Area 4 Festival 2011 – LĂŒdinghausen, Flugplatz Borkenberge (19.-21.08.2011)

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Bereits zum 6. Mal fand das Area 4 Festival vom 19.08.2011 bis 21.8.2011 bei fast strahlendem Sonnenschein und unter blauem Himmel auf dem Flugplatz Borkenberge statt. Mit ausreichend Wiese, Feldern und WĂ€ldern das perfekte Ambiente fĂŒr drei Tage Camping, Rockmusik und Party und auch das Unwetter vom Festivalvortag konnte dem GelĂ€nde keine bleibenden SchĂ€den zufĂŒgen. Auch dieses Jahr kamen wieder um die 20.000 Festivalbesucher aus Nordrhein-Westfalen und der Republik und freuten sich auf Thirty Seconds To Mars, Jimmy Eat World, The Kooks, White Lies, The National, Feeder, NOFX und viele, viele mehr. Aber auch Newcomer wie Young Rebel Set, Kakkmaddafakka oder Royal Republic begeisterten und haben sicherlich neue Fans dazu gewonnen.


Freitag, 19.8.2011

Die Schwedenrocker Royal Republic spielten eine energiegeladene Show und kamen sehr gut beim Publikum an. Das Touren durch Deutschland in den letzten Monaten hat sich gelohnt, die Fans verlangten lautstark ihre Songs „Tommy Gun“, „All because Of You“, „Underwear“ oder das „Full Steam Spacemachine“ und zeigten sich sehr textsicher. Zum Schluss gab es sogar noch eine Zugabe, die Erste an diesem Tag.

Danach ĂŒbernahmen die Kanadier Danko Jones das Ruder und rockten weiter mit ihren Songs „First Date“, „I Had Enough“, „Full Of Regret“, „Lovercall“, „White Cadillac“ und „Baby Hates Me“. Frontmann Danko protzte wie immer vor Selbstbewusstsein und flirtete mit rausgestreckter Zunge mit dem Publikum und der Kamera.

Bei Jimmy Eat World wurde es noch voller und die Reihen fĂŒllten sich. Viele der Fans sind mittlerweile erwachsen geworden, genauso wie die Band selbst. Trotzdem war es schön und man erinnerte sich noch einmal gerne an die gute alte Teenagerzeit zurĂŒck. Und das gelang bestens mit dem ersten Album „Clarity“ aus dem die Band viele Songs, darunter natĂŒrlich auch „Lucky Denver Mint“ spielte und dem ĂŒberaus bekannten „The Middle“. Ein klasse Konzert, schade nur dass sie die BĂŒhne bereits eine Viertelstunde frĂŒher als angesetzt verließen.

Schließlich betraten Jared Leto und seine Band Thirty Seconds To Mars die BĂŒhne. Auf die Band hatten wohl heute alle gewartet und standen schon stundenlang in den ersten Reihen, um sich einen guten Platz zu sichern und um die blauen Augen des Frontmanns zu sehen. Er beeindruckte die Menge mit Songs wie „Beautiful Lie“, „Closer To The Edge“, „The Kill“, „Hurricane“ oder „This Is War“ und die letzte Minute dieses Songs spielte er sogar auf Akustikgitarre und sorgte so fĂŒr GĂ€nsehaut im Publikum.

Ein guter erster Tag ging zu Ende, der Appetit auf mehr machte.


Samstag, 21.8.2011

Zum FrĂŒhstĂŒck gab es Bier und ein gegrilltes WĂŒrstchen. Und wĂ€hrend die ersten verkatert und verschlafen aus ihren Zelten blickten, ging die Party vor den BĂŒhnen schon wieder weiter. Heute spielten unter anderem die Deftones, Kakkmaddafakka, Feeder, Thees Uhlmann & Band, Friska Viljor, NOFX, Dropkick Murphys und die Blood Red Shoes.

