AMPHI FESTIVAL 2011 Tag 2 – Köln, Tanzbrunnen (17.07.2011)

Fluch_4721.jpg
GeschÀtzte Lesezeit: 12 Minute(n)
Weitere Berichte im Festivalbereich: AMPHI Festival
Der Fluch (CR)


Den zweiten Festival Tag eröffnet Der Fluch aus Leverkusen. Die 1981 gegrĂŒndete Band spielt ihren eigenen B-Movie Sound und sorgt spĂ€testens mit ihrem Hit „Ich bin ein junger Werwolf“ fĂŒr erste Bewegung in den Reihen der anwesenden Zuhörer, die sich aufgrund des Wetter mehrheitlich im Staatenhaus versammelt haben. Diejenigen unter ihnen, die mit dem Namen Der Fluch bisher nichts anfangen konnten, fĂŒhlen sich sicher gleich an eine Band wie The Cramps oder verschiedene Psychobilly Bands erinnert und quittieren den Auftritt ebenfalls sehr wohlwollend. Ein guter Start in den neuen Tag.

She’s All That


Im Nieselregen von Köln betritt derweil das Quartett von She’s All That die Mainstage, um die dort versammelte Menge auf die kommenden Acts vorzubereiten. Spacige Overalls und Altherrengesichtsgummimasken zu kompromisslosem Elektro gepaart mit fetten Gitarren bitten zum Tanz und sind ein interessanter Farbtupfer im diesjĂ€hrigen Line-up. She’s All That sind wild, tanzen auf vielen Hochzeiten (Festivals) und auch Szene zugehörige Bands wie Eisbrecher haben ihre SkurrilitĂ€t lĂ€ngst erkannt und sie ins Vorprogramm ihrer Eiszeit-Tour genommen. Hier werden die mĂŒden Beine gleich mal etwas reanimiert, sicher nicht das Schlechteste fĂŒr den langen Tag.


Ordo Rosarius Equilibrio (CR)

Die derzeit ĂŒberaus erfolgreichen Ordo Rosarius Equilibrio haben derweil mit technischen Schwierigkeiten zu kĂ€mpfen, können jedoch mit etwas Verzögerung dafĂŒr umso schneller den Zauber ihren eigenwilligen Kompositionen ins Publikum ĂŒbertragen. SelbstverstĂ€ndlich darf der Nummer 1 Hit „l’unifications des forces opposantes“ dabei nicht fehlen. Im letzten Jahr erschien mit „Songs 4 Hate & Devotion“ ihr aktuelles Album und man darf gespannt sein, wie der Weg der Apocalyptic Folker weiter verlaufen wird.


Setlist:

01. Which Word Confines The Truth? Dancing For Love And War
02. The Perplexity Of Hybris. I Glorify Myself
03. Hell is where the Heart is – The Gospel of Tomas
04. A World not so Beautiful [A Song 4 the Emperor] 05. In High Heels Through Nights of Broken Glass
06. IMBECILE, My Idiot Lover
07. Three is an Orgy, Four is Forever


Funkhausgruppe (CR)


Als besonderes Highlight des Amphi Festivals 2011 darf der in dieser Formation vermutlich einzige Auftritt der Funkhausgruppe – bestehend aus Mitgliedern von Welle:Erdball, Sonnenbrandt, Hertinfarkt und Die Perlen – angesehen werden. Musikalisch zwischen Synthie-Pop und Neue Deutsche Welle angesiedelt, zeigt die 12-köpfige Truppe eine bunte und abwechslungsreiche Show. Neben Songs des DebĂŒtalbums „Mono-Poly“ prĂ€sentieren alle beteiligten Projekte auch einen eigenen Song, was fĂŒr noch zusĂ€tzliche Abwechslung sorgt. Und natĂŒrlich lĂ€sst es sich Honey nicht nehmen, die technischen Probleme beim letzten Song humorvoll nach dem Motto „Achso, das ist ein Apple
 mit einem C64 wĂ€re das nicht passiert“ zu kommentieren und damit fĂŒr Lacher und vereinzeltes Kopfnicken zu sorgen.


