Dark Storm Festival 2012 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2012)

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Das Dark Storm Festival fand dieses Jahr bereits zum 16. Mal statt, traditionell wie immer am ersten Weihnachtsfeiertag. AnhÀnger der schwarzen Szene konnten hier an diesem Abend insgesamt 12 Bands aus den Bereichen Dark Wave, Gothic, Electro, Industrial und Metal erleben. Auch dieses Mal bestand das Line-Up wieder aus einigen Newcomern und vielen Bands, die schon seit etlichen Jahren tÀtig sind.

Mit rund 15 Grad plus war es wohl das wĂ€rmste Weihnachten seit Jahren. Gegen 16:00 Uhr warteten schon viele GĂ€ste vor der Stadthalle. Der Einlass sollte um 16:15 Uhr beginnen, verzögerte sich jedoch um einige Minuten. Der Vorraum war weihnachtlich geschmĂŒckt und voll mit MerchandisingstĂ€nden. CDs, Poster und T-Shirts wurden angeboten. Auch fĂŒr Essen und GetrĂ€nke war an verschiedenen StĂ€nden gesorgt.

Bereits um 16:45 Uhr startete das Festival mit der österreichischen Dark Rock Band Roterfeld. 2011 erschien das Album Blood Diamond Romance. Die ersten Fans standen nun schon in den vorderen Reihen des großen Saals und lauschten den rockigen KlĂ€ngen von Roterfeld.

Hinter Rabia Sorda steckt niemand Geringeres als Erk Aicrag, Frontmann der mexikanischen Elektro-Legende Hocico. 2006 grĂŒndete er sein Soloprojekt und veröffentlichte seitdem die Alben Metodos del Caos (2006) und Noise Diary (2009). Insgesamt ist der Stil von Rabia Sorda melodischer und weniger aggressiv als der von Hocico, dafĂŒr rockiger. Viele Fans standen jetzt vor der BĂŒhne. Bekanntermaßen gibt es fĂŒr Erk Aicrag keinen Stillstand. Mehr als 30 Minuten prĂ€sentierte Rabia Sorda eine schweißtreibende Show zum Tanzen und Mitsingen. Titel wie Radio Paranoia oder Save Me Form My Curse durften dabei natĂŒrlich nicht fehlen.

Als nĂ€chstes traten gegen 18:30 Uhr Saltatio Mortis auf die große BĂŒhne. Die Mittelalter-Rock-Band existiert seit 12 Jahren und zĂ€hlt zu den bekanntesten ihres Genres. AuffĂ€llig sind Instrumente wie Dudelsack, Schalmei, Drehleier und andere historische Musikinstrumente. Letztes Jahr erschien das aktuelle Album Sturm aufs Paradies. Der große Saal war nun gut gefĂŒllt. Viele Fans drĂ€ngten sich vor in die ersten Reihen, um Saltatio Mortis hautnah zu erleben.

Ebenfalls gegen 18:30 Uhr wurde es dann auch Zeit fĂŒr die erste Band im kleinen Saal: Noisuf-X. Das Rhythm ’n’ Noise Projekt ist ein Nebenprojekt des X-Fusion Kopfes Jan L. 2005 wurde das erste Album Antipode veröffentlicht. Im letzten Jahr erschien das Album Dead End District. Die BĂŒhne war dunkel. Eine Videoleinwand wurde zur Untermalung der Show genutzt. Die Tracks von Noisuf-X waren durchgĂ€ngig tanzbare InstrumentalstĂŒcke. Fans dieses Genres kamen hier durchaus auf ihre Kosten.

Gegen 19:30 Uhr ging es auf der großen BĂŒhne weiter mit Umbra Et Imago. Die deutsche Band ist bekannt fĂŒr ausgefallene BĂŒhnenshows. Die Karlsruher Formation um Frontmann Mozart wurde 1991 gegrĂŒndet. Zum 20-jĂ€hrigen JubilĂ€um erschien letztes Jahr die Live-DVD 20. Mozart begrĂŒĂŸte die Besucher des Dark Storm Festivals. FĂŒr viele GĂ€ste war Umbra Et Imago eines der Highlights des Abends. Die Band prĂ€sentierte viele Songs der letzten 20 Jahre.

Kurze Zeit danach ging es elektronisch weiter mit Aesthetic Perfection. Das Projekt wurde im Jahre 2000 von Daniel Graves in Hollywood gegrĂŒndet. 3 Alben sind mittlerweile erschienen, zuletzt All Beauty Destroyed (2011). Aesthetic Perfection zog die Fans mit seinen melodischen und tanzbaren Songs sofort in seinen Bann. Rund 40 Minuten gab es feinste elektronische Musik, u.a. Inhuman und One And Only.