Gegen Mittag spielte eine junge Band aus Norwegen, die auf den ungewöhnlichen Namen Kakkmaddafakka hört. Der Name bedeutet ĂŒbersetzt Party Animal und drĂŒckt genau das aus,, was die mehr als zwölf Musiker auf der BĂŒhne zelebrieren. So auch auf dem Area 4 Festival und so sorgten sie fĂŒr gute Stimmung bei den Festivalbesuchern. Im Herbst ist die Band auf Clubtour wo sie bestimmt auch wieder „Restless“ spielen werden und dann geht die Party weiter.

Obwohl Feeder bis vor kurzem einige Jahre nicht in Deutschland waren, hat man ihren Namen nicht vergessen. Viele freuten sich auf die Band und das neue Album „Renegades“, das wieder deutlich rockiger klingt und mehr Gitarren hat, wĂ€hrend die letzten beiden Longplayer ruhiger ausgefallen waren. Feeder sind wieder zurĂŒck und das zeigten sie auch auf dem Festival. Sie spielten u.a. „Barking Dogs“ und „Renegades“ vom gleichnamigen Album und verließen zufrieden die BĂŒhne.

Friska Viljor das sind Daniel Johansson und Joakim Sveningsson. Vor sechs Jahren grĂŒndeten sie die Band aus gebrochenem Herzen und beeindruckten mit traurig schönen Songs die Folk- und Indieszene. Den Liebeskummer haben die zwei Schweden mittlerweile ĂŒberwunden und haben dieses Jahr ihr viertes Album „The Beginning Of The End“ veröffentlicht, aus dem sie einige Songs spielten sowie natĂŒrlich das bekannte „Gold“ vom ersten Album.

Danach kamen die Deftones auf die BĂŒhne und hatten neue Songs vom aktuellen Album „Diamond Eyes“ mit dabei. Die alten Punkrocker NOFX gaben sich auch die Ehre, feixten mit dem Publikum und spielten zum Schluss ihre Hymne „Kill All The White Man“. Zeitgleich spielten Thess Uhlmann & Band und schafften es das Zelt komplett zu fĂŒllen. Zu groß war die Neugier auf das erste Soloalbum des sympathischen Hamburgers, auch besser bekannt als SĂ€nger der Band Tomte. Er hatte einige Songs mitgebracht, darunter natĂŒrlich auch die Single „Zum Laichen Und Sterben Ziehen Die Lachse Den Fluss Hinauf“ die seit Kurzem raus ist. Zu spĂ€ter Stunde spielten die Dropkick Murphys und die Blood Red Shoes. Beide Bands sind Stimmungsgaranten, beeindruckten mit einer guten Liveshow und starken Songs und das Publikum bedankte sich mit guter Stimmung und ausgelassenen Tanzeinlagen. Das Festival war auf seinem Höhepunkt angelangt, doch es war noch nicht Schluss, es durfte im Partyzelt noch ausgiebig getanzt werden und außerdem stand ja noch der letzte Tag auf dem Programm, an dem es etwas ruhiger werden sollte.


Sonntag, 22.8.2011

Anders als an den ersten beiden Tagen waren heute Punkrock und Hardcore weitestgehend vom Festivalgrund verbannt. Stattdessen konnte man sich heute noch mal auf tolle Acts wie White Lies, Deichkind, The Kooks, The National, Johnossi oder Young Rebel Set freuen, bevor es wieder Richtung Heimat ging.
Am Mittag spielte bei brennender Sonne die Indie/Folkband Young Rebel Set aus Stockton-On-Tees. Mit dabei hatten sie ihr DebĂŒtalbum "Curse Our Love", welches vor kurzem erschienen ist und spielten einige Songs daraus. „Lion’s Mouth”, „Red Bricks”, „Measure Of A Man”, „Won’t Get Up Again” sowie das bekannte „If I Was” und spielten sich mit Textzeilen wie “If I was a rich man, I’d buy flowers everyday but I am a poor man so I pick them on the way" in die Herzen der Besucher. Im Herbst sind sie wieder in Deutschland unterwegs, doch vorher macht die Band auch noch auf einigen anderen Festivals Halt.

