HEATHER NOVA & SARA JOHNSTON – Köln, E-Werk (14.11.2011)

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Femininer, vertrĂ€umter Gesang trifft auf die rauen WĂ€nde des Kölner E-Werks! Dieses Sinnbild lockte wieder einmal einige Fans aus Köln und Umland an und zu erleben gab es in der GrĂŒnderzeit- Halle an jenem Abend tatsĂ€chlich Frauenpower pur. Heather Nova hatte sich mit ihrem aktuellen Album „300 Days At Sea“ angekĂŒndigt, welches im Vergleich zum VorgĂ€nger wieder etwas poppiger, nichtsdestotrotz aber mit viel Tiefgang daherkommt. Wir durften uns an diesem Novemberabend also auf einige neue starke StĂŒcke freuen, die sicher einen wĂŒrdevollen Platz im umfangreichen Repertoire der charismatischen, naturverbundenen „Meerjungfrau“ bekommen haben.

Bevor wir uns jedoch von Heather Nova verzaubern lassen und mancher Besucher gedanklich in seine Jugend reisen konnte, wurde der Abend durch Sara Johnston, die fĂŒr Heather Nova nicht nur die Background- Vocals beisteuert, sondern sich auch am Piano beweist, eingelĂ€utet. Im Singer- Songwriter- Stil stellte uns Sara einige ihrer eigenen StĂŒcke vor, bei denen einem der tatsĂ€chliche Umfang ihres Talents so richtig bewusst wurde. Stimmlich hat die bildhĂŒbsche Sara einiges auf dem Kasten und sie verzauberte das Publikum mit Songs wie „What did I do“. Ein toller Vorgeschmack auf den mĂ€chtigen Hauptact!

Spannung lag in der Luft, als die BĂŒhne bereits taktvoll ausgeleuchtet wurde und Nebel sich den Weg von der BĂŒhne in die Menge bahnte. Dann war es so weit – die ersten Töne erklangen und nach und nach wurden die Positionen an Cello, Drums und Piano besetzt. Heather Nova – selbst an der Gitarre – platzierte sich in der Mitte der BĂŒhne, saugte die KlĂ€nge um sich herum auf und intonierte ruhig und gefĂŒhlvoll „Everything Changes“. Mit „Heart And Shoulder“ vom „Siren“- Album ging es etwas krĂ€ftiger weiter und die Menge war gebannt von jedem Ton, den Heather Nova von sich gibt. Nachdem Heather Nova die Fans begrĂŒĂŸt und mittlerweile das dritte Mal die Gitarre gewechselt hatte, ging es mit „Save A Little Piece Of Tomorrow“ vom neuen Album weiter. Auch die restlichen Bandmitglieder hatten sich eine Gitarre geschnappt und heizten der Menge nun ordentlich ein. Wirklich großartig, wie schnell hier von GefĂŒhl zu Power gewechselt wurde, ohne dass man es sofort bemerkte. Alles klang wie eins, stimmig, rund, aber doch sind die Songs von Heather Nova zum Teil so grundverschieden, dass es einfach Wahnsinn ist, wie sie diese Facetten alle unter einen Hut bekommt. Als sie bei „Island“ dann nahezu mit ihrer Gitarre verschmolz und das alles so authentisch klang, was sie da von sich gab, war es, als entfĂŒhre uns Heather in eine andere Welt. Und das Publikum nahm jeden Laut in sich auf, um noch mehr und mehr von dieser anderen Welt zu erhaschen.

Mitunter erklĂ€rte Heather auch einige ihrer StĂŒcke im Vorwege, unterbreitete uns beispielsweise die HintergrĂŒnde zu „Stop The Fire!“, das sie fĂŒr den Frieden zweier sich bekĂ€mpfender Gangs in ihren Landen schrieb. Dieses GutmĂŒtige und Wohlwollende ist etwas, was man vielen Stars und Sternchen nicht abkauft – bei Heather ist das anders! Schon ihre Ausstrahlung zeugt von der Ernsthaftigkeit ihres jahrelangen Schaffens und zu Recht ist sie mittlerweile ganz oben angekommen. Aber nicht nur Ernsthaftigkeit ist das, was sie uns an jenem Abend immer wieder ĂŒbermittelte, sondern ganz im Gegensatz auch ein GefĂŒhl von Leichtigkeit. Leichtigkeit des Seins, wenn man es so nennen will. Und so nahm man ihr den Status der Frohnatur bei StĂŒcken wie „Beautiful Ride“, bei dem auch endlich die Fanmenge richtig mitmachte, ohne Zweifel ab.

Heather Nova und ihre begabten Livemusiker legten, dem Wille der Menge folgend, auch noch mit einigen StĂŒcken nach und krönten den Abend abermals mit Songs wie „Fool For You“ oder „Sugar“. ZurĂŒck ließen sie ein rundum begeistertes und fasziniertes Publikum, dem dieser Abend sicher noch lange Zeit positiv in Erinnerung bleiben wird.

Setlist:
01. Everything Changes
02. Heart and Shoulder
03. Save a Little Piece of Tomorrow
04. Like Lovers Do
05. Island
06. All I Need
07. Stop The Fire
08. Winterblue
09. Moon
10. Ride
11. Do Something That Scares You
12. Higher Ground
13. London Rain
14. Until The Race
15. Beautiful Ride
16. Make You Mine
17. Fool For You (Z)
18. Walk This World (Z)
19. Storm (Z)
20. Sugar (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

Heather Nova:

Sara Johnston:

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

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