Sampler – Electrostorm Vol. 3

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Unsere Bewertung

7 Bewertung




Der Sampler beginnt mit „Anders Sein“ von Blutengel, einem (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) gar nicht so ĂŒblen Song, der durch EingĂ€ngigkeit und kitschig-netter Produktion punkten kann. „Alphapoint“ aus Moldawien hingegen lĂ€sst es etwas hĂ€rter, mit einer Mischung aus Future- und Synthpop aber auch recht melodisch angehen, ein schöner Ohrwurm. CHROM sind mittlerweile zu Recht nicht mehr aus der Electroszene wegzudenken und den Grund dafĂŒr kann man sich anhand eines Edits (schon lange keinen ausgefadeten Song gehört) von „Memories“ des Erfolgalbums „Synthetic Movement“ zu GemĂŒte fĂŒhren. Ein wenig 90er Feeling kommt bei „Hysteria (Stripped Down)“ auf, denn durch gewisse Sounds und wegen der Grundstimmung muss man ein wenig an Kirlian Camera denken. Der einzige richtig gute Track der „Retortenband“ Pakt, nĂ€mlich „Lichterloh“, erschallt durch die Hi-Fi Boxen und bringt die Beine in Tanzstimmung und die Arme zum Rotieren. Im Shufflebeat-Gewand schallen nun die Amerikaner Aesthetic Perfection mit „Hit The Streets“ in den Ohren, die Mischung aus AggressivitĂ€t ĂĄ la Combichrist und Poppigkeit eines Covenant Tracks hat es in sich. Schön, dass es endlich wieder ein Lebenszeichen des Kultprojektes „Dive“ gibt, hat sich Mastermind Dirk Ivens in letzter Zeit doch recht rar gemacht. Und schön auch, dass man genau das bekommt, was man bestellt hat: lupenreinen Minimal Elektro, der sogar im Underground nur ein Underground-Dasein fristet. Auch die bereits erwĂ€hnten Italiener von Kirlian Camera liefern eine geschmackvolle Pizza voller guter Zutaten und toller Melodien. „ Nightglory“ geht ins Ohr und bleibt auch dort. Die mit vielen Vorschusslorbeeren bedachten Schweden Auto-Auto machen ein wenig auf „Covenant“-Light und „Black Disco Ball“ klingt etwas unfertig und demohaft. „Da muss eigentlich noch ein Produzent rĂŒber!“, wĂŒnscht man sich insgeheim auszusprechen. Bei Javelynn – „Skip A Heartbeat“ ertappt sich der Rezensent vertrĂ€umt aus dem Fenster zu starren, so charmant erreicht der Track die Akustik des Zeilenschreibers. Was folgt sind die ĂŒblen VerdĂ€chtigen des Harsh-Electros: Hocico, Agonoize, Amduscia und God Module machen das, was sie am besten können: Krach. „Gecko Sector“ lĂ€sst mit geklauter Melodie und gesanglicher UnfĂ€higkeit kalt und JĂ€ger 90 schafft es, den absoluten Tiefpunkt des Samplers zu erschaffen. Als Parodie auf DAF kann man „Beim ersten Mal tat`s nicht weh“ gerade noch gelten lassen. Doch es steht zu befĂŒrchten, dass das alles ernst gemeint ist und das macht die „Musik“ und „Gesang“ noch unertrĂ€glicher. Forgotten Sunrise beschließt ziemlich saft- und kraftlos die Compilation „Electrostorm Vol. 3“, die einen guten Überblick ĂŒber neue Outputs des Berliner Out of Line Labels bietet.

Fazit: Zusammenstellung, der nach der HĂ€lfte der Spielzeit bereits die Luft ausgeht, aber aufgrund des mehr als fairen Preises eine lohnenswerte Leistung bietet.

Diese CD könnte euch gefallen, wenn ihr auf dunkle elektronische Tanzmusik und unfarbige Kleidung steht.

Tracklist:
01. Blutengel – Anders Sein
02. Alphapoint – High like the Angels
03. Chrom – Memories(Edit)
04. Kaleid – Hysteria (Stripped Down)
05. Pakt – Lichterloh
06. Aesthetic Perfection – Hit the Streets
07. Formalin – Collider
08. Dive – Sidewalk Sinner
09. Kirlian Camera – Nightglory
10. Auto-Auto – Black Disco Ball
11. Javelynn – Skip a Heartbeat
12. Hocico – Where Words fail, hate Speaks
13. Agonoize – Glaubenskrieger
14. Gecko Sector – Second Face
15. JĂ€ger 90 – Beim ersten mal tat`s nicht weh
16. Cephalgy – Sternenkinder
17. God Module – Rituals
18. Amduscia – Wild Girls
19. Forgotten Sunrise – All Ctrl

Autor: Frank Stienen

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