LIMP BIZKIT & YASHIN – NL- Kerkrade, Rodahal (21.06.2012)

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Am 21. Juni habe ich das Konzert der Nu-Metal Legende Limp Bizkit in der Rodahal im niederlĂ€ndischen Kerkrade besucht. Neben diversen Festivalauftritten diesen Juni (Nova Rock, Greenfield, Rock in Rio, …) gaben sich die fĂŒnf Jungs auch auf einigen wenigen regulĂ€ren Konzerten die Ehre. So stand neben London, Dresden, Hamburg und Amsterdam auch die mit 47.000 Einwohnern verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleine niederlĂ€ndische Stadt Kerkrade auf dem Tourplan. Kerkrade liegt direkt hinter der deutsch-niederlĂ€ndischen Grenze bei Aachen.

Doch bevor Limp Bizkit die BĂŒhne in der gut gefĂŒllten Rodahal betraten, waren Yashin aus Glasgow an der Reihe. Die bereits 2006 gegrĂŒndete Post-Hardcore Band besteht aus Harry Radford (klarer Gesang), Kevin Miles (Screams), Paul Travers (Gitarre), Lewis Millen (Gitarre), Andrew McShane (Bass, Hintergrundgesang) und David Beaton (Schlagzeug).

Kurz vor Acht Uhr betraten die sechs Musiker die von blauem Licht geflutete BĂŒhne der Rodahal. Gleich zu Beginn forderte die Band das Publikum auf Moshpits zu bilden, um die Stimmung schon einmal ordentlich fĂŒr den Headliner des Abends Limp Bizkits anzuheizen. Dabei wurden sie nicht mĂŒde mehrfach zu betonen, dass das die coolsten und nettesten Jungs sind, die sie jemals getroffen haben.

WĂ€hrend ihres Auftrittes zeigten Yashin viel Action auf der BĂŒhne. Es wurde viel gesprungen und auch synchrones Headbangen durfte nicht fehlen. WĂ€hrend der fĂŒr die Screams zustĂ€ndige SĂ€nger Kevin Miles auf der Theke auf und ab spazierte, begab sich der SĂ€nger fĂŒr den Klargesang Kevin Miles lieber in die Zuschauermenge zu den Fans. Doch nicht nur auf der BĂŒhne war Bewegung, auch das Publikum wurde recht erfolgreich zum Mitmachen animiert. Insbesondere der Vergleich mit dem Auftritt vom Vortrag in Amsterdam stachelte die Besucher an. Die Provinz Limburg wollte der Großstadt zeigen, wie man eine Band dieser Musikrichtung gebĂŒhrend abfeiert. Dies gelang auch gut und das Publikum war bereit fĂŒr Limp Bizkit, als Yashin nach einer halben Stunde die BĂŒhne rĂ€umten.

Setlist Yashin:
01. Intro
02. Mr. Hyde
03. Get Loose
04. Runaway Train
05. Down But Homeward Bound
06. Friends In High Places
07. Last One Standing
08. New Year Or New York

Die Umbaupause dauerte eine Weile, sodass ich mich im Foyer der Rodahal ein wenig umsah. Viel Auswahl an Limp Bizkit Merch gab es nicht: Ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Poopy Summer Tour 2012“, ein T-Shirt mit aufgedrucktem „AAA – Access All Areas“-Pass und zwei verschiedene Limp Bizkits Basketball Trikots. Preislich nicht gerade SchnĂ€ppchen, aber damit war zu rechnen.

Als dann Limp Bizkit die Rodahal betraten war die Spannung auf dem Höchstpunkt. Alle Augen waren auf Fred Durst (Gesang), John Otto (Schlagzeug), Sam Rivers (Bass) und Wes Borland (Gitarre, Hintergrundgesang) gerichtet, welche das vor ziemlich genau einem Jahr erschienene Album „Gold Cobra“ (VÖ: 24. Juni 2011) im GepĂ€ck hatten. Es ist das erste Studioalbum in Originalbesetzung seit ĂŒber zehn Jahren und aus diesem Grund wurde es von den Fans mit besonders großer Spannung erwartet. Ebenso hohe Erwartungen werden natĂŒrlich auch an eine Live-Show dieser Band gestellt, obwohl mittlerweile DJ Lethal nicht mehr dabei ist. Haben sie es noch drauf? Funktioniert die Band noch so gut, wie damals 2000, als mit „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ das bisher erfolgreichste Album der Band erschien?