Diorama (CR)


Im gut gefĂŒllten Staatenhaus sorgt SĂ€nger und Mastermind Torben Wendt mit Diorama fĂŒr gefĂŒhlvolle Stimmung. Das 1996 ins Leben gerufene Projekt sorgt schon am frĂŒhen Mittag fĂŒr zahlreiche tanzende und mitsingende Besucher. Die Band hat sich durch aufregende Konzerte eine stets wachsende Fanbase erspielt und so haben sich natĂŒrlich auch viele „Diorama-Lemming“ unter das Publikum gemischt, um ihre Helden gebĂŒhrend zu feiern. Man hat den Eindruck, dass SĂ€nger
Torben jeden einzelnen seiner Zuhörer persönlich anspricht und so versucht sie mit
in die Musik aufzunehmen. Ein Unterfangen, das Erfolg hat.
Technische Störungen werden dabei nebensÀchlich. Auch seine
Bandkollegen teilen sichtlich Begeisterung bei diesem Auftritt, der
so einen bestechenden Nachdruck hinterlĂ€ĂŸt. Mitreißende Songs wie „Protected World“, „Synthesize Me“, und „Advance“ verkĂŒrzen dem geneigten Zuhörer das Warten auf das angekĂŒndigte neue Material, das fĂŒr viele wohl nicht schnell genug erscheinen kann.


Setlist:

01. Child of Entertainment
02. Prozac Junkies
03. Ignite
04. Home to Millions
05. Advance
06. Erase Me
07. Synthesize Me
08. The Girls


Dreadful Shadows (CR)


Mittlerweile hat es draußen aufgehört zu regnen und Sven Friedrich steht zum zweiten Mal an diesem Wochenende auf der BĂŒhne des Amphi Festivals. Diesmal tritt der sympathische Frontmann mit den Dreadful Shadows an, einer Band, welche die Gothic Rock Szene der 90er Jahre maßgeblich mitgeprĂ€gt hat. Man kann nur hoffen, dass die eigentlich bereits im Jahr 2000 aufgelöste Band auch weiterhin live performt und ihre noch recht große Fangemeinde mit großartigen Songs wie „Beyond The Maze“ und „Buried Again“ verwöhnt, denn das Feedback auch hier in Köln ist noch immer sehr groß und ĂŒberschwĂ€nglich.


Setlist:

01. Chains
02. Burning the Shrouds
03. A Sea of Tears
04. New Day
05. Dead Can Wait
06. Hurt (Nine Inch Nails cover)
07. Desolated Home
08. True Faith (New Order cover)


Clan Of Xymox (CR)


Ähnlich geht es auch in der Halle weiter. Mit Clan of Xymox betritt eine weitere Legende die BĂŒhne. Die Band, die 1984 aus der niederlĂ€ndischen Hausbesetzerszene hervorging und in den 80er Jahren zu den bedeutendsten Vertretern im Dark-Wave Umfeld zĂ€hlte, zeigt auch nach mehr als 25 Jahren eindrucksvoll, dass gute Musik keine große BĂŒhnenshow braucht. Der hypnotische Gesang von SĂ€nger Ronnie wird von dĂŒsteren Soundteppichen unterlegt und erzielt so eine ganz eigene Wirkung. Los geht es mit „Strangers“ gleich mit einem Hit und natĂŒrlich darf im weiteren Verlauf auch „Louise“ dabei nicht fehlen.


