Elf Fantasy Fair 2011 – NL-Arcen, Schlosspark (17-18.09.2011)

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Es war ein bisschen so, als tauche man ab in eine Phantasiewelt! Schon am Eingang des Schlosses in Arcen an der niederlĂ€ndischen Grenze kamen uns Wesen aus fremden, vertrĂ€umten Welten entgegen – alle stets den Hang zum DĂŒsteren, zum Mystischen. Und sie alle feierten ein ganzes Wochenende und bei bestem Wohlwollen der Wettergötter das Dasein und verwandelten das ohnehin schon pompöse Schlossgebiet in einen wundervollen MĂ€rchenwald.

Das Schloss selbst wurde von einem blutrĂŒnstigen Vampirclan in das schaurige Vampire- Hotel verwandelt, in welchem neben zahlreichen LektĂŒrevorstellungen auch eine Kochshow mit Chefkoch Simon Smith auf den Royal Stairs stattfand. FĂŒr die blutdurstigen Besucher war reichlich Rotes von diversen berĂŒhmten verstorbenen Persönlichkeiten – selbst Madame Winehouse war schon dabei – in Form von Wein bereit gestellt worden. Und immer wieder huschte ein Untoter oder ein Vampir durch das Haus und man erschrak oder man sah sich satt und satter an dieser Vielfalt.

Doch Trotz der Faszination, die das Schloss auf Blutsauger, Elfen und Konsorten hatte, wagte man sich nach draußen und kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Rund 80% der Besucher waren tatsĂ€chlich verkleidet – sowas kennt man von normalen Szenefestivals so gut wie gar nicht. Und immer wieder wurde fĂŒr Fotos gepost und vor allem vor den Kulissen, die sich im Schlosspark auftaten, war das Fotografieren und Aufsaugen der EindrĂŒcke auch unumgĂ€nglich. Selten waren wir so begeistert, wie von dieser aus Natur gemachten Kunst, die einen in den verschiedenen GĂ€rten erwartete. Von meterhohen Felsen, die von noch höheren BĂ€umen umrahmt wurden, ĂŒber zaghaft bis mĂ€chtig plĂ€tschernde WasserfĂ€lle, den Irrgarten bis hin zu den Japanischen GĂ€rten. Immer wieder wurde man ĂŒberrascht und wenn man sich dann der ÜberwĂ€ltigung hingab, kam noch ein weiteres Highlight dazu. Und zwischendrin sah man Menschen in mittelalterlicher Gewandung gegeneinander kĂ€mpfen, wundervoll zurechtgemachte junge Elfen durch die GĂ€rten flanieren, Steampunks ihre zukunftstrĂ€chtigen GerĂ€tschaften bewundern oder blutrĂŒnstige Werwölfe gegen Vampire oder Zombies wittern.

Es gab jedoch nicht nur viel zu gucken, sondern mindestens genauso viel zu machen. So wurden zum Beispiel eine Vielzahl an Workshops angeboten wie „Medieval Dance“, einem „Kendo“- Workshop, bei dem einem die Praktiken mit japanischen Schwertern nĂ€her gebracht wurden oder dem ultimativen Kurs „Selbstverteidigung gegen Fantasiekreaturen und Horrormonster“. Was das Herz auch begehrte, es war fĂŒr jeden sicherlich etwas dabei, auch wenn er nicht selbst machen, sondern lieber einfach nur zuschauen wollte. FĂŒr weitere Action war mit dem skurrilen Zombiegolf gesorgt, den viele Besucher bei strahlendem Sonnenschein praktizierten.

NatĂŒrlich kamen auch die Freunde rockiger und mittelalterlicher KlĂ€nge an diesem Wochenende nicht zu kurz. Und so rockten unter anderem Stahlmann die Walhalla Stage mit Songs wie „Teufel“ oder „Stahlwittchen“. Den grĂ¶ĂŸten Andrang gab es dennoch bei den beiden MittelaltergrĂ¶ĂŸen Tanzwut, die mit ihrer Medieval Show begeisterten, und bei Saltatio Mortis, die mit ihrer Rockshow und dem aktuellen Album im GepĂ€ck angereist waren und uns ganz besonders begeisterten. Eine weitere spektakulĂ€re Show wurde mit „Flint’s Curse“ auf den Pirate Fields geliefert. Mit Pferden, Feuer und gut dargestellten Kampfszenen lockten das Friesenteam Rheingold und Flints Buccaneers zahlreiche Besucher an den Ort des Geschehens. Und so wurde in der Dunkelheit geschossen und galoppiert und die Damen und Herren bewiesen ebenfalls, wie gut sie den Tanz mit dem Feuer beherrschten.

Bei dem, was wir an diesem Septemberwochenende in Arcen erleben durften, blieb uns restlos die Spucke weg. Jeder, der die Elf Fantasy Fair bisher noch nicht besucht, dem sei das fĂŒr das kommende Jahr ganz nah ans Herz gelegt. Es lohnt sich, vor allem verkleidet!

Einen kleinen Verbesserungswunsch möchte ich jedoch bei aller Begeisterung noch der nĂ€chsten Ausgabe voranschicken: das Erste Hilfe Zelt könnte eine GeneralĂŒberholung vertragen. FĂŒr meine verletzte Nase (eine Holzstange war mir ins Gesicht gefallen) gab es zum kĂŒhlen leider nicht einmal Eis oder Salbe, sondern nur ein feuchtes StĂŒck Zellstoff. Vielleicht kann man es sich als Ziel setzen, die wohlwollenden Damen und Herren der Ersten Hilfe ein bisschen umfangreicher auszustatten.

Fotosets der aufwendig verkleideten Besucher und Schausteller, sowie der Auftritte von Tanzwut, Saltatio Mortis, Stahlmann und Lacrimas Profundere befinden sich in unseren Gallerien und können durch Anklicken der entsprechenden Fotos aufgerufen werden:

Besucher:


Tanzwut:

Lacrimas Profundere:

Saltatio Mortis:

Stahlmann:

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

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