OOMPH! – Köln, Essigfabrik (23.09.2012)

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Besorgt es mir mit der Hand!

PĂŒnktlich um 20 Uhr beginnt die Vorband Blowsight das Publikum zu bespaßen. Erst wirken sie etwas unsicher und verloren, doch plötzlich der Wandel und sie legen richtig los. So viel Elan liegt in ihrer Show, dass SĂ€nger Nick Red gleich wĂ€hrend des ersten Songs seine Gitarre wechseln muss. StĂ€ndig wechseln sie ihre Positionen, tauschen die Mikros, Drummer Fabz jongliert mit den Sticks und Nick versucht dem Gitarristen Seb mal eben, mit der Zunge durchs Gesicht zu schlabbern.Und auch das Publikum versuchen sie stets mit einzubinden.

„Es ist echt warm hier drin aber Oomph! mögen es wohl warm. Scheint ein echt erotischer Abend zu werden“ erzĂ€hlen die schwedischen Jungs, wĂ€hrend Nick abermals seine Gitarre wechseln muss. Dies ĂŒbrigens nicht zum letzten Mal und so hört man kurze Zeit spĂ€ter seine Stimme. „and the third guitar is gone!“ Na wenn das mal nicht der ultimative Tribut an die Partygötter ist. Zum Abschluss spielen sie eine inspirierende Version des Lady Gaga Songs Pokerface und sorgen dafĂŒr, dass auch musikalisch „Anders orientierte“ Menschen dieses Lied begeistert mitsingen. Und natĂŒrlich werden am Ende auch alle Plecks und Drumsticks liebevoll verteilt. WĂ€hrend der Umbaupause packen die jungen Musiker tatkrĂ€ftig mit an und unterhalten sich noch ein wenig mit dem Publikum.

Setlist Blowsight:
01. Intro
02. This Pain
03. Miracle
04. 666
05. Hit On The Radio
06. Thought Of Bride
07. Wake Up
08. Bandit
09. Poker Face
10. Simple Art

Plötzlich ertönt ein Nebelhorn und MĂ€nner in lustigen MatrosenanzĂŒgen betreten die BĂŒhne. Sie ergreifen ihre Instrumente und ein mysteriöser Mann erscheint. Er trĂ€gt eine rote Superheldenmaske, ein rotes Cape, passende Handschuhe und ein großes X auf der Brust, auf dem „Vorsicht! Glas!“ steht. Die Matrosen von Oomph! starten mit dem Song Unzerstörbar ihre Show, SĂ€nger Dero nimmt die Maske ab und sein Gesicht kommt im „Joker-Style“ zum Vorschein. „Kölle Alaaf! Wolle mer se reinlasse?“, ruft Dero, nach dem Lied ins Mikrofon und der Drummer beginnt einen Rhythmus zu spielen. Nach wenigen Takten singt er die Worte „We will, we will“ ins Mikro. Die Fans reagieren sofort und ergĂ€nzen das gewĂŒnschte „Rock you“. WĂ€hrend man noch gemeinsam singt, kommen die anderen Instrumente hinzu, doch formen sich nach und nach nicht die KlĂ€nge zu dem beliebten Hit der britischen Rockband Queen. Das Publikum scheint kurz irritiert, aber Sekunden spĂ€ter ist es allen klar: Die Fans sind außer sich, als Dero beginnt, die ersten Zeilen zu Labyrinth zu singen. Nach und nach, nimmt er die Helden-Utensilien ab und trĂ€gt ebenfalls ein MatrosenkostĂŒm.

Fortan hat jeder Titel seine ganz persönliche und kreative Ansage wie „Fleisch gewordener Geschlechtsverkehr“ („Der neue Gott“), „Nun ist Zeit fĂŒr Liebe auf der Setliste, also erst Vorspiel, dann reinstecken“ („Regen“) oder „An alle Banken auf der Welt. Fickt euch!“ („Sandmann“). Zudem werden die Zuschauer jede Sekunde gefordert. „Besorgt es mir mit der Hand!“ ertönt eine Stimme und schon schwingt das Publikum die Arme hin und her. Und sogar zu einer Mini Wall of Death, lassen sich die Fans animieren. NatĂŒrlich wird die Menge auch gebĂŒhrend fĂŒr die gute Zusammenarbeit wĂ€hrend des gesamten Konzerts belohnt. Und so spielen Oomph! sogar ihren Song Mein Herz, welcher seit 15 Jahren nicht mehr live performt wurde. „Besser als Sex“ lobt man die Zuschauer. Die Vollblutmusiker fordern das Publikum immer wieder auf, sich selber zu feiern und man zeigt den Fans unzĂ€hlige Male den erhobenen Daumen. Wenn fĂŒr jeden erhobenen Oomph! –Daumen dieses Abends ein Auto halten wĂŒrde, wĂ€re der Stau mehrere Kilometer lang. Das große Highlight des Abends ist aber sicherlich das Stagediving von Dero, welches er gleich 2 Mal erfolgreich meistert!

Zum Abschluss geben sie den Monty Python Renner Always Look On The Bright Side Of Life und veranstalten mit der Menge ein letztes gemeinsames Pfeifkonzert. Dabei verteilen sie ihre ĂŒbrig gebliebenen GetrĂ€nkeflaschen im Publikum und ein unglaublicher Abend geht zu Ende.

Setlist Oomph!:
01. Intro
02. Unzerstörbar
03. Labyrinth
04. Mein Schatz
05. Weißes Licht
06. Bis der Spiegel zerbricht
07. TrÀumst du
08. Wunschkind
09. Kleinstadtboy
10. Mein Herz
11. Der neue Gott
12. Regen
13. Niemand
14. Gekreuzigt
15. Seemannsrose
16. Mitten ins Herz
17. Auf Kurs (Akustik)
18. Sex hat keine Macht (Akustik)
19. Zwei Schritte vor
20. Sandmann
21. Augen auf
22. Aus meiner Haut (Z)
23. Gott ist ein Popstar (Z)
24. Always look on the bright side of life (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos.

Oomph!:

Blowsight:


Autorin : Das Dusa
Fotos: Markus HillgÀrtner

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