Los ging es mit „The Truth“ und schon wĂ€hrend des ersten Songs macht Fred Durst klar, dass er gewisse Erwartungen an das niederlĂ€ndische Publikum hat, denn wer nicht abgeht soll doch direkt Heim gehen, denn Limp Bizkit wollen sie nicht. Die Menge tat natĂŒrlich wie ihr geheißen und feierte im Anschluss mit „Gold Cobra“ und „Bring It Back“ die ersten beiden Songs des aktuellen Albums springend ab.

Nahezu wĂ€hrend des kompletten Gigs und auch schon bevor die Band ĂŒberhaupt die BĂŒhne betrat, lief ein Kameramann im NinjakostĂŒm ĂŒber die BĂŒhne um Band und Fans aufzunehmen. Dies wirkte mitunter lĂ€cherlich, als er beispielsweise mit seiner Kamera unter dem Schlagzeugpodest umherkroch.

WĂ€hrend Limp Bizkit bei ihren Songs zeigten, dass sie musikalisch das Niveau von damals locker halten können, konnte der Auftritt nicht ĂŒberzeugen. Wenn die Band spielte war zwar alles top, doch die Pausen zwischen den Liedern waren zu lange und wurden zum Teil einfach mit belanglosem Gedudel gefĂŒllt. Jegliche Stimmung die aufkam als die Menge ordentlich abging und den Refrain im Chor mitbrĂŒllte ging wieder verloren, bis gefĂŒhlte Ewigkeiten spĂ€ter der nĂ€chste Song begann. Es lag vielleicht auch daran, dass es der letzte Tag der Tour war und die Band nach Hause wollte. Da half es auch nichts, dass Fred Durst von den Mitarbeitern der Rodahal „free beer for everyone“ forderte, was er natĂŒrlich auch nicht bekam.

Als kleinen Gag holte Fred einen kleinen Jungen aus der ersten Reihe, welcher fĂŒr einen Song auf der BĂŒhne bleiben und rumhĂŒpfen durfte. Fred zeigte sich beeindruckt, so junge Fans zu haben und fragte den Vater/Begleiter, ob der Junge denn ĂŒberhaupt schon einmal ein Lied von Limp Bizkit gehört habe.

Stimmungstechnisch ging erst am Ende richtig die Post ab, als sie mit „Take A Look Around“, „Nookie“ und „Rollin‘ (Air Raid Vehicle)“ drei Knaller spielten, welche von den Fans natĂŒrlich sehnlichst erwartet wurden. Dazu begab sich Fronter Fred Durst auch in den BĂŒhnengraben um den Fans noch ein StĂŒckchen nĂ€her zu sein. Zwischenzeitlich war auch der kleine Junge wieder auf der BĂŒhne und Fred machte mit „this guy is gonna be your president“ eine sehr gewagte Prognose. Zum Schluss holt die Band noch 30 hĂŒbsche MĂ€dchen auf die BĂŒhne, denn fĂŒr eine richtige Limp Bizkit Party dĂŒrfen Damen auf der BĂŒhne natĂŒrlich nicht fehlen.

Musikalisch gab es nichts zu meckern, der Sound war wie auf CD und die Liedauswahl lies wenig WĂŒnsche offen. Doch trotzdem bleibt der negative Punkt des Zwischengedudels, von dem es einfach zu viel gab. Die Stimmung war gut, aber ohne die langen Pausen hĂ€tte man deutlich mehr daraus machen können.

Setlist Limp Bizkit:
01. The Truth
02. Gold Cobra
03. Bring It Back
04. My Generation
05. Livin‘ It Up
06. Douche Bag
07. 9 Teen 90 Nine
08. My Way
09. It’ll Be OK
10. Break Stuff
11. Get a Life
12. I’m Broke
13. Boiler
14. Take a Look Around
15. Nookie
16. Rollin‘ (Air Raid Vehicle)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

Limp Bizkit:




Yashin:




Autor & Fotos: Markus HillgÀrtner

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