Setlist:

01. Stranger
02. Love Got Lost
03. In Love We Trust
04. Jasmine & Rose
05. Hail Mary
06. Delete
07. Emily
08. Louise
09. Farewell


De/Vision (CR)


De/Vision zu diesem Zeitpunkt bereit die Mainstage geentert. Die Synthiepopper Steffen Keth (Gesang) und Keyboarder Thomas Adam haben neben alten Klassikern auch Songs ihres aktuellen Albums „Popgefahr“ im GepĂ€ck und bitten zum obligatorischen Tanz am Tanzbrunnen. Songs wie „Your Hands On My Skin“ oder „Try To Forget“ sind stets mitreißend und sprechen eigentlich fĂŒr sich, trotzdem verlieren sie im weiten rund der Mainstage etwas an Druck und vielleicht hĂ€tte ein Auftritt auf der kleineren BĂŒhne im Staatenhaus der Band besser getan, Spaß hatten alle Beteiligten aber trotzdem.


Setlist:

01. Until the End of Time
02. mAndroids
03. –
04. Ready to Die
05. Your Hands on My Skin
06. I Regret
07. Time to Be Alive
08. Try to Forget
09. Rage
10. Flavour of the Week


In The Nursery (MG)


Das Musikprojekt In The Nursery um die ZwillingsbrĂŒder Klive und Nigel Humberstone stammt aus Sheffield (England), hat seit der GrĂŒndung 1981 mehr als zwei Dutzend Alben veröffentlicht und in der Szene seine ganz eigene Nische gefunden. Auf dem Amphi prĂ€sentiert die Band das neueste Werk „Blind Sound“ sowie Songs ihres gesamten Schaffens. Es ist immer wieder beeindruckend die vier Musiker live zu beobachten, sich in ihren umschmeichelnden Soundscapes zu verlieren um dann durch die Rhythmusfraktion um Klive Humberstone neu erweckt und mitgerissen zu werden. Leider ist der Gesang von SĂ€ngerin Dolores heute recht schwach abgemischt und geht im ĂŒbrigen Soundgewitter je nach Standplatz etwas unter, aber das tut dem Auftritt und seinem Effekt keinen wirklichen Abbruch und spĂ€testens „Compulsion“ sorgt fĂŒr beeindruckte Gesichter bei den anwesenden Zuschauern.


Setlist:

01. Blueprint
02. Hymn Noir
03. Crepuscule
04. Mystery
05. Bombed
06. Sixth Sense
07. Artisans of Civilisation
08. A Rebours [against nature] 09. Compulsion
10. L’Esprit


Agonoize (CR)


Nach kurzer Umbaupause und einer Warnung durch Moderator Alexander „Alexx“ Wesselsky, in der gebeten wird Kindern die Ohren und Augen zuzuhalten, ertönt auf der HauptbĂŒhne der Star Wars Imperial March aus den Boxen, allerdings nur fĂŒr kurze Zeit – da hat wohl jemand zu schnell aufs Knöpfchen gedrĂŒckt. Im zweiten Anlauf gelingt dann der Auftritt von Agonoize, hinter dem herunterfallenden Vorhang schwebt Chris L. in Zwangsjacke von der Decke herab und keift in gewohnter Manier den ersten Song. Mit viel Kunstblut und treibenden BĂ€ssen geht es Schlag auf Schlag weiter. Zwischen altbekannten Tracks wie „Staatsfeind“ prĂ€sentiert die Band neuere StĂŒcke, die beim Publikum gewohnt gut ankommen. Höhepunkt der Show ist der dargestellte Suizid von SĂ€nger Chris L., der von Dr. Mark Benecke untersucht, fĂŒr Tod befunden und daraufhin von der BĂŒhne geschleift wird. Mit dieser Aktion endet der Auftritt – leider ohne ĂŒbliche Zugabe oder Coverversionen am Ende.


