FOO FIGHTERS & CHERRI BOMB – Köln, Lanxess Arena (23.08.2011)

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Am letzten Wochenende waren wir zu Gast beim Area 4 Festival [Review] und hatten eine Menge Spaß, aber anders als beim zeitgleich stattfindenden Highfield Festival fehlten hier im sonst quasi deckungsgleichen Line-up die Foo Fighters. GlĂŒcklicherweise treten diese nur zwei Tage spĂ€ter in der Lanxess Arena in Köln vor absolut ausverkauftem Haus auf und wir haben die Möglichkeit ebenfalls dabei zu sein und somit unseren persönlichen „vierten Tag des Area 4“ zu erleben.

Im Vorprogramm geben sich mit Cherri Bomb vier sexy gekleidete Damen die Ehre, die mit ihren verschiedenen Typen fast wie gecastet wirken. Damen ist hier aber etwas weit hergeholt, denn das Durchschnittsalter der vier betrĂ€gt sĂŒĂŸe 14 (!) Jahre. Die Band ist prominent aufgestellt, denn schließlich ist Samantha Maloney (Hole, Motley Crue, Eagles Of Death Metal, Peaches) ihre Managerin und hat die vier auch schon ins Vorprogramm der Smashing Pumpkins gebracht und sie treten in diesem Sommer bei nahezu allen Topfestivals Europas auf.

Sich prĂ€sentieren können sie jedenfalls und unterlegen ihren dreckigen Rock mit allerlei Rockposen aus 30 Jahren Rockhistorie. Musikalisch passt das auch weitestgehend, aber beim Gesang kann sicher noch zugelegt werden, denn der klingt vielfach ĂŒberanstrengt und oft gerĂ€t er auch auf die schiefe Bahn. Aber vielleicht muss man das auch etwas relativieren, denn in diesem Alter in einer ausverkauften Lanxess Arena zu spielen ist sicher alles andere als Routine. „Angeheizt“ haben sie das Publikum in Köln jedenfalls, doch nun fiebern natĂŒrlich alle dem Headliner entgegen.

Zu Beginn des Auftritts fliegen raumkapselĂ€hnliche Objekte auf die BĂŒhne und als diese sich erheben, kommt auch Foo Fighters Frontmann Dave Grohl zum Vorschein und es geht mit „Bridge Burning“ vom neuen Album „Wasting Light“ gleich richtig los. Die Kapseln nehmen derweil ihre PlĂ€tze oberhalb der BĂŒhne ein und dienen fĂŒr den Rest der Show als kleine Monitore. Viel mehr benötigt die Show der KĂ€mpfer auch nicht, denn ihre Ausstrahlung, die Songs und die durchweg schick gestaltete Lichtshow sind vollkommen ausreichend um fĂŒr einen tollen Abend zu sorgen. SpĂ€testens mit „My Hero” und “Learn to Fly” ist auch der letzte Zuschauer nicht mehr zu halten. Bei „Arlandria“ klatschen alle Fans mit und zu „Breakout“ wird ein Chor aus knapp 15.000 begeisterten Zuschauern aufgeboten. Dave Grohl steht natĂŒrlich im Mittelpunkt des Geschehens, versĂ€umt es aber auch nicht, seine Mitstreiter vorzustellen, diesen die Möglichkeit zu kleinen Soli zu geben und sich dabei etwas ĂŒber seinen Bassisten Nate Mendel lustig zu machen („who really wants to hear a bass-solo?“) – ein alter Musikergag. Dave selbst nutzt den ihm gebotenen Platz perfekt aus, rennt nicht nur ĂŒber die BĂŒhne, sondern auch ĂŒber den unendlich erscheinenden Steg, der ihm Platz bis weit ĂŒber die Mitte des Innenraums hinaus bietet. „Ruhepausen“ nutzt er um sich auf das Drumset zu stellen und dort mit Taylor Hawkins einfach weiter zu rocken. Letzterer singt ĂŒbrigens den von ihm geschriebenen Song „Cold Day In The Sun“ gemeinsam mit Dave live, was ihn noch extra hervorhebt. Immer wieder reckt Dave seine Faust gen Himmel (oder besser gen Hallendach) und peitscht sein Publikum weiter nach vorne.

Aber auch fĂŒr schöpferische Pausen ist wĂ€hrend der Songs natĂŒrlich gesorgt, in denen die Musiker lustig vor sich hin jammen können, Kraft getankt und dann der Endspurt des jeweiligen Songs eingelĂ€utet wird. Die Musiker liefern eine beeindruckende Leistung ab und Dave Grohl erklĂ€rt, dass er sehr stolz sei, in Zeiten des technologischen Fortschritts seit 16 Jahren mit fĂŒnf echten Musikern und „echten Instrumenten“ zu arbeiten und gemeinsam mit ihnen auf der BĂŒhne zu stehen, anstelle Computer aufbauen zu mĂŒssen. Er checke natĂŒrlich jeden Tag seine E-Mails, aber darum mĂŒsse er ja noch lange nicht mit einem Computer Rock’n‘Roll machen. Es folgt mit Monkey Wrench“ einer der auffĂ€lligsten Songs des Abends, denn mittendrin stoppt die Musik, weil nun muss Dave schreien und das macht er am besten im Dunklen. Das Licht erlischt und die Spannung steigt in den nĂ€chsten Sekunden merklich an. Erst sind die Fans ganz leise, dann brausen immer mehr Anfeuerungen auf bis Dave den Song buchstĂ€blich zurĂŒck ins Leben schreit.

Nach „Best Of You“ und „All My Life“ legen die Foo Fighters eine kurze Pause ein, aber natĂŒrlich kommen sie zurĂŒck, denn die Fans haben noch lange nicht genug von dieser Show. Aber zunĂ€chst ist es Dave Grohl allein, der die BĂŒhne betritt und solo „Wheels“ und „Times Like These“ spielt. Nachdem seine Musiker wieder zu ihm gestoßen sind, folgt das Mose Allison Cover „Young Man Blues“, bevor natĂŒrlich das lang erwartete „Everlong“ das Set nach fast 140 Minuten beschließt.

Viele waren heute gekommen um die Foo Fighters zu sehen und sie haben bekommen was sie wollten: Eine perfekte Rockshow, die trotz einer LĂ€nge von weit ĂŒber zwei Stunden niemals langweilig wurde und beeindruckend unter Beweis stellt, warum die Foo Fighters so erfolgreich sind.

Setlist:
01. Bridge Burning
02. Rope
03. The Pretender
04. My Hero
05. Learn to Fly
06. White Limo
07. Arlandria
08. Breakout
09. Cold Day in the Sun
10. Long Road to Ruin
11. Stacked Actors
12. Walk
13. Generator
14. Monkey Wrench
15. Let It Die
16. These Days
17. Skin and Bones
18. Best of You
19. All My Life
20. Wheels (Z)
21. Times Like These (Z)
22. Young Man Blues (Mose Allison cover) (Z)
23. Everlong (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind dort durch Anklicken der gelben Sprechblase oben rechts möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

Foo Fighters:

Cherri Bomb:

Autor & Fotos: Michael Gamon

 

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