The Other – The Devils You Know

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Unsere Bewertung

8 Bewertung

Bedrohlich klingt es aus den Boxen, ein Schrei ertönt und Schwupps sind wir mittendrin im neuen Album von The Other, den wohl legitimsten Nachfolgern der Ur-Horrorpunker The Misfits. Dass es bei ihnen auch mal morbide zugehen kann beweisen schon Titel wie „My Home Is My Casket“, „Skeletons In The Closet“ oder „Nice Day For A Funeral“ und alles verlĂ€uft wie gehabt nach dem Horrorpunk-Motto „Always Halloween“, wie es dann auch in „Nightmares On Halloween“ proklamiert wird. Doch was hat sich musikalisch seit dem letzten Album „New Blood“ verĂ€ndert?

ZunĂ€chst einmal sind Die Anderen einen Bassisten reicher geworden und verdanken dem Neuen namens Viktor Sharp zunĂ€chst einmal diverse neue Melodien, denn er wurde sofort voll mit ins Songwriting einbezogen. Das merkt man dann auch gleich, denn The Other sind auf „The Devils You Know“ abwechslungsreicher und unvorhersehbarer geworden. NatĂŒrlich liegt das Hauptaugenmerk, sicher zur Freude ihrer Fans, noch immer auf druckvollen Mitgröhlhymnen, die zugleich hart, aber auch Ă€ußert melodisch zu Werke gehen und den Hörer schnell fĂŒr sich vereinnahmen können. Dazu gehört ganz sicher „Take You Down“, das so auch auf „New Blood“ hĂ€tte erschienen sein können. Doch auch ein Song wie „Fright Night“ weiß zu gefallen, dabei ist er kein simpler „Hau drauf“-Track, sondern ĂŒberzeugt durch ausgefeiltes Songwriting und interessante Dynamikwechsel. Und auch die Vorab-Single „Puppet On A String“ weiß sich von den gewohnten Songs zu unterscheiden und wirkt angesichts des verschleppten Tempos fast vollends genreuntypisch und eher vom Aufbau wie ein Hardrocktrack der Achtziger Jahre. Allen Songs gemein ist dafĂŒr der Gesang von Frontmann Rod Usher, der im Horrorpunk sicher seinesgleichen sucht. Er verleiht den Songs so viel Drive, dass man einfach mitgerissen wird.

„Nice Day For A Funeral“ blĂ€st den geneigten Hörer sogar fast um mit seiner Energie, hier werden keine Gefangenen gemacht, sondern es geht kompromisslos nach vorne. „The Phantom Of The Opera“ ist hingegen kein Cover des Musicalsongs, sondern bedient sich nur zunĂ€chst einmal dessen Grundthemas, strickt darum herum aber einen von Breaks durchzogenen Rock Song mit Hymnenchorus. FĂŒr das Ende von „The Devils You Know“ haben sich die vier Punks dann noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen und zwar eine echte Ballade! Ja, richtig gelesen, bei „Ewigkeit“ fließt der Schmalz zum Teil fast aus den Lautsprechern! In diesem Genre gehört schon eine Menge Mut und Selbstvertrauen dazu, solch einen Song aufzunehmen, Hut ab! Zu Beginn wĂ€hnt man sich noch im Ärzte-Universum und wartet auf die Explosion, doch diese bleibt bis auf ein paar trotzig erklingende Gitarren aus und es kommt sogar Schlagerfeeling auf. Ein wirklich interessanter Abschluss, der sogar noch von GeigenklĂ€ngen versĂŒĂŸt wird!

The Other haben sich auch auf dem neuen Album weiterentwickelt und auch wenn die neuen Songs nicht ganz an die Highlights von „New Blood“ heranreichen, gehört es sicher zu einem der besseren Alben des Jahres bisher. Tracks wie „Take You Down“, „Fright Night“ oder „Nice Day For A Funeral“ sind klasse und die Anspieltipps auf „The Devils You Know“. Sie werden so manche Party ins Rollen bringen. Das Album ĂŒberzeugt durch seinen Abwechslungsreichtum und seiner trotz allem durchaus vorhandenen Geschlossenheit.

Tracklist:
01. Devils You Know
02. My Home Is My Casket
03. Take You Down
04. Skeletons In The Closet
05. Fright Night
06. Puppet On A String
07. In My Veins
08. Nice Day For A Funeral
09. Nightmare On Halloween
10. The Phantom Of The Opera
11. Fire From Outer Space
12. Where Is Your Saviour Now
13. Hell Is A Place On Earth
14. In The Shadows
15. Ewigkeit

Autor: Michael Gamon

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