Christmas Ball 2011 – Köln, Theater am Tanzbrunnen (27.12.2011)

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GeschÀtzte Lesezeit: 6 Minute(n)

Der Christmas Ball 2011 lud am 27.12.2011 nach Köln ins Theater am Tanzbrunnen ein. Zum fĂŒnften Mal in Folge. Die nachweihnachtlichen Geschenke waren, Solitary Experiments, The Klinik, Hocico, Combichrist und Front 242.

Gegen 17.30 h war Einlass, das Festival selber begann gegen 19.00 h. Die GĂ€ste hatten sich herausgeputzt und waren zahlreich erschienen. Neben schillernder Garderobe lag ein Hauch Patschuli in der Luft, ganz so wie man es sich an diesem Abend wĂŒnschte. Die Stimmung war heiter bis ausgelassen und versprach ein schöner Abschluss zum Weihnachtsfest zu werden.

Solitary Experiments [GALLERY]

Den Auftakt dazu lieferten Solitary Experiments. Die Elektro- Band aus Berlin verfolgt ihr Projekt schon seit 1994. Begonnen hatte alles 1992 mit einem Amiga 500 und einem Synthesizer mit denen Dennis Schober und Michael Thielemann damals 1993 unter dem Namen „Plague“ experimentierten. Heute eröffneten sie den Christmas Ball jedoch als Solitary Experments in altbekannter Besetzung: Dennis, Michael, Steve Graeber und Frank Glaßl. Im MĂ€rz 2011 brachten sie ihr aktuelles Album „The Great Illusion“ heraus. In gewohnter Solitary Experiments Manier startete das Quartette durch und verbreitete weihnachtliche KlĂ€nge im Theater am Tanzbrunnen …Ă€hm… ich meine natĂŒrlich die weihnachtlichen KlĂ€nge, die sich der Festivalbesucher erwĂŒnscht hatte. Es gab tanzbare Elektrobeats gepaart mit EBM, die gekonnte Mischung aus GefĂŒhl und harten KlĂ€ngen. NatĂŒrlich fehlte das Markenzeichen der Band nicht, rote Hemden und schwarze Krawatten elektrisierten die BĂŒhne. Ein guter Start in ein Festival, dessen Publikum nach mehr verlangte.


Setlist:

01. Pale Candle Light
02. Watching Over You
03. Delight
04. New Song
05. Immortal
06. Point Of View (Deeper)
07. New Song
08. Rise And Fall

The Klinik [GALLERY]

Mehr gab es mit „The Klinik“. Die Band, bestehend aus Marc Verhaeghen und Dirk Ivens, stammt aus Belgien. Seit 1980 existieren sie in verschiedenen Konstellationen. 2008 erschien „Projects – Best-Of DCD“. Durch ihre Liveshows machten sie ebenso auf sich aufmerksam wie durch ihre Musik. Grobe und kĂŒhle Elektro-Beats unterstrichen auch heute den Auftritt, der mit Mullbinden verdeckten Gesichter. Eine Leinwand dokumentierte Worte und Musik und brachte den Zuhörer in die Welt von „The Klinik“. Eine gute BĂŒhnenshow, mit diversen gezielten und aussagekrĂ€ftigen Posen machte die Show zu einem echten Erlebnis. Der Saal des Theaters war gut gefĂŒllt und das Publikum machte eifrig mit. So war es fĂŒr einige eine viel zu kurze Zeit, denn der Auftritt endete gefĂŒhlt viel zu schnell.


Setlist:

01. Cold As Ice
02. Murder
03. Walking With Shadows
04. Quiet In The Room
05. Hours And Hours
06. Mindswitch
07. Obsession
08. Black Leather
09. Moving Hands
10. Memories

Die Pausen zwischen den Bands konnte man gut nutzen um sich ein GetrĂ€nk oder etwas zu essen zu holen. Der Vorraum des Theaters wurde zum Aufenthaltsraum und hier fand man auch die gut bestĂŒckten MerchandisingstĂ€nde vor. So hatte man die Möglichkeit einzukaufen, sich zu unterhalten oder eine zu Rauchen. In der Halle selber wurde man mit Musik in angenehmer LautstĂ€rke unterhalten, sodass man auch hier die Möglichkeit fand ein wenig zu quatschen oder aber sich auszuruhen. Die Umbauphasen waren angemessen und das Programm setzte sich flĂŒssig fort.

Hocico [GALLERY]

Hocico aus Mexico ĂŒbernahmen das Mikro wenig spĂ€ter. 1992 grĂŒndete sich Hocico und setzt sich aus Erk Aicrag und Racso Agroyam zusammen. Ob mit englischen oder spanischen Texten, die Mexikaner ĂŒberzeugen mit ihrer elektronischen Musik und ihren Liveauftritten. In Deutschland haben sie ihre grĂ¶ĂŸte Fangemeinde. 2010 erschien ihr Album „Tiempos de Furia“.