Danach kamen Johnossi aus Schweden und eröffneten ihre Show mit „Dead End“, einen besseren Opener hĂ€tte man sich nicht vorstellen können. Die beiden John und Ossi hatten eine klasse Setlist dabei und spielten das Beste aus vier Alben. Da durften natĂŒrlich Songs wie „Excution Song”, „Party With My Pain, „Rescue Team”, „What’s The Point Of View”, „18 Carat Gold”, „Glory Days To Come” oder das berĂŒhmte „Man Must Dance” nicht fehlen. Die Fans waren begeistert und die Band sichtlich ebenfalls.

Die White Lies spielten sich locker durch ihre beiden Erfolgsalben „To Lose My Life“ und „Ritual“. Songs wie „Farwell To The Fairground“, „Death“ und „To Lose My Life“ oder die aktuellen „Bigger Than Us“ und „Holy Ghost“ kamen dabei nicht zu kurz und ĂŒberzeugten ein Publikum, das es heute, nach dem ganzen Gepoge der beiden Vortage, sichtlich ruhiger angehen ließ. Als nĂ€chstes standen The National auf der BĂŒhne und lieferten eine großartige Show ab. Auch ihre Songs sind eher getragen, aber dafĂŒr umso wirkungsvoller. Zum Schluss begab sich Frontmann Matt Berningers bei „Mr. November“ noch in die Menge und ging auf TuchfĂŒhlung mit den Fans. Auf The Kooks freuten sich einige Festivalbesucher, jedoch musste die Band das Konzert schon nach vier Songs abbrechen, da ein heftiges Unwetter aufzog. Viele waren enttĂ€uscht und verĂ€rgert darĂŒber, aber eine Unterbrechung war natĂŒrlich gerade nach den Ereignissen beim Pukkelpop Festival in Belgien, wo nur 3 Tage zuvor 5 Menschen starben, das einzig VernĂŒnftige. Da die Warnung zunĂ€chst aufrechterhalten werden musste, ließ der Veranstalter auf Rat der Feuerwehr kurz darauf den Platz rĂ€umen und die Zuschauer gingen in ihre Zelte oder traten vorzeitig die Heimreise an.

Diejenigen, die ausharrten wurden belohnt, denn nach einer Weile wurde der Festivalbetrieb doch noch wieder aufgenommen und gegen 22 Uhr betraten wie geplant Deichkind die BĂŒhne, feierten im Regen und Matsch mit den Festivalbesuchern und sorgten fĂŒr ordentlich Remmidemmi, wĂ€hrend im Zelt auch die Fans von Face To Face noch zu ihrem Recht kamen.

Das Area 4 Festival 2011 hat wieder viel Spaß gemacht und die Veranstalter sind auch mit der Extremsituation „Unwetter nach vorangegangenen UnglĂŒcken“ sehr professionell umgegangen, auch wenn einige im Nachhinein der Meinung waren, die Reaktion wĂ€re ĂŒberzogen gewesen. Aber Sicherheit sollte nun mal vorgehen und wer den Rat der Feuerwehr zur Unterbrechung ignorieren wĂŒrde, wĂŒrde mehr als nur fahrlĂ€ssig handeln. Ingesamt kamen rund 20.000 Besucher aus der ganzen Republik und feierten an drei Tagen mit 50 Bands bei Sonne und Regen. FĂŒr die Sicherheit sorgten 300 Securityleute und 100 SanitĂ€ter, die das ganze Wochenende im Einsatz waren. Und auch wenn in diesem Jahr auf den ersten Blick ein alles ĂŒberragender Headliner fehlte, war das Line-up gut besetzt und ĂŒberzeugte gerade durch seine Geschlossenheit. Keine Band gab sich eine BlĂ¶ĂŸe, alle wussten zu ĂŒberzeugen und so verließen die Besucher trotz des Unwetters zum Schluss zufrieden das GelĂ€nde und falls es im nĂ€chsten Jahr wieder ein Area 4 geben sollte, werden die meisten wohl wieder vor Ort sein, wir jedenfalls auch!

Bilder der drei Tage befinden sich in unseren Festivalgalerien:

Galerie Area 4 – Besucherfotos & Impressionen

Galerie Area 4 – Bandfotos

Autorin: Stefanie Arps
Fotos: Michael Gamon

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