Die nĂ€chste Band im großen Saal war Diary Of Dreams. Die deutsche Dark-Wave-Band hat in den letzten Jahren zahlreiche Alben veröffentlicht, unlĂ€ngst das Album Anatomy Of Silence. Auf ausgedehnten Touren prĂ€sentierten sie ihre außergewöhnliche Show. In den letzten Monaten waren Adrian Hates und seine Musiker passend zum aktuellen Release auf einer Acoustic Tour unterwegs. Auf dem Dark Storm Festival wurde jedoch wieder dĂŒsterer Elektro-Rock gespielt und das Publikum sang begeistert mit.

Gegen 20:40 Uhr trat Faderhead auf die kleine BĂŒhne. Hinter Faderhead steckt der deutsche Musiker Sami Mark Yahya. Seit 2006 wurden zahlreiche Alben veröffentlicht, zuletzt The World of Faderhead (2012). Faderhead vereinigt viele Stiele, so unter anderem Aggrotech, Electro Pop und House. Songs wie Zigzag Machinery und Electrosluts Extraordinaire begeisterten die Fans.

Die schwedische Elektro-Band Covenant stand nun als nĂ€chste Band auf der großen BĂŒhne. Bereits ihre erste CD Dreams Of A Cryotank (1994) war ein Erfolg. Die Band hat 2011 das Album Modern Ruin veröffentlicht und waren danach auf ausgedehnter Tournee. In naher Zukunft wird es wohl nur wenige Konzerte in Deutschland geben. Covenant spielten sowohl neue Titel als auch frĂŒhere Clubhits. So durften Feedback oder Tour De Force nicht im Set fehlen. Die 40 Minuten wurden intensiv zum Tanzen und Mitsingen genutzt und zudem Daniel Myer „verabschiedet“, fĂŒr den es der letzte Auftritt mit Covenant war. Er wird sich verstĂ€rkt seinen eigenen Projekten (haujobb, DSTR etc.) widmen.

Um 22:00 Uhr wurde es Zeit fĂŒr die 4. und letzte Band auf der kleinen BĂŒhne. Die deutsche Elektro-Band Funker Vogt wurde bereits 1995 von Jens KĂ€stel und Gerrit Thomas gegrĂŒndet. Gleich das erste Album Thanks For Nothing (1996) enthielt zahlreiche Clubhits. Vor einigen Monaten erschien die aktuelle Single Hard Way. An diesem Abend gab es ein ausgedehntes Set mit vielen Clubhits wie Maschine Zeit, City Of Darkness und Tragic Hero. Funker Vogt lieferten eine sehr gute Show vor einem begeisterten Publikum.

Die deutsche Band Deine Lakaien ist aus der schwarzen Clubszene nicht mehr wegzudenken. Seit mehr als 25 Jahren existiert die Dark-Wave-Band bereits. Gegen 22:30 Uhr betraten Alexander Veljanov und Ernst Horn die BĂŒhne, auf der lediglich ein Piano stand. Deine Lakaien prĂ€sentierten den GĂ€sten an diesem Abend ihre spezielle Acoustic Show. Es war wohl die mit Abstand ruhigste Show des Festivals. Dennoch lauschten die GĂ€ste den melodischen KlĂ€ngen von Deine Lakaien andĂ€chtig. Die beiden Vollblutmusiker verzauberten das Publikum mit Songs wie Where You Are und 2nd Sun. Nach rund 50 Minuten endete die außergewöhnliche Performance von Deine Lakaien.

Gegen 23:50 Uhr war es dann auch schon Zeit fĂŒr die letzte Band des Abends. And One, die seit Anfang der 90er Jahre fester Bestandteil der Elektro-Szene sind, bildeten den Abschluss des Dark Storm Festivals. Zahlreiche Alben sind in den letzten 20 Jahren erschienen, zuletzt S.T.O.P. (Mai 2012). Im September 2012 gab Steve Naghavi bekannt, dass er die Band im nĂ€chsten Jahr nach einer ausgedehnten Tour auflösen möchte. Ein Grund mehr, die Show auf dem Dark Storm zu erleben. Steve Naghavi und seine Mannen starteten gleich durch mit der aktuellen Single Shouts Of Joy. Der Saal war nun gefĂŒllt mit euphorischen Fans, die And One ganz aus der NĂ€he sehen wollten. In mehr als 75 Minuten wurden eine ganze Reihe neuerer Songs wie Traumfrau und Steine sind Steine gespielt. Aber auch die alten Clubhits wie Techno Man oder Metalhammer durften nicht fehlen. Mit dem Titel So klingt Liebe wurde die Show und das Festival kurz nach 1:00 Uhr beendet.

Auch das 16. Dark Storm Festival war wieder ein gelungenes Event. 12 fantastische Bands aus verschiedenen Musikrichtungen gaben ihr Bestes und wurden vom Publikum gefeiert. Viele GÀste nutzen auch die Gelegenheit, ein letztes Mal in diesem Jahr Freunde zu treffen. Ich freue mich schon auf das nÀchste Dark Storm Festival 2013.

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