Das Ich (CR)


Weiter geht es mit Das Ich, die leider immer noch ohne ihren SĂ€nger Stefan Ackermann auskommen mĂŒssen, da dieser schwer erkrankt ist. Wie schon auf dem WGT hat man sich VerstĂ€rkung geholt und so werden die meisten StĂŒcke von Myk Jung (The Fair Sex) vorgetragen. Aber auch Sven Friedrich lĂ€sst es sich nehmen einzuspringen und betritt neben der wunderschönen Vic Anselmo als weiterer GastsĂ€nger die BĂŒhne im Staatenhaus. Nach einer knappen Stunde verlassen Das Ich dann die BĂŒhne um noch mal in kompletter Besetzung mit allen GĂ€sten das StĂŒck „Destillat“ zu performen und die positive Stimmung in der Halle zu Stefan zu schicken… auch von hier aus noch einmal gute Besserung an den charismatischen Frontmann, dessen Genesung wie es heißt erste Fortschritte macht!


Saltatio Mortis (MG)


Was wĂ€re ein solches Festival dieser Tage ohne Mittelalterbands? AnfĂ€nglich noch auf Szenefestivals außerhalb Heidnischer Dörfer belĂ€chelt, sind sie mittlerweile eine feste Institution und sorgen fĂŒr volle Reihen vor den FestivalbĂŒhnen. Wurde man gestern von Tanzwut schon ein wenig eingestimmt, steht jetzt die dank ihrer energiegeladenen Auftritte vielleicht derzeit angesagteste Band auf dem Programm: Saltatio Mortis. Die Formation um Frontmann Alea tritt beim Amphi Festival natĂŒrlich mit ihrer Rock-Show auf und gibt den Mannen auf und vor der BĂŒhne daher genug Möglichkeit zu tanzen, springen und feiern. Alea ist in bester Form und es ist immer wieder beeindruckend, wie hoch er aus dem Stand springen kann. Doch auch seine Mitstreiter bringen ihre Spielfreude sehr gut rĂŒber und transportieren diese auf das Publikum. Und wenn solche Hymnen wie „Wir SĂ€en Den Wind“ oder „Spielmannsschwur“ erschallen, bleibt niemand regungslos stehen, sondern man wird von der Woge der Energie automatisch mitgerissen.


Feindflug (CR)


Zur Sicherheit gibt es dieses Jahr Schutzhelme als besonderes Gimmick am Amphi Merch-Stand zu kaufen. Wer 2009 beim Festival den Auftritt von Feindflug miterlebt hat, weiß warum. Damals lösten sich angesichts der Trommelwucht Teile der Decke im Staatenhaus, so dass das Restprogramm in das extra herzurichtende Theater umziehen musste. Ungeachtet dessen legt das 1995 gegrĂŒndete Elektro Projekt heute wieder ordentlich los und lĂ€sst das Staatenhaus auch dieses Mal gehörig wackeln. Wie groß das Interesse nach den VorfĂ€llen vor zwei Jahren ist, lĂ€sst sich an den Warteschlangen vor dem Staatenhaus erkennen, wo nun erstmals Leute am Zugang gehindert werden mĂŒssen, um eine ÜberfĂŒllung zu vermeiden. Feindflugs Markenzeichen sind und bleiben treibende Stakkato Beats, Schlagzeug und Sprachsamples untermalt von Kriegsbildern. Dass bei Krachern wie „Roter Schnee“ und natĂŒrlich vor allem „Stukkas Im Visier“ nicht nur der uniformierte Teil des Publikums nicht stillstehen kann, beweisen die Jungs eindrucksvoll.


Nitzer Ebb (MG)