Auf der BĂŒhne befanden sich zunĂ€chst nur Fernseher und die Leinwand, die alle das gleiche Bild zeigten. Einen Mund mit dreckigen ZĂ€hnen. Der MikrofonstĂ€nder stach ebenso ins Auge, war er doch mit einem gehörnten SchĂ€del und einem Rumpf verkleidet. Laut und energiegeladen legten sie los und setzen den Auftritt auch so fort. Köln war begeistert. Erk wirbelte ĂŒber die BĂŒhne und sorgte fĂŒr noch mehr Stimmung. Das Publikum dankte es ihm in dem es sich voll auf die Show einließ. Erk nahm kurzerhand eine Fahne aus dem Publikum entgegen, mit der er die Show fortsetzte. Fast eine Stunde begeisterten sie den vollen Saal in Köln.


Setlist:

01. Intro
02. Breathe Me Tonight
03. Where Words Fail, Hate Speaks
04. Instincts Of Perversion
05. Spirits Of Crime
06. Altered States
07. About A Dead
08. Dog Eat Dog
09. Bite Me
10. Untold Blasphemies
11. Poltergeist
12. Tiempos De Furia

Combichrist [GALLERY]

Combichrist folgten im Anschluss. Das norwegische Projekt wurde 2003 von Andy LaPlegua gegrĂŒndet. Ihr Album „Making Monsters“ veröffentlichten sie 2010. Combichrist live setzt sich normalerweise aus z_marr, Joe Letz und Trevor Friedrich zusammen, seit Neuestem gehört auch Gitarrist Abbey Nex (Filip Abbey) zum Live-line-up. Da Trevor pĂŒnktlich zur Weihnachtszeit allerdings persönlichen Verpflichtungen nachzukommen hatte, wurde er heute von Tim van Horn (Aesthetic Perfection) vertreten.

Gegen 22.20 h ertönte die gewohnt laute und starke Stimme, dem ein energischer Auftakt folgte. In gewohnter Montur, mit verrauchter Stimme, viel Nebel und gelungenen Lichteffekten starteten sie durch. Die Band war ausdrucksstark und sehr prĂ€sent auf der BĂŒhne. Andy ließ es sich dabei nicht nehmen mit den Fotografen zu spielen und fĂŒr die Kameras zu posen um dann sofort wieder bei den Fans zu sein. Es flogen mehrfach Drumsticks ins Publikum. Um es kurz zu sagen, es ging heiß her in Köln. Dazu eingĂ€ngige Beats und knallharte Texte. Die einen zogen es vor zu tanzen um so die Band zu feiern, wĂ€hrend andere zur BĂŒhne drĂ€ngten um der Show noch nĂ€her sein zu können. Ein Stunde lang tobten sich Band und Fans aus und veredelten den Abend auf ihre Weise.


Setlist:

01. Shut Up and Swallow
02. Today I Woke to the Rain of Blood
03. Follow the Trail of Blood
04. Just Like Me
05. Throat Full of Glass
06. Get Your Body Beat
07. Slave to Machine
08. Fuckmachine
09. Blut Royale
10. They
11. Fuck That Shit
12. Never Surrender

Front 242 [GALLERY]

Der Abend wandte sich nun dem Höhepunkt zu, denn Front 242 wurden erwartet. Die Band besteht seit 1981 und wird als direktes Vorbild des EBMs und Elektros beschrieben. In BrĂŒssel wurde die Band gegrĂŒndet und setzte sich ursprĂŒnglich aus Daniel Bressanutti und Dirk Bergen zusammen. Aktuell besteht sie aus Daniel Bressanutti, Patrick Codenys, Richard Jonckheere und Jean-Luc Meyer.

Um 23.50 h war es soweit, Front 242 rockten Köln. Die Lichtstimmung und die LeinwĂ€nde untermalten die Show gelungen, wobei Letztere zunĂ€chst die „Declaration Of Human Rights“ zeigten, woraufhin das Publikum langsam in Bewegung kam. Die eigentliche Show wurde mit „98“ eröffnet. Die Stimmung war ausgelassen auf Seiten der Band und ebenso auf der der Fans. Dabei waren sich Band und Publikum nah. Die Fans wurden in die Performances eingebunden und zum Mitmachen aufgefordert. Diese ließen sich nicht lange bitten. Laut und stimmgewaltig beschreibt den Auftritt von Front 242 wohl am Besten. In guter Form begeisterten Front 242 von „Headhunter“ ĂŒber „Body to Body“ bis hin zu „Welcome to Paradise“. Jeder kam auf seine Kosten und vor allem in Bewegung. Keine Frage, dass der Auftritt ein gelungener Höhepunkt an diesem Abend war.

Abschließend hinterlĂ€sst der Christmas Ball 2011 einen gelungenen, bleibenden Eindruck. An dem alle Mitwirkenden engagiert beteiligt waren. Ob Sound oder Lichteffekte, Ton, Service oder Security alles in allem eine runde Sache, die den Christmas Ball zu einem schillernden Event machten. Kurzum einen schönen Ausklang der Weihnachtszeit boten.

Bilder des Festivals befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos und Gallerylinks.


Autorin: Stephanie Brockhaus
Fotos: Marcus Nathofer & Michael Gamon

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