NEW MODEL ARMY, SLIME & AUSGERECHNET WIR – Köln, Palladium (15.12.2012)

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Kurz vor Weihnachten machten sich 5 Musiker aus England auf den Weg um im Kölner Palladium ihr traditionelles Weihnachtskonzert zu geben. Ein Weihnachtskonzert ohne Weihnachtslieder. Wobei der Song Last Christmas textlich verändert einen tollen Song ergeben hätte wenn man auf den Weltuntergang gewartet hätte.

Nun schon zum 12. Mal hintereinander waren New Model Army angesagt. Dieses Mal wurde die Band von dem Support Ausgerechnet wir und Slime begleitet. Das Publikum über den ganzen Abend verteilt bestand sowohl aus eingefleischten NMA Fans (vereinzelt auch mit der Band mitgereist), Punks, von denen wohl einige Familienväter mal wieder die alte Lederjacke mit Aufnähern aus dem Keller geholt haben, sowie auch einige junge Nachwuchsanhänger. Also wirklich alles bunt gemischt.
 

Um 19:00 Uhr durften die 3 von der Tankstelle, ich meine die 3 Musiker von Ausgerechnet wir den Abend eröffnen. Das Göttinger Trio spielte eine Art akustischen Indie-Pop. Mit dem Song Life is not a Happy Hour endete deren Auftritt nach satten 40 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war die Halle noch recht leer und viele Leute plünderten erst einmal den Merchandise Stand von NMA oder tranken gemütlich das ein oder andere Bierchen.

Der Abend sollte jedoch nicht so ruhig und gemütlich bleiben wie er begann, denn schon mit Slime startete nach nur 20 Minuten Umbau das erste Highlight des Abends. Die Band, mit ihrem aktuellen Album Sich fügen heißt lügen im Gepäck, wurde 1979 gegründet und löste sich 1994 wieder auf, bevor sie 2009 neu gegründet wurde. Mit extrem provozierenden Texten prägte Slime die politische Grundhaltung der deutschen Punkbewegung. Dies wurde auch schnell klar, als Dirk „Dicken“ Jora (Gesang), Michael „Elf“ Mayer (Gitarre), Christian Mevs (Gitarre), Nici (Bass) und Alex Schwers (Schlagzeug) los legten. Die Hamburger nahmen kein Blatt vor den Mund und sprachen immer wieder politische Themen an um dann mit dem darauf folgenden Song kein gutes Haar daran zu lassen. Hier wurde PUNK-ROCK großgeschrieben. Die fünf spielten Deutsch-Punk vom Feinsten, und die Halle füllte sich mit jedem Song mehr und mehr. Slime verstand es mit musikalischer Extravaganz das Publikum zu begeistern und ihre Musik und Texte kamen an. Frei nach dem Motto „Punk’s not dead“ war der Auftritt nach 18 Liedern zu Ende und als Abschied wurde das Medley In Hamburg sagt man Tschüss eingespielt.
 

Setlist:
01. Wir geben nicht nach
02. Schweineherbst
03. Sich fügen heißt lügen
04. Alle gegen alle
05. Alptraum
06. Zu kalt
07. Gewalt
08. Zum Kampf
09. Störtebecker
10. Rebellen
11. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland
12. Seenot
13. Brüllen zertrümmern und weg
14. A.C.A.B.
15. Linke Spießer
16. Religion
17. Legal Illegal Scheissegal
18. Deutschland
 

Um 21:50 Uhr betraten Justin Sullivan (Gesang, Gitarre), Marshall Gill (Gitarre), Dean White (Keyboard), Michael Dean (Schlagzeug) und der neue Bassist Ceri Monger (seit 2012) die Bühne des sehr gut gefüllten Palladiums. Ceri passt hervorragend in die Band. Er ist auf der Bühne genauso agil wie Justin und Marshall und die 3 bilden nun mal die Front on stage. New Model Army wurde Ende der Siebziger Jahre von Justin Sullivan und Stuart Morrow in Bradford, Yorkshire gegründet. Die Band blickt nun mehr auf 11 Studioalben, 2 B-Seiten Compilations, 7 Livealben, 11 Compilations sowie etlichen Single Auskopplungen und EPs zurück.

Als Opener hallte Frightened aus den Boxen. Und gleich war wieder Stimmung angesagt.
Es war herrlich mit wie viel Energie und Spaß New Model Army ihre Songs präsentierten. Und das mit einem sehr gut ausgesteuertem Sound und einer ebenso gelungenen Lightshow. Das Publikum dankte es mit einer fantastischen Stimmung. Egal wie viele Auftritte der Band man bisher gesehen hatte, dies sollte einer werden, der noch lange positiv in Erinnerung bleiben wird.

Mit March In September wurde ein brandneuer Song vorgestellt der uns mit Vorfreude auf das neue Album warten lässt, welches Justin uns für 2013 versprach.
Vor dem Lied Today Is A Good Day erzählte er das sie zuvor in der Türkei gespielt hatten und er dort eine Bank of England gesehen hatte. Mit einem Grinsen auf den Lippen fragte er wer da wohl sein Geld hinbringt. An dieser Stelle hätte ihm wohl jemand mal erzählen sollen, dass im deutschen Fernsehen Werbung für eine holländische Bank gemacht wird. „Wer da wohl sein Geld lässt?“ Smiley

Nun folgte ein Song der einfach nicht fehlen durfte. Justin kündigte ihn mit den Worten an: „Es gibt ein Begriff namens Familie! Für manche von uns ist es gut. Für manche jedoch ist es schwierig.“ Ein gewisses Gänsehautgefühl machte sich bei Green And Grey breit. Im Publikum stiegen einige wenige auf die Schultern anderer und gestikulierten den Song mit. Nach 1. Stunde und 15 Minuten wollten New Model Army sich mit 225 verabschieden, doch vermutlich nur, damit man mal kurz Luft holen konnte, bevor es dann zu insgesamt 6 Zugaben kam. Hierbei gab die Band im wahrsten Sinne noch mal alles. Nach Purity versprach Justin erneut, dass wir uns 2013 auf ein neues Album freuen dürfen und sagte: „Es gibt keinen besseren Song als den folgenden um dieses Konzert zu beenden“ Mit I Love The World endete das Konzert um 23:40 Uhr. Und ein dankbares Publikum verabschiedete die Band lautstark, bevor es dann in die verregnete Nacht hinausging. Danke an alle für diesen gelungenen Konzert-Abend.
  

Setlist:
01. Frightened
02. The Charge
03. Brave New World
04. 51st State
05. March In September
06. Flying Through The Smoke
07. States Radio
08. Red Earth
09. Spirit Of The Falklands
10. Today Is A Good Day
11. Green And Grey
12. 1984
13. The Hunt
14. No Rest
15. High
16. 225
17. Fate (Z)
18. Stupid Questions (Z)
19. Wonderful Way To Go (Z)
20. Get Me Out (ZZ)
21. Purity (ZZ)
22. I Love The World (ZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

New Model Army:

Slime:

 

 

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