Urgestein und Vater der Band ist Angelo Bergamini. Erkennungsmerkmal ist die Sturmhaube, die er, und hin und wieder auch andere Bandmitglieder auf der BĂŒhne tragen. Zur aktuellen Besetzung gehören zudem Elena Alice Fossi (Gesang), Andrea Artusi (Bass) sowie Kyoo Nam Rossi (Gitarre). Die Band ist seit dem GrĂŒndungsjahr durchgehend musikalisch aktiv. Es ist schwer der Band einen direkten Stil zuzuordnen. Die Musik enthĂ€lt teilweise Elektro-Wave, Neofolk Kompositionen sowie EinflĂŒsse von Techno und wird gerne dem Dark Wave Bereich zugeordnet. Sagen wir einfach es ist Musik der schwarzen Szene.

Gegen 19:45 Uhr tummelten sich die ersten GÀste im Kaffee Bar-Bereich der Kufa und aus den noch geschlossenen TrennwÀnden war der Soundcheck zu vernehmen.

Dann wurden endlich die TrennwĂ€nde geöffnet und das Publikum betrat die kleine Halle bevor es dann um 20:25 Uhr mit dem Support Dear Strange losging. Die Band wurde 2012 gegrĂŒndet und war in Besetzung Romain Frequency (Musik) und Dorian E. (Gesang) in der Kufa vertreten. Sie bezeichnen ihre Musik selbst als Prism Wave. Wirkten die zwei zwischendurch noch etwas verunsichert, so machte es doch Spaß ihnen zuzuhören und zu sehen, wie Dorian E. in ihren Texten aufzugehen schien. Nach einem ca. halbstĂŒndigen Set wĂŒrde man sagen, dass der Auftritt gelungen war. Das Publikum schien sehr angetan.

Um 21:25 Uhr betraten Kirlian Camera mit dem Intro Neither Honour Nor Glory die Stage. Der Start eines amĂŒsanten Auftritts, der sehr gelungen war. Nach nur 3 Liedern begann das Mysterium. Die Frontbox von Gitarrist Kyoo war zu leise eingestellt und man hatte Probleme dies richtig einzustellen. Somit wurde ein wenig unterbrochen um den Sound anzupassen. Ein Techniker der Kufa war ebenfalls bemĂŒht den Sound richtig einzustellen, allerdings bekam er nicht mit, dass Kyoo schon lĂ€ngst das ok via Handzeichen gegeben hatte, als er es wild gestikulierend noch lauter haben wollte. Einstellung „Check“ und es konnte weiter gehen, dachte man zumindest. Denn jetzt war die Centerbox von Bassist Andrea zu leise eingestellt, also begann das Ganze auf der anderen Seite von vorne. Andrea gab dann per Handzeichen sein ok, wĂ€hrend der Techniker auch hier, ohne auf den Bassisten zu achten die Einstellung lauter wollte. Verstehen sie Spaß? Nein, das war live. Aber jetzt ging es doch und die Show konnte weiter gehen, bis… ja das war noch nicht alles
, bis nach nur 2 weiteren Liedern der Sound einen Totalausfall hatte. Nothing, aber auch wirklich nichts war mehr zu hören. Nun suchte man vergeblich nach der versteckten Kamera. Aber auch dieses kleine Problem war schnell aus der Welt geschaffen. Und es ging weiter. Was passiert wohl als nĂ€chstes? Bricht die BĂŒhne zusammen? Nein, das war es und was daran am meisten gefiel: Das Publikum sowie die Band nahmen es mit Humor. Ab da an ging es ohne weitere Pannen bis zum Ende und es war ein richtig gutes Konzert, ein toller Auftritt, und somit auch ein wenig schade, dass diesen nur knapp 200 Personen miterlebten. Kirlian Camera spielte ein sehr ausgewogenes Set mit einem gelungenen Wechsel zwischen schnell und langsam, zwischen harmonischen Melodien und harten Beats. Die 4 kamen sogar 3 Mal zurĂŒck um weitere 5 Zugaben zu spielen.

Diese Band hat in ihrem Heimatland Kultstatus, wĂ€hrend hier zu Lande es vermutlich an dem etwas erhöhtem Altersdurchschnitt der Fans liegen mag, dass nur so wenige da waren. Da bleibt man Aufgrund des Wetters vielleicht doch mal lieber auf dem Sofa. Jedenfalls ist ein Auftritt dieser Band lohnenswert. Danke Italien fĂŒr diese Musiker, danke auch allen Beteiligten fĂŒr das doch sehr humorvolle Chaos, danke fĂŒr einen schönen Abend.

Setlist:
01. Intro: Neither Honour Nor Glory
02. Winged Child
03. Materia Oscura
04. Hymn
05. Farewell Road
06. Nightglory
07. Immortal
08. K-Pax
09. The Desert Inside
10. Size Zero
11. Blue Room
12. Eclipse
13. Edges
14. Heldenplatz
15. Odyssey Europa (Z)
16. Comfortably Numb (Z)
17. E.D.O. (ZZ)
18. I’m Not Sorry (ZZ)
19. In The Endless Rain (ZZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Kirlian Camera:

Dear Strange:

Autor: Marcus Nathofer
Fotos: Michael Gamon

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