Soulsavers – The Light The Dead See

GeschÀtzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Unsere Bewertung

8 Bewertung

Die Soulsavers sind ein 2000 gegrĂŒndetes britisches Musikprojekt, bestehend aus Ian Glover und Rich Machin, das ihre bisher vier Studioalben mit UnterstĂŒtzung von KĂŒnstlern wie Mark Lanegan (Ex Frontmann der „Screaming Trees“), Mike Patton und nun auch Dave Gahan aufnahmen. Der Kontakt zum „Depeche Mode“-SĂ€nger kam durch deren Support von DM bei der „Tour of the Universe“ zustande.

Beim Opener „La Ribera“ ertönt Daves Mundharmonika, unterstĂŒtzt durch eine String Section und BlĂ€ser und man wird sehr schön auf das neue Album der „Seelenretter“ eingestimmt. Klassisch geht’s weiter, die Saiteninstrumente schwellen an, ein pulsierender Bass, Orgel und Gitarre und dann Dave Gahans dunkle Stimme. „In the Morning“ ist ein sehr schöner Song geworden. Bemerkenswert an „Longest Day“, der Singleauskopplung, ist das Zusammenspiel von Daves Stimme und weiblichen, souligen BackgroundgesĂ€ngen, garniert mit einer Ohrwurmmelodie und perfekter Instrumentierung. Fertig ist der Hit. Auch Gospel und Country EinflĂŒsse werden gekonnt zusammengemischt, Melancholie wird an jeder Ecke ein- und ausgeatmet. Es ist schon sehr ruhig geworden dieses Album, wenig Rock, keine Synthies und viel „Seele“; von der Instrumentierung her ganz anders als Depeche Mode. Und einen Clone der englischen Synthiepop-Band hat auch niemand ernsthaft erwartet. „Try to Start“ kreiert eine schöne Stimmung, erinnert im Strophenteil ein wenig an U2s „All i want is you“, die Geigen und der soulige Frauenchor runden das Oeuvre gekonnt ab. Die Stimme des Depeche Mode SĂ€ngers bringt sich wunderbar in den Gesamtsound des Albums ein und zeigt, dass sie nicht nur in elektronischen Songs funktioniert. Mr. Gahan legt viel GefĂŒhl, viel Herzblut in die Songs, leidet, trĂ€umt, rockt. Auch textlich merkt man, dass Dave immer besser wird. Wirkten die ersten Lyrics-Versuche auf seinem ersten Soloalbum „Paper Monsters“ noch etwas ungelenk, merkt man hier deutlich das Selbstbewusstsein eines guten Songwriters heranwachsen. Fast grungig-krachig geht es bei dem Song „Gone Too Far“ zu Sache, einer der rockigsten Songs auf „The Light The Dead See“, dem Album mit dem Grammophon auf dem Cover. Auf der Habenseite des Albums muss man anmerken, dass die Songs kurz und knackig produziert und auf den Punkt gebracht wurden, sodass keine LĂ€ngen entstehen. Der hohe Standard wird bis zum Ende gehalten, „Take“ vereint Beethovens „Mondscheinsonate“ mit Bluesguitar- und Harp und intimem Gesang und am Schluss darf dann noch ein wenig „aufgerockt“ werden, denn „Tonight“ gehört eher zu den Uptempo Nummern des Longplayers.

Fazit: stimmungsvolles Alternative-Blues-Soul Album, perfekt als ÜberbrĂŒckung zum nĂ€chsten Depeche Mode Album.

Diese CD könnte Euch gefallen, wenn Ihr Dave Gahans Stimme und erdige Töne mögt.

Tracklist:
01. La Ribera
02. In The Morning
03. Longest Day
04. Presence of God
05. Just Try
06. Gone Too Far
07. Point Sur Pt.1
08. Take Me Back Home
09. Bitterman
10. I Can’t Stay
11. Take
12. Tonight

Autor: Frank Stienen

Kommentar verfassen