Ceremony – Safranin Sounds

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8 Bewertung

Ceremony – Safranin Sounds

Kommt man mit der Band Ceremony erstmals in BerĂŒhrung, fallen einem beim Namen sicher zunĂ€chst einmal Joy Division ein. Und ganz so falsch liegt man damit auch gar nicht, auch wenn sich der Sound der beiden Amerikaner Paul Baker und John Fedowitz von dem der Briten zum Teil deutlich unterscheidet, denn Ceremony haben sich dem Shoegaze verschrieben. Shoegaze ist ein zugleich schöner wie interessanter Ausdruck fĂŒr einen Stil, der seit seinen Anfangstagen mit Bands wie The Jesus And Mary Chain und My Bloody Valentine im Underground nicht aus der Mode zu kommen scheint und den ab Mitte der Neunziger Jahre auch die Band Skywave pflegte. Mitte des letzten Jahrzehnts entschieden sich die Mitglieder von Skywave die Band zu splitten und so entstanden zwei neue Formationen, die Shoegaze in der Neuzeit weiter salonfĂ€hig machen und prĂ€gen sollten: A Place To Bury Strangers und eben Ceremony. Von Letzteren liegt nun mit „Safranin Sounds“ eine remasterte Retrospektive vor, die deren erste selbstbetitelte EP, das Debutalbum „Disappear“ sowie zwei (CD) bzw. vier (Vinyl) Bonustracks umfasst.

HĂ€tten Clan Of Xymox ein Shoegaze-Baby bekommen, es wĂ€re wohl eine ordentliche Zeremonie veranstaltet worden um dieses zu feiern. Ceremony wirken beizeiten fast, als wĂ€ren sie die musikalische Huldigung dieses imaginĂ€ren Ereignisses. SphĂ€rischer Dream Pop paart sich hier mit heftig krachenden Gitarren und es wird dem Hörer mal mehr, mal weniger leicht gemacht, hinter die aufgebaute Wall Of Noise zu gucken. Denn oft verbirgt sich erst dort die eingĂ€ngige Schönheit der synthetischen Ceremony-Klangkonstrukte. Doch die beiden Amerikaner können auch anders, was sie zwischendurch immer wieder mit Songs der Marke „Throw Your Love Away“ beweisen, einem Track der an eingangs erwĂ€hnte Joy Division oder The Sisters Of Mercy erinnert, aber natĂŒrlich gerade zum Ende hin ebenfalls nicht am obligatorischen Feedback spart.

Persönliches Highlight ist fĂŒr mich jedoch gleich der Eröffnungstrack „Dull Life“, der das MischverhĂ€ltnis aus Noise und eingĂ€ngiger Melodie perfekt gewĂ€hlt hat und sich sofort im Gehörgang festsetzt. Ähnlich machen es weitere Anspieltipps wie das nachfolgende „You Never Stay“ oder „Nothing In The Sun“. Das macht Lust auf mehr und erhöht die Motivation, sich auch die anderen Tracks zu erarbeiten. Bei jedem neuen Hördurchgang bleiben weitere Tracks hĂ€ngen und offenbaren ihre zunĂ€chst versteckten QualitĂ€ten.

Tracklist:
01. Dull Life
02. You Never Stay
03. Never Love Again
04. Nothing Inside
05. Cold Cold Night
06. Eurotrain
07. No Good For You
08. I Heard You Call My Name
09. Future
10. Without Your Love
11. Miss You
12. Nothing In The Sun
13. Forever Lost
14. Living For Today
15. Too Many Times
16. Our Last Goodbye
17. Clouds
18. Old
19. Love Is Fic8on
20. Throw Your Love Away
21. Nothing In The Sun (Demo, nur Vinyl)
22. I Heard You Call My Name (Demo, nur Vinyl)

Autor: Michael Gamon

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