Auf der Mainstage macht das Mittelalter derweil eine kleine Pause, denn nun betreten Douglas McCarthy, Bon Harris und Jason Payne aka Nitzer Ebb die BĂŒhne und es wird elektronisch. Frontmann Douglas zieht in Anzug und mit spiegelnder Sonnenbrille wieder alle Blicke auf sich und wenn er seine HĂŒften kreisen lĂ€sst, verfehlt das seine Wirkung vornehmlich bei den weiblichen Zuschauern nicht. Doch natĂŒrlich kommen nicht nur die Frauen, sondern auch die MĂ€nner auf ihre Kosten, wenn die Nitzer Ebb’sche Sound-Maschinerie erst auf Touren gekommen ist. Und das dauert dank dem eröffnenden „Getting Closer“ nur wenige Augenblicke. Vor der BĂŒhne entsteht ein Moshpit in dem um jeden Zentimeter „gekĂ€mpft“ wird. Doch auch sonst verwandelt sich das Publikum in eine Masse, die jeden Ton in sich aufsaugt und sofort in Bewegung umsetzt. Es reiht sich Hit an Hit, doch den Höhepunkt hat man sich natĂŒrlich fĂŒrs Ende aufgehoben, denn zur Freude vieler Fans betreten nun JĂŒrgen Engler und Ralf Dörper von Die Krupps die BĂŒhne, um wie schon bei der kleinen Clubtour im FrĂŒhjahr, gemeinsam mit Nitzer Ebb den Klassiker „The Machineries Of Joy“ anzustimmen und in bester Art zu zelebrieren, Wahnsinn!


Setlist:

01. Getting Closer
02. Down on Your Knees
03. Shame
04. Hearts and Minds
05. Let Your Body Learn
06. Once You Say
07. Lightning Man
08. Hit You Back
09. Payroll
10. Godhead
11. –
12. Murderous
13. Control I’m Here
14. Machineries Of Joy (mit Die Krupps)


Kirlian Camera (CR)


Nach dem gewaltigen Auftritt von Feindflug hatte sich die Halle zunĂ€chst deutlich geleert, aber nach und nach kommen die Festivalbesucher wieder in das Staatenhaus um den Co-Headliner des Abends zu empfangen – Kirlian Camera geben sich die Ehre, eine ihrer wenigen Liveshows auf dem 7. Amphi Festival zu absolvieren. Eingeleitet von einer Videosequenz betreten die Musiker um BandgrĂŒnder Angelo Bergamini und der extrem charismatischen und stimmgewaltigen SĂ€ngerin und Performerin Elena Alice Fossi die BĂŒhne und ziehen mit ihrem Sound das Publikum in ihren Bann. Nach der eröffnenden neuen Single „Nightglory“, zehn weiteren ĂŒberwĂ€ltigenden Songs, darunter „Blue Room“, „Eclipse“, und „K-Pax“ und der schon vom WGT 2010 bekannten, beeindruckenden Version von Ultravox’ „Hymn“, kommen Kirlian Camera noch einmal zurĂŒck auf die BĂŒhne um sich mit einer Coverversion von Pink Floyds „Comfortably Numb“ von ihrem Publikum zu verabschieden. Im Herbst erscheint ein neues Album von Kirlian Camera und wir sind schon sehr gespannt darauf.


Setlist:

01. Nightglory
02. Heldenplatz
03. Edges
04. E.D.O.
05. Endless Rain
06. Hymn (The power and the glory) (Ultravox cover)
07. K-Pax
08. Size Zero
09. Blue room
10. Eclipse
11. Odissey Europa
12. Comfortably Numb (Pink Floyd cover)


Subway To Sally (CR)


Nachdem bereits mit Saltatio Mortis die Spielleute den Einzug auf die HauptbĂŒhne gehalten hatten, betreten um 20:35 Uhr Subway to Sally unter großem Applaus die HauptbĂŒhne am Tanzbrunnen. Mit „Henkersbraut“, „Feuerkind“ und „Knochenschiff“ wird der gesamte Platz binnen Minuten zum Tanzen und Mitsingen gebracht. Dabei geizt die 1992 ins Leben gerufene Band nicht mit Pyrotechnik um das Publikum noch weiter – im wahrsten Sinne des Wortes – anzufeuern und die Nacht zum Tag zu machen. Die frĂŒhen Versuche der Fans das beliebte StĂŒck „Julia und die RĂ€uber“ anzustimmen wiegelt SĂ€nger Eric Fish zwar vorerst gekonnt ab, doch am Ende der letzten Zugabe bekommt das Volk seinen Wunsch doch noch erfĂŒllt und wird auch aktiv mit in die Show eingebunden. Die Band genießt es sichtlich, diesen
Song von einem Meer aus 1000 Stimmen zu hören. Und damit will sich das Publikum jedoch nicht zufriedengeben und fordert vehement weitere Zugaben, ein Wunsch, den die Band aber aufgrund des Anwohnerschutzes leider nicht mehr erfĂŒllen kann. So hört man nur noch die AnhĂ€nger der glorreichen 7 bis weit nach 22 Uhr singen.

