VIVE LA FÊTE – Köln, Luxor (15.12.2012)

2012-12-15_Vive_La_Fete_-_Bild_021x.jpg
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Vive La Fête ist im Französischen ein geflügelter Begriff, es ist allerdings auch der Name einer der wohl interessantesten Bands überhaupt. Gegründet vom ehemaligen dEUS-Bassiten Danny Mommens und seiner Partnerin Els Pynoo sind sie seit 15 Jahren bereits aktiv und neben ihren Songs von immerhin mittlerweile sieben Alben zeichnen sich Vive La Fête besonders durch ihre Liveauftritte aus. Keine Frage, dass wir uns auf den Weg nach Köln machen mussten, um dabei zu sein, wenn die fünf das Luxor rocken.

Die Qualitäten der Belgier sprechen für sich und so ist keine Vorband nötig, um die Halle bereits nach kurzer Zeit auf Betriebstemperatur zu bekommen. Schon zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr geht‘s los und es dauert wirklich nur Sekundenbruchteile, bis man das Publikum im knapp zu 2/3 gefüllten Luxor voll in seinen Bann gezogen hat. Spielspaß pur ist angesagt. Zunächst zeigen sich die beiden Hauptakteure Els Pynoo (Gesang) und Danny Mommens (Gitarre) dafür verantwortlich, doch sehr schnell beginnt auch der Bassist sein Scherflein dazu beizutragen und auch Keyboarder und Drummer steigen kurze Zeit später mit in den Fun ein. Richtig die Post geht natürlich bei La Vérité und Liberté ab, diese Songs unterstreichen erstmals nachdrücklich die Stärke der Belgier. Und auch etwas punkig darf es ab und an mal sein, wofür sich stellvertretend Naive anschließt.

Passend zu den zwar enorm energiegeladenen, aber auch ebenso düsteren Sounds geht es auch sehr dunkel auf der Bühne zu, was Danny in der Mitte des Konzerts dazu veranlasst den Lichttechniker zu bitten, das Licht auf der Bühne doch zumindest etwas zu erhöhen, man würde nicht sehen können, was man spielt. Die Band selbst zeigt sich bestens auf den Gig vorbereitet, interagiert auf sehr sympathische Weise mit dem Publikum und befragt einen weiblichen Fan auch gleich einmal, wie es für sie als Düsseldorferin denn wäre, heute in Köln sein zu müssen. Sehr diplomatisch antwortet diese etwas verschüchtert „Köln ist schön“, womit sie sicher auch Recht hat.

Eine wirklich schöne Szene ergibt sich auch bei Assez, denn nun rückt die Band die Instrumente näher zusammen und das wirkt sehr stimmungsvoll und sympathisch zugleich. Das Triumvirat aus Gitarre, Bass und Keyboards rockt gemeinsam und die Spielfreude ist so deutlich wie selten auf einer Konzertbühne zu spüren. Bei Vive La Fête geht es untereinander respektvoll zu und so erhalten auch Drummer und Bassist in der Folgezeit noch die Chance für ein Solo und die damit verbundenen „Minutes Of Fame“, denn ihre Mitstreiter stehen begeistert dabei und feuern sie noch weiter an. Die tolle Stimmung auf der Bühne überträgt sich spielendleicht auf das Publikum, das seinen Augen kaum traut angesichts dieser starken Einheit auf der Bühne.

Und musikalisch? Da werden zum Ende hin noch einmal alle Register gezogen, denn das mit deutlichen Einflüssen von The Cure und Kraftwerk versehene Highlight Nuit Blanche ist nur der Anfang einer starken Schlussoffensive, während der uns die Belgier unter anderem noch mit dem coolen Noir Désir und einer druckvollen Version des Motörhead-Klassikers Ace Of Spades beglücken sollen.

Was für ein unglaublich gutes Konzert, Hut ab!

Setlist:
01. Mon Dieu
02. Hot Shot
03. Décadence
04. Tokyo
05. Pas Contrôle
06. Cinématique
07. Vérité
08. Liberté
09. Naïve
10. Exactement
11. Assez
12. Jaloux
13. Nuit Blanche
14. Maquillage
15. Noir Désir
16. Ace Of Spades (Motörhead-Cover)
17. Titi
18. Touche Pas
19. Machine Sublime
20. Pop Corn

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Autor & Fotos: Michael Gamon

Kommentar verfassen