Covenant (CR)


Auch im Staatenhaus ist die Zeit fĂŒr den Headliner des Abends gekommen. Das schwedische Trio von Covenant hat die Ehre das diesjĂ€hrige Amphi Festival zu beenden. Mit ihrer außergewöhnlichen Lichtshow und einem sichtlich gut aufgelegten Eskil Simonsson legen Covenant gleich mit dem TitelstĂŒck ihres aktuellen Albums „Modern Ruin“ gefolgt von den Klassikern „Stalker“ und „Bullet“ los. Der sehr gute, druckvolle Sound sorgt schnell fĂŒr ausgelassene Partystimmung in der Halle. Zu Songs wie „Ritual Noise“, dem auf Deutsch gesungenen „Der Leiermann“, der aktuellen EP „Lightbringer“ und dem abschließenden „Call The Ships To Port“ wird ein letztes Mal ausgiebig gefeiert bis die Band nach zwei weiteren Zugaben und fast 1 Âœ Stunden Spielzeit die BĂŒhne verlĂ€sst und das Publikum vollkommen fertig nur sehr langsam wieder in der Lage ist, die Halle zu verlassen; zu stark stehen sie noch unter dem Eindruck des gerade Gesehenen.

Setlist:
01. Modern Ruin
02. Stalker
03. Bullet
04. Judge of My Domain
05. 20 Hz
06. Tour de Force
07. Kairos
08. The Beauty and the Grace
09. The Men
10. We Stand Alone
11. Ritual Noise
12. Der Leiermann / Like Tears in the Rain
13. Lightbringer
14. Call the Ships to Port
15. Happy Man (Z)
16. Dead Stars (Z)

Wie schon am Vortag gab es im Theater parallel zu den Konzerten wieder zahlreiche Lesungen (u.a. von Christian von Aster) und andere VorfĂŒhrungen. Und auch diesmal laden ab 21 Uhr verschiedene Club DJs zum abtanzen ein, sodass einem gelungenen Festivalabschluss nichts mehr im Wege steht und die Nacht zum Tage gemacht werden kann.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller recht herzlich beim Veranstalter und allen Beteiligten bedanken, die dieses Festival möglich gemacht haben. Das gesamte Team hat hervorragende Arbeit geleistet und fĂŒr ein gut organisiertes Festival, mit vielen Highlights gesorgt. Wir freuen uns jetzt schon auf das Amphi Festival 2012, fĂŒr das mit The Sisters of Mercy, Mono Inc., Camouflage, DAF, Seabound, Coppelius, Haujobb, Whispers In The Shadows, Tyskke Ludder und Corvus Corax bereits wieder hochkarĂ€tige Bands feststehen. Man darf gespannt sein, wer sich noch auf dem 8. Amphi – The Orkus Open Air Festival die Ehre geben wird – wir sind auf jeden Fall wieder dabei!

Die kompletten Fotosets zu den Bandauftritten folgen in KĂŒrze. Wer zudem Interesse an gedruckten Bildern hat, kann auch einen Blick in die am 09.08. 2011 erscheinende Ausgabe 09/2011 des Orkus werfen, in der neben einigen unserer Fotos auch Fotos anderer Fotografen enthalten sind.

Autoren: Christian Reipen (CR), Michael Gamon (MG)
Fotos: Marcus Nathofer, Michael Gamon (Saltatio Mortis & Das Ich)

Kommentar verfassen